Das Einwanderungssystem in den USA wird schon lange als reformbedürftig bezeichnet. Im Jahr 2012 führte der damalige US-Präsident Barack Obama das DACA-Programm ein, welches die sogenannten Dreamer schützen sollte, diese sind Minderjährige, die zusammen mit ihren Eltern illegal in die USA eingewandert sind. Das Programm hatte große Auswirkungen auf das Leben vieler junger, illegaler Immigrant:inen. Das Gesetz "Deferred Action for Childhood Arrivals", kurz DACA, wurde 2012 per Executive Order vom früheren US-Präsidenten Barack Obama als Reaktion auf den gescheiterten Dream-Act und der damit verbundenen Einwanderungsreform eingeführt. Es schützt Dreamer, die als Minderjährige mit ihren Eltern illegal in die USA eingewandert sind und daher keine Ausweispapiere haben vor einer Abschiebung in ihre Herkunftsländer.
Das Bewerbungsprozedere ist sehr zeitintensiv und nervenaufreibend und die DACA-Programmkriterien sind sehr streng. Trotz fehlendem Aufenthaltsstatus und kaum Staatsbürgerrechten half das DACA-Programm den Dreamern enorm. Die Möglichkeit legal die Schule und das College besuchen zu dürfen und die damit verbundene Erlernung essenzieller Kompetenzen und Fähigkeiten, gab den Betroffenen nicht nur wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit, sondern auch mehr Selbstvertrauen, um für die eigenen Rechte einzustehen. Dies erleichtert die Interaktionen mit der amerikanischen Gesellschaft und vermittelt soziales und kulturelles Kapital, welches die Integration der Dreamer vertieft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
a) Definition Migration
b) Definition irreguläre Migration
c) Staatsbürgerschaft
2. Die Dreamer
3. Rechtliche Stellung der Dreamer
a. Dream-Act
b. DACA
4. Supreme Court Entscheidung
5. Integration
6. Subsumption der mehr oder weniger gelungenen Integration
a. Integration auf dem Arbeitsmarkt
b. Gesellschaftliche Integration mittels politischen Kampaignings
7. Fazit
9. Aufgabenerfüllung im Seminar
a) In- und Exklusion gesellschaftlicher (Teil-)Gruppen als Folge der Corona-Krise
b) Reflexionskommentare
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das DACA-Programm einen positiven Einfluss auf die Integration der sogenannten Dreamer in die US-amerikanische Gesellschaft hatte, wobei der Fokus auf wirtschaftlicher Teilhabe und gesellschaftlichem Engagement liegt.
- Stellung der Dreamer und rechtliche Rahmenbedingungen (Dream-Act, DACA)
- Die Rolle des Supreme Court bei der Entscheidung über das DACA-Programm
- Theoretische Grundlagen zur System- und sozialen Integration nach Hartmut Esser
- Wirtschaftliche Integration der DACA-Teilnehmenden auf dem Arbeitsmarkt
- Politisches Kampaigning und gesellschaftliche Teilhabe als Mittel der Integration
Auszug aus dem Buch
3. Rechtliche Stellung der Dreamer
Der überparteiliche Gesetzesentwurf „Development, Relief and Education for Alien Minors Act”, kurz Dream-Act, wurde 2001 erstmals im Senat eingebracht und 2013 schließlich nach langwierigen Verhandlungen verabschiedet. Der Entwurf scheiterte jedoch anschließend im Repräsentantenhaus (Casey Tran 2017). Das Gesetz sollte es Kindern, die illegal als Minderjährige mit ihren Eltern eingewandert sind, ermöglichen einen legalen Aufenthaltsstatus und gegebenenfalls langfristig eine US-Staatsbürgerschaft zu erlangen, insofern alle nötigen Voraussetzungen erfüllt werden. (The American Dream - US Visa Service GmbH 2020). Trotz des anfänglichen Scheiterns wird der Gesetzesentwurf im Kongress immer wieder umgeändert und neu konzipiert vorgelegt, eine Verabschiedung ist momentan allerdings nicht absehbar (The American Dream - US Visa Service GmbH 2020).
Das Gesetz „Deferred Action for Childhood Arrivals“, kurz DACA, wurde 2012 per Executive Order vom früheren US-Präsidenten Barack Obama als Reaktion auf den gescheiterten Dream-Act und der damit verbundenen Einwanderungsreform eingeführt. Es schützt Dreamer, die als Minderjährige mit ihren Eltern illegal in die USA eingewandert sind und daher keine Ausweispapiere haben vor einer Abschiebung in ihre Herkunftsländer (Daniel Steinvorth / Ann-Dorit Boy / Agenturen 2017a). Programmteilnehmende erhalten unter Erfüllung der Auflagen ein zweijähriges Bleiberecht, eine Arbeitserlaubnis, die sich unbegrenzt verlängern lässt, sowie eine US-Sozialversicherungsnummer. Diese ist notwendig, um unter anderem legal einen Führerschein machen zu können und sich für eine Arbeitsstelle oder ein College Stipendium bewerben zu können (Zsaklin Diana Macumba).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der illegalen Einwanderung in den USA, Definition der Zielgruppe sowie Formulierung der Forschungsfrage zur Wirkung von DACA.
2. Die Dreamer: Beschreibung der Lebenssituation der als Minderjährige illegal eingewanderten Personen, die in den USA aufgewachsen sind.
3. Rechtliche Stellung der Dreamer: Erläuterung der gescheiterten Gesetzesinitiative Dream-Act sowie der Einführung des DACA-Programms als Schutzmaßnahme.
4. Supreme Court Entscheidung: Analyse der rechtlichen Auseinandersetzungen um die Beendigung des DACA-Programms durch die Regierung Trump.
5. Integration: Theoretische Herleitung des Integrationsbegriffs nach Hartmut Esser, differenziert in System- und soziale Integration.
6. Subsumption der mehr oder weniger gelungenen Integration: Anwendung der Theorie auf die Integration der Dreamer in den Arbeitsmarkt und deren politisches Engagement.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des positiven Einflusses von DACA auf die Integration und das Selbstverständnis der Betroffenen.
9. Aufgabenerfüllung im Seminar: Reflexion über Inklusions- und Exklusionsmechanismen am Beispiel der Corona-Krise sowie inhaltliche Auseinandersetzung mit Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Dreamer, DACA, USA, Integration, Migration, Aufenthaltsstatus, Arbeitsmarkt, politisches Kampaigning, soziale Integration, Systemintegration, Einwanderung, Rechtliche Stellung, Bildung, Identifikation, Corona-Krise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen des DACA-Programms auf die Integration von jungen Migranten, den sogenannten Dreamern, in die US-amerikanische Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die rechtliche Stellung der Dreamer, die soziologische Theorie der Integration nach Esser sowie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Partizipation der Betroffenen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob das DACA-Programm die Integration der Dreamer in die US-amerikanische Gesellschaft positiv beeinflusst hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Fachliteratur, wissenschaftlichen Definitionen und der Auswertung politischer sowie gesellschaftlicher Entwicklungen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Definition relevanter Begriffe, die Darstellung der politischen Geschehnisse um den Dream-Act und DACA, die theoretische Fundierung des Integrationsbegriffs sowie die praktische Untersuchung zur Arbeitsmarktintegration und zum politischen Engagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Dreamer, DACA, Integration, USA, Aufenthaltsstatus und soziale Teilhabe.
Welchen Einfluss hatte der Supreme Court auf die Dreamer?
Der Supreme Court entschied im Juni 2020, dass die Art und Weise der Programmaufhebung durch die Regierung Trump unrechtmäßig war, was die Situation der Dreamer vorübergehend rechtlich absicherte, aber keine dauerhafte gesetzliche Lösung bot.
Wie unterscheidet sich soziale Integration von Systemintegration in der Arbeit?
Die Systemintegration bezieht sich auf die abstrakte Relationierung von Teilsystemen, während die soziale Integration die individuellen Motive, Absichten und das gesellschaftliche Miteinander der Akteure fokussiert.
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- Julia Müller (Author), 2020, Dreamer Kinder. Hat das DACA-Programm die Integration der Dreamer in die US-amerikanische Gesellschaft positiv beeinflusst?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1214421