In der vorliegenden Arbeit werden zwei Filme vergleichend dargestellt, die beide die
Schule und das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern zum Inhalt haben: „Die
Feuerzangenbowle“ von 1944 und „Der Pauker“ von 1958. In beiden Filmen spielt der
bekannte deutsche Schauspieler Heinz Rühmann die Hauptrolle – als
verkleideter Schüler Hans Pfeiffer und als Lehrer Dr. Seidel.
Zunächst werden die Filme jeweils inhaltlich zusammengefasst und danach einige
allgemeine Informationen zum Film gegeben. Ein Kapitel zum Bild des Lehrers soll die
Darstellung des Lehrers im jeweiligen Film genauer beleuchten. Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse zu beiden Filmen zeitkritisch verglichen und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Feuerzangenbowle
2.1 Zusammenfassung des Inhalts
2.2 Allgemeines zum Film
2.3 Das Bild des Lehrers
3. Der Pauker
3.1 Zusammenfassung des Inhalts
3.2 Allgemeines zum Film
3.3 Das Bild des Lehrers
4. Vergleichendes Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Darstellung von Lehrern in den Filmen „Die Feuerzangenbowle“ und „Der Pauker“ durch einen direkten Vergleich zu analysieren und kritisch einzuordnen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit diese Werke das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern sowie gesellschaftliche Erziehungsideale abbilden und ob sie eine kritische Auseinandersetzung mit autoritären Strukturen ermöglichen.
- Vergleichende Analyse der Lehrerfiguren in den Filmen von 1944 und 1958.
- Untersuchung der filmischen Erzählperspektiven und der Rolle des Schauspielers Heinz Rühmann.
- Einordnung in den jeweiligen zeithistorischen Kontext (Nationalsozialismus und Nachkriegszeit).
- Kritische Reflexion der pädagogischen Konzepte und des Themas Gehorsam.
- Anwendung filmtheoretischer Thesen zur Darstellung von Schule im Kino.
Auszug aus dem Buch
Das Bild des Lehrers im Film „Die Feuerzangenbowle“
Im Film kommen verschiedene Lehrerfiguren vor, von denen ich drei hier näher vorstellen möchte.
Da ist zunächst Professor Crey, der ‚Schnauz’ genannt wird, weil er einen Schnurrbart trägt und zudem eine merkwürdige Aussprache hat – die übrigens auch in Spoerls Roman lautmalerisch wiedergegeben wird („Sätzen Sä sech“ steht für „Setzen Sie sich“ usw.). Crey hat seine eigenen Ansichten über gelungene Pädagogik und „stränge Scholzocht“ und prahlt bei jeder Gelegenheit mit dem Buch, das er über „Die Gerechtigkeit des Lehrers unter Berücksichtigung der höheren Lehranstalten“ geschrieben hat. Seinen Kollegen gegenüber plädiert er für einen praxisnahen und anschaulichen Unterricht. Seine Schüler nehmen ihn jedoch keinesfalls ernst. Sie beschießen ihn mit Papierkugeln und bewirken damit den Ausfall einer Geschichtsstunde, da Professor Crey eine volle Stunde lang versucht, den „Öbeltäter“ zu ermitteln. Als Crey selbstgemachten Heidelbeerwein mit in die Schule bringt, um das Prinzip der alkoholischen Gärung zu veranschaulichen, nutzen die Schüler dies sofort aus. Jeder darf einen „wänzigen Schlock“ von dem Wein probieren, was die Schüler dazu veranlaßt, einen kollektiven Alkoholrausch vorzuspielen. Professor Crey fällt auf jeden Streich herein und ist somit das beliebteste Ziel der Angriffe.
Der Physiklehrer, genannt Bömmel, zeichnet sich dadurch aus, dass er zu Beginn jeder Stunde seine Schuhe auszieht – was die Schüler auf die Idee bringt, einen seiner Schuhe zu entwenden und im Kreidekasten zu verstecken. Bömmels Taktik besteht darin, sich bei seinen Schülern anzubiedern. Um seinen Schuh wiederzubekommen, verspricht er ihnen, sie nicht zu bestrafen und auch keine Hausaufgaben aufzugeben. Das Thema einer geplanten Klassenarbeit ändert er auf Wunsch der Schüler ab. Im Kollegium spricht er sich für einen freundschaftlichen Umgang mit den Schülern aus und nimmt dafür resignierend in Kauf, von der Klasse nicht respektiert zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in den Vergleich der beiden Filme mit Heinz Rühmann ein und umreißt die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2. Die Feuerzangenbowle: Das Kapitel bietet eine inhaltliche Zusammenfassung, erläutert die Entstehungsgeschichte des Films unter dem Nationalsozialismus und analysiert die Darstellung des Lehrkörpers als idealisierte Kulisse.
3. Der Pauker: Nach einer Inhaltsangabe wird der Film vor dem Hintergrund der 1950er Jahre und der ‚Halbstarken’-Problematik beleuchtet, wobei die Wandlung des Lehrers Dr. Seidel im Fokus steht.
4. Vergleichendes Fazit: Die Kapitelinhalte werden synthetisiert und kritisch gewertet, wobei beide Filme als Instrumente zur Verharmlosung von Unterwerfungsprozessen identifiziert werden.
Schlüsselwörter
Heinz Rühmann, Die Feuerzangenbowle, Der Pauker, Lehrerbild, Schule, Erziehung, Autorität, Drill, Pädagogik, Schülertheater, filmische Repräsentation, Nachkriegszeit, Nationalsozialismus, Unterwerfung, Halbstarke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht vergleichend die Darstellung von Lehrern in den Filmen „Die Feuerzangenbowle“ (1944) und „Der Pauker“ (1958), in denen Heinz Rühmann jeweils die Hauptrolle spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern, das Bild des „Paukers“ als Pädagogen und die Frage, wie gesellschaftliche Normen und Autoritätsstrukturen in diesen Filmen inszeniert werden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ergründen, ob diese Filme eine kritische Auseinandersetzung mit schulischen Machtstrukturen zulassen oder ob sie diese eher verharmlosen und idealisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Filmanalyse, unter Einbeziehung des historischen Kontexts und existierender filmwissenschaftlicher Thesen zur Darstellung von Schule im Kino.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse beider Filme, wobei jeweils eine Inhaltsangabe, allgemeine Informationen zum Werk und eine detaillierte Untersuchung der Lehrerfiguren vorgenommen wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Schule, Erziehung, Autorität, Heinz Rühmann und der zeithistorische Kontext der Entstehungszeit der Filme.
Welche Rolle spielt Heinz Rühmann für den Vergleich?
Rühmann fungiert als Bindeglied, da er in beiden Filmen zentrale Rollen besetzt – einmal als Schüler, einmal als Lehrer –, was unterschiedliche Erzählperspektiven und Machtkonstellationen innerhalb des Schulsystems ermöglicht.
Wie unterscheidet sich die Darstellung der Lehrerschaft in den beiden Filmen?
Während „Die Feuerzangenbowle“ die Lehrerwelt primär aus der (verklärten) Schülersicht als komische Sonderlinge porträtiert, zeigt „Der Pauker“ die Wandlung einer Lehrkraft, die vom autoritären Drill zum modernen Projektlehrer wird.
Kommen die Filme zu einer kritischen Schlussfolgerung bezüglich des Schulsystems?
Die Autorin kommt zum Schluss, dass beide Filme keine echte Kritik üben, sondern gesellschaftliche Probleme personalisieren und das System Schule als harmonisch oder durch das „Wunder“ eines einzelnen Lehrers heilbar darstellen.
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- Pamela Bastuck (Author), 2007, Pauker und Pennäler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121112