Die vorliegende Arbeit möchte zunächst die Stadtplanung Augsburgs in den Jahren von 1951 bis 1967 gerafft darstellen, die Position und das Wirken des damaligen Stadtbaurats Walther Schmidt in die bundesweite Aufbaudiskussion einordnen und in groben Zügen individuelle Ausprägungen für den Fall Augsburg aufzeigen. Zudem soll der Begriff der
"schöpferischen Rekonstruktion" umrissen werden. Im folgenden Kapitel werden die Barfüßerbrücke, das Beckenhaus und das Hotel "Drei Mohren" dezidiert vorgestellt und der von Lindl erarbeiteten Signifkanten-Interaktionsanalyse (SIA) unterzogen. Anhand dieser drei Beispiele sollen die Authentizität und die historischen Wertigkeiten von Walther
Schmidts Konzept der "schöpferischen Rekonstruktion" aufgezeigt werden. Unter der Grundthese, dass Schmidts Umgang mit Historischem weitergeführt wurde und sich diese Weichenstellung bis in die Gegenwart in Stadtbild und Stadtplanung niederschlägt, soll diese angenommene Entwicklung bis in die Gegenwart aufzeigt werden.
Die ausgewählten Baubeispiele des 21. Jahrhunderts sind das Gelände um die ehemalige Brauerei Hasenbräu, das Stadtsparkassengebäude in der Maximilianstraße 23 sowie der Komplex "UlrichsEck" der evangelischen Kirche am Ulrichsplatz. Ein Fazit möchte schließlich die Nachkriegszeit mit der gegenwärtigen Stadtentwicklung Augsburgs
kontextualisieren und eine grobe Bewertung der baulichen Prinzipien der "schöpferischen Rekonstruktion" und der gegenwärtigen Stadtplanung abgeben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Walther Schmidts Umgang mit Gewordenem - die „schöpferische Rekonstruktion“ der historischen Altstadt von Augsburg
- Die „schöpferische Rekonstruktion“ und ihre historische Authentizität
- Barfüßerbrücke
- Beckenhaus
- Hotel „Drei Mohren“
- Zur Mediokrität verdammt? Die Auswirkung von Walther Schmidts „schöpferischer Rekonstruktion“ auf das gegenwärtige Stadtbild Augsburgs
- Das ehemalige Areal von Hasenbräu und Goldener Gans
- Das Stadtsparkassengebäude in der Maximilianstraße 23
- Das Evangelische Zentrum „UlrichsEck“ am Ulrichsplatz
- Fazit: Walther Schmidts Rekonstruktion der Augsburger Altstadt als Menetekel?
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Wiederaufbau der Augsburger Altstadt nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und insbesondere mit dem Einfluss des Stadtbaurats Walther Schmidt auf das Stadtbild. Im Fokus stehen die Auswirkungen seiner „schöpferischen Rekonstruktion“ auf die historische Authentizität und den historischen Wert der Architektur.
- Die „schöpferische Rekonstruktion“ als städtebauliches Konzept
- Die historische Authentizität von Schmidts Wiederaufbauprojekten
- Der Einfluss von Schmidts Rekonstruktionsprinzipien auf die heutige Stadtplanung
- Die Auseinandersetzung mit historischen Werten und der Gefahr des „Ausverkaufs“ urbaner Räume
- Die Bedeutung von Denkmalschutz und historischen Erbe für die Identität Augsburgs
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die Problematik des Wiederaufbaus der Augsburger Altstadt nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Das zweite Kapitel beleuchtet Walther Schmidts Wirken als Stadtbaurat von 1951 bis 1967 und seinen Umgang mit dem „Gewordenen“ im Kontext der bundesweiten Aufbaudiskussion.
Im dritten Kapitel werden anhand der drei ausgewählten Beispiele – die Barfüßerbrücke, das Beckenhaus und das Hotel „Drei Mohren“ – die historische Authentizität von Schmidts „schöpferischer Rekonstruktion“ anhand der Signifikanten-Interaktionsanalyse von Stefan Lindl untersucht.
Das vierte Kapitel beleuchtet die Fortführung von Schmidts Wiederaufbauprinzipien im 21. Jahrhundert. Es werden drei aktuelle Bauprojekte – das ehemalige Areal von Hasenbräu und Goldener Gans, das Stadtsparkassengebäude in der Maximilianstraße 23 und das Evangelische Zentrum „UlrichsEck“ am Ulrichsplatz – im Hinblick auf ihren Umgang mit dem historischen Erbe und ihre städtebauliche Gestaltung analysiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen „schöpferische Rekonstruktion“, historische Authentizität, Stadtplanung, Wiederaufbau, Augsburg, Walther Schmidt, Denkmalpflege, Denkmalschutz, Stadtbild, Stadtentwicklung, Tradition, Moderne, Architektur, Bausubstanz, Baukultur.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter „schöpferischer Rekonstruktion“?
Dies ist ein städtebauliches Konzept des Stadtbaurats Walther Schmidt, bei dem historische Gebäude nicht exakt kopiert, sondern unter Einbeziehung moderner Bedürfnisse und künstlerischer Freiheit neu interpretiert wurden.
Wie beeinflusste Walther Schmidt das Stadtbild von Augsburg?
Schmidt prägte den Wiederaufbau nach 1945 maßgeblich, indem er versuchte, den Charakter der Altstadt zu bewahren, ohne auf moderne Architekturansätze zu verzichten.
Welche Gebäude dienen als Beispiele für Schmidts Arbeit?
In der Arbeit werden die Barfüßerbrücke, das Beckenhaus und das Hotel „Drei Mohren“ detailliert analysiert, um die Authentizität seiner Rekonstruktionsprinzipien zu prüfen.
Welche Kritik gibt es an der schöpferischen Rekonstruktion?
Es wird diskutiert, ob durch diese Methode die historische Authentizität verloren geht und ob sie zu einer gewissen „Mediokrität“ im heutigen Stadtbild geführt hat.
Wie wirkt Schmidts Erbe in der heutigen Stadtplanung nach?
Die Arbeit zeigt anhand aktueller Projekte wie dem „UlrichsEck“ oder dem Hasenbräu-Gelände, dass die Weichenstellungen der Nachkriegszeit bis heute den Umgang mit historischer Bausubstanz in Augsburg prägen.
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- Christian Schaller (Author), 2018, Das Erbe der "schöpferischen Rekonstruktion". Der historische Wert der Wiederaufbauprinzipien des Stadtbaurates Walther Schmidt und ihre Auswirkungen auf die Altstadt von Augsburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215501