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“Brain Drain“ oder “Brain Circulation“?

Internationale Migration von deutschen Hochqualifizierten

Title: “Brain Drain“ oder “Brain Circulation“?

Seminar Paper , 2008 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jenny Neuber (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Die Internationale Migration zeigte sich oft als ein unverstandenes Phänomen aufgrund der geringen Bedeutung in der Migrationsforschung, was wiederum an dem geringen Interesse an dem Thema Auswanderung lag. Es existieren zu diesem Gegenstand wenig umfangreiche Quellen und so erfordert es vielmehr eine Einbeziehung verschiedener, deren Zusammenführung ein differenziertes Bild über die Struktur und Dynamik der Migrationsbewegungen ergibt. Die unterschiedlichen Datenquellen und Zugänge werden zu Beginn dieser Arbeit in kurzer Form dargestellt. Im nächsten Teil wird die Entwicklung der Aus- und auch Einwanderung von deutschen Staatsbürgern näher betrachtet und anschließend die Zielländer und das Bildungs- und Qualifikationsniveau als Selektivität der Migranten dargestellt. Um der Frage nach einem tatsächlichen Brain Drain nachzugehen, beziehen sich die danach folgenden Kapitel auf das Ausmaß und die Formen der Auswanderung Hochqualifizierter. An dieser Stelle sollen nicht nur die zahlenmäßigen Daten benannt werden, es soll auch speziell auf die Wanderungsgedanken, die Realisierung dieser Pläne und die Motive der Auswanderung eingegangen werden. Interessant sind hier auch die Untersuchungen zur Dauer des Auslandsaufenthaltes. Der letzte große Punkt bei der Betrachtung der Arbeitsmigration widmet sich dem klassischen Einwanderungsziel – den USA. Um das Verständnis der Phänomene zur Auswanderung Deutscher und speziell zur Migration der Hochqualifizierten zu gewährleisten, geht es im Fazit noch einmal zusammenfassend um die Frage, ob in Deutschland tatsächlich von einem Brain Drain gesprochen werden kann oder die Phänomene nicht ganz so definiert zu betrachten sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Datenquellen zur Untersuchung des Migrationsgeschehens in Deutschland

3. Entwicklung der Auswanderung deutscher Staatsangehöriger

4. Zielländer der deutschen Auswanderer

5. Bildungs- und Qualifikationsniveau der deutschen Auswanderer

6. Ausmaß und Formen der Abwanderung deutscher Hochqualifizierter

6.1 Wanderungsgedanke vs. Konkrete Wanderungspläne

6.2 Aufenthaltsdauer der deutschen Hochqualifizierten im Ausland

6.3 USA – das klassische Einwanderungsland für Hochqualifizierte

6.3.1 Entwicklung des Qualifikationsniveaus der Deutschen in den USA

6.3.2 Aufenthaltsdauer der deutschen Hochqualifizierten in den USA

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die internationale Migration deutscher Staatsbürger mit einem spezifischen Fokus auf hochqualifizierte Fachkräfte, um die Debatte zwischen einem dauerhaften Verlust von Humankapital ("Brain Drain") und einem Wissenstransfer ("Brain Circulation") wissenschaftlich einzuordnen.

  • Analyse der Datenquellen zur Erfassung deutscher Migrationsströme
  • Entwicklung und Dynamik der Auswanderung von Hochqualifizierten
  • Bedeutung von Push- und Pull-Faktoren bei der Entscheidung zur Abwanderung
  • Untersuchung der USA als klassisches Zielland für hochqualifizierte Arbeitskräfte
  • Bewertung der Rückkehrabsichten und der Dauer von Auslandsaufenthalten

Auszug aus dem Buch

6.3 USA – das klassische Einwanderungsland für Hochqualifizierte

Im Jahr 1924 wurde in den USA eine Quotenregelung zur Begrenzung der Immigrantenzahlen verabschiedet. Diese orientierte sich an der Zahl der Einwanderer, die bereits in den Vereinigten Staaten lebten und aus dem gleichen Land kamen wie der Einwanderungswillige. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde, wie schon zur allgemeinen Entwicklung der internationalen Migration erwähnt, die Auswanderung deutscher Staatsbürger durch die alliierten Kräfte stark eingeschränkt (vgl. Diehl, Dixon 2005:719). Die Migrationsforscher Bade und Oltmer erwähnten zusätzlich in ihrem Buch „Normalfall Migration“, dass „… es weltweit kaum ein Land [gab], das deutsche Einwanderer zugelassen hätte.“ (Bade, Oltmer 2004:69). Mit der Aufhebung der Einschränkungen und später auch mit der Gründung der Bundesrepublik hatten nun auch die Deutschen die Möglichkeit in die Vereinigten Staaten zu immigrieren. Diese wiederum hatten zu jener Zeit einen Arbeitskräftemangel und sahen die Einwanderer als gut qualifizierte Arbeitskräfte an (vgl. Bade, Oltmer 2004:69f). Diese Entwicklungen hatten ab den 1950er Jahren einen enormen Anstieg der deutschen Immigranten in die USA zur Folge (vgl. Diehl, Dixon 2005:719).

Erst ab 1965 wurde in den USA dieses Gesetz zur Quotenreglung durch die sogenannte Hemisphärenquote ersetzt, nach welcher die Reihenfolge der Antragstellung, die Gründe der Familienzusammenführung und die beruflichen Qualifikation eine große Rolle spielten. 1978 wurde allerdings eine Immigrationsgrenze festgelegt und es galt nun auch für die Einwanderung in die USA eine weltweit einheitliche Quote. Dies hatte zur Folge, dass zunächst der Anteil der Europäer an der US-Einwohnerzahl sank und der Anteil der Lateinamerikaner und Asiaten enorm anstieg. Die Vereinigten Staaten ließen zu dieser Zeit jedoch noch immer mehr Einwanderer in ihr Land als jedes andere in der Welt. Das 1990 überarbeitete Einwanderungsgesetz sieht nun eine flexible Obergrenze von 675.000 Immigranten pro Jahr vor. Dieses Gesetz hilft, gut ausgebildete Fachkräfte in die USA zu holen (vgl. Netzwerk Migration in Europa 2004). In den folgenden Jahren wandelte sich Deutschland von einem Auswanderungs- in ein Einwanderungsland. Bis zu den Anschlägen am 11.09.2001 stieg die Zahl der Auswanderer in die USA jedoch wieder kontinuierlich an. (vgl. Diehl, Dixon 2005:720).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die aktuelle Debatte um den "Brain Drain" deutscher Fachkräfte und die Zielsetzung der Untersuchung.

2. Datenquellen zur Untersuchung des Migrationsgeschehens in Deutschland: Darstellung der verfügbaren statistischen Grundlagen und Register, die zur Analyse von Wanderungsbewegungen genutzt werden können.

3. Entwicklung der Auswanderung deutscher Staatsangehöriger: Historischer Abriss der deutschen Auswanderungszahlen seit 1945 und deren Schwankungen.

4. Zielländer der deutschen Auswanderer: Analyse der bevorzugten Zielregionen, wobei ein Wandel von den klassischen Überseeländern hin zu europäischen Staaten erkennbar ist.

5. Bildungs- und Qualifikationsniveau der deutschen Auswanderer: Untersuchung der Selektivität der Migranten hinsichtlich ihres Bildungsabschlusses im Vergleich zur inländischen Bevölkerung.

6. Ausmaß und Formen der Abwanderung deutscher Hochqualifizierter: Vertiefende Analyse der Motive, Mobilitätsraten und speziellen Bedingungen für hochqualifizierte Arbeitskräfte.

6.1 Wanderungsgedanke vs. Konkrete Wanderungspläne: Differenzierung zwischen der allgemeinen Absicht auszuwandern und der tatsächlichen Umsetzung dieser Pläne.

6.2 Aufenthaltsdauer der deutschen Hochqualifizierten im Ausland: Untersuchung der zeitlichen Dimension der Migration und der Tendenz zu temporären statt dauerhaften Aufenthalten.

6.3 USA – das klassische Einwanderungsland für Hochqualifizierte: Betrachtung der spezifischen historischen und aktuellen Rahmenbedingungen für deutsche Migranten in den USA.

6.3.1 Entwicklung des Qualifikationsniveaus der Deutschen in den USA: Analyse der Bildungssituation deutscher Auswanderer im amerikanischen Arbeitsmarkt.

6.3.2 Aufenthaltsdauer der deutschen Hochqualifizierten in den USA: Prüfung, ob US-Aufenthalte eher temporär oder dauerhaft angelegt sind.

7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage unter Berücksichtigung der "Brain Circulation"-Hypothese.

Schlüsselwörter

Brain Drain, Brain Circulation, internationale Migration, Hochqualifizierte, Deutschland, Auswanderung, Zielländer, Selektivität, Humankapital, Arbeitsmarkt, Mobilität, USA, Rückkehrabsichten, Fachkräfte, Wanderungsstatistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die internationale Abwanderung deutscher Staatsbürger, insbesondere hochqualifizierter Fachkräfte, und analysiert, ob diese einen dauerhaften Wissensverlust darstellt oder einen wertvollen Austausch fördert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die statistische Erfassung von Migrationsbewegungen, die Selektivität bei Bildungsniveaus, die Motive für die Abwanderung (Push- und Pull-Faktoren) sowie die zeitliche Dauer der Auslandsaufenthalte.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage lautet, ob man bei der Abwanderung deutscher "Spitzenkräfte" von einem schädlichen "Brain Drain" sprechen kann oder ob der Begriff "Brain Circulation" – ein wechselseitiger Wissenstransfer – die Situation treffender beschreibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, die Datenquellen wie die Wanderungsstatistik, das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) sowie diverse Studien zu hochqualifizierten Migranten zusammenführt und auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Auswanderung, eine Analyse der Zielländer und Qualifikationsniveaus sowie eine spezialisierte Untersuchung der Migrationsmuster in die USA.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Brain Drain, Brain Circulation, Humankapital, Hochqualifizierte, Arbeitsmigration und Selektivität.

Was unterscheidet den "Brain Drain" vom "Brain Circulation"-Ansatz?

Beim Brain Drain wird Migration als permanenter Verlust von Humankapital und Innovationen gesehen, während bei der Brain Circulation die Rückkehr der Fachkräfte mit neu erworbenem Wissen und neuen Netzwerken zu einem langfristigen Gewinn für die Heimatwirtschaft führt.

Welche Rolle spielen die USA in der Untersuchung?

Die USA werden als klassisches Einwanderungsziel für Hochqualifizierte detailliert betrachtet, wobei insbesondere die Entwicklung der Visa-Politik und das Qualifikationsniveau der dort lebenden Deutschen analysiert werden.

Wie lautet die Schlussfolgerung bezüglich des "Brain Drain"?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Bezeichnung "Brain Drain" zu einseitig ist. Aufgrund der überwiegend temporären Natur der Aufenthalte und der Rückkehr von Fachkräften ist die Beschreibung als "Brain Circulation" oder sogar "Brain Gain" treffender.

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Details

Title
“Brain Drain“ oder “Brain Circulation“?
Subtitle
Internationale Migration von deutschen Hochqualifizierten
College
Technical University of Chemnitz  (Allgemeine Soziologie I)
Course
Migration und Integration
Grade
1,3
Author
Jenny Neuber (Author)
Publication Year
2008
Pages
26
Catalog Number
V121554
ISBN (eBook)
9783640263554
ISBN (Book)
9783640263677
Language
German
Tags
Brain drain Brain-drain Brain circulation Brain-circulation Auswanderung Hochqualifizierte Wissenstransfer Humankapital Einwanderung Emigration Immigration Migration USA
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jenny Neuber (Author), 2008, “Brain Drain“ oder “Brain Circulation“?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121554
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