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Kult und Insularität im hellenistischen Zeitalter. Am Beispiel von Delos und Malta

Titel: Kult und Insularität im hellenistischen Zeitalter. Am Beispiel von Delos und Malta

Hausarbeit , 2015 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Schaller (Autor:in)

Archäologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es gibt kaum eine kulturgeschichtliche Epoche, die so pluralistisch geprägt war wie der Hellenismus. Bezeichnet dieser Zeitraum im politischen Sinne zwar lediglich die Zeit zwischen Alexander dem Großen und Kaiser Augustus, so sind seine Ursachen und Wirkungen um ein Vielfaches weitreichender. Knüpfte er doch fruchtbar an vorhergehende Entwicklungen der klassisch-griechischen Kultur und der mediterranen Welt an und war anschließend vor allem auch durch die ganze römische Kaiserzeit hindurch bis in die Spätantike hinein wirksam. Ein wichtiger und verbindender Aspekt, der das gesamte alltägliche Leben der hellenisierten Gesellschaften durchfloss, war die Religion. Diese Arbeit widmet sich darum der Fragestellung, welche Charakteristika der Kult in dieser kosmopolitischen und vernetzten Zeit besaß und welchen Einflüssen und Entwicklungen er auf den verbindenden Knotenpunkten der antiken Welt, den
Mittelmeerinseln, ausgesetzt war.

In der Forschung sind die klassisch griechische Religion und die großen politisch-kulturellen Abläufe des Hellenismus gut erfasst. Gerade im Bereich des Kultischen gestaltet sich jedoch eine sichere Interpretation des oft uneindeutigen archäologischen Befunds als sehr problematisch. Literarische Quellen vermitteln dagegen einen guten Einblick in das religiöse Gefühl dieser Zeit. Gerade auf den zahlreichen Inseln des Mittelmeers, wie Delos oder vor allem Malta, die als Triebfedern des mediterranen Kultur- und Kultaustausches gelten können, würden sich weitere Forschungen gewiss
als erfolgversprechend erweisen.

Es erfolgt zunächst eine stark geraffte Darstellung der Verbreitung von Göttern und Kulten im hellenistischen Zeitalter. Dabei wird kurz auf synkretistische Gottheiten eingegangen, wie beispielsweise Serapis. Im darauf folgenden Abschnitt wird angesprochen, welchen Gottheiten speziell auf Mittelmeerinseln eine verstärkte Verehrung zukam. Um die in den beiden vorangegangenen Kapiteln präsentierten Thesen und Entwicklungsmuster zu stützen, widmen sich die letzten beiden Absätze konkreten Beispielen und Orten des antiken Insellebens. Zunächst wird Delos vorgestellt, anschließend Malta und die Ausgrabungsstätte von Tas Silġ. Ein Fazit rundet die Arbeit schließlich ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Verbreitung von Göttern und Kulten in der hellenisierten Welt

3. Die besondere Rolle der Inseln

4. Delos und das Serapeion A

5. Malta und Tas Silg

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Charakteristika religiöser Kulte im hellenistischen Zeitalter, wobei der Fokus auf dem Einfluss des interkulturellen Austausches und der geographischen Bedeutung von Inseln als Knotenpunkte für die Verbreitung religiöser Vorstellungen liegt.

  • Kultureller Austausch und Synkretismus im Mittelmeerraum
  • Religiöse Identitätsbildung und Sakralisierung der Umwelt
  • Die Rolle geographischer Gegebenheiten (Inseln) für Handelswege und Kultverbreitung
  • Fallstudien zu Delos (Serapeion A) und Malta (Tas Silg)
  • Transformation von Göttergestalten unter hellenistischen und römischen Einflüssen

Auszug aus dem Buch

3. Die besondere Rolle der Inseln

Inseln wie Zypern oder Rhodos zeichneten sich bereits während der dunklen Jahrhunderte als Vermittler aus, die orientalische Elemente konservierten und über die ägäischen Inseln auf das Festland transferierten. Die beiden Protagonisten des griechischen Pantheons beispielsweise, das Götterpaar Zeus und Hera, kamen dem Mythos zufolge auf früh entwickelten Inseln mit exponierter Lage und weitreichenden Handelsbeziehungen auf die Welt – Zeus auf Kreta, Hera auf Samos. Der Gott Dionysos, auf zahlreichen Inseln Schutzherr des Weinanbaus und Baumwachstums, verbrachte nach Diodor seine Kindheit auf der Insel Naxos, was wiederum der Grund für deren Wohlstand und guten Wein gewesen sein soll. Lokale Inselmythen wurden stolz als exklusiver Vorteil ausgelegt, sie schufen Identität – waren jedoch gleichzeitig fest in die gesamtgriechische Religion eingebunden. Überträgt man die Religion als wichtiges Identitätsmerkmal einer Gesellschaft auf den geographischen Kontext einer Insel, so muss man in diesem Zusammenhang auch das charakteristische Wechselspiel von Insularität, des in sich gekehrten Insellebens, versus Konnektivität, die nach außen hin erfolgreiche Vernetzung, vor Augen führen und sich fragen, wie sie religiöse Vorstellungen beeinflussen. Durch Handel und Schifffahrt etablierten sich Inseln nämlich als verbindende Knotenpunkte. Die hellenistischen Häfen und Inseln trugen durch den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zur Verbreitung von Kulten im Mittelmeerraum bei, indem dort die Glaubensvorstellungen der Ethnien, die sich auf Handelsreise befanden, als Erstes fruchtbaren Boden fanden und damit eine Schnittstelle und eine gemeinsame Basis schufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die religiöse Pluralität des Hellenismus und die Zielsetzung, Charakteristika und Einflüsse von Kulten in dieser vernetzten Epoche zu analysieren.

2. Die Verbreitung von Göttern und Kulten in der hellenisierten Welt: Dieses Kapitel thematisiert die Sakralisierung der Umwelt und die Rolle des Kulturtransfers bei der Verbreitung orientalischer und hellenistischer Elemente.

3. Die besondere Rolle der Inseln: Hier wird der Einfluss geographischer Gegebenheiten, insbesondere von Inseln, auf die religiöse Identität und die Verbreitung von Götterkulten durch Handel und Schifffahrt erörtert.

4. Delos und das Serapeion A: Das Kapitel analysiert anhand des Fallbeispiels Delos, wie Heiligtümer als soziale Knotenpunkte fungierten und wie das Vereinswesen die religiöse Praxis prägte.

5. Malta und Tas Silg: Die Untersuchung des Heiligtums von Tas Silg zeigt die kontinuierliche Entwicklung und Assimilierung verschiedener religiöser Einflüsse über mehrere Epochen hinweg auf.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die hellenistische Zeit als Schmelztiegel fungierte, in dem sich Insularität und Konnektivität stetig gegenseitig beeinflussten.

Schlüsselwörter

Hellenismus, Kulturtransfer, Synkretismus, Insularität, Konnektivität, Delos, Tas Silg, Religion, Antike, Mittelmeerraum, Heiligtümer, Götterkulte, Identität, Archäologie, Handelswege

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die religiösen Entwicklungen und Kulte während des hellenistischen Zeitalters unter besonderer Berücksichtigung des interkulturellen Austauschs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themenfelder sind die wechselseitige Beziehung zwischen religiösen Vorstellungen, geographischen Gegebenheiten wie Inseln sowie der Effekt von Handel und Schifffahrt auf die Verbreitung von Kulten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, welche Charakteristika Kulte in der kosmopolitischen und vernetzten Zeit des Hellenismus aufwiesen und welchen Einfluss die geographische Lage auf religiöse Prozesse hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die historische Quellenanalyse mit archäologischen Befunden verknüpft, um religiöse Strukturen zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur Verbreitung von Kulten, eine Analyse der spezifischen Rolle von Inseln sowie detaillierte Fallstudien zu den Orten Delos und Malta.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Hellenismus, Synkretismus, Insularität, Konnektivität und Kulturtransfer.

Warum spielt die Insel Delos eine so zentrale Rolle für die Argumentation des Autors?

Delos dient als Paradebeispiel für ein Heiligtum, das durch seine exponierte Lage als wichtiger Handels- und Kultknotenpunkt fungierte und archäologische Zeugnisse für das hellenistische Vereinswesen liefert.

Welche Erkenntnisse liefert die Untersuchung des Heiligtums Tas Silg auf Malta?

Tas Silg verdeutlicht die kontinuierliche religiöse Verehrung über verschiedene Epochen (punisch, hellenistisch, römisch) hinweg und zeigt, wie lokale Traditionen mit neuen Einflüssen verschmolzen.

Wie definiert der Autor das Verhältnis von Insularität und Konnektivität?

Der Autor betrachtet beide Begriffe als komplementäres Wechselspiel: Während Insularität die Eigenständigkeit einer Kultur bezeichnet, beschreibt Konnektivität die erfolgreiche Vernetzung und den Kulturaustausch nach außen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kult und Insularität im hellenistischen Zeitalter. Am Beispiel von Delos und Malta
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Klassische Archäologie)
Veranstaltung
Mittelmeerinseln in der römischen Zeit - von Delos bis Malta: Knotenpunkte des internationalen Handels, Piratenhochburgen, Militärstützpunkte
Note
1,0
Autor
Christian Schaller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V1215575
ISBN (PDF)
9783346644114
ISBN (Buch)
9783346644121
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kult Insel Inseln Insularität Mittelmeer Delos Malta mediterran Hellenismus Antike Griechen Römer Phönizier Punier Serapis Serapeion Tas Silg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Schaller (Autor:in), 2015, Kult und Insularität im hellenistischen Zeitalter. Am Beispiel von Delos und Malta, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215575
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Leseprobe aus  14  Seiten
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