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Deutschland auf dem Weg zu einem Lieferkettengesetz. Rechtliche Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten

Title: Deutschland auf dem Weg zu einem Lieferkettengesetz. Rechtliche Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten

Bachelor Thesis , 2019 , 48 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Die Arbeit setzt sich mit dem aktuellen, aber nicht formellen Entwurf des Lieferkettengesetzes, wie ihn das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Anfang des Jahres vorgelegt hat. Dazu werden zu Beginn die Befürworter eines solchen Gesetzes vorgestellt und auch diejenigen, die von einem Gesetz nach den Vorstellungen des BMZ profitieren würden. Dazu wird zur Verständlichkeit der Situation ein Beispiel hinzugezogen, wie es überall in Schwellen- und Entwicklungsländern hätte passieren können.

Anschließend beschäftigt sich die Arbeit mit den rechtlichen Anforderungen die an ein Gesetz gestellt werden, um dieses zu erlassen. Unter anderem, welchen Weg ein Gesetzesvorschlag durchlaufen muss, wer dies zu entscheiden hat und wie eine Rechtsprüfung durchgeführt wird.

Darauf folgt die Betrachtung des Entwurfs. Dabei werden einige Kritikpunkte genannt und erläutert, zum Beispiel wie sich die Durchsetzung von verschiedenen Paragrafen gestalten soll und ob dies überhaupt zu dem Möglichen gehört, was die Adressaten des Gesetzes leisten und umsetzen können.

Besonders bei der Regulierung der Wirtschaft werden Stimmen laut, die sich gegen ein Lieferkettengesetz aussprechen. Auch diesen Stimmen wird in der Arbeit Raum gegeben, um ihre Argumente vorzubringen. Abschließend wird auf den Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschrechte sowie den dazugehörigen Zwischenbericht eingegangen, um darauf die Perspektiven eines Lieferkettengesetzes in Deutschland zu betrachten. Dazu zählen die Folgen für die Wirtschaft hierzulande wie im Ausland als auch ein alternativer Ansatz bezüglich des Inhalts eines Lieferkettengesetzes.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Begriffsdefinition und Probleme einer Lieferkette

III. Was ist das Lieferkettengesetz?

1. Befürworter eines Lieferkettengesetzes

a. Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit

b. Organisation „Initiative Lieferkettengesetz“

c . Unternehmen

2. Begünstigte eines Lieferkettengesetzes

a. Brand in pakistanischer Textilfabrik am 11.09.2012

b. Mehr Beachtung der Menschenrechte

c. Umweltschutz

IV. Rechtliche Anforderungen an ein Lieferkettengesetz

1. Der Weg eines neuen Gesetzes

2. Rechtliche Anforderungen

a. Bundesministerium der Justiz

b. Inhalt und Durchführung der Rechtsprüfung

c. Notwendigkeit für ein neues Gesetz

V. Gestaltungsmöglichkeiten eines Lieferkettengesetzes

1. Inhalt des Lieferkettengesetzes anhand des Gesetzesentwurfs

2. Kritik an dem Lieferkettengesetz

VI. Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte

1. Erwartungen an Unternehmen

2. Zwischenbericht des NAP

VII. Gegner des Lieferkettengesetzes

1. Unternehmen

2. Parteien

VIII. Perspektiven für ein Lieferkettengesetz

1. Folgen für die Wirtschaft

2. Alternative zu dem Gesetzesentwurf

IX. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die rechtlichen Anforderungen und praktischen Gestaltungsmöglichkeiten eines Lieferkettengesetzes in Deutschland vor dem Hintergrund globaler wirtschaftlicher Verflechtungen. Ziel der Arbeit ist es, die Notwendigkeit verbindlicher gesetzlicher Sorgfaltspflichten zum Schutz von Menschenrechten und Umwelt zu analysieren, den aktuellen inoffiziellen Gesetzesentwurf kritisch zu würdigen sowie die Perspektiven und Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft zu beleuchten.

  • Analyse des aktuellen Entwurfs für ein Lieferkettengesetz und dessen rechtliche Anforderungen.
  • Untersuchung der Befürworter und Gegner einer solchen gesetzlichen Regulierung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalen Aktionsplan (NAP) Wirtschaft und Menschenrechte.
  • Bewertung der ökonomischen Konsequenzen für Unternehmen, insbesondere für den Mittelstand.
  • Entwicklung alternativer Ansätze zur Verbesserung der Transparenz in globalen Lieferketten.

Auszug aus dem Buch

a. Brand in pakistanischer Textilfabrik am 11.09.2012

Das ganze Ausmaß dieser vorhandenen Problematik lässt sich unter anderem an dem Beispiel einer Fabrikhalle in Pakistan deutlich machen.

Bei einem Großbrand am 11. September 2012 in der pakistanischen Fabrik Ali Enterprises, nahe der Großstadt Karachi, starben über 250 Menschen. Brandursache soll dabei ein defekter Generator gewesen sein. Im Allgemeinen sind in Pakistan kleine und mittelgroße Unternehmen für schlechte Sicherheitsstandards, unteranderem bei elektrischen Verkabelungen berüchtigt.

Ein weiterer Punkt, der für die hohe Opferzahl gesorgt hat, waren fehlende Feuerlöscher, Flucht- und Rettungswege sowie vergitterte Fenster. Ein Großteil der Opfer starb an Rauchvergiftung, ein anderer Teil war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Hätte dieses Szenario vielleicht verhindert werden können?

Laut Ali Enterprises war unter den Kunden des Unternehmens auch die deutsche, große Handelskette Kik vertreten. Kik äußerte sich zu diesem Vorfall lediglich betroffen und verwies auf Brandschutzkontrollen im Jahr 2007 durch ein unabhängiges Unternehmen, welches gleichzeitig auch die Arbeitsbedingungen prüfen sollte. Nachdem dabei Mängel bekannt geworden waren und diese nachgebessert wurden, hat ein Prüfbericht aus 2011 die Einhaltung bestätigt. Ob tatsächlich eine Kontrolle durch besagtes Unternehmen stattgefunden hat kann nicht mit abschließender Sicherheit gesagt werden. Fraglich ist dennoch, in wie weit Kik für einen Zulieferer verantwortlich ist. Die Antwort auf diese Frage scheint im ersten Moment relativ leicht verneint werden zu können. Tatsächlich ist es aber so, dass Kik das größte Textil-Discount-Label Deutschlands ist und sich darüber hinaus als einer der zehn größten deutschen Textilanbieter nennen darf. Wenn ein Unternehmen so eine Stellung am Markt innehat, dann sollte es auch eine gewisse Verantwortung gegenüber seinen Zulieferern haben, insbesondere unter dem Umstand, wenn diese aus Ländern liefern, die für schlechte Standards bekannt sind.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ambivalenz der Globalisierung, die einerseits wirtschaftliche Wohlstandsgewinne ermöglicht, andererseits jedoch soziale und ökologische Missstände in Lieferketten verschärft.

II. Begriffsdefinition und Probleme einer Lieferkette: Anhand des Beispiels einer Fleeceweste wird die Komplexität und Unüberschaubarkeit globaler Wertschöpfungsketten verdeutlicht, die eine effektive Kontrolle erschwert.

III. Was ist das Lieferkettengesetz?: Dieses Kapitel erläutert die Zielsetzung des Gesetzes zur Schaffung verbindlicher Rahmenbedingungen und stellt die Positionen der verschiedenen Befürworter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft dar.

IV. Rechtliche Anforderungen an ein Lieferkettengesetz: Es werden der gesetzgeberische Prozess, die Aufgaben des Bundesjustizministeriums sowie die Anforderungen an die Rechtsprüfung hinsichtlich Verfassungskonformität und EU-Recht detailliert ausgeführt.

V. Gestaltungsmöglichkeiten eines Lieferkettengesetzes: Dieses Kapitel analysiert den inoffiziellen Gesetzesentwurf im Detail, inklusive der darin enthaltenen Pflichten, Sanktionen und Kritiken an der praktischen Umsetzbarkeit.

VI. Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte: Die Arbeit untersucht den aktuellen Status quo des Monitorings durch den NAP und stellt fest, dass freiwillige Ansätze bisher zu unzureichenden Ergebnissen führen.

VII. Gegner des Lieferkettengesetzes: Hier werden die Argumente der Industrie, insbesondere des Mittelstands, sowie der Opposition gegen eine gesetzliche Regulierung zusammengetragen.

VIII. Perspektiven für ein Lieferkettengesetz: Abschließend werden ökonomische Auswirkungen diskutiert und innovative Ansätze zur Erhöhung der Transparenz in Lieferketten mittels Digitalisierung vorgeschlagen.

IX. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass ein gesetzlicher Rahmen längst überfällig ist, der aktuelle Entwurf jedoch noch Optimierungsbedarf hinsichtlich seiner Praktikabilität aufweist.

Schlüsselwörter

Lieferkettengesetz, Globalisierung, Menschenrechte, Umweltschutz, Sorgfaltspflicht, Wertschöpfungskette, Compliance, Bundesministerium der Justiz, Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Transparenz, Nationaler Aktionsplan, Haftung, Arbeitsschutz, Unternehmen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Notwendigkeit, rechtliche Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten eines Lieferkettengesetzes in Deutschland zu etablieren, um menschenrechtliche und ökologische Standards in globalen Wertschöpfungsketten zu sichern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Analyse globaler Lieferkettenproblematiken, der Vergleich zwischen freiwilligen Maßnahmen wie dem Nationalen Aktionsplan (NAP) und einer gesetzlichen Verpflichtung sowie die Bewertung ökonomischer Folgen für deutsche Unternehmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, wie deutsche Unternehmen durch ein Lieferkettengesetz zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung verpflichtet werden können, ohne dabei die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine juristische und ökonomische Literaturanalyse, die Auswertung von Gesetzesentwürfen, Berichten von Ministerien sowie auf Fallbeispiele aus der Textilindustrie und anderen Sektoren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Akteure (Befürworter/Gegner), eine detaillierte Erläuterung des Gesetzgebungsprozesses und der rechtlichen Anforderungen an Gesetze, eine tiefgehende Analyse des vorliegenden Entwurfs sowie die Evaluation des NAP.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Lieferkettengesetz, Menschenrechte, Sorgfaltspflicht, Wertschöpfungskette, Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung.

Warum ist laut der Autorin ein "neues Gesetz" notwendig?

Sie argumentiert, dass freiwillige Vereinbarungen wie der Nationale Aktionsplan (NAP) nicht ausreichen, um systematische Missstände und Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten effektiv zu verhindern, da ökonomische Interessen oft über soziale Standards gestellt werden.

Welches konkrete Fallbeispiel wird angeführt, um die Problematik zu verdeutlichen?

Die Arbeit nutzt den tragischen Brand in der pakistanischen Textilfabrik "Ali Enterprises" im Jahr 2012, bei dem über 250 Menschen starben, um auf die mangelnden Sicherheitsstandards und die fehlende Verantwortung internationaler Auftraggeber hinzuweisen.

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Details

Title
Deutschland auf dem Weg zu einem Lieferkettengesetz. Rechtliche Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel; Salzgitter
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
48
Catalog Number
V1215039
ISBN (PDF)
9783346628039
ISBN (Book)
9783346628046
Language
German
Tags
Recht Steuern Finanzmanagement Deutschland Lieferkettengesetz Gestaltungsmöglichkeiten Rechtliche Anforderungen Der Weg eines neuen Gesetz Notwendigkeit für ein neues Gesetz Gegner der Lieferkettengesetz Menschenrechte Wirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Deutschland auf dem Weg zu einem Lieferkettengesetz. Rechtliche Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215039
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