Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Thema „Aggression“.
Dieser Begriff ist sehr umfassend und bietet viele verschiedene Facetten, mit denen man sich beschäftigen kann. Da Aggression ein bibliothekenfüllendes Gebiet darstellt, ist es mir leider nicht möglich, alle erwähnenswerten Aspekte in dieser Hausarbeit anzusprechen. Ich habe versucht, das Wichtigste herauszufiltern und dies zu komprimieren.
Zunächst erfolgt eine beziehungsweise mehrere Definitionen des Begriffs Aggression. Anschließend werden die verschiedenen Aggressionstheorien erläutert, angefangen von der Frustrations-Aggressions-Hypothese über Bandura`s Lernen am Modell, Lernen am Effekt, zu den Triebtheorien Freud`s und Lorenz`.
Danach gehe ich auf folgende Fragen ein:
Wann tritt aggressives Verhalten auf?
Was kennzeichnet aggressive Menschen und was fördert Aggressivität?
Weiterhin beschäftigt sich diese Hausarbeit mit der Unterscheidung der verschiedenen Arten und Formen von Aggression, um dann überleiten zu können zur Frage: Aggressionen abreagieren- geht das?
Es schließt sich ein kurzer Text an, der die Frage, ob erlernte Aggression rückgängig gemacht werden kann, aufgreift.
Der Schluss dieser Hausarbeit setzt sich aus einem Fazit und der eigenen Meinung zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff Aggression
3. Frustrations- Aggressions- Theorie
4. Bandura`s Theorie des sozialen Lernens - Lernen am Modell
5. Lernen am Effekt (Erfolg und Misserfolg)
6. Psychoanalytische Triebtheorie Freud`s
7. Lorenz` Theorie
8. Unterschiedliche Arten und Formen von Aggression
9. Wann tritt aggressives Verhalten auf?
10. Was kennzeichnet aggressive Menschen?
11. Was fördert Aggressivität?
12. Verminderung aggressiven Verhaltens
13. Kann erlernte Aggression rückgängig gemacht werden?
14. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Hausarbeit hat zum Ziel, das komplexe Phänomen Aggression wissenschaftlich zu beleuchten, indem sie verschiedene theoretische Erklärungsansätze gegenüberstellt und die Entstehung sowie mögliche Verminderungsstrategien von aggressivem Verhalten analysiert.
- Definitionen und Begriffsbestimmung von Aggression
- Vergleich psychologischer und psychoanalytischer Aggressionstheorien
- Analyse von Ursachen und fördernden Faktoren für aggressives Verhalten
- Differenzierung verschiedener Arten und Formen von Aggression
- Interventionsmöglichkeiten zur Verminderung von Aggression
Auszug aus dem Buch
4. Bandura`s Theorie des sozialen Lernens - Lernen am Modell
Erst in den sechziger Jahren wurde das Modelllernen ein zentrales Forschungsthema. Lernen am Modell ist Beobachtungslernen. Durch die Beobachtung anderer können sehr schnell Verhaltensweisen neu erlernt und in ein bestehendes Verhaltensreportoire aufgenommen werden. Die betreffenden Verhaltensweisen konnte die Person vorher nicht ausführen, da sie sie nicht kannte. Nun ahmen die Menschen die erlernten Verhaltensweisen nach, imitieren sie. Deutlich wird dies in Versuchen, die Bandura anwendete und mit Kindern durchführte:
Die Kinder sahen eine erwachsene Person, die auf eine Clownpuppe aus Kunststoff einschlug. Anschließend gab man den Kindern die Möglichkeit, in einem Spielzimmer zu spielen. Es waren eine Clownpuppe, ein Holzhammer, ein Gewehr, Buntstifte und Papier vorhanden.
Untersuchungen ergaben, dass die Kinder das vorher gezeigte Verhalten häufiger nachahmten, wenn das Modell verstärkt wurde und dass die Nachahmung gehemmt wurde, wenn das Modell verurteilt wurde (Tedeschi, 2002, S.578).
Ein anderes Ergebnis als einen aggressionsfördernden Einfluss des aggressiven Verhaltens hätte wohl niemand erwartet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über das komplexe Themenfeld Aggression und skizziert den Aufbau der Arbeit sowie die zu behandelnden theoretischen Fragestellungen.
2. Der Begriff Aggression: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit verschiedenen Definitionen von Aggression in Alltagssprache und Wissenschaft auseinander.
3. Frustrations- Aggressions- Theorie: Es wird die Hypothese vorgestellt, nach der Aggression als angeborene Reaktion auf die Störung einer zielgerichteten Handlung entsteht.
4. Bandura`s Theorie des sozialen Lernens - Lernen am Modell: Hier wird erläutert, wie durch Beobachtung und Imitation von Vorbildern neues, aggressives Verhalten erlernt werden kann.
5. Lernen am Effekt (Erfolg und Misserfolg): Dieses Kapitel beleuchtet, wie Konsequenzen wie Erfolg oder Misserfolg das Auftreten aggressiven Verhaltens beeinflussen.
6. Psychoanalytische Triebtheorie Freud`s: Es wird der klassische Ansatz diskutiert, der Aggression als notwendige Ableitung des Todestriebs nach außen betrachtet.
7. Lorenz` Theorie: Das Kapitel stellt die ethologische Sichtweise von Konrad Lorenz dar, die Aggression als angeborenen Kampftrieb zur Arterhaltung interpretiert.
8. Unterschiedliche Arten und Formen von Aggression: Es erfolgt eine Differenzierung in verschiedene Grundtypen, wie etwa affektive und instrumentelle Aggression.
9. Wann tritt aggressives Verhalten auf?: Hier werden die situativen und personalen Faktoren analysiert, die aggressives Verhalten auslösen können.
10. Was kennzeichnet aggressive Menschen?: Das Kapitel untersucht individuelle Unterschiede in der Aggressivität und die Rolle der geschlechtsspezifischen Ausprägung.
11. Was fördert Aggressivität?: Es wird der Einfluss von Entwicklungsfaktoren, Erziehung und Lernumwelt auf die Entstehung von Aggressivität beschrieben.
12. Verminderung aggressiven Verhaltens: Es werden verschiedene Ansätze vorgestellt, wie durch Verhaltensänderung oder alternative Handlungsoptionen Aggression abgebaut werden kann.
13. Kann erlernte Aggression rückgängig gemacht werden?: Das Kapitel diskutiert Interventionsmöglichkeiten in Familie und Schule, um erlerntes aggressives Verhalten nachhaltig zu modifizieren.
14. Schluss: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, verstärkt den Fokus auf die Hemmung von Aggression zu legen.
Schlüsselwörter
Aggression, Aggressivität, Frustrations-Aggressions-Hypothese, Modelllernen, Triebtheorie, Sigmund Freud, Konrad Lorenz, Instrumentelle Aggression, Affektive Aggression, Verhaltensreportoire, Erziehung, Gewaltforschung, Sozialpsychologie, Hemmungsmechanismen, Aggressionsabbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition, Entstehung, den theoretischen Erklärungsansätzen sowie den Möglichkeiten zur Verminderung von aggressivem Verhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind psychologische Lerntheorien, klassische psychoanalytische und ethologische Triebtheorien sowie entwicklungspsychologische Faktoren der Aggressionsentstehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aus der Fülle der wissenschaftlichen Theorien die wesentlichen Aspekte der Aggressionsforschung zu filtern, um zu verstehen, wie aggressives Verhalten entsteht und beeinflusst werden kann.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf sozialpsychologische Konzepte, die Lerntheorien von Bandura, die Triebtheorien von Freud und Lorenz sowie neuere Ansätze zur Verhaltensmodifikation.
Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Erklärungsmodelle, die Unterscheidung zwischen verschiedenen Aggressionsformen sowie die praktischen Implikationen für Erziehung und Konfliktlösung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Modelllernen, Frustration, Triebtheorie, Sozialisation, Aggressionshemmung und Verhaltensreportoire definiert.
Wie unterscheidet sich die instrumentelle von der affektiven Aggression?
Bei der affektiven Aggression liegt ein emotionales Bedürfnis zugrunde, während bei der instrumentellen Aggression das Verhalten lediglich ein Mittel zum Zweck ist, um einen Nutzen zu erzielen.
Welche Rolle spielen Vorbilder laut Banduras Theorie?
Vorbilder dienen als Orientierung für das eigene Verhalten; durch die Beobachtung und Imitation, insbesondere bei sozialmächtigen Modellen, wird aggressives Verhalten erlernt oder enthemmt.
Warum betrachtet die Autorin die klassischen Triebtheorien heute als historisch?
Die Autorin argumentiert, dass aktuelle Forschungen und neue Erkenntnisse viele klassische Ansätze als veraltet oder nicht mehr zeitgemäß erscheinen lassen, da sie Aggression oft einseitig als reinen Trieb beschreiben.
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- Katharina Keil (Author), 2006, Aggression. Aggressionstheorien, aggressives Verhalten, Formen der Aggression, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121155