Im Rahmen dieser Hausarbeit wird die logistische Planung und Koordination für den Rückbau des Depots erarbeitet. Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt nicht auf bauverfahrenstechnischen Details, sondern auf der Disposition der bei Entsorgung und Materialtransport benötigten Ressourcen Container, Transportfahrzeuge, Bau- bzw. Lademaschinen und Arbeitskräfte. Die Arbeit stellt eine Fallstudie mit aktuellem Praxisbezug dar.
Insbesondere wenn im freien Wettbewerb Aufträge für Demontage, Abbruch, Entsorgung, Transport etc. nur zu besonders niedrigen Preisen akquiriert werden können, gilt es, Kosten in allen Segmenten zu reduzieren. Dies gelingt, indem u. a. der technisch-personelle Aufwand gering gehalten und gleichzeitig eine kontinuierlich hohe Effizienz der eingesetzten Ressourcen während des gesamten Bauablaufes erzielt wird. Demnach unterlag die Bereitstellungsplanung im Nottebrock der Prämisse „zum richtigen Zeitpunkt so viel wie nötig – so wenig wie möglich“. Mit der logistischen Planung gelang es, Produktionsfaktoren technisch-ökonomisch sinnvoll zu kombinieren. Der Bauablauf respektive einzelne Arbeitsprozesse innerhalb der Entsorgung und des Transportes konnten optimiert und der vorgegebenen Zielstellung so entsprochen werden.
Als Ergebnis wurde eine logistische Basis für den effektiven Rückbau des Depots erarbeitet, auf deren Grundlage die geplanten Maßnahmen unter Einsparung von Kapazitäten, Bauzeit und Kosten unmittelbar realisiert werden können ...
Inhaltsverzeichnis
1 Konversion Munitionsdepot Nottebrock
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
1.2 Intention und Methode
2 Planungsbasis
2.1 Maßnahmen und Verfahrensweise
2.2 Materialaufkommen
2.3 Materialdisposition
3 Entsorgungslogistik
3.1 Containerdisposition
4 Transportlogistk
4.1 Bodenaushub
4.2 Bauschutt
4.3 Straßenaufbruch
4.3.1 Alternative Transportlösung
5 Baustellenlogistik
5.1 Fahrzeug-, Maschinen-, Arbeitskräftekapazität
5.2 Ablaufplanung
5.3 Bereitstellungsplanung
5.3.1 Entsorgungscontainer
5.3.2 Fahrzeuge – Maschinen – Arbeitskräfte
6 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit erarbeitet ein logistisches Konzept für den Rückbau des ehemaligen britischen Munitionsdepots Nottebrock. Ziel ist es, unter Berücksichtigung räumlicher Beschränkungen und verfahrenstechnischer Anforderungen eine effiziente Disposition der Ressourcen zu gewährleisten, um Kosten zu minimieren und Bauzeiten einzuhalten.
- Logistische Planung von Abbruch- und Rückbaumaßnahmen
- Optimierung von Entsorgungs- und Transportprozessen
- Disposition von Containern, Fahrzeugen und Arbeitskräften
- Fallstudie zum Rückbau industrieller Flächen
- Effizienzsteigerung durch prozessorientierte Ablaufplanung
Auszug aus dem Buch
4.1 Bodenaushub
Die Übererdung des Bunkerareals mit Bodenaushub (Pos. 33 LV) ist mit dem umfangreichsten Einsatz von technischen und personellen Ressourcen verbunden. Für diese Maßnahme sind im Parallelbetrieb mehrere Kippauflieger (à 28 t Nutzlast), ein Kettenbagger (Tieflöffel 2,5 m³) zur Beladung, ein Radlader (Schaufelinhalt 4,5 m³), eine Planierraupe (Schild 2,1 m³) sowie eine Kehrmaschine, zuzüglich der entsprechenden Anzahl an Maschinen- und Fahrzeugführern, über einen längeren Zeitraum vorzuhalten. Zur Entladung sind unmittelbar keine Fahrzeuge oder Maschinen notwenig. Der Aushub wird nach Anweisung an einer bestimmten Stelle abgekippt und im Anschluss mit dem Radlader und der Planierraupe verbaut. Die detaillierte Disposition wird im Anschluss vorgenommen.
Im Vordergrund stehen die maschinellen Arbeitsprozesse Verladung, insbesondere der Lkw-Transport sowie der Einbau der rd. 58.000 m³ bzw. 78.000 t Bodenaushub. Diese Prozesskette setzt sich aus mehreren, teilweise parallel laufenden, Arbeitsschritten zusammen:
Prozesskette Bodenaushub – Übererdung
• → Bagger nimmt am Beladeplatz Hafen Aushub auf, belädt Lkw 1 → Lkw 2 steht in Bereitschaft → Lkw 1 fährt zum Depot → Bagger belädt Lkw 2 → Lkw 3 steht in Bereitschaft → Lkw 1 entlädt am Entladeplatz Depot → Radlader/Planierraupe bauen abgeladenen Aushub ein → Lkw 2 fährt zum Depot → Bagger belädt Lkw 3 → Lkw 1 Rückfahrt zum Beladeplatz → Bagger belädt Lkw 1 → usw. .
Der Einsatz der Kehrmaschine erfolgt nach Bedarf, vorrangig im Zufahrtsbereich des Beladeplatzes und der Depotausfahrt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Konversion Munitionsdepot Nottebrock: Einleitung in die Problematik des Rückbaus des ehemaligen Munitionsdepots Nottebrock unter Berücksichtigung ökologischer und rechtlicher Rahmenbedingungen.
2 Planungsbasis: Detaillierte Darstellung der Rückbaumaßnahmen, des zu erwartenden Materialaufkommens und der grundsätzlichen Materialdisposition.
3 Entsorgungslogistik: Konzeption der externen Entsorgung und Materialtrennung mittels einer effizienten Containerdisposition.
4 Transportlogistk: Analyse und Planung der Transportprozesse für Bodenaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch inklusive alternativer Transportlösungen.
5 Baustellenlogistik: Abschließende Koordination der Ressourcen sowie detaillierte Ablauf- und Bereitstellungsplanung für Fahrzeuge und Personal.
6 Zusammenfassung und Fazit: Rückblick auf die logistische Konzeption und Bestätigung der erreichten Effizienzoptimierung im Rückbauprozess.
Schlüsselwörter
Rückbau, Logistik, Munitionsdepot, Entsorgung, Baustellenlogistik, Transport, Bodenaushub, Bauschutt, Prozessoptimierung, Ressourcendisposition, Bauablaufplanung, Materialfluss, Flächenmanagement, Kreislaufwirtschaft, Nottebrock
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der logistischen Planung und Koordination für den Rückbau des ehemaligen britischen Munitionsdepots Nottebrock in Münster-Amelsbüren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Entsorgungs- und Transportlogistik sowie die Baustellenlogistik, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit großen Materialmengen wie Bodenaushub und Bauschutt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erarbeitung eines logistischen Konzepts, das die benötigten Ressourcen (Container, Fahrzeuge, Maschinen, Personal) bedarfsgerecht koordiniert, um Effizienz zu maximieren und Bauzeiten sowie Kosten zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine logistische Fallstudie durch, die auf einer detaillierten Analyse des Materialanfalls, der Baustellenbedingungen und der prozesstechnischen Anforderungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Planungsgrundlagen, die Entsorgungslogistik, die Transportprozessketten für verschiedene Baustoffe sowie die abschließende Ablauf- und Bereitstellungsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Rückbau, Logistik, Entsorgung, Bodenaushub, Bauschutt, Prozessoptimierung und Baustellenlogistik.
Warum ist eine detaillierte Containerdisposition so wichtig?
Eine gezielte Trennung der Abfallarten vor Ort reduziert die Entsorgungskosten erheblich, da eine nachträgliche Trennung durch Entsorgungsunternehmen deutlich kostenintensiver ist.
Welche Herausforderungen stellen sich bei der Transportlogistik im Depot?
Die beengten räumlichen Verhältnisse, unübersichtliche Wege und die Notwendigkeit, Störungen der planmäßigen Arbeitsprozesse zu vermeiden, erfordern eine präzise Routenführung.
Warum wird im Fall des Straßenaufbruchs eine alternative Transportlösung diskutiert?
Die hohe Verkehrsbelastung auf der geplanten Route führt zu Zeitverzögerungen; daher wird der Transport per Binnenschiff aufgrund seiner höheren Ladekapazität und besseren Ökobilanz als Alternative geprüft.
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- Burkhard Blumberger (Author), 2007, Logistik-Fallstudie: Rückbau des ehemaligen britischen Munitionsdepots Nottebrock in Münster-Amelsbüren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121228