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Noten für die Schule: Eine kritische Analyse des deutschen Schulsystems

Titel: Noten für die Schule: Eine kritische Analyse des deutschen Schulsystems

Seminararbeit , 2007 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Mirco Rauch (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Eine gute Bildung ist für die Jugend ein Zuchtmittel, für das Alter ein Trost, für den Armen Reichtum und für den Reichen ein Schmuck.“
(Diogenes von Sinope, etwa 400-323 v. Chr.) Nach dieser Definition ist Bildung universell einsetzbar: Jeder Mensch kann auf vielfältige Weise von ihr profitieren, nachdem er sie (vielleicht widerwillig) in jungen Jahren genossen hat. Somit ist der Begriff der ‚guten Bildung’ durchaus positiv konnotiert. Doch wie erlangt man eigentlich eine ‚gute’ Bildung – und wie lässt sich diese (inhaltlich) definieren? In erster Linie wird davon ausgegangen, dass vor allem die Schule uns ‚bildet’. Denn oft wird angeführt, sie habe einen sogenannten Bildungsauftrag inne; und das, was die Eltern ihren Kindern nicht beibringen können, müssen dafür professionell ausgebildete Lehrkräfte übernehmen. So werden einem jungen Menschen während seiner gesamten Schulzeit Dinge gelehrt, die ihm (offenbar) den späteren Alltag erleichtern sollen (während im obigen Zitat des Diogenes eine gute Bildung eher Mittel zum Zweck ist). Mit Aussagen wie „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ versuchen die Lehrer entsprechend, ihre Schüler zu motivieren. Allerdings bleibt noch immer die Frage offen, was und wie und unter welchen Voraussetzungen gelehrt und gelernt werden soll. Eine Antwort scheint zunächst einfach, sind doch die Lerninhalte in einzelne Unterrichtsfächer eingeteilt, die (aller Wahrscheinlichkeit nach) den Anspruch erheben, für das Leben elementar zu sein. Doch es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, die relevanten Inhalte der einzelnen Fächer zu untersuchen; bedeutender scheint hier die Feststellung, dass die Schulzeit überhaupt eine entscheidende Phase im Leben eines Menschen darstellt. Und so kann auch gleichzeitig festgehalten werden, dass die Bedingungen, unter denen er dieses Wissen für sein späteres Leben erwerben kann, umso wichtiger scheinen; weil die Schulen letztendlich für die (Aus-)Bildung eines Menschen verantwortlich sind, kann gute Bildung auch nur in ‚guten’ Schulen erfolgen (wie diese aussehen könnten, wird an späterer Stelle geklärt). Es scheint also ein enger Zusammenhang zwischen der Art des Lernens bzw. Lehrens und der Bildung zu existieren. Wie aber oben schon angedeutet wurde, zeichnet eine ‚gute’ Bildung nicht nur die Fähigkeit aus, möglichst viel zu wissen, sondern auch die Gabe, dieses Wissen sicher anwenden zu können. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung des deutschen Schulsystems

2.1. Historische Entwicklung

2.2. Heutiges Schulwesen in Deutschland

3. Probleme im deutschen Schulwesen

3.1. Sortieren nach Leistung – ein Problem an sich?

3.2. Gewachsenes Chaos und Vortäuschen falscher Tatsachen

3.3. Die Risikoschüler

4. Lösungsansätze

4.1. Vertikales vs. horizontales Schulsystem

4.2. Verbesserung der Unterrichtsqualität

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das deutsche Schulsystem, um die strukturellen Ursachen hinter den schwachen Leistungen in internationalen Vergleichsstudien wie PISA zu identifizieren und konkrete Verbesserungsvorschläge für ein gerechteres und effizienteres Bildungswesen zu entwickeln.

  • Historische Entwicklung des gegliederten deutschen Schulsystems
  • Analyse der Selektivität und der frühen Schullaufbahnentscheidungen
  • Problematik der Lehrplanorganisation und der Unterrichtsqualität
  • Benachteiligung von sogenannten Risikoschülern (soziale Herkunft, Migrationshintergrund, Geschlecht)
  • Reformansätze zur Förderung in heterogenen Lerngruppen und zur Lehrerqualifikation

Auszug aus dem Buch

3.1. Sortieren nach Leistung – ein Problem an sich?

Wie oben deutlich wurde, ist das deutsche Schulwesen sehr vielfältig (vgl. dazu Kap. 2.2.). Allerdings wirkt diese Vielfalt abstrakt und unübersichtlich; denn es genügt offenbar nicht, dass hierzulande ohnehin (zu) viele Schulformen existieren, sondern darüber hinaus gibt es auch noch einige Sonderregelungen einzelner Bundesländer.

Allen deutschen Bundesländern ist aber eines gemein: Die Selektivität des deutschen Schulsystems. Dessen Dreigliedrigkeit ist schon an sich ein Indiz dafür, dass die Schüler nur an ihren Leistungsstandards gemessen werden. Denn ohne Probleme kann ein Schüler in irgendeiner Weise ‚heruntergestuft’ werden, wenn er den Anforderungen der von ihm besuchten Schulform nicht entspricht; Fend spricht hier von einer „Entsorgungsmentalität“ (Fend 2004, S. 23), die das Sitzenbleiben oder Abschieben in niedere Schulformen zur Folge habe. Und gerade dies passiert in Deutschland allzu häufig: So wird in keinem anderen Land der Welt so oft eine Klasse wiederholt oder der Heranwachsende vom Schulbesuch zurückgestellt wie in Deutschland (vgl. Friedrich 2006, S. 93).

Empirische Befunde zeigen, dass ganze 39% aller in Deutschland lebenden 15jährigen Schüler schon einmal die Erfahrung gemacht haben, auf irgendeine Weise negativ ausgelesen worden zu sein, weil sie den schulischen Anforderungen nicht standhalten konnten (vgl. dazu Schümer 2004, S. 76). Diese Zahl ist erschreckend, wenn man bedenkt, wie sich jene Auslese auf die Schüler selbst auswirken kann. Obwohl hier nur ein Ausschnitt der Schüler beurteilt wird, tendieren diese häufig dazu, das Versagen auf ihre Gesamtpersönlichkeit zu beziehen (vgl. Füner 2006, S. 30). Sie sind dann entmutigt und verlieren das Vertrauen in ihre eigene Leistungsfähigkeit. Unterrichtsstören, Schwänzen und Aggressivität können die Folge sein. Eine individuelle Förderung gibt es nur selten, und so wird die Schulzeit einfach ‚abgesessen’.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der guten Bildung und hinterfragt die Rolle der Schule bei der Vorbereitung der Schüler auf das Leben.

2. Darstellung des deutschen Schulsystems: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Schulwesens sowie die gegenwärtige Struktur mit Elementar-, Primar-, Sekundar- und Tertiärbereich.

3. Probleme im deutschen Schulwesen: Hier werden die Selektivität des Systems, die bürokratischen Hürden durch Lehrpläne und die spezifischen Herausforderungen für Risikoschüler diskutiert.

4. Lösungsansätze: Das Kapitel schlägt Reformen wie die Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit und ein bundesweites Kerncurriculum zur Verbesserung der Bildungschancen vor.

5. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einem Plädoyer für ein Bildungssystem, das leistungsschwache Schüler nicht durch Aussortieren aufgibt, sondern individuell fördert.

Schlüsselwörter

Deutsches Schulsystem, PISA, Selektivität, Bildungsgerechtigkeit, Risikoschüler, Lehrpläne, Ganztagsschulen, soziale Herkunft, Migrationshintergrund, Gesamtschule, Schullaufbahnentscheidungen, individuelle Förderung, Unterrichtsqualität, Bildungsbenachteiligung, Schulreform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das deutsche Schulsystem und beleuchtet die strukturellen Schwächen, die zu einer Bildungsbenachteiligung führen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Selektivität des dreigliedrigen Schulsystems, den Einfluss sozialer Faktoren auf den Schulerfolg und die Organisation der Lehrpläne.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das deutsche Schulsystem durch notwendige Reformen gerechter gestaltet werden kann, um eine individuelle Förderung aller Schüler zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse und den Vergleich empirischer Befunde, insbesondere unter Einbeziehung von PISA-Daten und bildungswissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Ist-Zustands, die Identifikation von Kernproblemen wie Ausleseprozessen und der Benachteiligung bestimmter Risikogruppen sowie die Erarbeitung konkreter Lösungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem Selektivität, Bildungsgerechtigkeit, Risikoschüler, Lehrpläne und individuelle Förderung.

Warum wird die Selektivität des deutschen Systems als problematisch angesehen?

Die Selektivität führt zu einer sehr frühen Trennung der Schüler nach Leistung, was oft mit einer "Entsorgungsmentalität" einhergeht, bei der schwächere Schüler benachteiligt und in niedrigere Schulformen abgeschoben werden.

Welche Rolle spielt die soziale Herkunft laut dem Autor?

Die soziale Herkunft hat einen signifikanten Einfluss auf den Bildungserfolg; Kinder aus sozio-ökonomisch schwächeren Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund haben im deutschen System deutlich schlechtere Chancen auf ein Gymnasium.

Wie könnten Ganztagsschulen laut dem Text effektiver genutzt werden?

Der Autor plädiert dafür, Ganztagsangebote gezielter in sozialen Brennpunkten einzusetzen, um eine individuelle Förderung zu ermöglichen, statt sie nur als reine "Entlastung" der Familie zu betrachten.

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Details

Titel
Noten für die Schule: Eine kritische Analyse des deutschen Schulsystems
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Pädagogik)
Note
2,0
Autor
Mirco Rauch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V121245
ISBN (eBook)
9783640255788
ISBN (Buch)
9783640256532
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Noten Schule Eine Analyse Schulsystems Deutsches Schulsystem Schule in Deutschland Deutsches Bildungswesen Bildungsungleichheiten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mirco Rauch (Autor:in), 2007, Noten für die Schule: Eine kritische Analyse des deutschen Schulsystems, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121245
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Leseprobe aus  21  Seiten
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