Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Reformen des chinesischen
Systems in den ersten zehn Jahren nach Deng Xiaopings Machtantritt im Jahr 1979.
Im ersten Abschnitt dieser Arbeit wird, in aller Kürze, die Entwicklung der
Volksrepublik China in der Epoche der Herrschaft Maos dargestellt werden. Im
zweiten Teil soll dann auf das Ringen um dessen Nachfolge eingegangen werden.
Danach wird sich diese Arbeit mit den Phasen der Reform- und Öffnungspolitik bis
zum Juni 1989, vor allem im wirtschaftlichen Bereich beschäftigen. Der Vierte Teil dieser Arbeit wird sich dann mit der Frage auseinandersetzen, ob und in welcher Form es im Zuge der Umstrukturierung der chinesischen Wirtschaft zu politisch erforderlichen Reformen kam. Abschließend soll ein kurzes Fazit der ersten 10 Jahre unter Deng Xiaoping, sowie ein Ausblick auf die weitere Entwicklung der Volksrepublik China gegeben werden. Ziel ist es aufzuzeigen, in wie weit man bereits nach dieser ersten Periode vom „Sozialismus chinesischer Prägung“ sprechen kann.
Auf Grund der gegebenen Kürze dieser Arbeit wird eine Vielzahl von Themen
unbehandelt bleiben müssen. Das Hauptaugenmerk wird sich auf die wirtschaftliche
Entwicklung sowie die daraus resultierenden politischen Maßnahmen beschränken.
Die Reformen im militärischen Bereich, Veränderungen im sozialen Leben des
chinesischen Volkes, sowie außenpolitische Veränderungen und die aufkeimende
Demokratiebewegung werden in dieser Arbeit außer Acht gelassen oder nur
Ansatzweise dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die VR China bis zum Machtantritt Deng Xiaopings
1.1. China unter Mao – vom „Großen Sprung“ bis zur „Kulturrevolution“
1.2. Der Kampf um Mao’s Nachfolge – Dengs Weg an die Macht
2. Die Reform- und Öffnungspolitik
2.1. Einleitung und erste Phase (1979 – 1984)
2.2. Die Reform und Öffnungspolitik nach 1984
2.3. Die politischen Reformen in den 80er Jahren
Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert die grundlegenden wirtschaftlichen Reformprozesse und deren politisches Umfeld in der Volksrepublik China während der ersten Dekade nach Deng Xiaopings Machtantritt 1979, mit dem Ziel zu untersuchen, inwieweit das Konzept des „Sozialismus chinesischer Prägung“ in dieser Phase bereits Gestalt annahm.
- Entwicklung Chinas unter Mao Zedong und der Übergang zur Reformära
- Der Machtaufstieg von Deng Xiaoping und die Abkehr vom orthodoxen Maoismus
- Phasen der wirtschaftlichen Öffnung und Teilprivatisierung
- Verhältnis zwischen wirtschaftlicher Liberalisierung und dem Führungsanspruch der Kommunistischen Partei
Auszug aus dem Buch
2.1. Einleitung und erste Phase (1979 – 1984)
Nachdem Deng Xiaoping sich gegen Hua Guofeng im Kampf um Maos Nachfolge im Jahr 1978 durchsetzen und seine Macht festigen konnte, begann er sofort den Reformprozess in Gang zu setzen. Von Beginn an stand die Reform unter der Parole der „Vier Modernisierungen“, die schon 1964 erstmals verkündet worden waren. Das Ziel der neuen chinesischen Politik war also die Modernisierung der Landwirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Technologie sowie die Modernisierung des Militärs. Die Methoden und Wege zur Erreichung der Ziele der Reformen Dengs, waren der Pragmatismus, der Gradualismus, die Dezentralisierung und die Öffnung zum Ausland.
Der Pragmatismus Dengs lässt sich am ehesten an seinem bereits in den sechziger Jahren gemachten Ausspruch erkennen: „Es kommt nicht darauf an ob eine Katze weiß oder schwarz ist, solange sie Mäuse fängt, ist sie eine gute Katze.“ Dies zeigt wie wichtig Deng das Ziel als solches war und das er mit seiner Reform bereit war mit ideologischen Werten zu brechen.
Unter Gradualismus ist die schrittweise Ergänzung der Planwirtschaft mit marktwirtschaftlichen Elementen zu verstehen. Jedoch kam es nie zu Äußerungen oder Vorstellungen zum Aufbau einer reinen Marktwirtschaft. Dengs Reformen nahmen oft Bezug auf Ideen der früheren Reformperioden und hatten stets das Ziel der Beschleunigung des Wirtschaftswachstums.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Umreißt den historischen Kontext Chinas seit 1949 und führt in Deng Xiaopings pragmatischen Reformkurs ein, der den "Sozialismus chinesischer Prägung" begründete.
1. Die VR China bis zum Machtantritt Deng Xiaopings: Analysiert die Mao-Ära, die negativen Folgen der Massenkampagnen sowie den darauffolgenden Machtkampf nach Maos Tod.
2. Die Reform- und Öffnungspolitik: Detaillierte Darstellung der wirtschaftlichen Transformation in zwei Phasen sowie der damit verbundenen, strikt kontrollierten politischen Reformen.
Fazit und Ausblick: Bewertet den Erfolg der Reformen der 80er Jahre als Fundament für Chinas Aufstieg zur Weltmacht und diskutiert die anhaltende Macht der Kommunistischen Partei.
Schlüsselwörter
Deng Xiaoping, Volksrepublik China, Reform- und Öffnungspolitik, Sozialismus chinesischer Prägung, Marktwirtschaft, Kommunistische Partei Chinas, Modernisierung, Agrarreform, Sonderwirtschaftszonen, Pragmatismus, Transformation, Planwirtschaft, Wirtschaftswachstum, Kaderpolitik, Politische Reformen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche und politische Entwicklung Chinas in den ersten zehn Jahren der Ära Deng Xiaoping, beginnend mit dem Jahr 1979.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Abkehr vom maoistischen Dogmatismus, die Einführung marktwirtschaftlicher Elemente, die Öffnung nach außen sowie der strikte Erhalt des Führungsanspruchs der Kommunistischen Partei.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Reformen dieser Ära das Konzept des „Sozialismus chinesischer Prägung“ formten und ob man bereits nach der ersten Periode von einem solchen System sprechen konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer politik- und verwaltungswissenschaftlichen Analyse sowie der Auswertung von Fachliteratur und Primärquellen zur chinesischen Wirtschafts- und Politikgeschichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Mao-Ära, den Nachfolgekampf nach Mao, die ökonomischen Reformphasen (Landwirtschaft und Industrie) sowie die begrenzten politischen Strukturreformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Deng Xiaoping, Reform- und Öffnungspolitik, Sozialismus chinesischer Prägung, Pragmatismus, Modernisierung und Transformation.
Welche Rolle spielte der "Große Sprung nach Vorne" für die spätere Reformpolitik?
Das Scheitern dieser Kampagne unter Mao und die daraus resultierende Hungersnot dienten den späteren Reformern als Negativbeispiel, um die Notwendigkeit eines pragmatischeren Kurses zu begründen.
Warum lehnte Deng Xiaoping ein Mehrparteiensystem nach westlichem Vorbild ab?
Deng betrachtete die uneingeschränkte Führung der KPCh als notwendige Voraussetzung für die Stabilität des riesigen Landes; er befürchtete, dass ohne diese Führung nationale Instabilität und Zerfall drohen würden.
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- Raik Dowedeit (Author), 2008, Chinas Öffnungs- und Reformpolitik unter Deng Xiaoping in den 80er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121144