Kinder in Familien mit Alkohol- und Drogenproblemen


Hausarbeit, 2006

13 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Schwangerschaft und Konsum - mögliche Folgen für die Kinder
2.1 Alkohol
2.2 Tabak
2.3 Heroin

3. Können Abhängige eigentlich gute Eltern sein?

4.Probleme / Konflikte bei der Beratung von abhängigen Eltern

5. Zusammenfassung

6. Literaturhinweise

1. Einleitung

Das Thema „Kinder in Familien mit Alkohol- und Drogenproblemen“ ist ein sehr „heikles“ Thema. Wenn Alkohol- oder Drogenprobleme in einer Familie existieren, kann sich kein Familienmitglied diesem Problem entziehen, am wenigsten die Kinder.

Die Sucht wirkt sich auf das ganze Familienleben aus, auf die Entwicklung der Kinder in ganz unterschiedlicher Weise.

Wir haben das Referatsthema zu zweit ausgearbeitet. Martin Merkle geht darauf ein was in solchen Familien zu Hause vorgeht, Stimmungen, die zu Hause vorherrschen etc. Ich wollte mich mit dem Teil der Beratung auseinander setzen. Wo fängt das an? Können Eltern mit Alkohol- oder Drogenproblemen eigentlich gute Eltern sein? Wie stehe ich selbst dazu?

Eine nicht einfach zu beantwortende Frage. Welche Probleme kommen in so einer Beratung eventuell auf mich zu? Mit diesen Fragen wollte ich mich hauptsächlich auseinander setzen.

Die ersten Bücher, die ich zu diesem Thema aufgeschlagen habe, haben mir gezeigt, was Alkohol in Schwangerschaft einem ungeborenen Kind antut. Diese schweren Folgen waren mir neu. Ich dachte mir, dass dieser wichtige Punkt, auch in Bezug auf andere Drogen, in meiner Ausarbeitung nicht fehlen darf.

2. Schwangerschaft und Konsum - mögliche Folgen für die Kinder

2.1 Alkohol

Als erstes möchte ich auf die Folgen von Alkoholmissbrauch während der Schwangerschaft eingehen.

Ich möchte auf diese Schädigungen am intensivsten eingehen, einfach weil sie so stark ausgeprägt und irreparabel sind.

Fetale Alkoholembryopathie(„FAE“) oder fetales Alkoholsyndrom („FAS“) wird diese Schädigung genannt. Wird der Embryo, besonders in seiner empfindlichen Zeit, in der sich die Organe entwickeln, ständig Alkohol ausgesetzt, wirkt Alkohol giftig auf alle Körperzellen.[1] “Alkohol wirkt auf alle Organe und Zellen als Zellgift und somit wachstumshemmend, missbildungsfördernd und vor allem -auch in kleinen Mengen- nervenschädigend und suchtbegünstigend.“[2] Es können alle Organe geschädigt sein, bei typischer Ausprägung sind einige Körperteile besonders betroffen. Schwer betroffene Kinder leiden häufig an: Kleinwuchs, Untergewicht, Kleinköpfigkeit, mangelhafter Muskelentwicklung, typischen Gesichtsveränderungen, geistigen Entwicklungsstörungen und Verhaltensstörungen.[3] „Es bleibt körperlich, geistig und seelisch ein Leben lang unheilbar betroffen und es läuft Gefahr, in seinem späterem Leben selbst süchtig zu werden.“[4] Die Ausprägung der Krankheit hängt von vielen Faktoren ab.

Unter anderen spielen das Alter der Mutter, wie lange die Trunksucht schon andauert, die Menge und die Art des Alkohols, eine entscheidende Rolle.[5] Abbildung 1 zeigt die möglichen Gesichtsveränderungen klar auf. In Deutschland werden jährlich ca. 2.200 Kinder mit Alkoholembryopathie geboren. Noch erschreckender finde ich die Zahl der Kinder, die „nur“ mit organischen Hirnschäden und anschließenden Verhaltensstörungen zur Welt kommen. Dies sind etwa 10.000 Kinder.[6] Diesen sieht man die Alkoholembryopathie nicht mal an. Man kann sich also vorstellen, dass viele dieser Fälle unerkannt bleiben.

Die Rolle des Vaters spielt nach unterschiedlichen Ansichten keine größere Rolle, bzw. konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Das Kind wird von dem Alkohol krank, der über den Mutterkuchen und durch die Nabelschnur ungehindert zum Kind gelangt. „Es ist also unwichtig, ob der Vater Trinker ist oder nicht, denn der Alkohol bei väterlicher Trunksucht kann zwar auch das Erbmaterial im Samenfaden schädigen und auf diesem Weg in schweren Fällen ebenfalls Schäden bewirken.“[7] Für die Alkoholembryopathie ist nach bisherigen Erkenntnissen allerdings der Alkoholkonsum der Mutter verantwortlich.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

Gesichtsmerkmale des fetalen Alkoholsyndrom

(Quelle: www.fasworld.de)

2.2 Tabak

Für Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchen besteht ein höheres Risiko an Krebs zu erkranken (besonders Leukämie). Weitere negative Folgen können Tod-, Fehl- oder Frühgeburten sein. Außerdem haben diese Kinder häufig ein geringeres Geburtsgewicht, eine geringere Größe und es treten vermehrt Atemwegserkrankungen auf. Zu alledem steigt das Risiko für das Kind am plötzlichen Kindstod zu sterben.[9] „Die Welt“ schreibt in einem Bericht vom 11.06.1996: „Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, haben doppelt so häufig geistig zurückgebliebene Kinder, so eine neue Studie der amerikanischen Emory University. Das Risiko erhöhte sich beim Konsum von fünf Zigaretten täglich um 35 Prozent. Bei Frauen, die täglich ein Päckchen rauchen, lag es sogar um 85 Prozent höher als bei nichtrauchenden Müttern.“ Es ist wirklich erstaunlich, was diese „legale Droge“ einem ungeborenen Kind so alles antun kann. Bei meinen Recherchen habe ich auch Zeitungsberichte gefunden, die berichten, dass solche Kinder ein dreifach höheres Risiko für ADHD (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts syndrom) haben. Allgemein wird auch von Konzentrationsschwächen und Sprachstörungen bis hin zu einem niedrigeren Intelligenzquotienten oder amputationsartigen Stumpfbildungen gesprochen (alle Zeitungsberichte auf: www.raucherportal.de). Hier kommt einiges zusammen und ich finde diese Menge erschreckend. Wie können manche Frauen nur sagen: „Der Arzt hat mir gesagt, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, schädigt das meinem Kind mehr, als wenn ich das Rauchen einschränke! Plötzlich, von heute auf morgen aufzuhören würde dem Kind mehr schaden!“ So, oder so ähnlich, habe ich das schon öfter von Leuten gehört, ob im privaten Umfeld oder im Fernsehen. Das Rauchen von Schwangeren wird, mehr oder weniger, in unserer Gesellschaft toleriert.

[...]


[1] vgl. www.fasaelu.com, gelesen am 15.10.2006.

[2] Martin Zobel, 2000, Seite 78.

[3] vgl. www.fasworld.de, gelesen am 15.10.2006.

[4] Martin Zobel, 2000, Seite 78.

[5] vgl. www.fasaelu.com, gelesen am 15.10.2006.

[6] vgl. Martin Zobel, 2000, Seite 78.

[7] www.fasaelu.com, gelesen am 10.10.2006.

[8] vgl. www.fasaelu.com, gelesen am 10.10.2006 und Claudia Bertenghi, 2001, Seite 108.

[9] vgl. www.raucherportal.de, gelesen am 15.10.2006.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Kinder in Familien mit Alkohol- und Drogenproblemen
Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Veranstaltung
Grundlagenseminar Gesellschaft und Persönlichkeit
Note
1,5
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V121007
ISBN (eBook)
9783640254385
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder, Familien, Alkohol-, Drogenproblemen, Grundlagenseminar, Gesellschaft, Persönlichkeit
Arbeit zitieren
Mira Lischka (Autor), 2006, Kinder in Familien mit Alkohol- und Drogenproblemen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121007

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