Phraseologie im Kontext - Ihre Bekanntheit und ihr Verständnis


Bachelorarbeit, 2008

55 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Der Themenkomplex Phraseologie
2.1 Definition
2.1.1 Polylexikalität
2.1.2 Festigkeit
2.1.2.1 Psycholinguistische Festigkeit
2.1.2.2 Strukturelle Festigkeit
2.1.2.3 Prag matis che Festigkeit
2.1.3 Idiomatizität
2.2 Terminologie und ihre Probleme
2.3 Klassifikation und Abgrenzung
2.4 Funktionen von Ph raseologismen

3. Die Untersuchungeine Evaluation mittels Fragebogen
3.1 Vorüberlegungen
3.2 Psycholinguistische und pragmatische Aspekte der Phraseologie
3.2.1 Psycholinguistische Aspekte
3.2.2 Spracherwerb von Phraseologismen
3.3 Durchführung der Untersuchung
3.3.1 Die Versuchspersonen und die Durchführun g der Untersuchung
3.3.2 Aufbau und Inhalt des Fragebogens
3.4 Auswertung der Untersuchung

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Phraseologismen begegnen uns regelmäßig in der Alltagssprache. „Die Flinte ins Korn werfen“, „den Mund halten“ oder auch Formulierungen wie „guten Tag“ können als Beispiele dieses überaus großen Sprachbereichs gelten. Häufig dienen sie dabei der Erweiterung unseres Wortschatzes aber auch der Benennung und Verarbeitung der sprachlichen und vor allem der mentalen Welt. Auch in der Wissenschaft haben sie Aufmerksamkeit erhalten. Als Teildisziplin[1] der Lexikologie oder auch als selbstständige linguistische Disziplin ist die Phraseologie seit den 70er Jahren in den Fokus der Sprachwissenschaft gerückt.[2] Insbesondere Analysen von Werbesprache setzten Phraseologismen als allgemeingültig und bekannt voraus.[3]

Diese Untersuchung soll überprüfen, ob die gängige Akzeptanz der Phraseologismen als tatsächlich gelten kann. Wie bekannt sind Phraseologismen? Wie oft werden sie verwendet, wie verstanden und wie erlernt? Welche Rolle spielt der Kontext dabei? All diese Fragen sollen im Zentrum dieser Arbeit stehen. Ihnen vorausgehend wird sowohl eine notwendige, ausführliche und wissenschaftliche Begriffsbestimmung als auch eine Analyse der Funktionen der Phraseologismen erfolgen.

Hierfür soll anhand einer Evaluation an einer Gesamtschule ermittelt werden, inwieweit die Schüler und Schülerinnen der 7. Jahrgangsstufe Kenntnisse von Phraseologismen haben. Um diesen Bereich untersuchen zu können, wurde ein Fragebogen mit ausgewählten Phraseologismen konstruiert und in zwei Klassen verteilt. Ziel dieser Untersuchung soll es sein, Informationen zum individuellen Wissen über Phraseologismen zu bekommen; dies in der Absicht, über verschiedene Typen von Phraseologismen qualitative Angaben zu erhalten, um diese in Beziehung zu kontextuellen Einflüssen auswerten zu können. Durch einen Vergleich von kontextlosen und kontextgebundenen Phraseologismen sollen anhand der Interpretationen der Probanden Erkenntnisse über die dem Kontext zukommende Rolle für das Verständnis der Phraseologismen gewonnen werden. Zudem soll die Identifikations-, Analyse-, sowie Synthesefähigkeit der Befragten bei ausgewählten Phraseologismen überprüft werden. Zusätzlich soll versucht werden zu überprüfen, ob und inwiefern die individuellen Daten[4] der in der Befragung angesprochenen Probanden Einfluss auf die Bekanntheit bzw. Verwendung von Phraseologismen haben. Eine weitere wichtige, linguistisch bedeutsame Frage der Untersuchung ist es, inwieweit die semantische Struktur und die syntaktische Funktion eines Phraseologismus für den Charakter der Interpretation relevant sind.

2. Der Themenkomplex Phraseologie

2.1 Definition

Die Phraseologie ist eine sprachwissenschaftliche Forschungsrichtung, welche sich mit der Untersuchung von Phraseologismen beschäftigt. Sprachliche Ausdrücke sind dann als Phraseologismen zu erkennen, wenn sie zweierlei Voraussetzungen erfüllen: „Erstens bestehen sie aus mehr als einem Wort, zweitens sind die Wörter nicht für dieses eine Mal zusammengestellt, sondern es handelt sich um Kombinationen von Wörtern, die uns als Deutschsprechende genau in dieser Kombination (eventuell in Varianten) bekannt sind, ähnlich wie wir die deutschen Wörter (als einzelne) kennen.“[5] In diesem Zitat werden durch Burger zwei wesentliche Merkmale eines phraseologistischen Ausdrucks näher beschrieben. Zum einen wird der Mehrwortcharakter, die Polylexikalität, und zum anderen der Einheitsstatus des Ausdrucks, die Festigkeit, genannt und als Kriterien dieses sprachlichen Phänomens festgelegt. Treffen diese beiden Kriterien auf einen sprachlichen Ausdruck zu, so spricht man von einem Phraseologismus, der der Kategorie „Phraseologie im weiteren Sinne“ zuzuordnen ist.

Kann einem sprachlichen Ausdruck zudem noch eine übertragene, nicht aus den Bedeutungen der Einzelwörter erschließbare Bedeutung zugewiesen werden, so gilt er als idiomatisch. Die Idiomatizität beschreibt ein drittes, für die Klassifikation solcher Ausdrücke wichtiges Merkmal. Diese drei Merkmale zusammen lassen Burger von einer „Phraseologie im engeren Sinne“ sprechen.[6]

Um noch einen genaueren und tiefgreifenderen Einblick in die wesentlichen Kriterien phraseologistischer Ausdrücke zu erlangen, werden die einzelnen Begriffe noch ausführlicher definiert und bezüglich ihrer Aussagekraft problematisiert.

2.1.1 Polylexikalität

Dieses Kriterium gilt in der Literatur als „relativ unproblematisch definierbar“.[7] Ein phraseologistischer Ausdruck besteht nach Vorgabe dieses Kriteriums aus mindestens zwei Wörtern. Einen sprachlichen Ausdruck als polylexikalisch zu erkennen, erfordert also lediglich − vorausgesetzt die Definition von Wort ist unstrittig − die Anzahl der vorliegenden Wörter zu zählen. Was ein Wort ist und welche Sonderformen es in den verschiedenen Fällen haben kann, ist nicht Teil dieser Arbeit und wird von mir, wie auch von anderen Autoren, ausgeklammert.[8] Burger weist in diesem Zusammenhang auf eine Besonderheit hin. Bei bilexikalischen Phraseologismen, die lediglich aus Synsemantika − sogenannten Funktionswörtern − bestehen oder bei denen Autosemantika zunehmend ihre Bedeutung verloren haben, tritt oft der Prozess der Univerbierung, also die Verschmelzung zweier vormals autonomer Wörter zu einer neuen Worteinheit ein. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die Univerbierung bei zweigliedrigen Phraseologismen für den Status als Phraseologismus entscheidend ist. Vormals phraseologische Verbindungen wie „Gewähr leisten“ (jetzt: gewährleisten[9] ) haben durch Univerbierungsprozesse und anschließende Rechtschreibreformen ihren Status als Phraseologismus abgesprochen bekommen. Die Zusammen- und Getrenntschreibung ist daher für die Phraseologie von immenser, wesensbestimmender Bedeutung.[10]

Das Kriterium der Polylexikalität ist für das Erkennen eines Phraseologismus lediglich eine notwendige − nicht aber hinreichende − Bedingung. Auch jeder Satz, oft Satzglieder und jedwede Form von Text können diesen Mehrwortcharakter[11] aufweisen, ohne als Phraseologismus zu gelten. Als obere Grenze für die Mehrgliedrigkeit gilt der Satz.[12] Dies ist deshalb der Fall, weil für den Phraseologismus die Restriktionen der Menge der Komponenten[13] syntaktisch und nicht lexikalisch festgelegt sind. Die Bestimmung und Überprüfung dieses Kriteriums scheint also eindeutig. Für die Definition − also die Abgrenzung zu anderen sprachlichen Erscheinungen − kann dieses Merkmal allerdings nur ein Fundament tiefgreifender Untersuchungen sein[14].

2.1.2 Festigkeit

Das Kriterium Festigkeit ist schwieriger zu definieren, da zu bestimmen was als fest zu betrachten ist, nicht immer trennscharf und eindeutig zu klären ist. Dennoch - Phraseologismen können laut Burger als fest gelten, wenn sie in einem synchronen Sprachquerschnitt „gebräuchlich“ sind. Er weist dabei auf den Unterschied von Kennen und Gebrauchen hin und erklärt, dass einen phraseologistischen Ausdruck zu kennen noch nicht bedeutet, dass man ihn gebraucht. Der Gebrauch setzt jedoch die Kenntnis voraus. Es ergibt sich das Problem herauszufinden, was als allgemein gebräuchlich gilt. Weder die eigene Intuition noch der Rückgriff auf Wörterbücher, die oft ein in der aktuellen Sprache nicht mehr verwendetes Material tradieren, helfen zu Eindeutigkeit zu gelangen. Klammert man jedoch die ständige Veränderung der Umwelt und den damit verbundenen, kontinuierlichen und unaufhaltsamen Wandel der Sprache aus, so könnten umfassende und äußerst aufwendige Tests und Befragungen Antwort auf die Frage der Gebräuchlichkeit geben. Burger unterscheidet unter dieser Überschrift zwischen psycholinguistischer Festigkeit, struktureller Festigkeit und pragmatischer Festigkeit, die alle als Kriterien der Gebräuchlichkeit einer Wortverbindung anzusehen sind.

2.1.2.1 psycholinguistische Festigkeit

Er erklärt, dass Phraseologismen psycholinguistisch betrachtet mentale Einheiten sein müssen, die als ganze abgerufen und produziert werden.[15] Rojzenzon betitelte bereits 1973 in seinen linguistischen Untersuchungen zu diesem Thema diesen Vorgang treffend als Reproduzierbarkeit.[16] Problematisch hierbei ist jedoch, wie auch Burger selbst schon zu klären versucht, der Begriff

„Einheit“. Einheit ist hierbei nicht gleich zu setzen mit starr und unveränderlich. Im Gegenteil, Phraseologismen verhalten sich wie „,normale‘ syntaktische Gebilde“[17], die ebenfalls − wenn auch nur beschränkt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten − im Bereich der Deklination, Konjugation und der Umstellung durchaus Variationen erfahren können. Hierbei ist zudem eine genaue Begriffsabgrenzung der Begriffe Variation und Modifikation zu treffen. Als Variationen von Phraseologismen werden usuelle Unregelmäßigkeiten verstanden.[18] Sie gelten als „Spielraum, innerhalb dessen formale Veränderungen des Phraseologismus möglich sind, ohne daß die phraseologische Bedeutung verloren geht.“[19] Modifikationen[20] hingegen beschreiben okkasionelle Veränderungen des vorliegenden Sprachmaterials, welche zeitlich begrenzt und oft zum Erhaschen von Aufmerksamkeit eingesetzt werden.[21] Modifikationen werden aus diesem Grund oft in der Werbung eingesetzt, um dem dort vertretenden Anspruch der Originalität Rechnung tragen zu können.[22] Es scheint also bei Phraseologismen sowohl einen harten Kern als auch eine weiche, veränderbare Peripherie zu geben. Relativierend ist jedoch auch bei diesem Punkt festzustellen, dass eine „Abgrenzung von Variante und Modifikation im Einzelfall nicht immer eindeutig ist und schwer entscheidbar sein kann.“[23]

Um auf den psycholinguistischen Charakter von Phraseologismen schließen zu können, führt Burger systematische Versprecher von Versuchspersonen in Lückentests mit Sprichwörtern als Beweis an. Die klare Struktur innerhalb der Versprecher und das abzulesende Muster nachdem diese passieren, lassen auf eine Speicherung von Phraseologismen als Einheit schließen.

2.1.2.2 strukturelle Festigkeit

Strukturell betrachtet sind sprachliche Ausdrücke dann als Phraseologismen zu klassifizieren, wenn ihnen neben den syntaktischen und semantischen Restriktionen, die auch für freie Wortverbindungen gelten, noch andere Restriktionen auferlegt sind.[24] Burger bezeichnet diese als Beschränkungen und Irregularitäten. Sie können in Bereichen der Valenz − bei Phraseologismen, die ein Verb enthalten -, der Morphosyntax, der Lexik und der Semantik auftreten. Als Beispiel für eine lexikalisch-semantische Restriktion kann der Phraseologismus „die Flinte ins Korn werfen“ gelten. Bei dieser Wortverbindung ist es unmöglich, eine Komponente durch einen synonymen oder bedeutungsähnlichen Ausdruck zu ersetzen[25], ohne die phraseologische Bedeutung zu zerstören und den Ausdruck in den Status der freien Wortverbindung zu überführen. Es ist daher festzuhalten, dass eine phraseologische Bedeutung einer sprachlichen Aussage nur dann erreicht werden kann, „wenn die Wortverbindung in einer bestimmten morphosyntaktischen Ausprägung und einer bestimmten lexikalischen Besetzung formuliert wird.“[26] Bezeichnend für diesen Aspekt ist, dass er zugleich einen Aspekt der Idiomatizität darstellt. Erst durch diese Anomalien − die außergewöhnliche strukturelle und lexikalische Stabilität - kann eine idiomatische Aussage geschaffen und eine übertragende Bedeutung hergestellt werden.[27] Ein Phraseologismus wie „etw. von der Pike auf lernen“, der vormals das Exerzieren von Anfängern im militärischen Dienst meinte[28], muss wohl schon strukturell und lexikalisch stabil gewesen sein, um dann in übertragenem Sinne noch weiter gebraucht zu werden, auch nach Aufgabe der ursprünglichen inhaltlichen Handlung. Es ist also mit Burger/Linke durchaus zu fragen, „ob das, was wir heute als strukturelle ,Festigkeit‘ des Phraseologismus fassen, das Produkt der mehrhundertjährigen schriftsprachlichen (insbesondere lexikographischen) Normierung“[29] sein kann und die Festigkeit damit eine Grundvoraussetzung der Idiomatizität darstellt.

2.1.2.3 pragmatische Festigkeit

Bezüglich der Betrachtung konkreter, kommunikativer Situationen, die hier als die pragmatische Sichtweise gesehen werden soll, sind zwei Typen von Phraseologismen zu unterscheiden. Im Bereich der Gruß- und Abschiedsformeln, die Balsliemke als Routineformeln[30] bezeichnet, ist festzustellen, dass sie nur an bestimmten, funktional definierten Stellen auftreten und ein relativ hohes Maß an struktureller Festigkeit aufweisen. Als zweiten Teil dieser Betrachtungsperspektive sieht Burger gesprächsspezifische Phraseologismen, deren Aufgaben und Funktionen im Bereich der Gesprächssteuerung liegen. Ihre Festigkeit ist insgesamt gering und „läßt sich vorwiegend dadurch bestimmen, daß sie den Sprechern als abrufbare Einheiten zur Bewältigung wiederkehrender kommunikativer Aufgaben […] zur Verfügung stehen.“[31] Letztendlich ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die pragmatische Betrachtungsweise auf Routineformeln beschränkt bleibt und daher die Aussagen über die Festigkeit nicht verallgemeinernd für den Bereich der Phraseologie gelten müssen.

Es wird gleichwohl allein am Beispiel der Routineformeln deutlich wie groß die Unterschiede bezüglich der Festigkeit sein können. Diese Tatsache verpflichtet uns dazu bei Phraseologismen im Allgemeinen stets von einer relativen Festigkeit zu sprechen, deren Abstufungen graduell unterschiedlich sind. Auch Burger hält fest: „Festigkeit ist offensichtlich ein graduelles Konzept, und dies unter jedem der betrachteten Aspekte. Am einen Ende der Skala stehen die in vieler Hinsicht verfestigte Ausdrücke, am anderen Ende diejenigen, die nur schwache Merkmale von Festigkeit aufweisen….“[32] Donalies schlägt daher vor, eine verbindliche Skala, „die jeweils die Grade und Arten der Stabilität“[33] verzeichnet, einzuführen, um die unübersichtliche Akkumulation an unterschiedlich festen Phraseologismen strukturieren zu können.

2.1.3 Idiomatizität

Der Begriff der Idiomatizität wird in der Regel ausschließlich unter semantischen Gesichtspunkten untersucht und erläutert. Auch ich werde daher − wie auch Donalies[34], Balsliemke[35] und Burger[36] − die Semantik in den Fokus meiner Betrachtung rücken und Idiomatizität im engen Sinne erläutern.

Die Idiomatizität ist − wie die bereits beschriebene Festigkeit − eine graduelle Eigenschaft von Phraseologismen, die ein Ausdruck der Diskrepanz zwischen der wörtlichen und der phraseologischen Bedeutung eines Phraseologismus ist. Je stärker die Diskrepanz, desto höher ist der Grad der Idiomatizität. In diesem Sinne werden phraseologische Ausdrücke gemäß einer graduellen Abstufung für gewöhnlich entweder als voll-, teil- oder nichtidiomatisch klassifiziert. Balsliemke nennt hierfür folgende Beispiele: „sich in den Haaren liegen“ für vollidiomatisch, „Fahrt ins Blaue“ für teilidiomatisch und „die Weichen stellen“ als nicht- oder nur schwach idiomatisch. Um den Grad der nichtidiomatischen Ausdrücke auch gesichert dingfest machen zu können, ist es allerdings stets notwendig den pragmatischen Kontext des konkreten Kommunikationsvorganges mit zu berücksichtigen. Nur durch ihn kann letztenendes bestimmt werden, ob es sich bei einem zunächst nichtidiomatischen Phraseologismus auch tatsächlich um einen solchen handelt.[37] Bleibt der

„Minimalkontext“[38] jedoch unbekannt so ist diese Art der Phraseologismen zunächst als „nicht obligatorisch idiomatisch“ zu klassifizieren, um auf eine diesen Phraseologismen eigene, potentielle Homonymie[39] hinzuweisen.[40] Lediglich Kollokationen und Funktionsverbgefüge sind diesbezüglich immer unabhängig vom Kontext und gelten daher fortwährend als nichtidiomatisch. Bei vollidiomatischen Ausdrückern äußert sich also die bereits beschriebene Diskrepanz in ganz besonderem Maße. Die Gesamtbedeutung des Phraseologismus entspricht nicht einmal mehr annähernd der Summe der Bedeutungen der einzelnen Komponenten. Vollidiomatische Phraseologismen stellen daher einen immensen Anspruch an Fremdsprachler, die versuchen unsere Sprache zu erlernen.[41] Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der wörtlichen und phraseologischen Vestehensweise herzustellen ist unmöglich, da die Bedeutung solcher Phraseologismen eine Interpretation verlangt, die nur aus externen Faktoren herleitbar ist.

2.2 Terminologie und ihre Probleme

Als Analogie zu der philosophischen Weisheit Sokrates hält Pilz fest: „In der Phraseologie steht wohl als einziges bisher fest, daß noch nichts feststeht.“[42] Gerade dieses Zitat verdeutlicht wie groß die „geradezu chaotische terminologische Vielfalt“[43] und das „Begriffschaos“[44] in diesem Bereich sind bzw. waren. Es kann allerdings nicht Teil dieser Arbeit sein, die diachrone Entwicklung der Phraseologie im Detail zu beschreiben. Ziel dieses Abschnittes ist es, einen Einblick in ausgewählte, terminologische Sichtweisen der Phraseologie zu geben und gleichzeitig eine klare Stellungnahme und begriffliche Einheitlichkeit für meine Arbeit zu schaffen.

Speziell Burger/Buhofer/Sialm versuchen dem Themenkomplex Struktur und Klarheit zu geben und halten fest, dass es unzweckmäßig sei, durch Neuprägungen von Termini etwas wie eine Pseudo- Ordnung in dem schwer zu ordnenden Gebiet der Phraseologie zu schaffen. Auch ich werde mich daher an bereits existierende Termini halten und diese für meine Zwecke und im Rahmen des Möglichen zu definieren versuchen.

Burger/Buhofer/Sialm wie auch Thun sehen die Termini „phraseologische Einheit“ oder „Phrasem“ nicht als Äquivalent zu dem bereits eingeführten Begriff Phraseologismus. Ich treffe diese Unterscheidung jedoch nicht und verwende diese Begriffe − auch wenn Phraseologismus eine höhere Akzeptanz genießt[45] - gleichbedeutend.[46] Auch Donalies fordert den Terminus „Phrasem“ als eine in der Phraseologieforschung gültige Bezeichnung anzusehen. Phrasem sei, so Donalies, als Fachterminus erkennbar und gehöre eindeutig der Sprachwissenschaft an. Er passe gut in die Reihe der Bezeichnungen für die einzelnen sprachwissenschaftlichen Gebiete und der dort jeweils untersuchten Erscheinungen: Morphologie − Morphem, (bedingt auch) Lexikologie − Lexem, Phraseologie − Phrasem.[47]

Andere gebräuchliche Terminologiebildungen, die ein Adjektiv mit einschließen (vgl. festes Syntagma, feste Verbindung, gänzlich erstarrte Wortfügung)[48] halte ich für inadäquate Begriffsbeschreibungen, weil diese Termini durch die Nennung der Eigenschaft „fest“ schon eine gewisse Wertigkeit implizieren, die nicht für jedes Phrasem in gleichem Maße gelten kann. Die Gewichtung der phraseologischen Kriterien ,Festigkeit‘ und auch ,Idiomatizität‘ gilt es für jeden Phraseologismus aufs Neue zu prüfen. Eine voreilige Gewichtung durch eine falsche bzw.

unzureichende Bezeichnung kann damit der Heterogenität des Phänomens Phraseologismus nicht Rechnung tragen.[49] Neben der Wertigkeit geht oft auch eine Beschränkung der Klassifikation auf ein Kriterium einher. Termini wie „festes Syntagma“ beschränken die Klassifikation von Phraseologismen auf rein syntaktisch-strukturelle Aspekte. Andere Aspekte wie die Semantik, Lexik oder Psycholinguistik bleiben außen vor. „Prinzipiell am vielseitigsten verwendbar ist wohl [nur] eine Klassifikation […], die sich bewußt als Mischklassifikation[50] versteht und mit Bündeln von Kriterien arbeitet.“[51] Auch Burger fordert eine Kombination von Klassifikationsregeln, auch wenn diese bei der Gewichtung der einzelnen Kriterien unterschiedlich ausfallen darf, und erklärt, dass eine asketische Beschränkung auf ein Klassifikationskriterium sich als wenig produktiv erwiesen habe.[52] Nur eine Mischklassifikation, die sich aus unterschiedlichen Merkmalen zusammensetzt, kann dem verschiedenartigen Material der Phraseologismen gerecht werden[53] und die „Dynamik und Flexibilität des Systems“[54] erfassen.

Erst Anfang der 1980er Jahre gelang es nach jahrzehntelanger Diskussion im Forschungsfeld der Phraseologie[55] eine bis heute anerkannte Definition aufzustellen, die alle Sichtweisen als minimaler Konsens unter sich zu vereinen versuchte. „Phraseologisch ist eine Verbindung von zwei oder mehr Wörtern dann, wenn (1) die Wörter eine durch die syntaktischen und semantischen Regularitäten der Verknüpfung nicht voll erklärbare Einheit bilden, und wenn (2) die Wortverbindung in der Sprachgemeinschaft, ähnlich wie ein Lexem, gebräuchlich ist. Die beiden Kriterien stehen in einem einseitigen Bedeutungsverhältnis: wenn (1) zutrifft, dann auch (2), aber nicht umgekehrt.“[56] Diese Definition wird trotz ihres fortgeschrittenen Alters oft von Phraseologen zitiert[57] und ist ihnen bis heute in seiner dualistischen Struktur aber auch inhaltlich eine Orientierung (vgl. Definition unter Punkt 2.1). Auch die Tatsache, dass diese Definition in der Regel keine grundlegenden Veränderungen, sondern vielmehr zahlreiche Modifikationen und Erweiterungen erfuhr, macht deutlich wie wichtig und grundlegend diese Definition für die Phraseologie als sprachwissenschaftlicher Forschungszweig war und ist.

2.3 Klassifikation und Abgrenzung

Wie bereits ausgeführt, beruhen die Kriterien von Phraseologismen auf einer Vielzahl von unterschiedlichen, klassifikatorischen Merkmalen. Während die Idiomatizität aus semantischen Gesichtspunkten zur Klassifikation von Phraseologismen beiträgt, leisten die Merkmale Polylexikalität und Festigkeit durch den Bezug auf morpho-syntaktische Aspekte einen Beitrag zur Spezifikation und Ordnung von Phraseologismen. Ausschlaggebend für meine Untersuchung und konstituierend für meinen Fragebogen sind sowohl semantische als auch morphologisch-syntaktische Kriterien. Hierbei orientiere ich mich maßgeblich an den Klassifikationen von Fleischer[58] und Burger[59]. Bei den von mir untersuchten Phraseologismen handelt es sich morpho-syntaktisch betrachtet um satzgliedwertige und satzwertige Verbindungen. Während in den Abschnitten I und II des Fragebogens satzgliedwertige Phraseologismen in Form von verbalen Phraseologismen behandelt werden, sind es im darauffolgenden III. Abschnitt sowohl satzgliedwertige als auch zwei satzwertige phraseologische Verbindungen. Auch die interne beziehungsweise externe[60] syntaktische Struktur dieser Phraseologismen wurde berücksichtigt und für die in der Untersuchung vorkommenden Phraseologismen bestimmt.[61] Im Fokus dieser Arbeit stehen jedoch die funktionalen Aspekte der Syntax. Die Korrelation mit dem Wort, genauer die Wortäquivalenz der Phraseologismen, und die Klassifikation im lexikographischen Sinne sind daher ausschlaggebend für meine Arbeit. Die Unterteilung Burgers in referentielle, strukturelle und kommunikative Phraseologismen halte ich nicht für notwendig und wurde in dieser Arbeit nicht vorgenommen.

Bezüglich der semantischen Betrachtung von Phraseologismen wurde auch der Idiomatizitätsgrad der Phraseologismen differenziert betrachtet. In Abschnitt I des Fragebogens sollen vollidiomatische, in Abschnitt II teilidiomatische und in Abschnitt III unterschiedlich idiomatische Verbindungen untersucht werden. Genaueres dazu folgt unter Punkt 3.3.

Grundsätzlich ist noch darauf hinzuweisen, dass die Klassifikationen nicht immer trennscharf operieren und keine letztendliche Eindeutigkeit versprechen. Die Entscheidung, wo der "harte Kern" aufhört, d.h. wo die eindeutige Zuteilung zu einem bestimmten Merkmal aufhört, und wo die "weiche Peripherie" und damit die Unsicherheiten beginnen, bleibt in vielerlei Fällen dem Klassifizierenden überlassen. Hörler führt in seiner Dissertation mit dem Phraseologismus „gar nicht daran denken [etw. zu tun]“ ein gutes Beispiel an. Dieser Phraseologismus kann daher laut Hörler sowohl als feste Phrase (so zum Beispiel in der Form: „Ich denke gar nicht dran!“), als Routineformel, als metaphorisches Idiom, entfernt sogar auch als Modellbildung klassifiziert werden.[62]

2.4 Funktionen von Phraseologismen

„Da die Existenz von Phraseologismen [...] eine nicht zu leugnende Tatsache der Sprache mit dem Status einer Universalie ist, müssen sie also eine Existenzberechtigung haben, die sich in ihrem besonderen, noch näher zu nuancierenden Wert für die Kommunikation auf den verschiedenen Ebenen der Sprache ausdrückt, und die sich auch nicht auf eine bloße Schmuckfunktion reduzieren läßt.“[63] Es gilt daher die zusätzlichen Funktionen der Phraseologismen in diesem Abschnitt der Arbeit aufzuklären.

Allen voran ist diesbezüglich die stilistische Funktion der Phraseologismen zu nennen. Sie ergibt sich aus der überaus großen semantischen Vielfalt vieler phraseologischer Ausdrücke. Gerade idiomatische Wortverbindungen machen es möglich, die Sprache des Sprechers oder Schreibers durch eine Vielzahl an Ausdrucksvarianten so zu erweitern, dass das Gemeinte auf vielfältige Weise zum Ausdruck gebracht werden kann. Für die Stilistik ist hierbei die stilistische oder konnotative Information interessant, die zur denotativen Information hinzutritt und zusammen mit dieser das semantische Spektrum des Phraseologismus ergibt. Insbesondere expressive Konnotationen sind charakteristisch für Phraseologismen.[64] So kann derselbe semantische Bereich „TodƒSterben“ durch unterschiedliche Phraseologismen in unterschiedlicher Konnotation zum Ausdruck gebracht werden.[65] Während „in die ewigen Jagdgründe eingehen“ oft als umgangssprachlicher und scherzhafter Ausdruck verstanden wird, beschreibt „seinem Leben eine Ende setzen/machen“ den Sachverhalt auf eine geheimnisvolle, verhüllende und poetische Weise. Palm beschreibt die Idiomatik in der Phraseologie daher treffend als „die hohe Schule der Sprachfertigkeit“, dessen praktische und theoretische Bewältigung unerlässlich ist, will man kompetent mit der Sprache umgehen.[66]

Des Weiteren wird wegen ihrer vorgeformten, festen Gestalt von einer höheren Überzeugungskraft gegenüber freien Verbindungen gesprochen. Diese Eigenschaft der Phraseologismen kann als argumentative Funktion gesehen werden. Die den Phraseologismen zugestandene expressive und intensivierende Qualität ergibt sich dadurch, dass sie Abstraktes oftmals in anschaulichen Bildern formulieren - ein Umstand, der den besonderen stilistischen Wert der Phraseologismen im Vergleich zu freien Verbindungen ausmacht. Der stilistische Effekt ergibt sich oft durch die Substitution einer Komponente des Phraseologismus, der Umkehrung einer Paarformel oder des Weglassens eines Elementes. Etwas allzu Bekanntes und nahezu Stereotypes wird also verfremdet und dadurch in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt wird. Gerade durch die potentielle Doppeldeutigkeit sind Phraseologismen beliebte Stilmittel und werden bevorzugt für Sprachspiele in Zeitungsüberschriften und Werbeanzeigen eingesetzt. Drumm hält diesbezüglich fest: „Die potentielle Mehrsinnigkeit von Phraseologismen evoziert beim Rezipienten individuell verschiedene Assoziationen und spricht so eine große Gruppe unterschiedlicher Adressaten an. Phraseologismen eignen sich deshalb hervorragend für den Einsatz in Massenmedien…“[67]

Meist werden Phraseologismen der umgangssprachlich-saloppen oder der niederen Stilschicht zugeordnet, doch bereits Burger und andere weisen darauf hin, dass die stilistische Bewertung arbiträr und oft nicht weiter begründbar sei.[68] Koller präzisiert diese Vorbehalte in seiner Untersuchung von Redensarten[69] ; seiner Meinung nach sind Stilschichtzuweisungen und Stilmarkierungen äußerst problematisch, da weder Textsorten und Textnormen noch Kommunikationssituationen berücksichtigt werden. Auch Fleischer, der sich auf Koller beruft, weist eine zu einseitige Zuordnung von Phraseologismen zurück.[70] Phraseologische Erscheinungen können nach Fleischer in Abhängigkeit vom jeweiligen Text unterschiedlich verwendet werden und dementsprechend unterschiedliche stilistische Wertungen aufweisen.

Der kommunikative Wert von Phraseologismen ist jedoch nicht nur aus stilistischer Perspektive interessant, sondern vor allem auch aus pragmatischer Sicht. Während bei den stilistischen Aspekten das umstrittene Problem der Sprachschichtzuweisung sowie stilistische Effekte im Text im Vordergrund stehen, sind hinsichtlich der pragmatischen Aspekte die spezifischen Verwendungsbedingungen sowie die Funktionen von Phraseologismen von Bedeutung. Dazu gehören die Fragen der Mediums- und Situationsbeschränkungen, der Verwendungssituationen bzw. - bedingungen, die Gebraucherspezifik und der Bezug zum Hörer bzw. Leser. All diese Punkte bestimmen die speziellen Wirkungsmöglichkeiten von Phraseologismen[71] innerhalb der Kommunikation. Doch nur durch die Einbettung eines Phrasems in einen Kontext kann diesem eine bestimmte Funktion zugeschrieben werden. Außerhalb dieses Kontextes und isoliert betrachtet, kann man mit Sicherheit sagen, „dass es eine besondere kommunikative Funktion aller Phraseologismen nicht gibt.“[72] Auch Drumm weist auf die „Beachtung der kontextuellen Verwurzeltheit der Phraseologismen“[73] hin. Insbesondere anhand der Routineformeln lässt sich der pragmatische Aspekt der Phraseologismen verdeutlichen. Ihnen können Funktionen zugeordnet werden, die in dem Bereich der Gesprächssteuerung (Übernahme, Beibehaltung und Übergabe der Sprecherrolle usw.), der Textgliederung und der Partnerbeziehung (Imagesicherung, Aufmerksamkeitsappelle usw.) zu verorten sind.[74]

[...]


[1] Vgl. Fleischer, Wolfgang: Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. Leipzig: Bibliogr. Inst. 1982. S.8.

[2] Vgl. Palm, Christine: Phraseologie. Eine Einführung. Tübingen: Narr 1995. XIf.

[3] Vgl. Vesalainen, Marjo: Phraseme in der Werbung. In: Phraseologie: ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung. Hrsg. von Harald Burger u.a.. Berlin u.a.: de Gruyter 2007. S.292-302. Hier S. 298f.

[4] Hierzu gehören Daten bezüglich: des Geschlechtes; der Dauer des Aufenthaltes in Deutschland; der Sprachgewohnheiten; des Wohnortes (Umfeld); des Bildungsniveaus der Eltern (gemessen an dem Grad des Schulabschlusses); des angestrebten Schulabschlusses der Befragten und der Lesegewohnheiten. Vgl. hierzu Punkt a)-g) zu Beginn des Fragebogens.

[5] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. Eine Einführung am Beispiel des Deutschen. 2. Auflage. Berlin: Erich Schmidt Verlag 2003. S. 11.

[6] a.a.O. S. 14f.

[7] a.a.O. S. 15.

[8] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S. 15. sowie Pilz, Klaus D.: Phraseologie. Redensartenforschung. Stuttgart: Metzler 1981. S.16.

[9] Vgl. Köbler, Gerhard: Etymologisches Rechtswörterbuch. Tübingen: Mohr 1995. S.162.

[10] vgl. hierzu Levin-Steinmann, Anke: Getrennt- und Zusammenschreibung aus phraseologischer Sicht. In: Phraseologismen als Gegenstand sprach-und kulturwissenschaftlicher Forschung. Hrsg. von Csaba Földes u.a.. Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren 2004. S.405-417.

[11] Vgl. Donalies, Elke: Idiom, Phraseologismus oder Phrasem? Zum Oberbegriff eines Bereichs der Linguistik. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik 22.3. Deutsche Sprache in Gegenwart und Geschichte. Berlin u.a.: de Gruyter 1994. S.334 – 349. hier S. 336.

[12] U.Fix und A. Rothkegel unterschreiten in ihren Untersuchungen die Satzgrenze. Phraseologismen werden dadurch lediglich ein Mehrwortcharakter, nicht aber eine Satzwertigkeit zugesprochen. In ihren Untersuchungen bleiben dadurch satzwertige Phraseologismen wie Sprichwörter, Gemeinplätze u.a. als nicht unwesentlicher Teil des Phraseologischen Bestandes unberücksichtigt. vgl. Fleischer, Wolfgang: Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. S.125f.

[13] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S.15.

[14] Termini wie „Stabilität“ (W. Fleischer) und „Fixiertheit“ (H. Thun) verwende ich – wie auch Palm – synonym. Vgl. Palm, Christine: Phraseologie. S.29 u. S. 111.

[15] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S. 17. / Vgl. Fleischer, Wolfgang: Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. S. 63.

[16] Vgl. Burger, Harald/ Buhofer, Annelies/ Sialm, Ambros: Handbuch der Phraseologie. Berlin u.a.: de Gruyter, 1982. S. 61.

[17] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S. 17.

[18] a.a.O. S. 27ff.

[19] Vgl. Burger, Harald/ Buhofer, Annelies/ Sialm, Ambros: Handbuch der Phraseologie S. 67.

[20] Die Nennform „guter Rat ist teuer“ kann – um für einen Zeitungstext, der die hohen Preise einer Info-Hotline thematisiert, zweckdienlicher sein zu können – zu „schlechter Rat ist teuer“ abgewandelt werden. Beispiel aus Burger, Harald: Phraseologie. S. 27f.

[21] Demgegenüber drücken Varianten „normalerweise keine besondere Sinnintention des Autors aus und zielen nicht auf bestimmte Wirkungen ab.“ Vgl. Krätschmar, Anne: Modifizierte Phraseolexeme und Sprichwörter. Heidelberg: Groos 1998. S. 25.

[22] Vgl. Balsliemke, Petra: Da sieht die Welt schon anders aus. Phraseologismen in der Anzeigenwerbung. Modifikation und Funktion in Text-Bild-Beziehungen. Diss. Hohengehren: Schneider Verlag 2001. S. 30.

[23] Vgl. Burger, Harald/ Buhofer, Annelies/ Sialm, Ambros: Handbuch der Phraseologie. S. 69.

[24] Vgl. Burger, Harald. Phraseologie. S. 20.

[25] Vgl. hierzu auch Palm, Christine: Phraseologie. S. 7.

[26] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S. 24f.

[27] a.a.O. S. 20.

[28] Vgl. Hessky, Regina/ Ettinger, Stefan: Deutsche Redewendungen. Ein Wörter- und Übungsbuch für Fortgeschrittene. Tübingen: Narr 1997. S. 221.

[29] Vgl. Burger, Harald/Linke, Angelika: Historische Phraseologie. In:: Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. Hrsg. von Werner Besch u.a.. Bd1. Berlin u.a.: de Gruyter 1998. S. 743-755. hier S. 744.

[30] Vgl. Balsliemke, Petra: Da sieht die Welt schon anders aus. S. 61.

[31] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S.30.

[32] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie – Kräuter und Rüben? Traditionen und Perspektiven der Forschung. In: Wortverbindungen – mehr oder weniger fest. Hrsg. von Kathrin Steyer.. Berlin u.a.: de Gruyter 2004. S. 19-40. (=Institut für deutsche Sprache. Jahrbuch 2003). hier S. 21.

[33] Vgl. Donalies, Elke: Idiom, Phraseologismus oder Phrasem? S. 339.

[34] a.a.O. S. 339f.. Donalies schließt dieses phraseologische Kriterium zwar aus und beschreibt diesen Terminus wie auch Pilz als „nicht geeignet“, dennoch geschieht dieser Ausschluss auf der Basis rein die Semantik betreffenden Argumenten.

[35] Vgl. Balsliemke, Petra: Da sieht die Welt schon anders aus. S. 22f.

[36] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S. 31.

[37] „Die Homonymie ist bei der Verwendung derartiger Phraseologismen im Text durch die wendungsexterne Konstruktionsbeziehungen in der Regel beseitigt.“ Vgl. Fleischer, Wolfgang: Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. S. 36.

[38] a.a.O. S. 37.

[39] Palm spricht hierbei von einer „dualen Kodierung“ eines Phraseologismus. vgl. Palm, Christine: Phraseologie. S. 3.

[40] Vgl. Balsliemke, Petra: Da sieht die Welt schon anders aus. S. 24.

[41] Vgl. Palm, Christine: Phraseologie. Vorwort XI.

[42] Vgl. Pilz, Klaus Dieter: Phraseologie: Redensartenforschung. S.16.

[43] Vgl. Pilz, Klaus Dieter: Phraseologie. Versuch einer interdisziplinären Abgrenzung, Begriffsbestimmung und Systematisierung unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Gegenwartssprache. 2 Bde. Göppingen: Kümmerle 1978. S. 8.

[44] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S. 33.

[45] Vgl. Palm, Christine: Phraseologie. S. 110. / Burger, Harald: Phraseologie. S. 36.

[46] So auch Hessky, Regina/ Ettinger, Stefan: Deutsche Redewendungen. XXI in „Hinweise für den Benutzer.“

[47] Vgl. Donalies, Elke: Idiom, Phraseologismus oder Phrasem? S. 346.

[48] Vgl. Auflistung bei Donalies, Elke: Idiom, Phraseologismus oder Phrasem? S. 334.

[49] Vgl. Hessky, Regina: Grundfragen der Phraseologie. S. 78.

[50] Werden heutzutage von den meisten Autoren favorisiert vgl. Burger; Donalies; Balsliemke; Palm; Fleischer u.a..

[51] Vgl. Burger, Harald/ Buhofer, Annelies/ Sialm, Ambros: Handbuch der Phraseologie. S. 21. und weiterführend

S. 30.

[52] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S. 33.

[53] Vgl. Fleischer, Wolfgang: Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. S. 13.

[54] a.a.O. S. 117.

[55] siehe hierzu auch Fleischer, Wolfgang: Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. S. 8.

[56] Vgl. Burger, Harald/ Buhofer, Annelies/ Sialm, Ambros: Handbuch der Phraseologie. S. 1. / Regina Hessky spricht in diesem Zusammenhang 1992 von der „heute wohl am meisten verbreiteten Definition der PE [phraseologischen Einheit] in der germanistischen Fachliteratur.“ Vgl. Hessky, Regina: Grundfragen der Phraseologie. In: Offene Fragen – offene Antworten in der Sprachgermanistik. Hrsg. von Vilmos Agel u.a.. Tübingen: Niemeyer 1992. S.77-94. S. 82.

[57] So auch Balsliemke, Petra: Da sieht die Welt schon anders aus. S. 19.

[58] a.a.O. S. 142ff.

[59] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S. 36ff.

[60] Die interne syntaktische Struktur beschreibt die unterschiedlichen Valenzen innerhalb eines Phraseologismus; die externe syntaktische Struktur ist die Bestimmung der obligatorischen (u. evtl. fakultatorischen) Leerstellen außerhalb eines Phraseologismus.

[61] Siehe „Klassifikation der verwendeten Phraseologismen“ im Anhang.

[62] Vgl. Hörler, Peter: Das kindliche Verständnis von Idiomen. Diss. masch. Zürich: 2003. S.36.

[63] Vgl. Sick, Christine: Adverbiale Phraseologismen des Englischen. Tübingen: Narr 1993. (=Tübinger Beiträge zur Linguistik 382). S. 206.

[64] Vgl. Drumm, Daniela: Semantischer Mehrwert und Multifunktionalität von Phraseologismen in der englischen Anzeigenwerbung. Diss. masch. Trier: 2004. S. 90.

[65] Vgl. hierzu auch Fleischer, Wolfgang: Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. S. 222.

[66] Vgl. Palm, Christine: Phraseologie. Vorwort XI.

[67] Vgl. Drumm, Daniela: Semantischer Mehrwert und Multifunktionalität von Phraseologismen in der englischen Anzeigenwerbung. S. 97.

[68] Vgl. hierzu Burger, Harald/ Buhofer, Annelies/ Sialm, Ambros: Handbuch der Phraseologie. S. 130f.

[69] Vgl. Koller, Werner: Redensarten. Linguistische Aspekte, Vorkommensanalysen, Sprachspiel. Tübingen: Niemeyer 1977. S. 56.

[70] Vgl. Fleischer, Wolfgang: Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. S. 202.

[71] a.a.O. S.221.

[72] Vgl. Burger, Harald/ Buhofer, Annelies/ Sialm, Ambros: Handbuch der Phraseologie. S. 106.

[73] Vgl. Drumm, Daniela: Semantischer Mehrwert und Multifunktionalität von Phraseologismen in der englischen Anzeigenwerbung. S. 98.

[74] Vgl. Burger, Harald: Phraseologie. S. 54.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
Phraseologie im Kontext - Ihre Bekanntheit und ihr Verständnis
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
55
Katalognummer
V121428
ISBN (eBook)
9783640250677
ISBN (Buch)
9783640250769
Dateigröße
1577 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Phraseologie, Phraseologismen, Phraseologismus, Kontext, Redewendungen
Arbeit zitieren
Stefan Wehe (Autor), 2008, Phraseologie im Kontext - Ihre Bekanntheit und ihr Verständnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121428

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