Snowboard - Eine systematische terminologische Untersuchung Deutsch - Englisch


Bachelorarbeit, 2007
84 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zu dieser Arbeit

2. Einführung in das Fachgebiet Snowboard
2.1 Definition
2.1 Geschichte des Snowboards und des Snowboardings
2.2 Der internationale Durchbruch der Snowboarding-Bewegung
2.3 Snowboarding heute

3. Organigramm des Begriffssystems

4. Darstellung der Arbeitsmethodik
4.1 Themenfindung und -abgrenzung
4.2 Recherche und Probleme

5. Terminologische Einträge

6. Indizes
6.1 Index deutsch
6.2 Index Englisch

7. Literaturangaben
7.1 Internetquellen
7.2 Literarische Quellen - Monografien

Vorwort

Jede Sportart definiert sich über ihre Aktiven und deren Ausrüstung. Mensch und Material entwickeln sich stetig weiter. Dabei entsteht ein Abhängigkeitsverhältnis. So ist es auch beim Snowboarding, einer jungen Sportart, die ihre Wurzeln in den USA hat. Die Entwicklung von Style und Technik kann als rasant bezeichnet werden. Es dauerte aber bis 1998, ehe Snowboarding offizielle Disziplin der Olympischen Winterspiele wurde Seit Jake Burton und Tom Sims in den 1970ern angefangen haben, Snowboards zu bauen, kann die Industrie auf eine atemberaubende Entwicklung zurückblicken. Waren es am Anfang einfache Holzbretter mit improvisierten Bindungen aus Fahrradschläuchen, finden sich heute in den Hightech-Boards Karbon, Aluminium mit Holzkernen und Titaneinlagen wieder.

1. Zu dieser Arbeit

Diese Bachelor-Arbeit ist eine systematische terminologische Untersuchung zum Thema Snowboard, in den Sprachen Deutsch und Englisch. Ziel der Untersuchung ist es, einen genauen Umriss des Themenfeldes Snowboard und dessen Terminologie zu zeichnen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf dem eigentlichen Sportgerät. Schuhe und Bindung, die unmittelbar zur Ausübung dieses Sports notwendig sind, sind ebenfalls Gegenstand dieser Arbeit. Diese Untersuchung beginnt mit Anatomie und Aufbau des Snowboards, außerdem werden unterschiedliche Bauweisen vorgestellt. Anschließend werden Boardtypen sowie deren Eigenschaften und Abmessungen behandelt. Weiterhin werden die Bindung und deren Bestandteile, Schuhwerk und Sonstiges berücksichtigt. Maßgeblich für die Begriffserklärung sind die terminologischen Einträge (Seiten 19 bis 78), die mit Hilfe des Terminologieverwaltungsprogramms Trados Multiterm 95+ erstellt wurden.

In der Einführung in das Fachgebiet Snowboard werden der Sport und das Sportgerät vor dem Panorama ihrer Entstehungsgeschichte beleuchtet, um dem Leser einen Einstieg in das Themenfeld zu ermöglichen.

Die Darstellung der Arbeitsmethodik (Seiten 15 bis 18) geht auf die Themenfindung und -abgrenzung, Recherchetätigkeiten und auftretende Probleme bei der Erstellung terminologischer Einträge ein. Ein Organigramm des Begriffssystems (Seiten 8 bis 14) erläutert die Relationen einzelner Begriffe zueinander. Sämtliche Einträge können am Ende der Arbeit direkt über die Indizes (Seite 76 bis 79) nachgeschlagen werden.

2. Einführung in das Fachgebiet Snowboard

2.1 Definition

Ein Snowboard ist ein Wintersportgerät, mit dem man auf Schnee einen Abhang herunterfährt. Im Gegensatz zum Skifahren bewegt man sich dabei nur auf einem Brett.[1]

2.1 Geschichte des Snowboards und des Snowboardings

Das Snowboard wie wir es heute kennen ist die Weiterentwicklung des Produkts einiger amerikanischer Wellenreiter, die Anfang der 1960er-Jahre von der Sehnsucht getrieben waren, auch in den kalten Wintermonaten zu surfen. 1964 baute der Surfer Sherman Poppen ein etwa 1,20 m langes Plastikkonstrukt, das aus zwei aneinander geschraubten Kinderskiern bestand. Ein Jahr später wurde aus diesem Provisorium der „Snurfer“ (Neologismus aus Snow und Surfer). Die Produktion übernahm ein Hersteller für Bowlingkugeln. In den kommenden zehn Jahren verkaufte sich eine Million Snurfer. Dieses Freizeitgerät verschwand dann jedoch so schnell wie es gekommen war. 1970 entwarf der amerikanische Surfer Dimitrije Milovich Snowboards. Dieser Entwurf war angelehnt an die damals neu erschienenen Short-Boards beim Wellenreiten. Milovich experimentierte bereits mit rudimentären Stahlkanten und verschiedenartigen Belägen, um den Halt auf dem Brett zu garantieren. Nylonriemen und Gummischläuche waren die Vorgänger der heutigen Bindungssysteme. Seine Firma Winterstick wird heute als die erste Snowboard-Company gehandelt. Ein weitaus bekannterer Pionier des Snowboardens ist Jake Burton. Begeistert von dem Snurfer gründete er 1977 in Vermont, USA, sein eigenes Unternehmen. Mit seinen Entwicklungen setzt er seitdem Standards. Sein erstes bekanntes Erzeugnis ist das „Backhill“, das über die erste feste Bindung, eine Wasserskibindung, verfügt. Diese Neuerung markiert den Durchbruch in der Entwicklung des Snowboards. Burtons Bretter bestanden nicht mehr ausschließlich aus Plastik, sondern sie verbanden Elemente aus Holz und Kunststoffen.

Zeitgleich zu Burtons Weiterentwicklung des Snurfers arbeitete sein Landsmann Tom Sims, ein ehemaliger Skateboard-Champion, ebenfalls an Folgemodellen des Snurfers. Burton und Sims gelten als die prominentesten Pioniere dieser jungen Sportart. Diese beiden sind auch heute noch klangvolle Namen am Snowboardhimmel. Diese beiden Markennamen stehen für Qualität und Innovation im gesamten Bereich des Snowboardings.

2.2 Der internationale Durchbruch der Snowboarding-Bewegung

In seinen Anfängen war das Snowboarding eine absolute Randerscheinung in den Skigebieten der USA und Europa. 1985 war das Ausüben dieser Sportart gerade einmal in sieben Prozent aller US-amerikanischen Skigebieten erlaubt. In den übrigen Ressorts wurden die Snowboarder wie Verstoßene und Querulanten behandelt. Die Liftbenutzung war ausschließlich den konventionellen Skifahrern erlaubt. In dieser Willkür und Ungleichbehandlung liegt der auch heute noch zu beobachtende Zwist zwischen der Skiwelt und der Snowboarderszene begründet. Die damals kleine Zahl der Snowboarder war gezwungen, zu Fuß die Berkämme zu erreichen, um überhaupt in den Genuss einer Abfahrt zu kommen. Aus dieser Zweiklassengesellschaft auf den Pisten resultiert auch das als schräg und aufmüpfig bezeichnete Image der Snowboarder. Diese Einschätzung ist keinesfalls nur eine Außenansicht und Wahrnehmung der Skiwelt. Sondern es gehört auch zum Selbstverständnis der Akteure, das man seit der Anfangszeit des Snowboardens durchaus pflegt. Snowboarder sehen sich analog zu Skateboardern oder Surfern. Sie verkörpern ein Lebensgefühl, das sich schwer in Sätze fassen lässt. Sie transportieren diese Lebensweise oft offensiv nach außen. Sei es durch den immer wieder Trends setzenden Kleidungsstil oder durch ihr Handeln. Auch da sind Parallelen zum verwandten Skateboarding feststellbar. Etwa in den Bewegungsabläufen bei Sprüngen und Drehungen, beim Gleiten auf metallenen Geräten (Jibbing) in den Snow-Parks und bei den lässig-weiten Schnitten von Hosen und Jacken. Dokumentiert wird heute alles in Filmen auf DVD, im Internet und in Magazinen wie Transworld Snowboarding, Snowboarder Mag sowie das Method Snowboard Magazine. Es finden jährlich Wettbewerbe in unterschiedlichen Formen statt, auf denen Trends und Styles über ein mittlerweile großes Medienaufkommen die breite Öffentlichkeit erreichen. Seit 1998 zählt Snowboarding sogar offiziell zu den olympischen Disziplinen. Und nachdem 1998 in Nagano die Pforzheimerin Nicola Thost die Goldmedaille in der Halfpipe gewann, hatte der Snowboardsport auch Deutschland endgültig erreicht.

Eine breite Akzeptanz ist jüngerer Natur. Wo heute eine Milliarden schwere Industrie hinter steckt, suchten noch vor 25 Jahren kleine Snowboardschmieden nach einem gemeinsamen Nenner. Kleinere Wettbewerbe überall in den USA brachten schrittweise immer wieder Innovationen und Weiterentwicklungen des einstigen Prototyps, der Snurfer, hervor.

Anfang der 1980er entdeckten die Europäer den Reiz des Snowboardings. Einige entwickelten selbst Boards, andere, darunter der Schweizer José Fernandez, fuhren mit Boards aus den Vereinigten Staaten. Der spätere ISF-Präsident (International Snowboard Federation) Fernandez gewann einige europäische Wettbewerbe und war auch der erste Europäer, der an Wettkämpfen in den USA teilnahm. Er trat mit einem asymmetrischen Board an, das von seinem damaligen Sponsor Hooger Booger hergestellt wurde.[2] Die Firma Hooger Booger war einer der ersten europäischen Hersteller. Später wurde dieser von Scott aufgekauft.[3] Zu den europäischen Pionieren zählt auch Petra Müssig aus Konstanz, die es zum Weltmeistertitel brachte. Eine Kuriosität gab es 1987: Im italienischen Livigno fand die erste Weltmeisterschaft in Europa statt. Parallel dazu veranstalteten die Amerikaner in Breckenridge, Colorado, die ersten amerikanischen Weltmeisterschaften.[4] Ab diesem Zeitpunkt spricht man offiziell vom Snowboarding, das mit diesen beiden Events eine Revolution im Wintersport auslöste. Die Bretter emanzipierten sich nun von den Snurfern und setzten sich jetzt aus Holzkernen ummantelt von Hightech-Kunstfaserbelägen und Stahlkanten zusammen. Die Enden (Schaufel und Heck) waren zunehmend abgerundet. Ergänzt durch Plattenbindungen und Hardboots war nun ein sicheres und behändes Manövrieren des Bretts kein Problem mehr. Die ersten Tricks und Drehungen waren geboren.

2.3 Snowboarding heute

Heute gliedert sich der moderne Snowboardsport in drei Kategorien: Freestyle, Freeride und Race, das auch Alpin genannt wird. Die Unterscheidung gibt es auch beim Material: Freestyleboards, Freerideboards und Raceboards. Die Mehrheit der Snowboarder fährt Freeride-/Freestyleboards, eine Art Zwitter, um sowohl auf als auch abseits der Piste volle Kontrolle über die Schwünge und gleichzeitig die Möglichkeit zu haben, im Park zu springen und in der Halfpipe zu fahren. Reine Freestyleboards sind breiter und kürzer als Freerideboards und der Flex ist wesentlich weicher und Fehler verzeihender. Mit Freeride-/Freestyleboards hat man durch die größere Länge und die steifere Kernkonstruktion im Tiefschnee mehr Kontrolle und Auftrieb. Die meisten Hersteller (Burton, Völkl, Salomon, Atomic, Capita, etc) setzen in der unteren und mittleren Preisklasse verstärkt auf diese Mischkonzepte, da sie den Fahrern ein möglichst großes Spektrum an Einsatzmöglichkeiten bieten. Pro-Rider wie der US-Amerikaner Shaun White, der Deutsche Xaver Hoffmann und die Schweizerin Anne-Flore Marxer fahren eigens auf ihr Fahrverhalten abgestimmte Boards. Für den Einsatz in der Halfpipe wählen die professionellen Sportler reine Freestyleboards. Shaun White, Halfpipe Olympiasieger in Turin 2006, steht Pate für eine eigene Produktpalette bei seinem Sponsor Burton Snowboards. Er ist maßgeblich an der Entwicklung und am Design der Boards, Kleidung und Schuhe beteiligt. Geht es für Filmdrehs ins Backcountry (Hinterland), werden für den Tiefschnee optimierte Modelle mit direkterer Kraftübertragung untergeschnallt. Der berühmteste Vertreter des Tiefschneefahrens ist der norwegische Freerider Terje Haakonsen.

Sowohl Freeride- als auch Freestyleboards werden in aller Regel mit Softbindungen und Softboots gefahren. Sie erlauben eine große Bewegungsfreiheit und verleihen dem Sportler gleichzeitig genügend Halt auf dem Board. Anders sieht es bei alpinen Raceboards aus. Diese Gattung zeichnet sich durch ihre schmale und überwiegend asymmetrische Bauweise aus. Raceboards werden ausschließlich mit Skischuh ähnlichen Hardboots und Plattenbindungen gefahren, um eine maximale Kraftübertragung auf die Frontside- und Backsidekanten zu erreichen. Diese ist besonders beim Slalom von Bedeutung, um die engen Kurven in der höchstmöglichen Geschwindigkeit nehmen zu können, ohne aus der Spur zu geraten. Raceboarding verlangt perfekt präparierte Pisten, weil es hier hauptsächlich um Geschwindigkeit und extreme Kurven geht.

Die Mehrheit der Boarder gehört allerdings zu den Freestylern und Freeridern, da sich in diesem Bereich vor allem das viel zitierte Lebensgefühl, der Way of Life der Snowboarder widerspiegelt. Industrie und Medien setzen verstärkt auf die Anziehungskraft dieser Disziplinen. Prominente Vertreter wie die Olympiasieger Shaun White und Hannah Teter sowie die Burton Pro-Rider, Gigi Rüf und Anne-Flore Marxer, haben aus ihrem Hobby einen gut bezahlten Beruf gemacht. Die Fahrer der Weltspitze stehen bei mehreren Firmen unter Vertrag und sind regelmäßig im Fernsehen und in Fachzeitschriften zu sehen. Sie machen Werbung im Internet und in Snowboardmagazinen, zeigen ihr Können in aufwändigen Filmen (z.B. First Descent, 2005) und treten in Talkshows auf (Shaun White zu Gast bei „The Tonight Show with Jay Leno“, 16.02. und 28.07.2006).[5] Die Popularität des Sports geht einher mit der Akzeptanz in den Skigebieten. Beinahe jedes Skigebiet in Europa bietet heute neben der klassischen Skischule auch eine Snowboardschule an. Skifahrer und Snowboarder haben sich zahlenmäßig längst angenähert. Beim Snowboarding ist die Tendenz steigend.

Snowboarding hat sich als Breitensport etabliert und ist heute salonfähig.

3. Organigramm des Begriffssystems

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Darstellung der Arbeitsmethodik

4.1 Themenfindung und -abgrenzung

Als ich im zarten Alter von vier Jahren zum ersten Mal - damals noch mit zwei Brettern unter den Füßen - einen Hang hinunter düste, war das Snowboard in Europa noch eine Ausnahmeerscheinung, die auf jeder Piste der Alpen und Dolomiten für gleichsam Kopfschütteln und erstaunte Gesichter sorgte. Das war 1987, und ich kann mich an keinen Wintersportler erinnern, der mich auf einem Snowboard überholt hat. Das liegt weniger an meinem halsbrecherischen Tempo als vielmehr an dem Seltenheitswert, den diese Sportart zu dieser Zeit in Europa besaß. Heutzutage hat man das Gefühl, Snowboarder und Skifahrer hielten sich zahlenmäßig an den Liften der Skigebiete die Waage. Mittlerweile bin auch ich von zwei Brettern auf ein Brett umgestiegen; und bis heute übt es einen grenzenlosen Reiz und Einfluss auf mich aus. Ein- bis zweimal pro Jahr zieht es mich in die Berge zum Snowboarden. Da liegt es nahe, aus der Liebe zu dieser dynamischen Wintersportart auch eine Verbindung zu meinem Studium, der Mehrsprachigen Kommunikation, herzustellen. Und wer schon einmal zwischen einem Haufen junger (und auch älterer) Boarder am Hang vor einem Snow-Park (Park mit Sprungschanzen, Rails und Halfpipes) gesessen und aufmerksam zugehört hat, weiß, wie mehrsprachig dieser Sport ist. Ein Begriffssystem existiert nur im täglichen Gebrauch, ist (noch) nicht vollständig im Duden festgehalten und erfreut sich selten über einen einheitlichen Gebrauch. Der fachfremde Zuhörer wird an dieser Stelle Zeuge einer Art Geheimsprache. Schier endlos kryptische Wortsalven fliegen da durch den schneebedeckten Raum. Deshalb will ich versuchen, zumindest die Begriffe rund um das physisch Erfassbare, das Sportgerät, zusammen zu tragen und in eine systematische Struktur zu bringen. Viele Begriffe sind mir nach zwölf Jahren, die ich regelmäßig mit meinem Board die steilen Hänge der Alpen hinunter gleite, bereits bekannt – viele waren jedoch nur Luftschlösschen, deren Bedeutung sich mir erst im Laufe der Arbeit erschloss. Um in 40 Begriffen zumindest ansatzweise einen Anspruch auf Vollständigkeit zu gewährleisten, beschließe ich, mich ausschließlich der Erklärung des Snowboards, der Bindung und der Schuhe zu widmen. Alles, was darüber hinausgeht (Sprünge, Tricks, Jargon, Bekleidung und Ausrüstung), umfasst ein beinahe unendliches Spektrum an Begriffen und Bezeichnungen, das in einer derartigen Arbeit nicht ausreichend behandelt werden kann. Ich betrachte Board, Bindung und Schuhwerk als Einheit und stelle diese unter den Sammelbegriff Sportgerät, da jedes der drei Komponenten untrennbar von den anderen ist. Damit will ich zum Ausdruck bringen, dass ein Board ohne Bindung genauso undenkbar ist wie Schuhe ohne Bindung und Board. Es besteht also ein Abhängigkeitsverhältnis. Fehlt eines der drei Bestandteile, ist ein Ausüben des Sports nicht möglich.

4.2 Recherche und Probleme

Snowboarding ist verglichen mit anderen olympischen Disziplinen eine eher junge Sportart, die in den vergangenen 40 Jahren eine rasante Entwicklung erlebt hat. Dies zeichnet sich vor allem bei Design und Konstruktion des Sportgeräts, das Snowboard, ab. Da es sich beim Snowboarding um eine in seinen Anfängen revolutionäre Randsportart handelt – vergleichbar mit dem Skateboarding und Progressive-Inlineskating - verfügt diese weder über ein manifestiertes Vokabular noch über eine normierte Terminologie.

Die beim Snowboarding gebräuchliche Sprache leitet sich aus dem sozialen Milieu ihrer Pioniere ab und wurde seit den Anfängen in den 1970er-Jahren stetig erweitert. Einflüsse, unter anderem aus dem Skateboarding und Surfen, generieren die für den Snowboard-Jargon typische Ausdrucksweise, die besonders in den Bezeichnungen für Sprünge (Airs) und Drehungen (Rotations) wieder zu finden ist. Da ist die Rede von Nose- und Tail-Grabs (Sprünge, bei denen jeweils an Schaufel und Heck des Boardes gegriffen wird), Boardslides (Gleiten mit dem Board auf einem Rohr oder Ähnlichem) und dem Wheelie (Fahren auf dem Heck des Boards).[6] Schon bei diesen Beispielen ist festzustellen, dass das Englische die Grundsprache des Snowboardens ist. Auch in den deutschen Medien wird bei der Berichterstattung darauf verzichtet, die Namen und Begrifflichkeiten des Snowboardens zu einzudeutschen. Die Szene hat sich von Anfang an unausgesprochen auf die englische Sprache als universelles linguistisches Mittel geeinigt. Es ist daher oft nur möglich, die jeweiligen Termini zu umschreiben oder zu erklären, statt sie ins Deutsche zu übersetzen.

Daher liegt es nah, bei der Recherche nach geeigneten Definitionen und Kontexten das Internet zur Hilfe zu nehmen und in den einschlägigen Fachmagazinen (snowboarder - Monster Backside Magazine, Transworld Snowboarding, etc) nach Antworten und Hinweisen auf eine gewisse Regelmäßigkeit der auftretenden Termini zu suchen. In der Kölner Stadtbibliothek lieh ich vier Fachbücher (siehe Literaturliste) zum Thema Snowboarding aus, die sich als ideale Ergänzung zu den Onlinequellen erwiesen. Allerdings ist die Suche nach geeigneter Literatur mühselig. Es existieren zwar mittlerweile einige Bücher zu dem Thema, die meisten behandeln jedoch eher Fahrtechnik und Didaktik des Snowboardens. Sie richten sich als Lehrbücher daher vorrangig an angehende Snowboardlehrer und praktizierende Sportler.

Bei der Suche nach deutschen Begriffsbestimmungen erweist sich das Lexikon der Webseite www.talwaerts.de als wertvolles Sammelwerk an veritablen Definitionen. Wie man den terminologischen Einträgen entnehmen kann, stehen aber auch andere Seiten als Referenz Pate. Auch die Literatur steuert Erläuterungen und Kontexte bei. Um die englischen Entsprechungen zu finden, gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen kann man anhand von Darstellungen und Produktabbildungen die Begrifflichkeit klären und abgleichen. Zum anderen liefern Onlineportale verständliche Definitionen und Kontexteinbindungen. Herausragende Beispiele dafür sind die Online-Glossare der Seiten http://snowboarding.about.com/library/glossary und

http://www.abc-of-snowboarding.com/. In vielen Fällen war eine intensive Suche nötig. Dabei mache ich vor allem von den Optionen der Internet-Suchmaschine www.google.de Gebrauch. Oftmals kommt man mit der reinen Einzelwortsuche nicht weit. So muss man sich verschiedener Herangehensweisen bedienen. Beispielsweise durch Hinzufügen von verwandten Begriffen oder thematisch relevanten Ergänzungen mit Hilfe des „+“ als Bindeglied der einzelnen Suchbegriffe (z.B. base+binding+snowboard).

Das dieser Arbeit hinzugefügte Bildmaterial ist größtenteils auf www.blue-tomato.at zu finden, der österreichische Branchenführer im Snowboard-Online-Vertrieb. Einige Abbildungen habe ich zum besseren Verständnis mit Erklärungen und Pfeilen ergänzt. Andere Abbildungen, z.B. die verwendeten Zeichnungen zu den Bindungsstellungen „regular“ und „goofy“ sowie „duckstance“ habe ich selbst mit der Adobe-Anwendung Illustrator CS2 angefertigt. Andere, pixellastige Darstellungen, z.B. „Taillierung“, habe ich mit der Adobe-Anwendung Photoshop CS2 collagiert. Dabei dienten mir eigens angefertigte Digitalfotoaufnahmen als Grundlage. Da ich über gute Bildbearbeitungskenntnisse verfüge, bereitete das Layouten der Arbeit keine Schwierigkeiten. Außerdem konnte ich einige Grafiken der Ausgabe 119 des snowboarder - Monster Backside Magazines sowie zwei der ausgeliehenen Bücher (Gibbins.1997, Müssig.1997) per Scan entnehmen.

[...]


[1] http://www.calsky.com/lexikon/de/txt/s/sn/snowboard.php 26.04.2007

[2] http://expn.go.com/snb/s/snowboard_timeline_80.html 11.05.2007

[3] http://www.bomberonline.com/articles/brief_history.cfm 11.05.2007

[4] http://www.bulgariaski.com/snowboarding.shtml 11.05.2007

[5] http://german.imdb.com/name/nm1027039/

[6] http://www.valueseek.com/snowboard_terms.html 10.05.2007

Ende der Leseprobe aus 84 Seiten

Details

Titel
Snowboard - Eine systematische terminologische Untersuchung Deutsch - Englisch
Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln
Note
1,8
Autor
Jahr
2007
Seiten
84
Katalognummer
V121421
ISBN (eBook)
9783640250660
ISBN (Buch)
9783640250745
Dateigröße
3550 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Snowboard, Eine, Untersuchung, Deutsch, Englisch
Arbeit zitieren
Moritz Ebert (Autor), 2007, Snowboard - Eine systematische terminologische Untersuchung Deutsch - Englisch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121421

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