Glaubt man Aristoteles, so ist die Philosophie und das durch sie gewonnene Wissen eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein glückliches Leben. Bei genauerer Untersuchung dieser These stößt man früher oder später unumgänglich auf die Frage: Was ist Philosophie überhaupt?. Ohne diese Unklarheit aus dem Weg zu schaffen, wird es wesentlich komplizierter Aristoteles' Wegbeschreibung zur Glückseligkeit zu folgen; als anfänglich erwartet.
Von den Anfängen des Philosophierens bis heute haben unzählige Menschen ihre ganz persönliche Definition der Philosophie mit all ihren Merkmalen und Aufgaben entworfen. Im Folgenden soll es um Aristoteles Argumentation zur Bedeutung des Begriffes gehen. Damit betrachten wir einen der ersten großen Philosophen, der wohl ebenso zu den Bekanntesten zählt und dessen Werke seine Nachfolger maßgeblich bis in die heutige Zeit hinein beeinflussen. Unter der Leitfrage "Was ist Philosophie nach Aristoteles?" soll es Ziel dieser Arbeit sein, zu verstehen, was genau besagter Philosoph mit der Verwendung des Begriffes "Philosophie" meint, was er als ihre Aufgaben und Ziele sieht und worin dies begründet ist.
Nach einer knappen Betrachtung seiner Biographie soll es um seine anthropologischen Ansichten gehen, und wie sich daraus seine Definition von Philosophie ergibt. Weiterführend wird betrachtet warum Aristoteles die Behauptung aufstellte, Philosophie führe zur Glückseligkeit. Außerdem möchte ich mich daran versuchen seine Aussagen zu bewerten und werde dafür untersuchen, wo eventuelle Schwachstellen seiner Ausführungen liegen. Abschließend soll, resultierend aus den dargelegten Ergebnissen, eine Antwort auf die formulierte Leitfrage dieser Arbeit gefunden werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzbiographie des Aristoteles
3. Anthropologische Annahmen des Aristoteles
4. Der Philosophie-Begriff nach Aristoteles
5. Kritische Betrachtung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Philosophie-Begriff bei Aristoteles, um dessen Verständnis von Philosophie als Mittel zur Erlangung von Wissen und Glückseligkeit zu beleuchten und kritisch auf seine heutige Anwendbarkeit zu prüfen.
- Biografischer Hintergrund und Einflüsse auf Aristoteles
- Anthropologische Grundlagen des aristotelischen Menschenbildes
- Die Definition von Philosophie als höchste Geistesbeschäftigung
- Die Verbindung zwischen Philosophie, Vernunft und Glückseligkeit
- Kritische Reflexion der aristotelischen Voraussetzungen für ein glückliches Leben
Auszug aus dem Buch
Der Philosophie-Begriff nach Aristoteles
Mit diesen Erkenntnissen vorneweg können wir uns nun der Frage widmen, was Aristoteles unter dem Begriff der Philosophie versteht. Wenn der geistige Teil des Menschen also eine Verbindung zum Göttlichen darstellt, so könnte man vermuten, wer ein hohes Maß an Geisteskraft an den Tag lege der genieße auch ein hohes Ansehen unter seinen Mitmenschen. Diese benannte Geisteskraft lässt sich vor allem durch den Sachverstand, also das Ursachenwissen erkennen, über den ein Mensch verfügt. Somit gelten die „Sachverständigen, die das «Warum» und die Ursache kennen, [...] allgemein [...] [als] weiser als erfahrene Praktiker, die nur das «Dass» kennen“.
Sachverstand wird außerdem unabhängig von seinem praktischen Nutzen geschätzt, da es in der Natur des Menschen liegt Wissen um seiner selbst Willen zu streben. Dies lässt sich darin begründen dass die Geisteskraft, wie bereits beschrieben, für den Menschen das höchste Gut darstellt und es somit notwendig ist sie auszuüben, um sie zu steigern und dadurch zu Erkenntnis und Weisheit zu gelangen. Und dieses „um seiner selbst willen erstrebte [...] Wissen von den ersten Ursachen und Prinzipien des Seienden [...] nennt Aristoteles die «Erste Philosophie“. Da sich die Philosophie also mit den „Ursachen und Prinzipien des Seienden in höchster Allgemeinheit“ befasst, bezeichnet Aristoteles sie außerdem als „Wissenschaft von der Wahrheit“ und damit als höchste aller Wissenschaften, da sie sich nicht wie alle anderen nur auf eine Teildisziplin beschränke. Daraus folgt auch, dass „die Wissenschaft, die um ihrer selbst willen und des Wissens wegen erstrebt wird“, also die Philosophie, „eher Weisheit sei als die, die ihrer Resultate wegen gewählt wird“. Und Weisheit, als eine Tugend der menschlichen Seele, führt wiederum zu Glückseligkeit. Das heißt also, dass durch die Philosophie erworbene Wissen ist für ein glückliches Leben erforderlich.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Philosophie nach Aristoteles zwingend zur Glückseligkeit führt und welche Rolle der Mensch dabei spielt.
Kurzbiographie des Aristoteles: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über den Lebensweg des Philosophen, seine Zeit an Platons Akademie und seine späteren Jahre als Lehrer.
Anthropologische Annahmen des Aristoteles: Hier wird das aristotelische Menschenbild erläutert, das den Menschen als Leib-Seele-Einheit und Vernunftwesen beschreibt.
Der Philosophie-Begriff nach Aristoteles: Dieses Kapitel definiert Philosophie als zweckfreies Streben nach Wissen über die ersten Ursachen und Prinzipien, was als höchste Form der Geistesbetätigung gilt.
Kritische Betrachtung: Hier werden die aristotelischen Thesen hinterfragt, insbesondere seine Auffassung, dass für ein glückliches Leben neben dem Verstand auch materielle Güter notwendig seien.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit der antiken Philosophie-Definition auf die Herausforderungen der heutigen, konsumorientierten Welt.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Philosophie, Glückseligkeit, Vernunft, Erkenntnis, Geisteskraft, Anthropologie, Sachverstand, Weisheit, Erste Philosophie, Ethik, Menschenbild, Ursachenwissen, Wissensdrang, Lebensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der aristotelischen Definition von Philosophie und untersucht deren enge Verknüpfung mit dem Streben nach Erkenntnis und Glückseligkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen das aristotelische Menschenbild, die Funktion der menschlichen Vernunft und die philosophische Begründung eines glücklichen Lebens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu verstehen, was Aristoteles unter Philosophie versteht, und kritisch zu prüfen, inwieweit diese Ansichten heute noch als Wegweiser für ein glückliches Leben dienen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine textanalytische Arbeit, die primär auf der Interpretation von Werken des Aristoteles (insbesondere der Nikomachischen Ethik) und begleitender Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Biografie, der anthropologischen Grundlagen, der Definition von Philosophie und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Relevanz dieser Theorien für die Gegenwart.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Aristoteles, Glückseligkeit, Philosophie, Vernunft, Erkenntnis und Anthropologie beschreiben.
Warum hält Aristoteles äußere Güter für ein glückliches Leben für notwendig?
Aristoteles vertritt die Ansicht, dass ein Mensch, der in extremer Not lebt oder mit schweren Schicksalsschlägen kämpft, seine geistigen Potenziale nicht voll entfalten kann, weshalb ein gewisses Maß an Wohlstand als förderlich angesehen wird.
Wie überträgt die Arbeit die aristotelischen Gedanken auf unsere heutige Zeit?
Der Autor hinterfragt, ob die philosophische Selbstreflexion in einer durch "Fake-News" und Konsumdruck geprägten modernen Welt noch immer der sicherste Weg zur Glückseligkeit ist oder ob die heutige Informationsflut diesen Prozess erschwert.
- Citation du texte
- Sophie Bloßfeld (Auteur), 2020, Was ist Philosophie, Aristoteles? Die Definition von Philosophie nach Aristoteles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215203