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Die Pogromnacht des 9./10. November 1938 in Düsseldorf und Essen

Ein Vergleich

Titre: Die Pogromnacht des 9./10. November 1938 in Düsseldorf und Essen

Mémoire de Maîtrise , 2010 , 60 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christina Hollender (Auteur)

Etudes Judaïques
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im Rahmen dieser Magisterarbeit werden die Geschehnisse während des Novemberpogroms in Düsseldorf und Essen dargelegt und miteinander verglichen. Es ist eine Reihe ähnlicher Grundvoraussetzungen, die dieses Vorhaben so interessant erscheinen lassen: Sowohl Düsseldorf als auch Essen waren Gaue (und Gauhauptstädte), und die ortsansässigen NSDAP-Gliederungen verfügten dementsprechend über eine gut entwickelte Organisation und Präsenz. Ferner war Essen der Staatspolizeistelle Düsseldorf zugeordnet, was hinsichtlich der Befehlsübermittlung und -ausführung von zentraler Bedeutung war. Hinzu kommt, dass infolge von fünf Jahren nationalsozialistischer Politik beide jüdischen Gemeinden 1938 zwar bereits geschrumpft, aber noch immer von ausreichender Größe waren, um ähnlich umfangreiche Netzwerke sozialer sowie religiöser Einrichtungen zu unterhalten.

Da das Novemberpogrom ein sehr komplexes Ereignis war, das in diesem Kontext nicht in all seinen Facetten behandelt werden kann, erfolgt eine Beschränkung auf die Aspekte, die hinsichtlich eines Vergleichs zwischen zwei Städten besonders relevant erscheinen. So wird etwa die Berichterstattung der (Lokal-)Presse ausgeklammert, da sie als gleichgeschaltetes Organ keinen konstruktiven, wahrheitsgemäßen Journalismus bot. Lediglich in die Erläuterungen zu Diebstahl und Plünderung werden kurze Zitate eingebunden, die die dreiste Tatsachenverdrehung des NS-Regimes veranschaulichen sollen. Auch weit
spätere Ereignisse, wie die großen Straf- und Wiedergutmachungsprozesse der Nachkriegszeit, werden nur insofern herangezogen, als dass dort getätigte Aussagen das Bild des Novemberpogroms in Düsseldorf und Essen komplettieren können.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Forschungsstand

2. Vorgeschichte

2.1. Die NS-„Judenpolitik“ 1938

2.2. Von der „Polenaktion“ zum Attentat auf Ernst vom Rath

2.3. Der Auftakt – die reichsweite Mobilisierung der NS-Verbände

3. Das Novemberpogrom in Düsseldorf und Essen

3.1. Beginn und zeitliche Ausdehnung des Pogroms

3.2. Der Angriff auf die jüdische Bevölkerung

3.2.1. Die Synagogen: Verbrannt

3.2.2. Die Gemeindeeinrichtungen: Zerstört

3.2.3. Überfälle auf Geschäfte, Privathaushalte...

3.2.4. ... und Menschen

3.3. Diebstahl und Plünderung

3.4. Verhaftung, Vernehmung und Deportation

4. Täter, Helfer, Zuschauer?

4.1. Täter

4.2. Hilfe und Hilfsverweigerung

4.3. Die Rolle der Feuerwehr während der Pogrome

4.4. Befürwortung oder Ablehnung? – Zur Meinung der deutschen Allgemeinheit

5. Die Folgen des Novemberpogroms

5.1. Die Radikalisierung der NS-„Judenpolitik“

5.2. Weiter „leben“? – Juden in Düsseldorf und Essen nach dem Pogrom

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Magisterarbeit setzt sich zum Ziel, die Ereignisse des Novemberpogroms 1938 in den Städten Düsseldorf und Essen detailliert darzulegen und in einem direkten Vergleich gegenüberzustellen, um Gemeinsamkeiten und lokale Unterschiede in der Organisation und Durchführung der Gewaltakte zu analysieren.

  • Politische Ursachen und die Rolle der NS-Mobilisierung im Jahr 1938.
  • Strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Durchführung der Übergriffe.
  • Die Problematik der Rollenverteilung zwischen Täter, Helfer und Zuschauer.
  • Die Auswirkungen der Pogrome auf das weitere jüdische Leben in beiden Städten.
  • Die Rolle lokaler Institutionen wie Polizei und Feuerwehr bei den Ausschreitungen.

Auszug aus dem Buch

3.2.3. Überfälle auf Geschäfte, Privathaushalte...

Scheiben wurden zerschmettert, Geschäfts- und Privaträume mit Äxten, Knüppeln und Stichwaffen demoliert, Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände aus den Fenstern hinaus geworfen − so kurz und bündig ließen sich die „gängigsten“ Praktiken während der Überfälle auf Geschäfts- und Wohnräume zusammenfassen, da von ihnen so gut wie jedes Opfer zu berichten weiß. Doch wird man den Ereignissen mit dieser Zusammenfassung nicht gerecht: Bei näherer Betrachtung weist jede Geschichte ihre eigenen Besonderheiten auf, und die Bandbreite reicht von absonderlichen Schikanen, wie dem Beschmieren von Kleidung mit Rasierseife − so geschehen bei der Düsseldorfer Familie Markus – bis hin zu abscheulichen Perversitäten, die sich sogar gegen die Haustiere richteten: Bei einem Bekannten der gebürtigen Essenerin Margarethe Philips erschoss man den Hund, bei den Appels in Düsseldorf wurden die Kanarienvögel mit einem Messer erstochen und ihre Eier an die Wand geworfen.

In einigen Fällen war den Überfallkommandos die bloße Demolierung von Privaträumlichkeiten nicht genug, so dass auch sie in Brand gesetzt wurden. Widerfuhr dies in Düsseldorf der Pension Lubascher, so finden sich derartige Fälle in Essen sogar bedeutend häufiger: Die nebst Synagoge gelegene Wohnung von Rabbiner Hugo Hahn, in der er mit seiner Frau und zwei kleinen Töchtern lebte, ging in Flammen auf. Am Nachmittag des 10. November wurde die Villa von Justizrat Salomon Heinemann gestürmt und das Mobiliar angezündet, was im Einsatzbuch der städtischen Feuerwehr mit „Entstehungsursache ist die Vergeltungsaktion des Volks“ kommentiert wurde. Es kann kein Zufall sein, dass exakt zur selben Uhrzeit − nur wenige Hausnummern weiter − auch die Villa Samson vollständig in Flammen stand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Forschungsstand: Erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie den aktuellen Wissensstand und die Quellenlage zur Erforschung des Novemberpogroms in Düsseldorf und Essen.

2. Vorgeschichte: Analysiert die politischen Rahmenbedingungen des Jahres 1938, die zur Eskalation bis zum Pogrom führten, einschließlich der „Polenaktion“.

3. Das Novemberpogrom in Düsseldorf und Essen: Detaillierte Schilderung des Ablaufs der Ausschreitungen, von der zeitlichen Abfolge über Angriffe auf Synagogen bis hin zur Gewalt gegen Personen.

4. Täter, Helfer, Zuschauer?: Untersucht die Rollenverteilung innerhalb der Bevölkerung und NS-Formationen sowie das Verhalten von Helfenden in dieser Extremsituation.

5. Die Folgen des Novemberpogroms: Beschreibt die radikale Verschärfung der NS-Judenpolitik nach dem Pogrom und die Konsequenzen für das Überleben der jüdischen Gemeinden vor Ort.

6. Resümee: Fasst die Ergebnisse des städtischen Vergleichs zusammen und reflektiert über die Schwierigkeiten einer historischen Rekonstruktion.

Schlüsselwörter

Novemberpogrom, Düsseldorf, Essen, Nationalsozialismus, Judenverfolgung, Synagogenbrand, November 1938, NS-Judenpolitik, Zeitzeugenberichte, Pogrom, Deportation, Arisierung, Zerstörung, Antisemitismus, Verfolgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht vergleichend die Ereignisse des Novemberpogroms 1938 in den beiden Städten Düsseldorf und Essen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Organisation der Übergriffe, die Rollenverteilung zwischen NS-Tätern und Helfenden sowie die radikalen Folgen für die lokale jüdische Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifischen Abläufe in den beiden Gauen zu analysieren, Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen und die Auswirkungen des Pogroms als Zäsur in der NS-Judenpolitik darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse, die sowohl gedruckte Dokumente als auch umfangreiche Zeitzeugenberichte und Gestapoakten miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem konkreten zeitlichen Verlauf, der Zerstörung jüdischer Einrichtungen und Privathäuser, den Verhaftungen sowie dem Verhalten der nichtjüdischen Bevölkerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Novemberpogrom, Judenverfolgung, NS-Judenpolitik, Zerstörung, Täterschaft und Emigration geprägt.

Warum war die Rolle der Feuerwehr besonders brisant?

In Essen war die Feuerwehr aktiv an der Brandstiftung beteiligt, was über die offiziellen Anweisungen, lediglich benachbarte Gebäude zu schützen, weit hinausging.

Welche Rolle spielten die "Mischehen" im Pogrom?

Auch Personen aus sogenannten "Mischehen" oder Konvertierte wurden Opfer, wobei die Dokumentation dieser Einzelfälle oft lückenhaft ist, was auf eine Forschungslücke hindeutet.

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Résumé des informations

Titre
Die Pogromnacht des 9./10. November 1938 in Düsseldorf und Essen
Sous-titre
Ein Vergleich
Université
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Institut für Jüdische Studien)
Note
1,0
Auteur
Christina Hollender (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
60
N° de catalogue
V1215042
ISBN (PDF)
9783346647849
ISBN (Livre)
9783346647856
Langue
allemand
mots-clé
Zweiter Weltkrieg Antisemitismus Reichspogromnacht Reichskristallnacht Nationalsozialismus Düsseldorf Judentum Judenverfolgung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christina Hollender (Auteur), 2010, Die Pogromnacht des 9./10. November 1938 in Düsseldorf und Essen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215042
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Extrait de  60  pages
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