Der Name "Quäker" stammt aus dem englischen to quake: beben, zittern, spöttisch gemeint „die sich Schüttelnden". Die Anhänger dieser Religionsgemeinschaft, die sich anfangs selbst noch „Kinder des Lichtes“, oder „ Freunde der Wahrheit“ nannten, verfielen in ihren Andachten teilweise in eine Art Ekstase, in der sie unter Beben und Zittern ihre Visionen kundtaten. Daher wurden sie als „quaker“ verspottet.
Gliederung
1. Definition und Bedeutung des Namens „Quäker“
2. Ursprung der Quäker
2.1. Mittelalterliche Mystik
2.2. Der linke Flügel der Reformation
2.3. Das geschichtliche Umfeld in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
2.4. George Fox (1624-1691)
2.4.1. Suche nach der lebendigen Religion
2.4.2. Begründen der Gemeinschaft
3. Maßgebliche Personen im Quäkertum
3.1. William Penn
3.2. Robert Barcley
3.3. Elisabeth Fry
4. Das Selbstbild der Quäker
4.1. Das Gottesverständnis
4.2. Heilige Schrift und „Inneres Licht“
4.3. Religion und Dogma
5. Die Lebensführung der Quäker
5.1. Pazifismus
5.2. Sozialpolitisches Engagement
6. Gottesdienstformen
7. Die Organisation der Quäker
8. Zusammenarbeit im ökumenischen Sinne
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine fundierte Einführung in das Quäkertum, indem sie dessen historische Entstehung, theologisches Selbstverständnis und ethische Praxis beleuchtet. Ziel ist es, die Entwicklung der "Religiösen Gesellschaft der Freunde" aus dem 17. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit darzustellen und aufzuzeigen, wie das Prinzip des "Inneren Lichts" das Leben und soziale Engagement der Anhänger bestimmt.
- Historische Wurzeln in der mystischen Tradition und Reformation
- Die Bedeutung von George Fox für die Gründung der Bewegung
- Theologische Kernkonzepte wie das „Innere Licht“ und der Pazifismus
- Sozialpolitisches Wirken und historische Friedensarbeit
- Gottesdienstpraxis und Organisationsstruktur
Auszug aus dem Buch
2.4. George Fox (1624-1691)
George Fox wurde 1624 als Sohn eines Seidenwebers in London geboren und lernte den Beruf des Schuhmachers. Im Alter von 19 Jahren nahm er von Eltern und Beruf Abschied, um sich in Einsamkeit, Meditation und vielen Gesprächen mit den Theologen der damaligen Kirchen und Sondergemeinschaften seine Fragen nach der „lebendigen Religion“ zu klären.
Während seiner Kindheit und Jugend hatte er die Heilige Schrift gelesen und versuchte zu verstehen, welche Bedeutung die Lehren für sein Leben und Handeln haben könnten. Er fand keine zufriedenstellenden Antworten und schrieb damals in sein Tagebuch:
„Als all meine Hoffnungen auf sie (Heilige Schrift/Kirchen) dahin waren, und ich nichts Sichtbares mehr hatte, das mir helfen könnte, noch etwas zu sagen oder zu tun, da hörte ich eine Stimme, welche sagte: Es gibt einen, nämlich Christum Jesum, der zu deiner Gemütsverfassung spricht.“
Durch dieses Erlebnis wurde ihm die Gewissheit zuteil, dass Jesus Christus für jeden Menschen erlebbar werden kann durch das jedem innewohnende Licht. Dieses Licht sei die Stimme Gottes zur Wahrheit, Wiedergeburt und Heil. George Fox erkannte, dass der Mensch als Erleuchteter weder Kirche noch Priester noch heilige Handlungen oder Dogmen braucht und alle Menschen kraft des ihnen innewohnenden Lichtes gleich sein müssten. Es stehe jedem zur Wahl, dieses Licht zu erkennen und wirken zu lassen zur Gestaltung seines äußeren Lebens.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition und Bedeutung des Namens „Quäker“: Erläutert die Herkunft des abwertend gemeinten Namens „Quäker“ aus dem englischen „to quake“ (beben, zittern) und die ursprüngliche Selbstbezeichnung als „Kinder des Lichtes“.
2. Ursprung der Quäker: Zeichnet die Entstehung der Bewegung um 1650 in England nach, eingebettet in die sozio-politischen Umbrüche und den Einfluss mystischer Strömungen.
3. Maßgebliche Personen im Quäkertum: Porträtiert einflussreiche Persönlichkeiten wie William Penn, Robert Barcley und Elisabeth Fry und ihren Beitrag zur Entwicklung der Bewegung.
4. Das Selbstbild der Quäker: Analysiert den Fokus auf die individuelle religiöse Erfahrung, das Gottesverständnis und die zentrale Rolle des „Inneren Lichts“ gegenüber starren Dogmen.
5. Die Lebensführung der Quäker: Beschreibt die praktische Umsetzung des Glaubens durch Pazifismus, Gewaltfreiheit und ein starkes soziales Engagement für gesellschaftliche Reformen.
6. Gottesdienstformen: Beschreibt die „stille Andacht“ als Zentrum des Gemeindelebens, in der auf das Wirken des Geistes gewartet wird, statt auf strukturierte kultische Handlungen.
7. Die Organisation der Quäker: Erklärt den demokratischen Aufbau der Gemeinschaft, der auf Konsensentscheidungen basiert, sowie die Struktur von Andachtskreisen bis zur Jahresversammlung.
8. Zusammenarbeit im ökumenischen Sinne: Beleuchtet das Verhältnis der Quäker zum Ökumenischen Rat der Kirchen und ihre Rolle im interkonfessionellen Dialog.
Schlüsselwörter
Quäker, Religiöse Gesellschaft der Freunde, George Fox, Inneres Licht, Pazifismus, Stille Andacht, William Penn, Elisabeth Fry, Mystik, Religionsgeschichte, Christentum, Konsensentscheidung, Sozialengagement, Gewissensfreiheit, Gottesdienst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit bietet eine strukturierte Einführung in die Geschichte, Theologie und Praxis der Quäker (Religiöse Gesellschaft der Freunde).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die historischen Anfänge, die Bedeutung des Inneren Lichts, pazifistische Lebensführung, soziales Engagement und die organisationsspezifischen Abläufe.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Vermittlung eines fundierten Überblicks über die Entstehung und den Glauben der Quäker, insbesondere wie sie ihre spirituellen Überzeugungen in die Welt und gesellschaftliches Handeln tragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive religionswissenschaftliche und historische Analyse, die durch Fachliteratur und historische Quellentexte gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ursprünge, die Analyse der zentralen Persönlichkeiten, des Selbstbildes, der Friedensarbeit sowie der Organisations- und Gottesdienstformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Quäkertum, Inneres Licht, Pazifismus, mystische Tradition und soziale Verantwortung geprägt.
Wie gehen Quäker mit Hierarchien um?
Quäker lehnen jegliche Form von Hierarchie ab, da sie diese als eine Form von Gewalt betrachten, und streben in allen Verwaltungs- und Entscheidungsfragen einen Konsens an.
Was ist die „stille Andacht“?
Dies ist die primäre Gottesdienstform der Quäker, in der die Gemeinde in der Erwartung zusammenkommt, dass sich der in jedem Menschen anwesende Geist Gottes ohne festen Ablauf offenbart.
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- Stephan Hagemann (Author), 2003, Ursprung und Gottesverständnis der Glaubensgemeinschaft "Quäker", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121137