Ein erster Einblick in die Betriebsaufspaltung und ihre steuerlichen Auswirkungen. Sowohl in der hiesigen Rechtsprechung, als auch in der Literatur ist die Bezeichnung der Betriebsaufspaltung als Rechtsinstitut geläufig. Jedoch ist diese Bezeichnung im Zusammenhang mit dem fehlenden Bezug zu gesetzlichen Grundlagen als unklar einzustufen. Man geht bei der Definition der Betriebsaufspaltung von der Darstellung eines wirtschaftlichen Sachverhaltes aus, der im Rahmen der Rechtsprechung der letzten Jahrzehnte sowohl durch den Reichsfinanzhof (RFH) als auch später durch den Bundesfinanzhof (BFH) geprägt wurde. Trotz der Rechtsunsicherheiten, die eine Betriebsaufspaltung mit sich bringt, ist sie ein in der Wirtschaft häufig eingesetztes steuerliches Gestaltungsmittel.
Ziel der Arbeit ist es, die Grundlagen der Betriebsaufspaltung vorzustellen und die steuerrechtlichen Konsequenzen aus der Nutzung dieser Rechtsform aufzuzeigen.
Das zweite Kapitel behandelt die grundsätzliche Thematik der Betriebsaufspaltung mit seiner eigentlichen Definition und den möglichen Erscheinungsformen. Im dritten Kapitel werden die Voraussetzungen, insbesondere die der personellen und sachlichen Verflechtung, beschrieben. Das vierte Kapitel befasst sich mit dem Umfang des Gewebebetriebes, wobei besonderes Augenmerk auf das Besitzunternehmen gelegt wird. Das fünfte Kapitel stellt die laufende Besteuerung heraus. Die Schwerpunkte dieses Kapitels liegen in der Gewinnermittlung und Überlegungen zu Organschaften. Zusätzlich werden die Folgen aus der Beendigung der Betriebsaufspaltung aufge-zeigt und die Behandlung der Betriebsaufspaltung innerhalb anderer Steuerarten kurz dargestellt. Ein Schlusswort schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundzüge der Betriebsaufspaltung
2.1 Definition
2.2 Beweggründe
2.3 Erscheinungsformen
2.3.1 Echte Betriebsaufspaltung
2.3.2 Unechte Betriebsaufspaltung
2.3.3 Umgekehrte Betriebsaufspaltung
2.3.4 Kapitalistische Betriebsaufspaltung
2.3.5 Mitunternehmerische Betriebsaufspaltung
3 Voraussetzungen der Betriebsaufspaltung
3.1 Sachliche Verflechtung
3.1.1 Wirtschaftsgüter als wesentliche Betriebsgrundlagen
3.1.1.1 Bewegliche Wirtschaftsgüter
3.1.1.2 Immaterielle Wirtschaftsgüter
3.1.1.3 Unbewegliche Wirtschaftsgüter
3.1.1.3.1 Unbebaute Grundstücke
3.1.1.3.2 Bebaute Grundstücke
3.1.1.3.3 Fabrikgrundstücke
3.1.1.3.4 Laden- und Verkaufsräume
3.1.1.3.5 Büro- und Verwaltungsgebäude
3.1.1.3.6 Büro / Arbeitszimmer im Einfamilienhaus
3.1.1.3.7 Erbbaurecht
3.2 Personelle Verflechtung
3.2.1 Einheitlicher geschäftlicher Betätigungswille
3.2.2 Beherrschungsidentität
3.2.3 Besonderheiten bei Familien und Ehegatten
3.2.3.1 Zusammenrechnung von Ehegattenanteilen
3.2.3.2 Wiesbadener Modell
3.2.3.3 Behandlung der Anteile von Kindern
3.2.4 Faktische Beherrschung
4 Umfang des Gewerbebetriebes
4.1 Die gewerbliche Tätigkeit des Besitzunternehmens
4.1.1 Umfang des Betriebsvermögens des Besitzunternehmens
4.1.2 Sonderbetriebsvermögen
5 Laufende Besteuerung
5.1 Gewinnermittlung
5.1.1 Korrespondierende Bilanzierung
5.2 Besteuerung des Besitzunternehmens
5.2.1 Miet- und Pachteinnahmen
5.2.2 Darlehenszinsen
5.2.3 Gewinnausschüttungen
5.2.4 Gehalt
5.2.5 § 7g des EStG
5.2.6 Gebäudeabschreibungen
5.2.7 Anwendung des § 3c Absatz 2 EStG
5.3 Besteuerung des Betriebsunternehmens
5.4 Organschaft
5.4.1 Umsatzsteuerliche Organschaft
5.4.2 Gewerbesteuerliche Organschaft
5.4.3 Körperschaftsteuerliche Organschaft
5.5 Beendigung der Betriebsaufspaltung
5.5.1 Wegfall der sachlichen Verflechtung
5.5.2 Wegfall der personellen Verflechtung
5.5.3 Gewinnrealisierung bei der Beendigung der Betriebsaufspaltung
5.6 Körperschaftsteuer
5.7 Gewerbesteuer
5.8 Internationales Steuerrecht
6 Schlusswort
Zielsetzung und Themenbereiche
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Rechtsinstitut der Betriebsaufspaltung umfassend zu erläutern und die daraus resultierenden steuerrechtlichen Konsequenzen für die beteiligten Unternehmen aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere untersucht, unter welchen Voraussetzungen eine solche steuerliche Gestaltung vorliegt und wie sich die laufende Besteuerung sowie eine mögliche Beendigung der Betriebsaufspaltung auswirken.
- Grundlagen und Erscheinungsformen der Betriebsaufspaltung
- Analyse der sachlichen und personellen Verflechtung
- Steuerliche Behandlung von Besitz- und Betriebsunternehmen
- Besonderheiten bei Familienunternehmen und Ehegatten
- Umgang mit Organschaften und Beendigungstatbeständen
Auszug aus dem Buch
3.1.1.2 Immaterielle Wirtschaftsgüter
Neben Erfindungen und Patenten können auch der Firmenname, Nutzungsrechte an ungeschützten Erfindungen, Know-how, Warenzeichen oder Werberechte als wesentliche Betriebsgrundlagen fungieren. Dabei ist die Bedeutung des immateriellen Wirtschaftsgutes im Betriebsablauf entscheidend. Bei einem Umsatzanteil, der zu mindestens 25% auf die Nutzung der immateriellen Wirtschaftsgüter in der Betriebsgesellschaft beruht, stellen diese eine wesentliche Betriebsgrundlage dar. Verfahren, die nicht patentfähig und dementsprechend jederzeit durch Verträge mit Dritten genutzt werden können, können nicht als wesentliche Betriebsgrundlage angesehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das unklare Rechtsinstitut der Betriebsaufspaltung ein und skizziert den Aufbau sowie das Ziel der Arbeit, die steuerrechtlichen Konsequenzen dieser Gestaltung aufzuzeigen.
2 Grundzüge der Betriebsaufspaltung: Dieses Kapitel definiert die Betriebsaufspaltung, erläutert die Beweggründe für ihre Nutzung und stellt die verschiedenen Erscheinungsformen, wie die echte oder unechte Betriebsaufspaltung, vor.
3 Voraussetzungen der Betriebsaufspaltung: Der Hauptteil analysiert die zwei zentralen Voraussetzungen: die sachliche Verflechtung durch Überlassung wesentlicher Betriebsgrundlagen und die personelle Verflechtung durch einen einheitlichen geschäftlichen Betätigungswillen.
4 Umfang des Gewerbebetriebes: Hier wird die steuerliche Einordnung des Besitzunternehmens als eigenständiger Gewerbebetrieb behandelt, inklusive der Abgrenzung von notwendigem Betriebsvermögen und Sonderbetriebsvermögen.
5 Laufende Besteuerung: Dieses umfangreiche Kapitel befasst sich mit der Gewinnermittlung, der Besteuerung der beteiligten Unternehmen, der Problematik von Organschaften und den steuerlichen Folgen bei der Beendigung der Betriebsaufspaltung.
6 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Vielfältigkeit der Betriebsaufspaltung und weist auf den noch bestehenden Klärungsbedarf in der Rechtsprechung hin.
Schlüsselwörter
Betriebsaufspaltung, Steuerrecht, Besitzunternehmen, Betriebsunternehmen, sachliche Verflechtung, personelle Verflechtung, Gewerbesteuer, Einkommensteuer, Betriebsvermögen, Sonderbetriebsvermögen, Organschaft, Betriebsaufgabe, Gewinnrealisierung, Personengruppentheorie, Bilanzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Rechtsinstitut der Betriebsaufspaltung im deutschen Steuerrecht, insbesondere die steuerrechtliche Qualifikation und Behandlung der Aufteilung eines Unternehmens in ein Besitz- und ein Betriebsunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Voraussetzungen der sachlichen und personellen Verflechtung, die laufende steuerliche Gewinnermittlung sowie die Auswirkungen bei Beendigung dieser Konstellation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die steuerlichen Konsequenzen zu geben, die sich aus der Gestaltung einer Betriebsaufspaltung für die Unternehmer und die Finanzverwaltung ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der aktuellen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sowie relevanter steuerrechtlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Tatbestandsmerkmale der sachlichen und personellen Verflechtung, ordnet das Besitzunternehmen gewerbesteuerlich ein und erläutert die steuerliche Behandlung der laufenden Einkünfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Betriebsaufspaltung, Verflechtung, Besitzunternehmen, Gewerbesteuer und Personengesellschaftsbesteuerung.
Welche Bedeutung hat das Wiesbadener Modell?
Das Wiesbadener Modell beschreibt eine spezielle Konstellation bei Ehegatten, bei der aufgrund mangelnder personeller Verflechtung im Regelfall keine Betriebsaufspaltung vorliegt.
Warum spielt die Personengruppentheorie eine Rolle?
Sie dient dazu, bei mehreren beteiligten Personen zu prüfen, ob diese durch gleichgerichtete Interessen als eine Einheit agieren, um somit die personelle Verflechtung zu begründen.
Was passiert bei Wegfall der sachlichen Verflechtung?
Der Wegfall führt in der Regel zur Annahme einer Betriebsaufgabe des Besitzunternehmens, was eine Aufdeckung der stillen Reserven zur Folge haben kann.
- Quote paper
- Jennifer Piaseczny (Author), 2008, Das Rechtsinstitut der Betriebsaufspaltung im Steuerrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121042