Im Zuge der Entwicklung zur Wissensgesellschaft wird den immateriellen Ressourcen eine immer stärker werdende Bedeutung beigemessen. Nicht nur der britische Management-Vordenker Charles Handy vertritt die Ansicht, dass der Wert der immateriellen Ressourcen von Unternehmen den Wert ihres materiellen Kapitals bereits in zahlreichen Fällen um ein Mehrfaches übertrifft. Die spektakuläre Börsenkapitalisierung speziell wissensintensiver Unternehmen wie SAP und Microsoft spiegeln diesen Trend bereits vielfach wieder und stellen Industriegiganten wie Volkswagen oder Kodak in den Schatten. Vor diesem Hintergrund postulieren viele Autoren, dass die Bedeutung von immateriellen Ressourcen in der Wertschöpfung in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Manager sollten gut daran tun, sich intensiv mit diesen ‚Intangible Assets’ zu beschäftigen und zu verstehen, wie sie im Wertschöpfungsprozess wirken, um in Zukunft die richtigen Investitionsentscheidungen zu treffen und das Unternehmen wirtschaftlich voranzutreiben. Das Anliegen dieser Arbeit ist, zu untersuchen, welche Intangible Assets erfolgskritisch im Wertschöpfungsprozess wirken. Im Verlauf der Arbeit sollen theoretische Grundlagen der Ressource Wissen untersucht und Implikationen für das Management von Wissen gezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Immaterielle Vermögenswerte, Intellectual Capital und Intangible Assets
2.2 Wissen
2.2.1 Transformation von Daten in Informationen und Wissen
2.2.2 Arten von Wissen
2.2.2.1 Explizites und implizites Wissen
2.2.2.1 Individuelles und organisationales Wissen
3 Mehrwert schaffen durch Intangible Assets
3.1 Charakteristika von Intangible Assets
3.2 Wertschöpfungsrelevanz von Wissen
3.3 Wissenskapital nach Reinhardt
3.3.1 Humankapital
3.3.2 Strukturkapital
3.4 Soziales Kapital
3.5 Intangibles in der Gesamtperspektive
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle immaterieller Ressourcen als erfolgskritische Faktoren im modernen Wertschöpfungsprozess. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Wissen sowie andere nicht fassbare Vermögenswerte (Intangible Assets) systematisch gemanagt werden können, um den Unternehmenserfolg in der Wissensgesellschaft langfristig zu sichern.
- Bedeutung und Definition von Intangible Assets und Wissenskapital
- Transformation von Daten und Informationen in Wissen
- Differenzierung von implizitem/explizitem sowie individuellem/organisationalem Wissen
- Kategorisierung von Wissenskapital in Human- und Strukturkapital
- Werttreiber und Erfolgsfaktoren durch soziales Kapital
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Strukturkapital
„Strukturkapital ist das, was übrigbleibt, wenn alle Organisationsmitglieder das Unternehmen verlassen haben.“ (Edvinsson/Malone 1997)
Strukturkapital zeichnet sich dadurch aus, dass es sich nicht aus sich selbst heraus verändert, wohingegen sich Humankapital durch eine Vielzahl von nicht-intentionalen Einflussfaktoren wie beispielsweise Privatinteressen und Eigeninitiativen erhöht. Die Verbesserung von Strukturkapital basiert somit auf expliziten und zweckbezogenen Investitionen.
Abbildung 2 visualisiert die Komponenten des Strukturkapitals. Dabei stellen die Anpassung nach außen (Beziehungen), die Anpassung nach innen (Organisation) sowie die systematische Entwicklung von Erneuerungs- und Innovationskapital die zentralen Eckpunkte dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung immaterieller Ressourcen in der Wissensgesellschaft ein und definiert das Ziel, den Beitrag von Intangible Assets zur Wertschöpfung zu untersuchen.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Konzepte wie Immaterielle Vermögenswerte, Intellectual Capital und Wissen, inklusive der Transformation von Daten zu Wissen sowie der Unterscheidung verschiedener Wissensarten.
3 Mehrwert schaffen durch Intangible Assets: Hier werden die ökonomischen Charakteristika, die Wertschöpfungsrelevanz von Wissen und die Kategorisierung in Human-, Struktur- und soziales Kapital detailliert analysiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Rolle von immateriellen Ressourcen als zentralen Produktionsfaktor zusammen und benennt das bestehende Messproblem als Herausforderung für die zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Intangible Assets, Wissenskapital, Humankapital, Strukturkapital, Soziales Kapital, Wertschöpfung, Immaterielle Ressourcen, Explizites Wissen, Implizites Wissen, Wissensgesellschaft, Wettbewerbsvorteile, Innovationskapital, Organisationskapital, Wissensbilanz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der steigenden Bedeutung von nicht fassbaren Ressourcen, den sogenannten Intangible Assets, für den Erfolg von Unternehmen im Kontext der heutigen Wissensgesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit adressiert?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Systematisierung von Wissen, die Unterscheidung zwischen Human-, Struktur- und Sozialkapital sowie die Auswirkungen dieser Faktoren auf die Wertschöpfungskette.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu identifizieren, welche Intangible Assets erfolgskritisch im Wertschöpfungsprozess wirken und welche Implikationen sich daraus für ein effektives Wissensmanagement ableiten lassen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde für diese Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die verschiedene Ansätze renommierter Autoren zum Wissenskapital zusammenführt und kritisch diskutiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Differenzierung verschiedener Wissensformen, der Analyse von Wissenskapital nach dem Reinhardt-Modell sowie der Untersuchung des Sozialen Kapitals und der gesamten Wertschöpfungslogik durch Investitionen in diese Assets.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Typische Begriffe sind Wissensmanagement, Intangible Assets, Human- und Strukturkapital sowie wertschöpfungsrelevante Wissensprozesse.
Wie unterscheidet sich das Strukturkapital vom Humankapital gemäß der Definition im Text?
Das Strukturkapital wird als das definiert, was im Unternehmen verbleibt, wenn die Mitarbeiter es verlassen; es bedarf expliziter Investitionen, während Humankapital personengebunden ist.
Warum wird im Fazit ein „Messproblem“ bei immateriellen Ressourcen erwähnt?
Das Messproblem besteht darin, dass die Wirkungszusammenhänge zwischen den verschiedenen Kapitalarten sehr komplex sind und es bisher an einheitlichen Instrumenten mangelt, um den direkten finanziellen Ertrag solcher Investitionen exakt zu quantifizieren.
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- Thomas Jäckel (Author), 2004, Wissensmanagement durch Performance Measurement Systeme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121154