„PISA ist eine von vielen Untersuchungen, die sich nicht nur mit Schule beschäftigen, sondern der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten.“ Um die Gesellschaft, genauer gesagt um Gesellschaftsdiagnosen, geht es in einem Forschungspraktikum an dem ich teilnehme. Dieses erstreckt sich über zwei Semester (Wintersemester 2004/2005, Sommersemester 2005) und wird von Professor Doktor Helmut Giegler (Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung) geleitet. Die Thematik war weitestgehend frei wählbar und so entschied ich mich zusammen mit einer Kommilitonin für das Thema Bildung. Nach Abwägung der Komplexität des Themas entschieden wir uns dafür, Bildungsentscheidungen in der Stadt und auf dem Land zu kontrastieren bzw. zu vergleichen. Im Rahmen der Recherchearbeit zu diesem Forschungsprojekt, sammelte ich Zeitungsartikel zum Thema Bildung. Fünf dieser Artikel möchte ich nun im Folgenden unter der Perspektive der Textanalyse kodieren. Ideen, Anregungen und Argumentationen zum Thema Bildung und Bildungsentscheidung sollen Ziel dieser Arbeit sein. Des Weiteren versuche ich mit dieser Arbeit auch einige theoretische Grundlagen für die weitere Arbeit mit dem Thema Bildung zu schaffen. Diese Arbeit ist zweigeteilt: An den Anfang stelle ich die Erklärung einiger zentraler Begriffe. Im zweiten Teil werde ich exemplarisch fünf Zeitungsartikel mit Hilfe des Programms MAXqda2 kodieren.
Inhaltsverzeichnis
A.) Forschungspraktikum „Gesellschaftsdiagnosen“
B.) Theoretische Begriffsklärung
a) Forschungsprozess
b) Kodierparadigma
c) Klassifizierung von Kodes
d) Dreistufiges Kodieren: offen – axial – selektiv
e) Schlüsselkategorie
f) Memos
C.) Exemplarische Analyse ausgewählter Zeitungsartikel
a) Artikel 1: „Der Wechsel aufs Gymnasium“
b) Artikel 2: „An der Hauptschule zur mittleren Reife“
c) Artikel 3: „Mehrere Varianten führen zum Ziel“
d) Artikel 4: „Das Märchen von der Chancengleichheit“
e) Artikel 5: „Die richtige Schule für mein Kind“
D.) Grundlage für weitere Forschung
E.) Anlagen
Anlage 1: Artikel „Der Wechsel aufs Gymnasium“
Anlage 2: Kinderfragebogen
Anlage 3: Elternfragebogen
Anlage 4: Bildungssystem Deutschlands
Anlage 5: Artikel „An der Hauptschule zur mittleren Reife“
Anlage 6: Artikel „Mehrere Varianten führen zum Ziel“
Anlage 7: Artikel „Das Märchen von der Chancengleichheit“
Anlage 8: Artikel „Die richtige Schule für mein Kind“
Anlage 9: Hypothesen
Anlage 10: Expertengespräch, Nr. 6
Anlage 11: Liste der Kodings – Text 1
Anlage 12: Liste der Kodings – Text 2
Anlage 13: Liste der Kodings – Text 3
Anlage 14: Liste der Kodings – Text 4
Anlage 15: Liste der Kodings – „Tendenzen“
Anlage 16: Liste der Kodings – Text 5
Anlage 17: Liste der Kodings – „gute Schule“
Anlage 18: Statistik Bildung – soziale Herkunft
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die exemplarische Kodierung von fünf Zeitungsartikeln zum Thema Bildung und Bildungsentscheidung unter Anwendung der Grounded-Theory-Methodik, um Erkenntnisse über die Komplexität und die soziale Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems zu gewinnen und eine theoretische Grundlage für weiterführende quantitative Untersuchungen zu schaffen.
- Anwendung des Kodierparadigmas (offenes, axiales und selektives Kodieren)
- Analyse der Komplexität des deutschen Bildungssystems
- Untersuchung von Aspekten der Chancengleichheit und sozialen Herkunft
- Kontrastierung von Bildungsentscheidungen in Stadt und Land
- Integration von qualitativen Textanalysen mit quantitativen Fragebogendaten
Auszug aus dem Buch
Exemplarische Analyse ausgewählter Zeitungsartikel
Nach dieser theoretischen Abhandlung über die wichtigsten Schritte im Datenanalyse-Vorgang nach dem Modell der Grounded Theory werde ich nun eine exemplarische Analyse mehrerer Zeitungsartikel durchführen. Alle Artikel befassen sich mit dem Thema Bildung bzw. Bildungsentscheidung.
Der erster Zeitungsartikel, den ich mit Hilfe von MAXqda2 analysieren werde, ist am 19. Januar in der Augsburger Allgemeinen unter der Überschrift „Der Wechsel aufs Gymnasium“17 erschienen. Nach dem Einlesen des Textes im RTF-Format, beginne ich nun mit der Kodierung des ersten Textes.
Gleich im ersten Satz fallen mir die Fragebögen ein, die ich gemeinsam mit meiner Projektpartnerin entworfen und in acht 4. Klassen in und um Augsburg ausgeteilt habe. Darin wird einerseits das Kind befragt, wer die Entscheidung für die weiterführende Schule gefällt hat18 und gleichzeitig werden die Eltern befragt, welche Beratungsinstitution sie bei der Schulentscheidung besonders beeinflusst hat19.
Zusammenfassung der Kapitel
A.) Forschungspraktikum „Gesellschaftsdiagnosen“: Einführung in das Forschungspraktikum und die Wahl des Themas Bildungsentscheidungen mit der Zielsetzung, die Komplexität des Bildungssystems zu kontrastieren.
B.) Theoretische Begriffsklärung: Detaillierte Erläuterung des Forschungsprozesses, des Kodierparadigmas, der verschiedenen Kodierschritte sowie der Verwendung von Memos für die Textanalyse.
C.) Exemplarische Analyse ausgewählter Zeitungsartikel: Praktische Anwendung der entwickelten Kodierstruktur auf fünf ausgewählte Artikel, um Erkenntnisse über Schulwahl und Chancengleichheit zu gewinnen.
D.) Grundlage für weitere Forschung: Synthese der Ergebnisse aus der Textanalyse und Ausblick auf die notwendige Verknüpfung mit quantitativen Daten aus den Fragebögen.
E.) Anlagen: Dokumentation der verwendeten Materialien wie Zeitungsartikel, Fragebögen und der detaillierten Kodierlisten.
Schlüsselwörter
Bildungssystem, Bildungsentscheidung, Grounded Theory, Textanalyse, MAXqda2, Kodierparadigma, Chancengleichheit, soziale Herkunft, Gymnasium, Hauptschule, Realschule, Übertrittsregelung, Selektion, Sozialisationsbedingungen, Reformstau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse von Bildungsentscheidungen und der sozialen Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems durch die qualitative Auswertung von Zeitungsartikeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Komplexität des deutschen Schulwesens, der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg und die Entscheidungsprozesse bei der Wahl weiterführender Schulen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Kodierung von Zeitungsartikeln Argumentationslinien zum Thema Bildung aufzuzeigen und eine theoretische Basis für die spätere quantitative Auswertung von Fragebögen zu legen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode der Grounded Theory angewandt, insbesondere die schrittweise Textanalyse durch offenes, axiales und selektives Kodieren unter Verwendung des Programms MAXqda2.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden fünf Zeitungsartikel zur Bildungsthematik systematisch kodiert, kategorisiert und kritisch analysiert, um Muster und gesellschaftliche Diagnosen abzuleiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Bildungssystem, Chancengleichheit, soziale Herkunft, Kodierparadigma, Bildungsentscheidung und Selektion.
Welche Rolle spielt die soziale Herkunft bei der Schulwahl laut dem Autor?
Die Arbeit stellt heraus, dass die soziale Herkunft und der familiäre Hintergrund einen maßgeblichen und oft entscheidenden Einfluss auf den Bildungsweg haben, was der propagierten Chancengleichheit entgegensteht.
Warum ist das deutsche Schulsystem laut der Analyse reformbedürftig?
Aufgrund der hohen Komplexität, der undurchsichtigen Übertrittsregelungen und des frühen Selektionsdrucks auf Zehnjährige wird das System als reformbedürftig und teilweise als "institutionelle Sklerose" charakterisiert.
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- Stefanie Weber (Author), 2005, Exemplarische Kodierung ausgewählter Zeitungsartikel mit Hilfe des Programms MAXqda2, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121270