Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Darstellung eines selbst konzipierten Fallbeispiels, bezüglich psychischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Dabei wird ein spezifischer Fall vorgestellt und es wird auf Behandlungsrahmen, Symptomatik, Anamnese, Psychopathologischer Befund, Testdiagnostik, Somatischer Befund, Verhaltensanalyse, Diagnostik, Differentialdiagnostik, Therapieziele, Prognose, Behandlungsplan und Empfehlung eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Behandlungsrahmen
2 Symptomatik
3 Anamnese
4 Psychopathologischer Befund
5 Testdiagnostik
6 Somatischer Befund
7 Verhaltensanalyse
7.1 Perspektive der Grundbedürfnisfrustration
7.2 Perspektive der Temperamentsfaktoren
7.3 Perspektive der Emotionsentwicklung
7.4 Grundannahmen, Situationserwartungen, Pläne
7.5 Perspektive der Verhaltensdefizite
7.6 Perspektive der Systeme
7.7 Prädisponierende Faktoren
7.8 Auslösende Faktoren
7.9 Aufrechterhaltende Faktoren
7.10 SORCK-Modell
7.11 Langfristige Konsequenzen
7.12 Kontingenz und Kontiguität
7.13 Funktionsanalyse
7.14 Verhaltensaktiva
7.15 Verhaltensexzesse
7.16 Verhaltensdefizite
8 Diagnostik
9 Differenzialdiagnostik
9.1 Angststörung
9.2 Depression
9.3 Tic-Störung
9.4 Störung des Sozialverhaltens
10 Therapieziele
11 Prognose
12 Behandlungsplan
13 Empfehlung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit erstellt eine detaillierte klinische Fallanalyse eines 10-jährigen Patienten mit einer komorbiden Zwangsstörung sowie einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, um daraus fundierte Therapieziele und einen Behandlungsplan abzuleiten.
- Klinische Falldokumentation und Anamnese
- Verhaltensanalyse mittels SORCK-Modell
- Testdiagnostische Validierung der Störungsbilder
- Ableitung eines multimodalen Behandlungsplans
- Ressourcenorientierte Prognoseerstellung
Auszug aus dem Buch
7.10 SORCK-Modell
Bezogen auf die Zwangssymptomatik wird im Folgenden eine typische Problemsituation anhand des SORCK-Modells erläutert.
Situation (S): Mutter betritt nach dem Entsorgen des Abfalls das Zimmer von N.
Organismus (O): Familie legt viel Wert auf Sauberkeit (Modelllernen); Impulsivität, Affektlabilität; Durch langjährige Unsicherheitserfahrung Versuch, Kontrolle zu erzielen.
Reaktion (R) kognitiv: „Mama hat den Müll angefasst und ist jetzt schmutzig und voller Keime, die sie alle in meinem Zimmer verteilt. Jetzt ist alles verseucht, ich werde bestimmt krank.“
Reaktion (R) Emotion: Ekel, Angst.
Reaktion (R) Körper: Anspannung, innere Unruhe, erhöhter Puls.
Reaktion (R) Verhalten: Umgehendes Verlassen des Zimmers; Wut- und Schreianfälle; Versuch, Mutter dazu zu bringen, mit ihm das Zimmer unter Einhaltung bestimmter Putzrituale zu säubern.
Konsequenzen (C) kurzfristig: Spannungsabfall, Reduktion innerer Unruhe (C/minus); Unterstützung und Zuwendung der Mutter (C+); Kein Erleben der Unbegründetheit der Befürchtung, infiziert zu sein (C/plus); Machtgefühl (C+).
Zusammenfassung der Kapitel
Behandlungsrahmen: Erläutert das stationäre Setting und die Rahmenbedingungen der Therapie.
Symptomatik: Beschreibt die Entstehung und Ausprägung der Zwangsgedanken sowie der Aufmerksamkeitsstörung.
Anamnese: Fasst die Lebensumstände, die Familiengeschichte und die Entwicklung des Patienten zusammen.
Psychopathologischer Befund: Detailliert den aktuellen psychischen Zustand und das beobachtete Verhalten des Kindes.
Testdiagnostik: Präsentiert die Ergebnisse psychometrischer Verfahren zur Bestätigung der Diagnosen.
Somatischer Befund: Dokumentiert den Ausschluss internistischer oder neurologischer Erkrankungen.
Verhaltensanalyse: Analysiert die psychologischen Mechanismen und auslösenden Faktoren des Patientenverhaltens.
Diagnostik: Führt die multiaxiale Diagnosestellung gemäß ICD-10 auf.
Differenzialdiagnostik: Begründet den Ausschluss anderer Störungsbilder.
Therapieziele: Definiert die therapeutischen Meilensteine für Patient und Eltern.
Prognose: Schätzt den möglichen Therapieverlauf und Behandlungserfolg ein.
Behandlungsplan: Beschreibt die konkreten therapeutischen Interventionen.
Empfehlung: Gibt einen Ausblick auf die notwendige ambulante Weiterbetreuung.
Schlüsselwörter
Zwangsstörung, Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, Verhaltensanalyse, SORCK-Modell, Kinder- und Jugendpsychiatrie, stationäre Therapie, Psychoedukation, Expositionstherapie, Selbstinstruktionstraining, Eltern-Kind-Interaktion, Symptomatik, Diagnostik, Therapieziele, Impulskontrollstörung, Fallanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der detaillierten Fallvorstellung eines 10-jährigen Jungen, der unter einer Kombination aus Zwangsstörung und einer hyperkinetischen Störung leidet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Anamnese, die differenzierte Verhaltensanalyse, die testpsychologische Diagnostik sowie die Planung therapeutischer Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Entstehungs- und Aufrechterhaltungsbedingungen der Symptome zu entwickeln und einen konkreten, multimodalen Therapieplan zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden klinische Beobachtung, Anamnese, psychometrische Testverfahren (CY-BOCS, WISC IV, DISYPS-III) und das SORCK-Modell zur funktionalen Verhaltensanalyse angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Erfassung der Symptomatik, der lebensgeschichtlichen Entwicklung sowie der psychologischen Analyse der Verhaltensmuster.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Zwangsstörung, ADHS, Verhaltensanalyse, stationäre Behandlung und Eltern-Kind-Interaktion.
Warum spielt die Familiensituation eine so große Rolle für den Patienten?
Die Analyse zeigt, dass der autoritäre Erziehungsstil und die familiären Spannungen maßgeblich zur Unsicherheit des Patienten und zur Aufrechterhaltung seiner Zwänge beitragen.
Wie wird im SORCK-Modell das Verhalten des Jungen verstärkt?
Das Modell verdeutlicht, dass das Putzverhalten kurzfristig zu Spannungsabfall und elterlicher Zuwendung führt, was die Symptomatik operant verstärkt.
Welche Rolle spielt die Schule für den Therapieverlauf?
Da der Junge in der Schule massive soziale und leistungsorientierte Probleme zeigt, ist eine enge Kooperation mit Lehrern essenziell, um soziale Kompetenzen und Schulerfolg zu verbessern.
Was unterscheidet diesen Fall von einer Tic-Störung?
Die Differenzialdiagnose schließt Tics aus, da die Handlungen des Patienten ritualisiert, zielgerichtet und willkürlich sowie durch Ängste motiviert sind.
- Arbeit zitieren
- Juliet Hillerns (Autor:in), 2020, Psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Verhaltensanalyse, SORCK-Modell und Differenzialdiagnostik an einem Fallbeispiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1214619