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"Das Martyrium des heiligen Laurentius" von Tiziano Vecellio. Bildbeschreibung, Interpretation und Vergleich

Title: "Das Martyrium des heiligen Laurentius" von Tiziano Vecellio. Bildbeschreibung, Interpretation und Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Schaller (Author)

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Ohne Zweifel kann man Tiziano Vecellio (1490-1576) zu den großen Künstlern des 16. Jahrhunderts zählen. In seiner Heimat, die ihrer Zeit mächtige Seerepublik Venedig, galt er lange als unangefochtener Meister. Tizians "Martyrium des heiligen Laurentius", das den Gegenstand dieser Arbeit bildet, ist ein bedeutendes Werk, das bereits in die Übergangszeit dessen fällt, was die Forschung heute noch kontrovers unter dem Begriff Altersstil diskutiert.

Zu der Fertigstellung dieses Gemäldes trugen jedoch nicht nur innere, sondern auch äußere Umstände bei - nicht nur die individuelle Schaffenskraft und die Manier des Künstlers kreierten den "Laurentius", sondern auch die Zustände in der Welt. Das 16. Jahrhundert war die Zeit der Reformation und - im katholischen Venedig - die der Gegenreformation. In dieser Arbeit soll deshalb näher auf die Frage eingegangen werden, ob es sich bei diesem Werk Tizians nun um einen typischen, epochenspezifischen Ausdruck der Gegenreformation handelt - oder aber um sein fast schon undefinierbares, epochenübergreifendes künstlerisches Genie.

Die Forschung über Tizian und sein Spätwerk beginnt bereits mit dessen Zeitgenossen Giorgio Vasari. In der heutigen Zeit genießen die späteren Werke des Malers wieder mehr Achtung, nachdem sich die Kunstgeschichte bis vor wenigen Jahrzehnten vor allem auf die frühen Gemälde Tizians konzentrierte. In den meisten Biographien und grundlegenden Werken über Tizian der letzten 25 Jahre wird der "Laurentius" in der Gesuitikirche zu Venedig erwähnt, außerordentliche Aufmerksamkeit wird dem Werk aber selten geschenkt. Der späte Stil Tizians allgemein findet dagegen regere Beachtung, über dessen genaue Definition ist sich die Forschung jedoch uneins.

Um das Werk erfassen zu können, erfolgt zunächst eine kurze Darlegung des Lebens und der Ikonographie des heiligen Laurentius von Rom. Dem folgen die Lokalisierung und Informationen zur Entstehung des Gemäldes. Dann konzentriert sich die Arbeit auf das Gemälde an sich. Es folgen die Beschreibung und der Aufbau, anschließend die Interpretation. Zuletzt wird "Das Martyrium des heiligen Laurentius" von Tizian noch mit anderen Werken verglichen, darunter das Laurentius-Gemälde Tizians im Escorial- Palast in Spanien sowie die Laurentius-Gemälde von Michael Pacher (1435-1498) und Palma il Giovane (1548-1628). Ein Fazit rundet die Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Person des Laurentius – Leben und Ikonographie

3. „Das Martyrium des heiligen Laurentius“ von Tizian

3.1. Lokalisierung und Entstehungsdaten des Werkes

3.2. Bildbeschreibung und Aufbau

3.3. Interpretation

4. Vergleich mit anderen Werken

4.1. Das Laurentiusgemälde von Tizian im Escorial-Palast

4.2. Die Laurentiusgemälde von Michael Pacher und Palma il Giovane

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Tizians Gemälde „Das Martyrium des heiligen Laurentius“ unter dem Aspekt, ob es sich dabei um einen typischen, epochenspezifischen Ausdruck der Gegenreformation oder um ein epochenübergreifendes künstlerisches Genie handelt.

  • Die ikonographische Bedeutung und historische Einordnung des Heiligen Laurentius.
  • Die detaillierte formale Analyse und Bildbeschreibung des Tizian-Werkes.
  • Die kunsthistorische Interpretation im Kontext des venezianischen Klassizismus und der Gegenreformation.
  • Der vergleichende Blick auf andere Laurentius-Darstellungen, insbesondere von Tizian (Escorial), Pacher und Palma il Giovane.

Auszug aus dem Buch

3.3. Interpretation

Man zählt das Gemälde allgemein noch zum venezianischen Klassizismus, sprich der Hochrenaissance. Tizian wird in der Forschung oft als Meister dieser Epoche angesehen und auch seine Herangehensweise an religiöse Motive wird als sehr intensiv wahrgenommen.

Das Gemälde stand unter dem frischen Einfluss von Rom. Darum arbeitete Tizian auch einige typische mittelitalienische Motive und antikisierend-klassische Referenzen ein. Die wohl hervorstechendste Anleihe an die Antike ist die tempel- beziehungsweise palastartige Architektur im Hintergrund. Sie ist perspektivisch verkürzt, die Säulen sind pycnostylos, sprich engsäulig aneinander gereiht. In der Renaissance sowie deren Folgezeit war das Antikenstudium gängig und beliebt, es war gewissermaßen ein Charakteristikum der Epoche. Ruinen in ganz Italien, insbesondere in Rom, waren dazu gut geeignet, so zum Beispiel der Tempel des Antoninus Pius und der Faustina, ein antikes Bauwerk, das sehr gut erhalten worden war, da man im Mittelalter eine Kirche auf ihm errichtete. Welcher Tempel als exaktes Vorbild diente, kann nicht ermittelt werden, doch Tizian orientierte sich eindeutig an der Antike. Auch die Fackeln im Bild wurden beispielsweise von der Forschung als archäologisch richtige Rekonstruktionen antiker Fackeln erkannt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Tizians Bedeutung als Künstler der Renaissance ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob das „Martyrium des heiligen Laurentius“ als spezifisches Werk der Gegenreformation oder als zeitloses Meisterwerk zu bewerten ist.

2. Zur Person des Laurentius – Leben und Ikonographie: Dieses Kapitel beleuchtet das Leben des heiligen Laurentius und seine ikonographische Entwicklung vom Diakon zum beliebten Märtyrer der katholischen Kirche.

3. „Das Martyrium des heiligen Laurentius“ von Tizian: Dieser Hauptteil analysiert den Entstehungsort, den Bildaufbau und die tiefere Interpretation des Werkes unter Einbeziehung von Tizians Malstil und Zeitkontext.

4. Vergleich mit anderen Werken: Hier erfolgt eine komparative Analyse mit anderen Laurentius-Darstellungen, insbesondere der späteren Version von Tizian im Escorial sowie den Werken von Michael Pacher und Palma il Giovane.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und würdigt das Gemälde als innovativen Ausdruck von Tizians spätem Genie, das sich zwischen Tradition und stilistischer Neuerung bewegt.

Schlüsselwörter

Tizian, Martyrium, heiliger Laurentius, Gegenreformation, Renaissance, Venedig, Ikonographie, Bildinterpretation, Kunstgeschichte, pastose Malweise, Hochrenaissance, religiöse Motive.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Tizians bekanntes Spätwerk „Das Martyrium des heiligen Laurentius“ hinsichtlich seiner formalen Gestaltung und seiner künstlerischen Aussage im historischen Kontext.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?

Die Arbeit fokussiert auf die Ikonographie des Heiligen, die stilistischen Besonderheiten Tizians (insbesondere die pastose Malweise), den Einfluss der Gegenreformation und den Vergleich mit anderen Künstlern der Epoche.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Klärung, ob es sich bei dem Werk um einen typischen, zeitgebundenen Ausdruck der Gegenreformation oder um ein epochenübergreifendes, innovatives Meisterwerk handelt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine kunsthistorische Analyse angewandt, die eine detaillierte Bildbeschreibung (Formanalyse) mit der Interpretation historischer Quellen und dem Vergleich ikonographischer Vorbilder verbindet.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte, eine strukturierte Beschreibung von Komposition und Aufbau, die kunsthistorische Interpretation sowie einen Vergleich mit späteren oder zeitgleichen Werken anderer Künstler.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Tizian, Martyrium, Gegenreformation, Venedig, Bildinterpretation und Kunstgeschichte definieren.

Welche Rolle spielt die Architektur im Bild?

Die Architektur im Hintergrund ist laut Untersuchung eine direkte Anleihe an die antike Baukunst, die Tizian durch sein Studium römischer Vorbilder in das Bild einfließen ließ, um den klassischen Charakter zu betonen.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Gegenreformation auf das Werk?

Der Autor sieht in dem Werk einen intensiven Dialog mit der zeitgenössischen Konfessionalisierung, wobei Tizian die strengen Vorgaben der Kirche mit seiner individuellen, innovativen künstlerischen Freiheit überformt.

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Details

Title
"Das Martyrium des heiligen Laurentius" von Tiziano Vecellio. Bildbeschreibung, Interpretation und Vergleich
College
University of Augsburg  (Philologisch-Historische Fakultät)
Course
Tizian. Themen und Gestaltungsweisen der Renaissance
Grade
1,0
Author
Christian Schaller (Author)
Publication Year
2014
Pages
18
Catalog Number
V1215591
ISBN (PDF)
9783346644015
ISBN (Book)
9783346644022
Language
German
Tags
Tizian Tiziano Vecellio Martyrium Laurentius Lorenz Venedig Kunst Kunstgeschichte Renaissance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Schaller (Author), 2014, "Das Martyrium des heiligen Laurentius" von Tiziano Vecellio. Bildbeschreibung, Interpretation und Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215591
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