Sprache als politisches Instrument


Wissenschaftliche Studie, 2009

5 Seiten, Note: Sehr gut


Leseprobe

Sprache wird als gesellschaftliches Kommunikationsmittel aufgefasst, das gewisse Inhalte zu transportieren oder bestimmte Funktionen zu erfüllen hat. In vielen Lebensbereichen bedient sich die menschliche Gesellschaft ihrer Sprache instrumental, um Informationen, Handlungsanweisungen auszutauschen oder Emotionen zu signalisieren. Sie erzielen kommunikative Effekte, die, je nach Intentionen, Bedingungen, Verfahren, Prozessen oder Strukturen, graduelle Unterschiede erreichen können (vgl. Straßner 1987, S. 16).

Aus den oben getroffenen Überlegungen geht hervor, dass die Sprache wohl die bedeutendste Rolle als Möglichkeit des Ausdrückens eigener Gedanken bei fast allen Gelegenheiten, in denen Menschen miteinander kommunizieren, spielt. Sie ist zweifelsohne das wichtigste Mittel menschlicher Verständigung und kann deshalb als ein Grundelement jeder Sozialbeziehung angesehen werden. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Sprache auch für die Politiker von zentraler Bedeutung ist. Sie dient zur Rechtfertigung und zur Sicherung politischer Herrschaft. Somit wird oft manchmal die Sprache zu einem Medium, dessen Bedeutung über die Verständigungsfunktion der jeweiligen Sprache weit hinaus geht (vgl. Bergsdorf 1983, S. 37).

Politik und Sprache hängen immer zusammen, denn um eine Gesellschaft zum Handeln zu bringen und eine politische Struktur zu erreichen, müssen politische Ziele gebündelt und wirksam werden. Aus diesem Grunde müssen die Politiker auf die Sprache zurückgreifen, um ihre Absichten zu erläutern, ihre Pläne durchzusetzen, die beabsichtigten Ziele zu erreichen und für die eigene Sache Zustimmungsbereitschaft zu erzeugen (vgl. Bergsdorf 1991, S. 19). Mittels Sprache kommt es nicht selten zur Meinungsbildung, –verbreitung und –änderung. Darüber hinaus können mit Hilfe der Sprache Standpunkte ausgetauscht, Entscheidungen getroffen und verteidigt werden (vgl. Bachem 1979, S. 11).

Die Sprache ist also ein wesentlicher Bestandteil der Politik, es lässt sich sogar sagen, eine ihrer Grundbedingungen und ihre Macht liegt vor allem in ihrem Handlungscharakter. Die Worte lösen eine Handlung aus, man kann mit ihnen lügen, beleidigen, verleumden, denunzieren, enthüllen, ja sogar töten und Kriege gewinnen. Sie können „wie Waffen eine Verwundung oder Verletzung hervorbringen“ (Schiewe 1998, S. 194).

Man soll hier noch einmal betonen, dass die Sprache das wichtigste Mittel der Politik und ein belebendes Element im politischen Alltag ist. Sie ist untrennbar mit ihm verbunden. Jede politische Handlung muss sprachlich ausgearbeitet und übermittelt werden. Die Sprache beschreibt und illustriert Sachverhalte, verschleiert, deckt auf und ist das wichtigste Verbindungsglied zwischen den Regierenden und den Regierten, den Besatzern und den Besetzten. Sie gehört zu den Waffen der Politiker, die sie in der Geschichte schon mehrmals geschmiedet haben und immer wieder einsetzen (vgl. Klaus 1972, S. 11).

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Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Sprache als politisches Instrument
Hochschule
Uniwersytet Warszawski (Universität Warschau)
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2009
Seiten
5
Katalognummer
V121477
ISBN (eBook)
9783640261055
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache, Instrument, Politik, Manipulation, Propaganda
Arbeit zitieren
Radoslaw Lis (Autor), 2009, Sprache als politisches Instrument, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121477

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