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Bilanzierung von Leasinggeschäften nach IFRS unter besonderer Berücksichtigung bilanzpolitischer Möglichkeiten

Title: Bilanzierung von Leasinggeschäften nach IFRS unter besonderer Berücksichtigung bilanzpolitischer Möglichkeiten

Bachelor Thesis , 2008 , 33 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bachelor of Arts International Business Studies Christian Runge (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Abstract

Die Bilanzierung von Leasinggeschäften nach IFRS, geregelt in IAS 17, beinhaltet eine Klassifizierung, die über den Ansatz in der Bilanz oder eine außerbilanzielle Behandlung entscheidet. Diese Klassifizierung orientiert sich an dem wirtschaftlichen Gehalt der Vereinbarung zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer. Daraus folgt, dass das Geschäft bei ratenkaufähnlichen Verträgen als Finanzierungsleasing, und bei anderen, eher mietverhältnisähnlichen Verträgen, als operatives Leasing klassifiziert wird. Letzteres wird außerbilanziell behandelt. Aus der Auslegung der in IAS 17.10 und 17.11 gegebenen expliziten Kriterien, die bei der Klassifizierung helfen sollen, resultiert jedoch ein immenses Maß an bilanzpolitischen Möglichkeiten. Der Standard beinhaltet damit ein faktisches Wahlrecht zwischen der Bilanzierung als Finanzierungsleasing einerseits und operativem Leasing andererseits. Durch die vorteilhaften Bilanzierungsregeln für operative Leasingverhältnisse, welche neben der bilanzexternen Behandlung auch steuerliche Vorteile bieten, wird für die leasenden Unternehmen ein starker Anreiz gesetzt dieses Wahlrecht zu nutzen.
Die Folge ist, dass Bilanzen systematisch zu kurz ausgewiesen werden und die ausgewiesenen Verbindlichkeiten und wirtschaftlichen Ressourcen nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen. Dadurch werden essentielle Bilanzkennzahlen verzerrt, in besonders leasingintensiven Branchen sind sogar Rentabilitätskennzahlen wie das ROCE, die Rentabilität des investierten Kapitals, deutlich betroffen. So können mitunter negative Bonitätsbeurteilungen vermieden werden.
Für Wirtschaftsprüfer gehört es mittlerweile zum Alltag, regelmäßige Korrekturen auf Basis der Anhangangaben zu operativen Leasinggeschäften zu machen. Die erheblichen Auslegungsmöglichkeiten, die die reale Abbildung und Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen beeinträchtigen, machen deutlich, dass eine Reform des Standards im Sinne eines Ausweises der tatsächlichen Verhältnisse unumgänglich ist. Tatsächlich existieren intensive Reformbestrebungen in Form einer Kooperation von IASB und FASB, die 2009 in einem schon sehr detaillierten Diskussionspapier der Öffentlichkeit nahe gelegt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Relevanz des Leasing

1.2 Das Problem des off balance sheet financing bei Leasingnehmern

1.3 Gang der Arbeit

2. Begriffsabgrenzung

2.1 Arten von Leasinggeschäften

2.1.1 Finanzierungsleasing

2.1.2 Operatives Leasing

2.2 Bilanzpolitik

2.3 Mindestleasingzahlungen

2.4 Bedingte Leasingzahlungen

2.5 Diskontierungszins für den recovery of investment test

3. Bilanzierung von Leasinggeschäften

3.1 Klassifizierung von Leasinggeschäften

3.1.1 Wirtschaftliches Eigentum

3.1.2 Kriterien für die Klassifizierung

3.2 Auswirkungen auf die Bilanzierung

3.2.1 Bilanzierung von Operating Leases

3.2.2 Bilanzierung von Finance Leases

3.3 Ermessensspielräume bei der Bilanzierung

3.3.1 Bargain Purchase Option Test

3.3.2 Economic Life Test

3.3.2.1 Definition des überwiegenden Teils

3.3.2.2 Wirtschaftliche Nutzungsdauer

3.3.3 Recovery of Investment Test

3.3.3.1 Ausbleiben quantitativer Richtwerte

3.3.3.2 Mindestleasingzahlungen

3.3.3.3 Grenzfremdkapitalzins

3.3.4 Mietverlängerungsoption zu marktunüblichen Preisen

3.4 Einfluss auf die Bilanzanalyse

3.4.1 Verschuldungsgrad

3.4.2 ROCE (return on capital employed)

3.4.3 Sonstige Kennzahlen

4 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit analysiert kritisch die Bilanzierung von Leasinggeschäften nach den IFRS-Standards (insbesondere IAS 17) und untersucht, wie die Klassifizierung als operatives Leasing gezielt genutzt wird, um außerbilanzielle Finanzierungen ("off balance sheet financing") zu erreichen und damit Kennzahlen vorteilhaft zu beeinflussen.

  • Klassifizierungskriterien von Leasingverhältnissen (Finance vs. Operating Lease)
  • Gestaltungsspielräume durch subjektive Auslegungen und Schätzungen
  • Auswirkungen der außerbilanziellen Behandlung auf das Unternehmensrating
  • Verzerrung wichtiger Bilanzkennzahlen wie Verschuldungsgrad und ROCE
  • Diskussion aktueller Reformbestrebungen durch IASB und FASB

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Bargain Purchase Option Test

Eine Kaufoption, die so günstig ist, dass sie wahrscheinlich ausgeübt wird, ist inhaltlich ähnlich dem Eigentumsübergang. Es stellt sich aber die Frage, wie der Zeitwert des Leasinggegenstandes zum möglichen Zeitpunkt der Optionsausübung festgelegt wird. Unter dem Zeitwert ist der Preis zu verstehen, den ein sachkundiger Käufer und ein sachkundiger Verkäufer miteinander aushandeln würden. Die Orientierung an Börsen bzw. Marktpreisen liegt hier nahe. Es existieren jedoch Ermessensspielräume durch vorzunehmende Schätzungen.

Zum einen besteht das Problem der Vergleichbarkeit von Gebrauchtgegenständen. Jedes Leasinggut wird nach einer gewissen Einsatzzeit nur schwer mit einem anderen zu vergleichen sein, da zum Beispiel nicht klar ist ob zum Vergleich ein Gut gleichen Alters oder gleicher Nutzungsintensität besser ist. Auch werden das Alter oder die Nutzungsintensität mitunter nicht repräsentativ für den tatsächlichen Verschleiß sein, da zum Beispiel zwei Maschinen, die gleich alt sind und/oder den gleichen Zählerstand anzeigen, unterschiedlich stark verschlissen sein können.

Beispiel 1: Eine Maschine wurde ausschließlich über Jahre hinweg monatlich 15 Tage am Stück, rund um die Uhr, im Akkord eingesetzt und nur geringfügig gewartet; während eine andere Maschine zwar 30 Tage im Monat, aber jeweils nur den halben Tag eingesetzt und regelmäßig gewartet wurde. Der tatsächliche Zeitwert der letztgenannten Maschine wird trotz gleichen Alters und gleichen Zählerstandes unter normalen Umständen erheblich höher liegen als der der erstgenannten.

Des Weiteren ist die Prognose des zukünftigen Wertes mit erheblichen Schätzungen und folglich auch Gestaltungsspielräumen verbunden, weil Faktoren wie die technische Entwicklung einen Gegenstand wesentlich schneller veralten lassen können als erwartet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Relevanz von Leasing ein und skizziert das Problem des "off balance sheet financing", bei dem Leasingnehmer Bilanzen durch operative Klassifizierung systematisch verkürzen.

2. Begriffsabgrenzung: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Leasingarten (Finanzierungs- und operatives Leasing), führt in die Bilanzpolitik ein und erläutert technisch relevante Komponenten wie Mindestleasingzahlungen und Diskontierungszinsen.

3. Bilanzierung von Leasinggeschäften: Der Hauptteil untersucht detailliert die Klassifizierungskriterien nach IAS 17, deckt die erheblichen Gestaltungsspielräume bei der Anwendung der verschiedenen Tests (wie Economic Life oder Recovery of Investment) auf und analysiert die Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen.

4 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die aktuelle Leasingbilanzierung aufgrund subjektiver Spielräume nicht sachgerecht ist, und begrüßt die intensiven Bemühungen um eine Reform durch IASB und FASB zur Abkehr vom aktuellen "all-or-nothing-approach".

Schlüsselwörter

Leasing, IFRS, IAS 17, Bilanzierung, Off-Balance-Sheet-Financing, Bilanzpolitik, Finanzierungsleasing, Operatives Leasing, Wirtschaftliches Eigentum, Barwerttest, Kapitalisierung, Bilanzanalyse, Verschuldungsgrad, ROCE, Leasingverhältnisse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Behandlung von Leasingverhältnissen nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) und deckt auf, wie Unternehmen durch Bilanzpolitik ihre Kennzahlen manipulieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Klassifizierung von Leasingverhältnissen, die Ermessensspielräume bei der Anwendung von IAS 17 sowie die Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen wie den Verschuldungsgrad.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass durch die interpretierbare Auslegung der Klassifizierungskriterien ein faktisches Wahlrecht für Unternehmen entsteht, das systematisch zur außerbilanziellen Darstellung von Verbindlichkeiten genutzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis der IFRS-Standards (IAS 17) sowie um die Auswertung und Diskussion empirischer Studien, die die Auswirkungen einer fiktiven Kapitalisierung von Leasingverhältnissen untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Kriterien wie den "Bargain Purchase Option Test" oder den "Economic Life Test" und zeigt auf, welche Spielräume Bilanzierende bei der Festlegung von Zeitwerten oder Nutzungsdauern nutzen können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Off-Balance-Sheet-Financing, Bilanzpolitik, IAS 17, Finanzierungsleasing und die Verzerrung von Kennzahlen wie dem ROCE.

Wie wirkt sich die Klassifizierung als operatives Leasing auf die Bilanz aus?

Sie führt dazu, dass weder das Leasinggut als Vermögenswert noch die künftigen Leasingzahlungen als Verbindlichkeit in der Bilanz erfasst werden, was das Unternehmen optisch "schlanker" erscheinen lässt.

Welche Kritik übt der Autor am aktuellen IAS 17 Standard?

Der Autor kritisiert, dass der Standard zu viele qualitative, ungenaue Formulierungen enthält, die keine objektive Klassifizierung erlauben und somit massive Kritik seitens der Fachwelt und der Analysten provozieren.

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Details

Title
Bilanzierung von Leasinggeschäften nach IFRS unter besonderer Berücksichtigung bilanzpolitischer Möglichkeiten
College
University of Paderborn
Grade
2,0
Author
Bachelor of Arts International Business Studies Christian Runge (Author)
Publication Year
2008
Pages
33
Catalog Number
V121016
ISBN (eBook)
9783640251995
ISBN (Book)
9783640252015
Language
German
Tags
Bilanzierung Leasinggeschäften IFRS Berücksichtigung Möglichkeiten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts International Business Studies Christian Runge (Author), 2008, Bilanzierung von Leasinggeschäften nach IFRS unter besonderer Berücksichtigung bilanzpolitischer Möglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121016
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