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Bewertung von Wege- und Leitungsrechten

Verkehrswertermittlung

Title: Bewertung von Wege- und Leitungsrechten

Research Paper (undergraduate) , 2005 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl.-Ing. (FH) - Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Christian Aumiller (Author)

Business economics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Ziel der Arbeit war es, die Besonderheiten und Feinheiten herauszuarbeiten, die bei der
Bewertung von Wege- und Leitungsrechten und Grundstücken, die mit derartigen Rechten
begünstigt oder belastet sind, zu beachten sind. Dabei wurde verdeutlicht, dass es sich bei Wege- und Leitungsrechten um vielseitige und variable Rechte handelt, deren Bewertung immer an den jeweiligen Einzelfall angepasst werden muss. So können die Nutzungseinschränkungen und Immissionsbelastungen derart vielfältig sein, dass keine standardisierte pauschale Vorgehensweise vorgeschlagen werden kann. Zudem sind alle relevanten Unterlagen, wie das Grundbuch, die Bewilligungsurkunde und die Grundakte einzusehen, um eine entsprechende, auf den Einzelfall zugeschnittne Bewertung, vornehmen zu können.

Für die Bewertung kann einheitlich nach den in dieser Arbeit detailliert beschriebenen
unterschiedlichen Wertermittlungsansätzen davon ausgegangen werden, dass die Nachteile,
die sich aufgrund der Nutzungseinschränkungen und Immissionsbelastungen durch ein Wege- oder Leitungsrecht ergeben, in einem prozentualen Abschlag vom Bodenwert berücksichtigt werden können. Zu unterscheiden ist hierbei jedoch, dass durch die
Wertermittlungsansätze vorgeschlagen wird, den Abschlag einerseits vom Bodenwert der
durch das Recht belasteten Fläche und anderseits vom Bodenwert des Gesamtgrundstücks vorzunehmen. Für ein Sachverständigengutachten sollte immer die plausiblere und besser begründbare Variante gewählt werden. Meines Erachtens sollte daher ein Wege- oder
Leitungsrecht durch einen prozentualen Abschlag vom Bodenwert der durch das Recht belasteten Fläche berücksichtigt werden. Sind die Nachteile aber derart gravierend und somit nicht mehr vertretbar, so sollte der prozentuale Abschlag vom Bodenwert des Gesamtgrundstücks vorgenommen werden.

Abschließend sei noch einmal gesagt, dass stets zu bedenken ist, dass jeder Bewertungsfall
anders ist, und deshalb in jedem Fall eine individuelle spezielle Lösung gefunden werden
muss. Diese Arbeit soll eine weitere Anregung zur Lösungsfindung im speziellen Bewertungsfall sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundstücksrechte und Belastungen

2.1 Allgemein

2.2 Beschränkt dingliche Rechte

2.2.1 Dienstbarkeiten

2.2.2 Grunddienstbarkeiten

2.2.3 Beschränkt persönliche Dienstbarkeiten

3. Wege- und Leitungsrechte

3.1 Wegerechte

3.2 Wertermittlung von Wegerechten

3.2.1 Wegerechtsrente

3.2.2 Allgemeine Wertermittlungsgrundsätze

3.2.3 Wertermittlungsansätze nach Kleiber/Simon/Weyers

3.2.4 Wertermittlungsansätze nach Kröll

3.2.5 Wertermittlungsansätze gemäß Wertermittlungsrichtlinien 2006

3.2.6 Exkurs - Notwegerecht

3.3 Leitungsrechte

3.4 Wertermittlung von Leitungsrechten

3.4.1 Wertermittlungsgrundsätze

3.4.2 Wertermittlungsabschläge

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Wertermittlung von Grundstücken, die durch Wege- oder Leitungsrechte belastet oder begünstigt sind, und arbeitet die spezifischen methodischen Herausforderungen bei der monetären Bewertung solcher Rechte heraus.

  • Grundstücksrechte und deren Untergliederung im deutschen Recht
  • Unterscheidung zwischen Grunddienstbarkeiten und beschränkt persönlichen Dienstbarkeiten
  • Methoden zur Berechnung der Wertermittlung von Wegerechten (Rentenbarwerte, prozentuale Abschläge)
  • Besonderheiten beim Notwegerecht
  • Ansätze zur Ermittlung von Wertminderungen bei Leitungsrechten unter Berücksichtigung von Schutzstreifen

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Wertermittlungsansätze nach Kleiber/Simon/Weyers

Für das herrschende Grundstück wird als Parameter der Wertsteigerung die durch das Recht verbesserte Ertragssituation herangezogen. Diese kann beispielsweise auf einer besseren Ausnutzung des Bodens und einer daraus resultierenden vergrößerten Mietfläche beruhen. Zusätzlich ist zu beachten, dass der Eigentümer des herrschenden Grundstücks eventuell eine jährliche Rente oder auch Instandhaltungskosten für den genutzten Weg zu entrichten hat, welche der Wertsteigerung entgegen zu rechnen sind. Der verbleibende Vorteil ist auf die Dauer des Wegerechts zu kapitalisieren. Wird durch ein Wegerecht eine Erschließung des herrschenden Grundstücks erst möglich und erhält es somit Baulandqualitäten, ist das Grundstück mit dem unbelasteten Baulandpreis zu bewerten. Folgend wird vom ermittelten Wert pauschal ein Abschlag für eine erschwerte Erschließung und die Unterhaltungslast der Wegerechtsfläche abgezogen. Im Gegenzug kann ein Aufschlag zum Beispiel für eine ruhige Lage der Hinterlandbebauung erfolgen.

Das dienende Grundstück wird durch eine Vielzahl von Einflüssen beeinträchtigt, die nicht alle in einem, unter Renditegesichtspunkten ermittelten Wert, auszudrücken sind. Daher sind Teile der Wertminderung, wie zum Beispiel eine Lärm-/Geruchsbelästigung oder das Fehlen von Stellplätzen im Innenhof, über einen pauschalen Abzug anzusetzen. Zusätzlich ist eine Minderung durch das „beschmutzte“ Grundbuch in Betracht zu ziehen. Nach einer ersten Variante, die von Kleiber/Simon/Weyers vorgeschlagen wird, ist ein pauschaler 50%tiger Abschlag des Bodenwerts der betroffenen Wegerechtsfläche für Immissionen und die „Grundbuchbeschmutzung“ anzusetzen. Abgelehnt wird hingegen das Verfahren, einerseits den Bodenwert der Wegerechtsfläche entsprechend der Intensität der Nutzung zu mindern und zusätzlich den Bodenwert der Restfläche des Grundstücks zu mindern, da man Gefahr läuft, einer Doppelberücksichtigung zu unterliegen. Die erste Variante nach Kleiber/Simon/Weyers sollte bei Grundstücken angewendet werden, bei denen das Wegerecht nur einen Tei des Grundstücks tangiert (vgl. Abb. 3 auf S.11).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Bewertung von Grundstücken mit Wege- oder Leitungsrechten und Erläuterung des methodischen Vorgehens in der Arbeit.

2. Grundstücksrechte und Belastungen: Systematische Übersicht über Arten von Grundstücksrechten, mit Fokus auf beschränkt dingliche Rechte sowie deren Bedeutung für den Grundstückswert.

3. Wege- und Leitungsrechte: Detaillierte Analyse der juristischen Ausgestaltung und der spezifischen Wertermittlungsverfahren für Wege- und Leitungsrechte, unter Einbeziehung verschiedener Expertenansätze.

4. Zusammenfassung: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Fazit, dass eine individuelle Einzelfallprüfung für eine fachgerechte Wertermittlung unerlässlich ist.

Schlüsselwörter

Wegerecht, Leitungsrecht, Grundstücksbewertung, Dienstbarkeit, Grunddienstbarkeit, Wertminderung, Bodenwert, Rentenbarwert, Notwegerecht, Schutzstreifen, Verkehrswert, Immissionen, Wertermittlungsrichtlinien, Nutzungsbeschränkung, Sachverständiger

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sachverständigen Wertermittlung von Grundstücken, die durch Wege- und Leitungsrechte belastet oder begünstigt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die rechtlichen Grundlagen von Dienstbarkeiten, die Ermittlung von Wertvorteilen und Wertnachteilen bei der Grundstücksnutzung sowie die Anwendung verschiedener Bewertungsansätze aus der Fachliteratur.

Was ist das primäre Ziel der Belegarbeit?

Ziel ist es, die Feinheiten der Bewertung herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie bei Belastungen durch Wege- oder Leitungsrechte eine fachgerechte Wertminderung bzw. Werterhöhung für die betroffenen Grundstücke berechnet werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden gängige Wertermittlungsverfahren (z. B. nach WertR 2006, Kleiber/Simon/Weyers und Kröll) analysiert, miteinander verglichen und anhand von praxisnahen Berechnungsbeispielen erläutert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Wegerechten (inkl. Notweg) und Leitungsrechten, wobei jeweils Grundlagen erläutert und anschließende Bewertungsmodelle wie Rentenkapitalisierung oder prozentuale Bodenwertabschläge detailliert dargestellt werden.

Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Grundstücksbewertung, Dienstbarkeiten, Wegerechte, Leitungsrechte, Wertermittlungsabschläge und Rentenbarwerte.

Wie unterscheidet sich die Bewertung bei geringen gegenüber starken Beeinträchtigungen?

Bei geringen Beeinträchtigungen wird meist ein prozentualer Abschlag von der konkret betroffenen Teilfläche vorgenommen; bei gravierenden, die Bebaubarkeit nachhaltig ausschließenden Beeinträchtigungen wird hingegen der Abschlag vom Bodenwert des gesamten Grundstücks berechnet.

Welche Bedeutung kommt dem Grundbuch bei der Bewertung zu?

Das Grundbuch sowie die Grundakte (mit der Eintragungsbewilligung) sind essenziell, da sie Lage, Art und Umfang der Belastung definieren, welche die Grundlage für jede monetäre Bewertung bilden.

Wie ist die Notwegerente rechtlich einzuordnen?

Der Notweg ist eine gesetzliche Beschränkung nach dem BGB (§§ 917-918), bei der der Notwegberechtigte dem Eigentümer des belasteten Grundstücks eine jährlich vorschüssige Rentenzahlung als Entschädigung für die Wertminderung schuldet.

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Details

Title
Bewertung von Wege- und Leitungsrechten
Subtitle
Verkehrswertermittlung
College
Anhalt University of Applied Sciences  (Fachbereich Wirtschaft)
Grade
1,3
Author
Dipl.-Ing. (FH) - Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Christian Aumiller (Author)
Publication Year
2005
Pages
33
Catalog Number
V121417
ISBN (eBook)
9783640258284
ISBN (Book)
9783640259830
Language
German
Tags
Wegerecht Leitungsrecht Wegerechte Leitungsrechte Dienstbarkeit Dienstbarkeiten Grundstücksbelastung Wertminderung Verkehrswert Verkehrswertermittlung dienendes Grundstück herrschendes Grundstück
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Ing. (FH) - Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Christian Aumiller (Author), 2005, Bewertung von Wege- und Leitungsrechten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121417
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