Planung einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage im früheren Munitionsdepot Nottebrock


Projektarbeit, 2008

142 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Solarstrom aus dem Munitionsdepot
1.1 Zielstellung – Nutzen und Verwertbarkeit der Ergebnisse
1.2 Methode und Aufbau
1.3 Zusammenarbeit mit anderen Stellen.

2 Standortbeschreibung
2.1 Geographie
2.2 Fauna und Flora
2.3 Gebäudebestand
2.3.1 Lagerbunker
2.3.2 Lagerhäuser
2.3.3 Betriebsgebäude
2.4 Wegenetz und Rangierflächen
2.5 Wasser- und Stromversorgung
2.6 Entwässerung
2.7 Umzäunung
2.8 Altlasten

3 Anlagenplanung
3.1 Funktionsprinzip Photovoltaik
3.2 Sonneneinstrahlung
3.3 Modulorientierung
3.4 Verschattung
3.5 Modulstandorte
3.6 Systeme und Komponenten
3.7 Montagesysteme
3.8 Nachführanlagen
3.8.1 Technische Anforderungen und Auswahl
3.8.2 Mindestabstand
3.9 Solarmodule
3.10 Wechselrichter
3.10.1 Auslegungsprogramm Sunny Design
3.10.2 Anlagenauslegung
3.10.3 Ergebnis
3.11 Verkabelung
3.11.1 Solarkabel und Anschlusskontakte
3.11.2 Auslegung
3.11.3 Leitungsnetz im Depot
3.12 Blitzschutz
3.13 Einspeisezähler

4 Vorarbeiten
4.1 Vermessung
4.2 Totholzbeseitigung
4.3 Rodung
4.4 Zaunbau
4.5 Dachflächenräumung
4.5.1 Bodenabtrag
4.5.2 Verfahrenstechnik
4.5.3 Schutzanstrich
4.5.4 Luftschächte und Blitzableiter
4.5.5 Reinigung der Montageflächen
4.6 Abfallbeseitigung und Kehrarbeiten
4.7 Wild und Jagd

5 Ausgleichsmaßnahmen

6 Landschaftspflege
6.1 Aufgabenstellung
6.2 Einsatz von Weidetieren

7 Schlussbetrachtung
7.1 Zusammenfassung
7.2 Weiterer Arbeitsbedarf

Glossar

Literaturverzeichnis

Anlagenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Luftaufnahme Depot Nottebrock und Umgebung

Abb. 2: Besondere Tierarten

Abb. 3: Vegetation und Landschaftsbild

Abb. 4: Bunker Typ B 205 – Frontansicht

Abb. 5: Bunker Typ B 119 – Frontansicht

Abb. 6: Bunkertypen B 119 und B 205 – Rückansicht

Abb. 7: Lagerhaus Typ 843 mit Schutzmauern im Torbereich

Abb. 8: Lagerhaus Typ 571

Abb. 9: Lagerhaus Typ 513

Abb. 10: Lagerhaus Typ 109

Abb. 11: Lagerhaus Typ 78 mit Schutzwällen

Abb. 12: Lagerhäuser Typ 27 – Nissenhütten

Abb. 13: Inspektionshalle

Abb. 14: Garage im Zufahrtsbereich des Depots

Abb. 15: Wachgebäude

Abb. 16: Hundezwinger mit Futterhaus

Abb. 17: Depotumzäunung mit Scheinwerferanlage

Abb. 18: Stromerzeugung in einer Silizium-Solarzelle

Abb. 19: Photovoltaikanlage

Abb. 20: Photovoltaikpotenzial europäischer Länder

Abb. 21: Photovoltaikpotenzial in der Region Münster

Abb. 22: Jährliche Sonneneinstrahlung – horizontale PV-Module

Abb. 23: Jährliche Sonneneinstrahlung – neigungsoptimierte PV-Module

Abb. 24: Standort für Solarmodule – Montagefläche

Abb. 25: Standorte für Solarmodule auf dem Bunkerareal

Abb. 26: Leistungsvergleich starrer zu nachgeführter Photovoltaikanlage

Abb. 27: Sonnenstand im Laufe des 21.06. und 21.12.07

Abb. 28: Sonnenstand bezogen auf Bunker C7 am 21.06.07

Abb. 29: Sonnenstand bezogen auf Bunker C7 am 21.12.07

Abb. 30: Zweiachsige Nachführanlage Solar-Trak 1000

Abb. 31: Größenunterschied Nachführanlage ST 1000 und ST 2000

Abb. 32: Verschattungsberechnung – Mindestabstand Nachführanlagen

Abb. 33: Mindestabstand und Montageposition der Nachführanlagen

Abb. 34: Photovoltaikmodul Kyocera KD210GH-2P

Abb. 35: Programmoberfläche Sunny Design – Schritt 1

Abb. 36: Programmoberfläche Sunny Design – Schritt 2

Abb. 37: Programmoberfläche Sunny Design – Schritt 3

Abb. 38: Programmoberfläche Sunny Design – Schritt 4

Abb. 39: Wechselrichter SMA Sunny Mini Central 10000 TL

Abb. 40: Solarkabel und Solarsteckverbinder

Abb. 41: Einspeisezähler

Abb. 42: Totholz

Abb. 43: Landschaftspflegerischer Handlungsbedarf

Abb. 44: Moorschnucken und Harzziege

Abb. 45: Die Sonne – eine unerschöpfliche Energiequelle

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Geographische Daten Depot Nottebrock

Tab. 2: Fauna im Depot Nottebrock

Tab. 3: Pflanzenvorkommen im Depot Nottebrock

Tab. 4: Gebäudebestand im Depot Nottebrock

Tab. 5: Solarmodulneigung und Einstrahlung

Tab. 6: Geeignete Modulstandorte auf dem Bunkerareal

Tab. 7: Nutzbare Dachfläche

Tab. 8: Sonnenstand am 21.06. und 21.12.07 über Münster/Westf

Tab. 9: Technische Daten Nachführanlage Solar-Trak 1000

Tab. 10: Technische Daten Photovoltaikmodul Kyocera KD210GH-2P

Tab. 11: Technische Daten Wechselrichter SMA Sunny Mini Central

Tab. 12: Materialaufkommen Bodenabtrag

Tab. 13: Ausgewählte Schafrassen zur Landschaftspflege – Teil I

Tab. 14: Ausgewählte Schafrassen zur Landschaftspflege – Teil II

Tab. 15: Ausgewählte Ziegenrassen zur Landschaftspflege

Tab. 16: Zusammenfassung Standortbeschreibung – Teile I und II

Tab. 17: Zusammenfassung Anlagenplanung – Teile I bis III

Tab. 18: Zusammenfassung Vorarbeiten

Tab. 19: Zusammenfassung Ausgleichsmaßnahmen und Landschaftspflege

Tab. 20: Planungs-Checkliste für eine netzgekoppelte PV-Anlage

Tab. A-1: Vorgehensweise beim Bau einer netzgekoppelten PV-Anlage 131 Sofern bei Abbildungen und Tabellen keine abweichende Quellenherkunft angegeben ist, handelt es sich um eigene Darstellungen.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Solarstrom aus dem Munitionsdepot

Bereits im Jahr 1993 haben sich die britischen Streitkräfte aus ihrem bei Münster- Amelsbüren gelegenen Munitionsdepot Nottebrock zurückgezogen. Das bundeseigene Areal fiel danach in den Verantwortungsbereich der Bundesanstalt für Immobilienauf- gaben, die u. a. mit dem Flächen- und Gebäudemanagement staatlicher Liegenschaften betraut ist.1

Da seitens des Militärs kein Bedarf mehr bestand, wurde fortan schwerpunktmäßig nach einem zahlungskräftigen Käufer für diese Immobilie gesucht. Infolge verschiedener Gründe, die hauptsächlich mit den rechtlichen und baulichen Gegebenheiten im Zu- sammenhang stehen, konnte das Depot bisher jedoch nicht veräußert werden. Aus gleichem Grund ergab sich bis dato – abgesehen von Jagd und Forstwirtschaft – auch keine geeignete Anschlussnutzung durch einen Pächter. Derzeit stehen allerdings zwei interessante, durchaus Erfolg versprechende Nutzungskonzepte für das ehemalige Depot der Royal Army zur Diskussion:

Eine Investorengemeinschaft plant, hier eine extensive Freilandhaltung von Schweinen einzurichten. Angedacht ist, eine robuste, lokale und im Bestand gefährdete Schweine- rasse ganzjährig sowohl auf den vorhandenen Freiflächen als auch im Wald zu halten. Dieses Vorhaben war Thema der vorangegangenen Projektarbeit „Grundlagen und haltungstechnische Einrichtungen für die Schweinefreilandhaltung im Depot Nottebrock“.2

Daneben besteht gegenwärtig die Überlegung, auf dem weitläufigen Bunkerareal der Liegenschaft, eine leistungsfähige Photovoltaikanlage zur Erzeugung und Einspeisung von Solarstrom in das öffentliche Versorgungsnetz aufzubauen. Deren Planung ist Gegenstand dieser Projektarbeit.

In Hinsicht auf die Standortbedingungen im Depot Nottebrock sind die extensive Schweinefreilandhaltung und der Betrieb einer Photovoltaikanlage grundsätzlich ver- einbar. Beide Nutzungsvarianten lassen sich parallel im Depot umsetzen. Sie schließen sich unter den bestehenden Umständen nicht gegenseitig aus.

1.1 Zielstellung – Nutzen und Verwertbarkeit der Ergebnisse

Im Rahmen dieser Projektarbeit soll eine für das Munitionsdepot Nottebrock geeignete Photovoltaikanlage technisch geplant werden, die unter den vor Ort gegebenen Um- ständen in Ertrag bringender Weise realisierbar ist.

Die Ausführungen sollen einem potenziellen Anlagenbetreiber als technische Informationsbasis, bei der Erstellung einer PV-Anlagenausschreibung für das Depot sowie beim Vergleich von entsprechenden Händler- und Installateurangeboten dienen. Ferner wird mit der Projektarbeit auch Bauherren und Investoren unabhängig vom Depot Nottebrock, die sich für die Errichtung einer Photovoltaikanlage interessieren, eine praxisorientierte Übersicht der wichtigsten technologischen Grundlagen und not- wendigen Anlagenkomponenten zur Verfügung gestellt. Die hier praktizierte Vor- gehensweise lässt sich als Leitlinie bei der Planung ähnlicher Vorhaben heranziehen und unter Berücksichtigung der standörtlichen Voraussetzungen bedarfsgerecht adaptieren.

1.2 Methode und Aufbau

Die Planungsarbeit erfordert zunächst die Einarbeitung in die Grundlagen der Photovoltaik anhand der einschlägigen Fachliteratur. Daneben bieten sich fachbezogene Internetseiten und von Herstellern bereitgestellte, überwiegend praxisbezogene Informationsmaterialien zur Recherche und Auswertung an. Spezielle Sachverhalte werden nach Bedarf mit Fachleuten in persönlichen Gesprächen erörtert. Sofern es zweckmäßig erscheint, auch direkt vor Ort im Depot Nottebrock.

Im Zuge der objektbezogenen Anlagenplanung werden verschiedene Aufgaben mithilfe der Auslegungssoftware Sunny Design und dem Programm Schletter-Verschattungs- berechnung ausgeführt. Diese branchenspezifischen Computerprogramme stellen die jeweiligen Hersteller für die Projektarbeit zur Verfügung.

Daneben sind verschiedene praktische Tätigkeiten im Depot notwendig. In erster Linie die Erfassung und Vermessung der im Fokus stehenden Gebäude. Außerdem ist in einigen Fällen die Anfertigung von Fotos auf dem Depotgelände angebracht, um auch optisch Zusammenhänge darstellen und bestimmte Eindrücke adäquat vermitteln zu können.

Die Arbeit gliedert sich in sieben Kapitel. Im anschließenden zweiten Kapitel werden verschiedene planungsrelevante Standortfaktoren erfasst und kurz beschrieben. Auf dieser Grundlage erfolgt die praxisbezogene PV-Anlagenplanung im dritten Kapitel. Im Vorfeld der Installation sind im Depot einige standortspezifische praktische Vorarbeiten notwendig, die in Kapitel vier dargestellt werden. Für das Nottebrock geeignete Aus- gleichsmaßnahmen zum Bau einer Photovoltaikanlage stehen im fünften Kapitel im Vordergrund. Um den reibungslosen Anlagenbetrieb zu gewährleisten, sind im Hinblick auf die vielfältigen Wald- und Grünflächen vor Ort, bestimmte Landschaftspflegemaß- nahmen durchzuführen. Diese werden in Kapitel sechs erörtert. Abschließend erfolgt eine zusammenfassende Schlussbetrachtung im siebten und letzten Kapitel.3

1.3 Zusammenarbeit mit anderen Stellen

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIma), Dienststellen Münster und Dortmund, hat für den Zeitraum der Projektbearbeitung eine Betretungserlaubnis für die Liegenschaft Nottebrock erteilt. Außerdem hat die BIma Kartenmaterial und ver- schiedene das Depot betreffende Dokumente zur Auswertung bereitgestellt.

Eine Zusammenarbeit mit dem früheren Besitzer des Munitionsdepots, der britischen Armee, erfolgte nicht. Leider zeigte sich bereits bei der vorangegangenen Projektarbeit zur Schweinefreilandhaltung, dass bei den dort zuständigen Dienststellen kein infrage kommendes Material mehr verfügbar ist.4

2 Standortbeschreibung

In den folgenden Kapiteln werden verschiedene planungsrelevante Aspekte im Hinblick auf den Bau einer Photovoltaikanlage im Depot Nottebrock dargestellt.5

Um den Gesamtkontext darzustellen, in den die geplante Anlage eingebettet sein wird, beschränkt sich die Betrachtung nicht ausschließlich auf den vorgesehenen Anlagen- standort auf dem Bunkerareal. Dagegen erscheint es zweckmäßig, das Depot insgesamt in den Fokus zu rücken. Auch deshalb, da im Rahmen eines eventuell notwendigen Baugenehmigungsverfahrens nicht nur die Einhaltung von technischen Vorschriften, sondern auch umweltbezogene ökologische Fragestellungen seitens der zuständigen Behörden überprüft werden – insbesondere bei Anlagen im Außenbereich wie dem Depot Nottebrock.

2.1 Geographie

Das Depot Nottebrock ist ein etwa 26 ha (255.713 m²) umfassendes, früheres britisches Munitionsdepot. Ungefähr 9 ha dieser Fläche sind mit verschiedenen Bunkern, Lager- und Betriebsgebäuden bebaut bzw. in Form von Wegen und Rangierflächen baulich befestigt. Rund 17 ha des Areals bestehen aus begrünten Freiflächen und Mischwald.

Das Depot liegt auf 57,5 Metern über NN am nördlichen Rand des 2.228 ha großen Waldgebiets Davert im Kernmünsterland. Das Relief kann als eben, stellenweise mit aufgeschütteten Erdwällen, bezeichnet werden.

Seit der Außerdienststellung des Depots im Januar 1993 wurde das Areal, abgesehen von Holzeinschlag und Jagdbetrieb, nicht anderweitig genutzt. Infolgedessen ist das Gelände inzwischen stark verwildert. Daneben sind Schäden durch Vandalismus und Diebstahl von technischen Einrichtungen und Bauteilen festzustellen.

Mit Fahrzeugen ist die Liegenschaft über die Bundesstraße 54 sowie die Kreisstraßen 39 und 41 erreichbar. Darüber hinaus befinden sich die Bundesautobahnen 1 und 43, der Dortmund-Ems-Kanal sowie die Bahnlinie Dortmund-Hamm-Münster in unmittelbarer Nähe. Darüber hinaus verlaufen im Umfeld mehrere Reit-, Wander- und Radwege.

In südwestlicher Richtung liegen in wenigen Kilometern Entfernung die Gemeinden Davensberg und Ottmarsbocholt, östlich Rinkerode, im Norden Amelsbüren, Hiltrup und die kreisfreie Stadt Münster/Westfalen.

In der Tabelle 1 sind die wichtigsten geographischen Daten zum Depot Nottebrock zu- sammengefasst.6

Tab. 1: Geographische Daten Depot Nottebrock

Eine Luftaufnahme vom 10. 06. 2006 zeigt das Depot und dessen nähere Umgebung auf der Abbildung 1. Nutzungsart, Struktur und Größe der land- und forstwirtschaftlichen Flächen haben sich bis heute, ebenso wie Hofstellen und Verkehrswege, nicht wesent- lich verändert. Lediglich im äußersten Nordwesten entsteht gegenwärtig ein neues Wohnbaugebiet. Infolgedessen wird sich zukünftig das Landschaftsbild in diesem Be- reich deutlich wandeln.

Verschiedene bauliche Details der Liegenschaft sind auf dem beigefügten Lageplan (Anlage 3) eingezeichnet.

2 Standortbeschreibung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Luftaufnahme Depot Nottebrock und Umgebung. Die Markierung zeigt annähernd den Verlauf der Umzäunung; Sichthöhe 1780 m (Quelle: Google Earth, 2008).

2.2 Fauna und Flora

Es kann davon ausgegangen werden, dass die im angrenzenden Waldgebiet Davert heimischen Tierarten grundsätzlich auch im Depot Nottebrock dokumentierbar sind.

Bei einer faunistischen Kartierung wurden insgesamt 31 unterschiedliche Säugetierarten nachgewiesen. Dazu zählen typische Waldbewohner wie Baummarder, Dachs, Eich- hörnchen und Rotfuchs neben Reh-, Schwarz- und Damwild. Weiter finden sich Niederwildarten wie Feldhase, Wildkaninchen und Fasan regelmäßig ein.

Das reichhaltige Alt- und Totholzdargebot begünstigt das Vorkommen von Höhlen- brütern wie dem seltenen Mittelspecht und anderen Spechtarten, der Hohltaube und ver- schiedenen Eulen. Die raue Borke alter Eichen, sich zersetzende tote Stämme, Kronen- äste und verwaiste Spechthöhlen beherbergen alle neun in Deutschland nachweisbaren Fledermausarten. Insgesamt konnten 156 Vogelarten registriert werden. Genannt seien exemplarisch Waldschnepfe, Waldbaumläufer, Neuntöter, Eisvogel, Nachtigall, Pirol und Trauerschnäpper. In Baumgipfeln horsten Rotmilan, Mäusebussard, Wespen- bussard, Habicht und Sperber. Rabenvögel wie die Saatkrähe, Rabenkrähe oder Eichel- häher und Elster gehen ebenfalls im Depot auf Nahrungssuche.

In den nass-feuchten Sumpfzonen und Moorbereichen, den zahlreichen Entwässerungs- gräben und Kleingewässern leben diverse Amphibien. Darunter zahlreiche Frösche wie der Grasfrosch, Laubfrosch und verschiedene Molcharten, z. B. der Kammmolch. An trockenen Standorten leben Reptilien wie die Blindschleiche, Waldeidechse, Ringel- natter oder die Kreuzotter. Ferner kommen Libellen und Schmetterlinge in mannig- facher Vielfalt vor. Die vom Aussterben bedrohte Kleinlibellenart Helm-Azurjungfer oder der farbenprächtige Kaisermantel-Schmetterling sind besonders hervorzuheben.

Die Abbildung 2 zeigt verschiedene bestandsgefährdete Arten, die im Nottebrock noch regelmäßig anzutreffen sind. In der Tabelle 2 ist eine Auswahl der örtlich vor- kommenden Tierarten mit ihren wissenschaftlichen Bezeichnungen aufgeführt.7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Besondere Tierarten: Wespenbussard, Mittelspecht, Kaisermantel, Helm- Azurjungfer (Fotos: Grömping, Leillinger, Szczepanski, Kiel; von links).

2 Standortbeschreibung

Tab. 2: Fauna im Depot Nottebrock – exemplarische Auswahl

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auch der Baumbestand im Depot Nottebrock entspricht weitgehend dem Typus des benachbarten Waldgebiets Davert. Naturnahe, bodenständige Laubwaldgesellschaften unterschiedlicher Altersklassen, je nach Standort mit einer opulenten Kraut- und Strauchschicht, prägen das Erscheinungsbild. Stieleichen und Rotbuchen dominieren. Daneben stocken Rosskastanien, Ulmen, Eschen, Weißdorn und Holunder. Vornehmlich an feuchteren Standorten wachsen Erlen, Espen, Sandbirken und Weiden. Darüber hinaus finden sich Waldkiefern, Lärchen und Fichten. Nadelgehölze sind ins- gesamt nur in geringer Anzahl vorhanden.

Unterhalb des dichten Kronendaches gedeihen niedrigwüchsige Krautschichten mit ge- nügsamen Arten wie Adlerfarn, Sauerklee, Zweiblättrige Schattenblume, Waldgeißblatt, Faulbaum, Dornfarn, Pfeifengras, Brombeere, Brennnessel sowie in nass-feuchten Zonen diverse Seggenarten. Die Abbildung 3 zeigt einen charakteristischen Ausschnitt des artenreichen Mischwalds im Depot sowie eine typische Freifläche. In der Tabelle 3 ist eine exemplarische Zusammenstellung der lokalen Pflanzenarten aufgeführt.8

Durch den Bau und Betrieb der Photovoltaikanlage im Depot Nottebrock ist eine nach- haltige Beeinträchtigung der lokalen Artenvielfalt, etwa infolge einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für bestimmte Tier- oder Pflanzenarten, nicht zu erwarten. Es muss zwar an den geplanten Anlagenstandorten die derzeit bestehende Vegetation ver- hältnismäßig kleinflächig beseitigt werden, aber gesetzlich geschützte seltene Pflanzen- arten sind auf den betroffenen Montageflächen indes nicht vorzufinden. Insgesamt ist davon auszugehen, dass auch langfristig keine negativen Veränderungen im gegebenen Naturhaushalt eintreten. Die Photovoltaik ist eine äußerst umweltverträgliche Methode der Energiegewinnung. Dies gilt insbesondere im Nottebrock, da hier zur Installation der Anlagenkomponenten keine unversiegelten Flächen (Wald, Grünland oder Acker- boden) in Anspruch genommen werden. Ferner arbeitet die Photovoltaikanlage völlig emissionsfrei.9

Dagegen ist damit zu rechnen, dass die Solarmodule regelmäßig durch Vogelkot und Laub der angrenzenden Waldbäume verunreinigt werden. Die damit entstehenden Verschattungen führen zu Ertragseinbußen. Mehr zu diesem Thema im Kapitel 3.4.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Vegetation und Landschaftsbild im Depot Nottebrock. Begrüntes Bunkerareal, artenreicher, lichter Mischwald, Freiflächen mit viel- fältiger Gras- und Krautvegetation und Seggenarten (unten).

Tab. 3: Pflanzenvorkommen im Depot Nottebrock – exemplarische Auswahl

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Gebäudebestand

Mit dem Bau des Munitionsdepots wurde bereits in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs 1944/45 begonnen. Die beanspruchte Bebauungsfläche war seinerzeit noch Reichseigentum. Sie wurde der damaligen britischen Besatzungsarmee unentgeltlich und auf unbestimmte Zeit überlassen. Der Großteil der heute noch vorhandenen Ge- bäude stammt aus dem Zeitraum 1954 bis 1985.10

Auf dem Areal existieren derzeit insgesamt 151 Gebäude. Je nach ursprünglichem Ver- wendungszweck variieren Bauform, Abmessungen, Nutzfläche, Raumvolumen, technische Ausstattung, räumliche Lage und die Beschaffenheit der Zuwegung. Zum Bestand zählen 38 Munitionsbunker, 49 Munitionslagerhäuser, 60 Nissenhütten sowie vier unterschiedliche Betriebsgebäude.11

Die Tabelle 4 zeigt eine Übersicht des Gebäudebestandes im Depot. In den an- schließenden Kapiteln werden die unterschiedlichen Gebäudetypen kurz beschrieben.

2 Standortbeschreibung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 4: Gebäudebestand Depot Nottebrock

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3.1 Lagerbunker

Auf dem Depotgelände existieren zwei von der Bauart ähnliche Bunkertypen, in denen die britischen Streitkräfte früher Panzer- und Artilleriemunition unterschiedlichen Kalibers gelagert haben. Es handelt sich um die in Deutschland vielfach errichteten Standardbaumuster der Typen B 205 und B 119.

Der Bunker B 205 ist ein eingeschossiger Lagerbunker in massiver Stahlbeton- Bauweise mit vier Lagerkammern, welche jeweils mit einem separaten Stahlschiebetor ausgestattet sind. Der Bodenbelag ist aus Gussbeton. Mehrere Stromanschlüsse sowie elektrische Beleuchtungseinrichtungen sind im Innenraum und außenseitig im Tor- bereich vorhanden. Die Belüftung erfolgt über regulierbare Öffnungen im Fußboden- und Deckenbereich. Die Wasserversorgung verläuft über Rohrleitungen, Hydranten und Zisternen. Die Zuwegung erfolgt über Asphaltwege und mit Betonsteinpflaster be- festigte Rangierflächen. Zur Tarnung sind die Bunker mit einem geschlossenen Gras- teppich bedeckt.

Die Abbildung 4 zeigt einen Bunker des Typs B 205 in der Frontansicht. Die Stahltore werden zur Seite aufgeschoben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Bunker Typ B 205 – Frontansicht

Die Bunker des Typs B 119 sind, was die Bauausführung, technische Ausstattung, Zuwegung und Rangierfläche anbelangt, identisch mit dem vorgenannten Typ B 205. Einziges Unterscheidungsmerkmal ist, dass dieses Baumuster nur über einen Lagerraum verfügt, im Gegensatz zum Typ 205 mit vier Bunkerkammern. Dementsprechend hat dieser Typ statt vier Schiebetoren auch nur ein Tor.

Auf der Abbildung 5 ist ein Bunker des Typs B 119 mit geöffnetem Schiebetor ab- gebildet. Die nachstehende Abbildung 6 zeigt die Typen 205 und 119 rückseitig. Erkennbar ist zudem die lineare Anordnung der Bauwerke auf dem Gelände. Eine Gesamtübersicht vermittelt der Lageplan des Depots in Anlage 3.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Bunker Typ B 119 – Frontansicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Bunkertypen B 119 (links, mittig) und B 205 (rechts) – Rückansicht

2.3.2 Lagerhäuser

Auf dem Gelände befinden sich ebenfalls militärbautechnisch standardisierte Lager- häuser der Typen 843, 571, 513, 109, 78/77 und 27, die sog. Nissenhütten. Diese Leichtbauwerke sind für ältere Liegenschaften der britischen Armee aus der Nach- kriegszeit kennzeichnend.

Nach Grundfläche und Raumvolumen sind die Lagerhäuser des Typs 843 die größten Gebäude des Depots. Es handelt sich um eingeschossige, freitragende Hallen aus Ziegelmauerwerk. Die Hallen sind innen nicht unterteilt, d. h., es existiert lediglich ein Lagerraum. Das zu beiden Seiten leicht abfallende Dach besteht aus Stahlbeton und einer zusätzlichen Bitumenbahnabdeckung. Der Bodenbelag ist aus Beton gefertigt. Beleuchtungseinrichtungen sind innen wie außen im Torbereich vorhanden. Des Weiteren verfügt dieses Baumuster über mehrere Belüftungsöffnungen im Fußboden und Deckenbereich, einen Strom- und Wasseranschluss sowie jeweils ein Stahlfalttor an den Kopfseiten. Zuwegung und Rangierflächen sind asphaltiert. Im Gegensatz zu allen anderen Gebäuden sind bei diesem Typ Schutzmauern zur Eindämmung von Spreng- stoffexplosionen im Torbereich errichtet worden. Auf der Abbildung 7 ist der Gebäude- typ 843 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Lagerhaus Typ 843 mit Schutzmauern im Torbereich.

Die Lagerhäuser der Typen 571, 513, 109, 78 und 77 sind – was ihre Bauweise, Material und technische Ausstattung betrifft – relativ gleichartig. Je nach Typ variieren hingegen Bauform, Raumvolumen und Nutzfläche. Die eingeschossigen, freitragenden Lagerhäuser wurden in Skelettbauweise aus Stahlbetonfertigteilen erstellt und zum Teil anschließend verputzt und mit einem Schutzanstrich versehen. Die Dächer bestehen ebenfalls aus Betonfertigteilen und einer zusätzlichen Abdeckung aus Bitumenbahnen. Alle Häuser verfügen jeweils nur über einen Lagerraum mit betoniertem Fußboden. Die Belüftung erfolgt über verschiedene Lüftungsöffnungen im Dachbereich. Stroman- schlüsse (230-Volt, teilweise auch 380-Volt) und Beleuchtungseinrichtungen sind innen wie außen vorhanden. Die Wasserversorgung der Gebäude verläuft über direkte Leitungsanschlüsse bzw. über die Entnahme an Hydranten und aus Zisternen, die sich an mehreren zentralen Stellen auf dem Areal befinden. Der Zugang erfolgt bei allen Gebäuden über einfache Stahltore, beim Typ 571 ist ein zusätzliches Stahlflügeltor vor- handen. Als Zuwegungen dienen ausschließlich Asphaltwege. Die Rangierflächen im Bereich der Tore sind in gleicher Weise mit einem Asphaltbelag befestigt. Eine Aus- nahme bilden hier die Lagerhäuser 78 und 77. Hier ist der Torbereich lediglich tief- gründig geschottert.

Aus Sicherheitsgründen wurden im direkten Umfeld der Lagerhäuser Erdwälle auf- geschüttet, die heute ähnlich wie bei den Bunkern, in vielfältiger Weise bewachsen sind. Die nachfolgenden Abbildungen 8 bis 12 zeigen die erwähnten Lagerhaustypen im gegenwärtigen baulichen Zustand.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Lagerhaus Typ 571

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Lagerhaus Typ 513

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Lagerhaus Typ 109

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11: Lagerhaus Typ 78 mit Schutzwällen im Seitenbereich (Typ 77 identisch).

Auf den Abbildungen 10 und 11 sind im Seitenbereich Detonationsschutzwälle erkenn- bar. Diese Erdwälle wurden jeweils in U-Form bis etwa zur Höhe des Dachfirstes um die Lagerhäuser aufgeschüttet, um im Falle von Sprengstoffexplosionen Munitions- splitter und Druckwellen abfangen zu können.

Der Typ 27 – Nissenhütte – besteht im Wesentlichen aus verzinkten Wellblech- elementen. Die Front- und Rückseiten wurden jeweils einreihig mit Klinker auf- gemauert. Die Hütten verfügen über eine Holztür, Belüftungsöffnungen und einen Bodenbelag aus verdichtetem Schotter. Beleuchtungseinrichtungen sowie Strom- und direkte Wasseranschlüsse sind nicht vorhanden. Alle Hütten sind über das Wegenetz des Depots zugänglich. Im Umfeld der Nissenhütten wurde der Boden mit Schotter be- festigt.

Eine Auswahl der baugleichen Hütten ist auf der Abbildung 12 dargestellt. Die Hütten stehen nicht einzeln verteilt auf dem Depotgelände, sondern zusammengefasst in 5er- Gruppen. Eine Übersicht dazu bietet der Lageplan in Anlage 3.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12: Lagerhäuser Typ 27 – Nissenhütte

2.3.3 Betriebsgebäude

Neben den genannten Lagergebäuden befinden sich noch weitere Gebäude auf dem Ge- lände des Depots. Sie dienten seinerzeit nicht zur Einlagerung von Munition, sondern hatten verschiedene funktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dem Betrieb des Depots inne. Es handelt es sich um eine Inspektionshalle, eine Garage, ein Wach- gebäude sowie die früheren Hundezwinger mit angeschlossenem Futterhaus.

Die Inspektionshalle und Garage sind eingeschossige, freitragende Bauwerke aus doppelwandigem Ziegelmauerwerk. Die Dächer bestehen aus Stahlbetonplatten, die zusätzlich mit Bitumenbahnen als Nässeschutz überdeckt wurden. Die Bodenplatten wurden aus Beton gegossen. Strom-, Wasserleitungsanschlüsse und Beleuchtungsein- richtungen sind innen wie außen vorhanden. Der Luftaustausch erfolgt jeweils über Be- lüftungsöffnungen im Fußboden und Deckenbereich. In der Inspektionshalle sind über- dies sanitäre Einrichtungen (Waschraum, Duschen, Toiletten) und eine Ölheizung mit Erdtank vorhanden. Die Garage verfügt über zwei, die Inspektionshalle über sechs Stahlfalttore und eine separate Stahltür. Erreichbar sind diese Betriebsgebäude über eine Asphaltzuwegung.

Die Abbildung 13 zeigt die Inspektionshalle, die Abbildung 14 die Garage der Wach- mannschaft. Da in der Inspektionshalle mit Munition hantiert wurde, sind auch hier Schutzwälle im Seitenbereich aufgeschüttet worden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 13: Inspektionshalle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 14: Garage im Zufahrtsbereich des Depots.

Das Wachgebäude befindet sich direkt am Haupttor des Depots. Es gliedert sich in zwei Bereiche. Im vorderen, parallel zum Tor gelegenen Teil sind das Wachbüro und die ehemalige Waffenkammer. Im hinteren Teil liegen die früheren Schlaf-, Verpflegungs- und Aufenthaltsräume der Soldaten.

Das eingeschossige Wachgebäude wurde aus doppelwandigem, verputztem Ziegel- mauerwerk errichtet, in das zu allen Seiten isolierte Kunststofffenster eingesetzt wurden. Ähnlich wie bei den Lagerhäusern besteht das Dach aus Betonfertigteilen mit einer aufgeklebten Bitumenbahnabdeckung als zusätzlichem Nässeschutz. Der Fuß- boden wurde aus Beton gegossen und anschließend mit einem PVC-Bodenbelag über- deckt. Im gesamten Gebäude finden sich an verschiedenen Stellen Beleuchtungsein- richtungen sowie Strom- und Wasseranschlüsse. Ebenfalls vorhanden ist ein Sanitär- bereich mit Waschraum, Dusche und WCs. Beheizt wurde das Haus mittels einer Öl- heizung. Der Zugang in das Wachgebäude erfolgt über zwei schusssichere Stahltüren. Die Zuwegung erfolgt über asphaltierte, teilweise gepflasterte Wege.

Das Wachgebäude ist auf der Abbildung 15 nur rückseitig zu sehen. Eine bessere Perspektive ist kaum möglich, da das Haus auf allen anderen Seiten von diversem Strauchwerk nahezu lückenlos bedeckt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 15: Wachgebäude

Die Hundezwinger bestehen aus einer einfachen Profilstahlkonstruktion mit Maschen- drahtgeflecht auf einem Betonfundament. Zur Dachabdeckung wurden verzinkte Stahl- platten verwendet. Zur Beleuchtung des Zwingerkomplexes dienen mehrere Leucht- stoffröhren.

Das eingeschossige Futterhaus ist aus doppelwandigem Ziegelmauerwerk mit Beton- fußboden erstellt worden. Es verfügt lediglich über einen Wirtschaftsraum mit Wasser- und Stromanschluss, Innen- und Außenbeleuchtung, ein nicht isoliertes Fenster zur Nordseite sowie zwei Stahltüren. Das mit Bitumenbahnen versehene Holzdach ruht auf einer Balkenkonstruktion. Alle Hundezwinger und das Futterhaus sind über ge- schotterte, streckenweise auch asphaltierte Wege erreichbar.

Auf der Abbildung 16 ist im linken Bereich das Futterhaus zu erkennen, rechts davon im Vordergrund stehen die Hundezwinger.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 16: Hundezwinger mit Futterhaus

2.4 Wegenetz und Rangierflächen

Im Depot Nottebrock ist ein weitverzweigtes, gut ausgebautes Wegenetz vorzufinden, das die ganzjährige, witterungsunabhängige Erreichbarkeit aller Gebäude mit Fahr- zeugen und diversen Maschinen und Geräten zulässt. Alle vorhandenen baulichen An- lagen sind an dieses Wegesystem angebunden. Es existieren ursprünglich für den militärischen Schwerlastverkehr ausgelegte, durchgehend asphaltierte Fahrstraßen unterschiedlicher Breite und Streckenführung sowie mit Schotter befestigte Fußwege. Im Umfeld der Gebäude befinden sich mit Betonsteinpflaster versehene, asphaltierte oder geschotterte Rangierflächen. Die Struktur und der Verlauf des Wegenetzes sowie die Lage und Größe der Rangierflächen innerhalb des Depots sind auf dem Lageplan in Anlage 3 ersichtlich.

2.5 Wasser- und Stromversorgung

Die Trinkwasserversorgung wird über ein flächendeckendes Rohrleitungssystem sicher- gestellt, das an das Versorgungsnetz der örtlichen Stadtwerke Münster angeschlossen ist. Teilweise verfügen die Gebäude über eigene Wasserleitungsanschlüsse. Im Übrigen kann Trinkwasser an Hydranten oder aus Wasserzisternen entnommen werden, die sich an verschiedenen Stellen auf dem Gelände befinden.

Auch die Versorgung mit elektrischem Strom erfolgt über das Leitungsnetz der Stadt- werke. Derzeit ist die Zuleitung bis auf Weiteres eingestellt.

2.6 Entwässerung

Das gesamte Depotgelände wird von einem dichten Netz aus Entwässerungsgräben in unterschiedlicher Profilierung, Breite und Tiefe durchzogen. In diese Gräben fließt Niederschlagswasser, das im Bereich der Gebäude-, Freiflächen- und Wege anfällt. Von dort wird das Wasser in mehrere Vorfluter geleitet, die schließlich außerhalb des Ge- ländes in den Emmerbach münden. Um die maschinelle Pflege zu vereinfachen, verläuft ein Großteil der Gräben in geringem Abstand parallel zu den Verkehrswegen.

Neben den zahlreichen Entwässerungsgräben existieren im Umfeld der ehemaligen Munitionsbunker Drainagensysteme. Das hier zusammengeführte Niederschlagswasser wird wiederum in die genannten Gräben eingeleitet.

Zur Sammlung von häuslichen Abwässern aus den Sanitärbereichen der Betriebs- gebäude befindet sich im Haupteingangsbereich des Depots eine zentrale Klärgrube.

2.7 Umzäunung

Das Depot Nottebrock wird vollständig von einem Maschendrahtzaun in Kombination mit einem Übersteigschutz aus Stacheldraht umschlossen. Das kunststoffummantelte Drahtgeflecht ist etwa 30 cm tief ins Erdreich eingelassen und mit zusätzlichen Boden- ankern gegen Anheben gesichert. Der Zaun wird von Beton- und Stahlpfosten gestützt. Zur Ausleuchtung des Zaunbereiches befinden sich am Zaun in regelmäßigen Ab- ständen separat schaltbare Scheinwerfer, die über eine oberirdisch verlaufende Leitung mit elektrischem Strom versorgt werden. In die Umzäunung wurden an insgesamt drei Stellen Stahlgittertore eingebaut. Zwei dieser Tore sind für die Durchfahrt mit ein- schlägigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen und Lkws geeignet, ein Tor ist lediglich für den Personenverkehr bestimmt. Alle Tore befinden sich in unmittelbarer Nähe des Wachgebäudes. An Stellen an denen Entwässerungsgräben die Umzäunung des Depots kreuzen, wurden verzinkte Stahlgitter in die Grabenprofile eingesetzt, um auf diese Weise auch hier den unerlaubten Zugang auf das Gelände zu unterbinden.

Auf der Abbildung 17 ist die Umzäunung mit der parallel verlaufenden Beleuchtungs- anlage zu sehen. Die Scheinwerfer, Schaltkästen und das Stromversorgungskabel sind an den Holzpfosten befestigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 17: Depotumzäunung mit Scheinwerferanlage – Maschendrahtgeflecht s. Detailfoto.

2.8 Altlasten

Das Depot Nottebrock wurde nach dessen Stilllegung auf eventuelle militärische Alt- lasten hin überprüft und im Anschluss für altlastenfrei erklärt. Zu berücksichtigen ist auch, dass vor Ort ausnahmslos Munition gelagert und nicht verschossen wurde.

Demnach besteht kein Risiko, im Laufe der Zeit doch noch auf Munitionsteile zu stoßen.12

Dagegen befindet sich auf dem Depotgelände eine nicht unbeträchtliche Menge an Alt- kabeln, Altmetall, Glasbruch, demolierten elektronischen Bauteilen, Kunststoffen und weiterem verschiedenartigen Abfall. Diese Materialien entstammen zum weitaus größten Teil dem örtlichen Vandalismus.

3 Anlagenplanung

3.1 Funktionsprinzip Photovoltaik

Bei der Photovoltaik wird Sonnenstrahlung, genauer ausgedrückt, die direkte und diffuse Strahlungsenergie des Sonnenlichtes, durch hochreine Siliziumsolarzellen in elektrischen Strom umgewandelt. Dies geschieht in einem direkten Prozess ohne weitere thermische oder chemische Zwischenschritte. Emissionen, gleich welcher Art, fallen bei dieser regenerativen Form der Energieerzeugung nicht an. Auch mechanische Vorgänge finden nicht statt, sodass bspw. auch keine produktionsbedingten Verschleiß- erscheinungen auftreten. Demnach geht man bei den nahezu wartungsfreien Photo- voltaikanlagen im Durchschnitt von einer Lebensdauer von etwa dreißig Jahren aus.

Die Solarzellen verfügen über eine negative und eine positive Schicht. Sobald Sonnen- licht auf die Solarzelle trifft, entsteht eine elektrische Spannung zwischen den beiden Schichten, fachsprachlich als innerer Fotoeffekt bezeichnet. An den Siliziumschichten sind Kontakte angebracht, über die dann Gleichstrom fließt.

Auf der Abbildung 18 ist die Funktionsweise der Stromerzeugung in einer Silizium- solarzelle schematisch dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 18: Stromerzeugung in einer Siliziumsolarzelle – Funktionsschema (Foto: Sharp).

[...]


1 Siehe dazu www.bundesliegenschaften.de und www.bundesforst.de.

2 Vgl. Blumberger (2008), S. 1ff.

3 Die Abbildungen auf der Titelseite versinnbildlichen zentrale Themen der Arbeit – das Bunkerareal als vorgesehener Anlagenstandort; die Schafherde vor den Solarmodulen steht für die Aspekte Umweltfreundlichkeit und spezielle Landschaftspflege; der Stromleitungsmast symbolisiert die Ein- speisung des erzeugten Solarstroms in das öffentliche Versorgungsnetz. Fotos: (1) eigene Aufnahme, (2) Langrock, (3) Verbund Wien.

4 Siehe dazu www.bfgnet.de.

5 Vgl. Blumberger (2008), S. 7ff.

6 Vgl. Sabelus (1993), S. 1ff.; Landesvermessungsamt NRW (2003) Blatt 4111; BfLR (1960), S. 13f

7 Vgl. Beulting (2002), Internet; Infosystem Natura 2000 (2006), Internet; Jurisch (2006), Internet

8 Vgl. Beulting (2002), Internet

9 Vgl. Schulhof (2008), mündl.; Sander (2008), mündl.; MHH (2008 a), S. 4

10 Vgl. Sabelus (1993), S. 1ff.

11 Der Kanadier Peter Norman Nissen entwickelte 1916 im Auftrag der britischen Regierung die nach ihm benannte Behelfsunterkunft für Soldaten. Vorgabe war, dass die Hütten von maximal vier Männern in höchstens vier Stunden aus Fertigbauteilen zu errichten waren. Die Nissenhütten wurden auch zur Lagerung von diversen Materialien errichtet. Vgl. Epoche 3 (2008), Internet

12 Vgl. Sabelus (1993), S. 3

Ende der Leseprobe aus 142 Seiten

Details

Titel
Planung einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage im früheren Munitionsdepot Nottebrock
Hochschule
Hochschule Anhalt - Standort Bernburg
Veranstaltung
Bauwesen
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
142
Katalognummer
V121035
ISBN (eBook)
9783640254446
Dateigröße
11929 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
45 Abbildungen, Zeichnungen, Pläne, Luftaufnahmen, 21 Tabellen, umfangreiches Literaturverzeichnis, Glossar und Bezugsquellenverzeichnis
Schlagworte
Planung, Photovoltaikanlage, Munitionsdepot, Nottebrock, Bauwesen
Arbeit zitieren
Burkhard Blumberger (Autor), 2008, Planung einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage im früheren Munitionsdepot Nottebrock, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121035

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