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Gesellschaftliche Asymmetrie in der Moderne und asymmetrisches Verhältnis zwischen Konsument und Produzent der Erlebnisgesellschaft

Merkmale und Gefahren

Title: Gesellschaftliche Asymmetrie in der Moderne und asymmetrisches Verhältnis zwischen Konsument und Produzent der Erlebnisgesellschaft

Term Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom-Informatikerin (FH) Sylvia Brink (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Die moderne Gesellschaft ist eine Organisationsgesellschaft, in der sich zum einen Individuen, also natürliche Personen und zum anderen Institutionen, hier bezeichnet als korporative Akteure, in einem ungleichgewichtigen Verhältnis zueinander befinden. Seit der Industrialisierung ist ein rasantes Anwachsen von Korporationen mit kommerziellem Interesse zu beobachten. Diese versuchen ihre ökonomischen Interessen trotz Schädigung der Umwelt und des Einzelnen durchzusetzen, so dass dem Staat die Aufgabe zuwuchs, das Ungleichgewicht zwischen Individuum und den Korporationen auszugleichen. Der ameri-kanische Soziologe J.S. Coleman bezeichnete dieses Ungleichgewicht als Asymmetrie und beleuchtet es von mehreren Seiten, nämlich neben Asymmetrie zwischen natürlicher Person und korporativen Akteur auch diejenige zwischen korporativem Akteur/ natürlicher Person und dem Staat als Regulierer. Außerdem untersucht er die Asymmetrie innerhalb korporativer Akteure, also die Hierarchiebeziehung zwischen Angestellten und Arbeitgebern. Das asymmetrische Verhältnis von natürlichen Personen in der Rolle der Konsumenten und korporativen Akteuren in der Rolle der Produzenten definiert er als Marktbeziehung. An dieser Stelle knüpft der deutsche Soziologe Schulze an, denn er sieht in der modernen Ge-sellschaft eine Dominanz der innenorientierten Erlebnisrationalität. Der Einzelne sucht sein Glück mehr als je zuvor im Konsum von Erlebnisprodukten und erlebnisversprechenden Veranstaltungen. Durch die unterschiedlichen Beschaffenheiten von Erlebnisrationalität und ökonomischer Rationalität kommt eine Asymmetrie zuungunsten des Konsumenten zu-stande. Diese Beschaffenheit wird in dieser Hausarbeit ausgearbeitet. Dazu werden rele- vante Fakten der beiden Werke Die asymmetrische Gesellschaft von J.S.Coleman aus dem Jahr 1986 (Kapitel 2) und Die Erlebnisgesellschaft – Kultursoziologie der Gegenwart von 1992 des Soziologen Gerhard Schulze (Kapitel 3) exzerpiert. In Kapitel 4 werden beide Theorien verglichen und in Zusammenhang gestellt. Das Kapitel 5 gibt unter Hinzunahme von Sekundärliteratur einen Ausblick auf mögliche (kultur-)politische Handlungskompe-tenzen des Entgegenwirkens asymmetrischer Verhältnisse der Erlebnisgesellschaft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Motivation der Arbeit

2. Die asymmetrische Gesellschaft nach Coleman

2.1. Merkmale asymmetrischer Beziehungsformen nach Coleman

2.2. Zur Konstellation zw. korporativem Akteur, natürlicher Person und Staat

2.3. Informationsungleichgewicht in Marktbeziehungen

2.4. Sozialpolitikforschung

3. Die Erlebnisgesellschaft nach Schulze

3.1. Die Beschaffenheit der Erlebnisgesellschaft

3.2. Alltagsästhetische Schemata und soziale Milieus

3.3. Resymmetrierung durch Kulturpolitik: Ziele und paradoxe Wirkungen

3.4. Die Publikumswirksamkeit von Kulturpolitik

4. Vergleichende Analyse der beiden Autoren

5. Ausblick: Möglichkeiten der Resymmetrierung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das durch Asymmetrien geprägte Verhältnis zwischen Konsumenten und Produzenten in der modernen Gesellschaft. Basierend auf den Theorien von James S. Coleman und Gerhard Schulze wird analysiert, inwieweit die Politik und Kulturpolitik dazu beitragen können, dieses Ungleichgewicht zu mildern und eine Resymmetrierung der Marktbeziehungen zu fördern.

  • Gesellschaftliche Asymmetrie nach J.S. Coleman
  • Die Erlebnisgesellschaft nach Gerhard Schulze
  • Interaktion zwischen korporativen Akteuren und natürlichen Personen
  • Die Rolle von Kulturpolitik als Gegenkraft zum Erlebnismarkt
  • Vergleichende soziologische Analyse der Autorenkonzepte

Auszug aus dem Buch

2.1. Merkmale asymmetrischer Beziehungsformen nach Coleman

In dem Vorwort von Colemans Werk Die asymmetrische Gesellschaft bezeichnet Andreas Flitner die Zunahme unpersönlicher Körperschaften und ihr wachsendes Übergewicht gegenüber den natürlichen Personen als gesellschaftliche Asymmetrie (Coleman, S.8). Zwar ist es gängige soziologische Sicht, dass Einzelpersonen selbst die grundlegenden Elemente eines sozialen Systems sind (Coleman, S.12), jedoch hat aus der Historie heraus neben der natürlichen Person ein neuer Bestandteil an gesellschaftlicher Bedeutung gewonnen, den Coleman als korporativen Akteur bezeichnet und welcher die Gesellschaftsstruktur fundamental änderte. Der korporative Akteur ist keine natürliche Person, sondern eine Körperschaft, welche im Rechtswesen fiktive Person genannt wird und gegenständlich nicht greifbar ist.

Bis ins 13. Jahrhundert ging das europäische Recht nur von natürlichen Personen aus. Mit der Einführung der Stadtrechte wurde die Stadt jedoch wohl zum ersten korporativen Akteur. Auch die rechtliche Anerkennung der Kirche als rechtsfähige Person schaffte die Kirche als frühen Typus des korporativen Akteurs. Durch die Schaffung der Gesellschaftsform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Jahr 1892, bei denen die einzelnen natürlichen Personen einer Korporation nur mit der Höhe ihrer ursprünglichen Investition, nicht aber mit ihrem Privatvermögen hafteten, schritt die Industrialisierung und somit die Zunahme von Korporationen rasch voran, so dass sich eine neue Sozialstruktur etablierte. Die neue Sozialstruktur ist bezeichnend für die Moderne, in der eine starke Segmentierung des Lebens in getrennte Sphären (Coleman, S.213), wie etwa Schule und Arbeit sowie Freizeitangebote vorherrscht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Motivation der Arbeit: Diese Einführung erläutert die Grundproblematik der asymmetrischen Machtverhältnisse in der modernen Organisationsgesellschaft zwischen Individuen und korporativen Akteuren.

2. Die asymmetrische Gesellschaft nach Coleman: Coleman analysiert die Entstehung korporativer Akteure, die strukturellen Ungleichgewichte in Marktbeziehungen sowie die Notwendigkeit sozialpolitischer Forschung.

3. Die Erlebnisgesellschaft nach Schulze: Gerhard Schulze beschreibt den Wandel zur Erlebnisrationalität und wie die Gesellschaft in spezifische Milieus eingeteilt werden kann, um Konsumverhalten zu verstehen.

4. Vergleichende Analyse der beiden Autoren: In diesem Kapitel werden die Ansätze von Coleman und Schulze in einen gemeinsamen Kontext gesetzt, um die Ergänzung ihrer Theorien zur Problematik der Marktasymmetrie aufzuzeigen.

5. Ausblick: Möglichkeiten der Resymmetrierung: Dieser Teil diskutiert Strategien zur Milderung asymmetrischer Verhältnisse, insbesondere durch staatliche Regulierung und die Stärkung der persönlichen Verantwortung.

Schlüsselwörter

Asymmetrische Gesellschaft, Erlebnisgesellschaft, Korporativer Akteur, Marktbeziehung, Konsument, Produzent, Kulturpolitik, Sozialstruktur, Erlebnisrationalität, Milieuanalyse, Informationsungleichgewicht, Mitbestimmung, Resymmetrierung, Soziokultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit den Machtasymmetrien zwischen natürlichen Personen als Konsumenten und großen Institutionen als Produzenten in der modernen Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretischen Konzepte von J.S. Coleman zur gesellschaftlichen Asymmetrie und von Gerhard Schulze zur Erlebnisgesellschaft sowie deren kulturpolitische Einordnung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwiefern Politik und Kulturpolitik als regulierende Kräfte wirken können, um das asymmetrische Verhältnis zwischen Erlebnismärkten und Konsumenten positiv zu beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine exzerpierende, vergleichende Literaturanalyse, um die Theorien beider Soziologen kritisch gegenüberzustellen und in einen aktuellen Kontext zu bringen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Asymmetrie-Theorie nach Coleman, die Analyse der Erlebnisgesellschaft nach Schulze und die Diskussion über die Rolle der Kulturpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Asymmetrie, Erlebnisgesellschaft, korporative Akteure, Marktbeziehungen, Konsumentensouveränität und Kulturpolitik.

Welche Rolle spielen soziale Milieus bei Schulze?

Schulze nutzt Milieus, um die ungleiche Art und Weise zu erklären, wie verschiedene Bevölkerungsgruppen auf Erlebnisangebote reagieren und wie sich ihr jeweiliger Konsumstil unterscheidet.

Wie bewerten die Autoren die Rolle des Staates?

Beide Autoren sehen im Staat den entscheidenden Akteur zur Regulierung, wobei Coleman den Fokus auf rechtliche Rahmenbedingungen und Mitbestimmung legt, während Schulze die ambivalenten Auswirkungen der Kulturpolitik betont.

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Details

Title
Gesellschaftliche Asymmetrie in der Moderne und asymmetrisches Verhältnis zwischen Konsument und Produzent der Erlebnisgesellschaft
Subtitle
Merkmale und Gefahren
College
University of Hagen  (Soziologie)
Grade
1,3
Author
Diplom-Informatikerin (FH) Sylvia Brink (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V121555
ISBN (eBook)
9783640263752
ISBN (Book)
9783656825760
Language
German
Tags
Merkmale Gefahren Asymmetrie Moderne Coleman) Fokus Verhältnis Konsument Produzent Erlebnisgesellschaft Schulze)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Informatikerin (FH) Sylvia Brink (Author), 2008, Gesellschaftliche Asymmetrie in der Moderne und asymmetrisches Verhältnis zwischen Konsument und Produzent der Erlebnisgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121555
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