Es gibt in der Gesellschaft einige Beispiele für abweichendes Verhalten. Jedoch gibt es bei abweichendem Verhalten und Devianz immer wieder Verschiebungen, von Devianz und abweichendem Verhalten zu nicht abweichendem Verhalten, also Normalität. Diese Verschiebungen werden in der Arbeit erläutert.
Dabei wird auf Devianz und ihre Formen eingegangen, ebenso wie auf die soziale Ungleichheit, mit dem Schwerpunkt Armut und ökonomische Ungleichheit. Danach werden Perspektiven aufgezeigt, wie die Soziale Arbeit mit Armut und devianten Verhalten umgehen kann. Abschließend folgt ein Fazit, in dem die erarbeiteten Informationen und Theorien nochmals eingeordnet werden und ein Ausblick für die Zukunft gegeben wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Devianz und Abweichendes Verhalten
2.1 Begriffserklärung
2.2 Theorien über Devianz
3 Soziale Ungleichheit
3.1 Begriffserklärung
3.2 Soziale Ungleichheit als ökonomische Ungleichheit
4 Perspektiven für die Soziale Arbeit
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht die Dynamik von devianten Verhaltensmustern im zeitlichen Wandel und analysiert, welchen Einfluss soziale Ungleichheit, insbesondere in Form von Armut, auf diese Prozesse ausübt. Ziel ist es, theoretische Ansätze zur Entstehung von Devianz zu beleuchten und Handlungsoptionen für die Soziale Arbeit im Umgang mit von Armut betroffenen Menschen aufzuzeigen.
- Theoretische Fundierung von Devianz und abweichendem Verhalten
- Analyse der Zusammenhänge zwischen Armut und sozialer Ausgrenzung
- Kritische Betrachtung der sogenannten Mitleidsökonomie
- Diskussion von Interaktionsprozessen und Stigmatisierung (Labelling Approach)
- Ableitung professioneller Handlungsstrategien für die Soziale Arbeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffserklärung
Der Begriff Devianz ist grundsätzlich der Soziologie zuzuordnen. Es handelt sich bei dem Begriff um eine Denkrichtung, die das Funktionieren einer Gesellschaft mit dem Schwerpunkt auf Beobachtungen von Normen erklärt. Durch die Beobachtungen von Normen kann man Normabweichungen erkennen, wobei nicht nur einzelne Individuen abweichendes Verhalten zeigen können, sondern ein ganzes Kollektiv an Individuen. Wenn das abweichende Verhalten des Kollektivs keinen Einzelfall darstellt spricht man von einer Devianten Subkultur (vgl. Vester 2009, S. 84).
Wenn man also von Devianz und abweichendem Verhalten spricht, ist eine Abweichung von einer Norm gemeint. Dafür werden zwei Mindestanforderungen benötigt, zum Einen eine Norm die als Verhaltensstandart fungiert und auf den Bezug genommen werden kann, um eine Handlung beurteilen zu können. Zum Anderen braucht man eine entsprechende Wahrnehmung einer Normüberschreitung. Die Grundvoraussetzung ist somit, dass für die eigene Person als auch für andere Personen Regeln als gültig, respektive ungültig betrachtet werden. Diese Prozesse sind nicht alleine auf Kriminalität beschränkt. Kriminalität ist eine klar erkennbare Form der Devianz und durch das Strafrecht benannt. Devianz und abweichendes Verhalten umfasst alle gesellschaftlichen Normen, die teilweise jedoch für unterschiedliche Personen gelten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, warum sich deviante Verhaltensmuster wandeln und welche Rolle soziale Ungleichheit dabei einnimmt.
2 Devianz und Abweichendes Verhalten: Hier werden zentrale soziologische Begriffe sowie verschiedene theoretische Ansätze zur Entstehung von Devianz erläutert.
3 Soziale Ungleichheit: Dieses Kapitel definiert soziale Ungleichheit und untersucht insbesondere Armut als eine extreme Form der ökonomischen Marginalisierung.
4 Perspektiven für die Soziale Arbeit: Das Kapitel diskutiert den gesellschaftlichen Umgang mit Ausgrenzung und leitet Anforderungen für eine professionelle Soziale Arbeit ab.
5 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Stigmatisierungsprozesse in der Sozialen Arbeit aktiv entgegenzuwirken.
Schlüsselwörter
Devianz, abweichendes Verhalten, soziale Ungleichheit, Armut, Stigmatisierung, Labelling Approach, Risikogesellschaft, soziale Ausgrenzung, Mitleidsökonomie, Normabweichung, Soziale Arbeit, Prävention, Klassengesellschaft, Interaktionsprozess, Diskriminierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse von Devianz und deren Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit und Armut.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von abweichendem Verhalten, verschiedenen soziologischen Theorien dazu, dem Phänomen der Armut sowie den Herausforderungen für die Soziale Arbeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Es wird untersucht, warum sich Verhaltensmuster im Laufe der Zeit ändern und wie soziale Ungleichheit die Wahrnehmung von Devianz und die Lebensrealität betroffener Menschen prägt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Fachliteratur und aktueller Konzepte zur Armutsforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Devianz (u.a. Labeling Approach), die Definition von Armut sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Mitleidsökonomie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Devianz, soziale Ungleichheit, Armut, Labelling Approach und Stigmatisierung.
Inwiefern beeinflusst die "Risikogesellschaft" die Entstehung von Devianz?
Die Autorin führt an, dass in der Risikogesellschaft die individuelle Gestaltung des eigenen Lebens vorausgesetzt wird, was zwangsläufig zu einem Standard an erwartbarer kleiner Devianz führt.
Was versteht man unter dem in der Arbeit beschriebenen "Nothilfesegment"?
Es beschreibt einen Bereich, in dem caritative Armutsbekämpfung durch Laien stattfindet, was laut Autorin stigmatisierend wirkt und eine Spaltung der Sozialen Arbeit begünstigt.
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- Joey Ristau (Author), 2020, Theorien abweichenden Verhaltens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1214913