Corporate Governance wird zunehmend auch in Deutschland zum Thema. Unternehmerische Zwecke sind heute auf unterschiedliche Weise in die Kritik geraten und bringen die Unternehmen zunehmend unter Legitimationsdruck. Nicht nur Skandale wie bei der Deutschen Bank, VW und Siemens, sondern auch das undurchsichtige Engagement ausländischer Finanzinvestoren veranlasst dazu, die Praxis der Unternehmensführung hierzulande auf den Prüfstand zu stellen. Die Tradition des ‘Ehrbaren Kaufmanns’ gerät etwa dann insbesondere ins Schwanken, wenn exorbitant hohe Managergehälter gezahlt werden und sie mit faktischer Folgenlosigkeit für getroffene Fehlentscheidungen verbunden sind. Zweifellos haben in jüngerer Zeit Fälle von Maßlosigkeit und Ungeschicklichkeiten
den Boden für diese Debatte bereitet. Ethisches Verhalten wird oft als unvereinbar mit einer erfolgreichen Tätigkeit auf wettbewerbsstarken Märkten angesehen, die Einhaltung moralischer Standards als Kostenfaktor entwertet. Corporate Governance betrifft alle Unternehmen! Denn es geht in ihrem Sinne um eine gute Unternehmensführung.
Die fehlende, umfassende Betrachtung von Corporate Governance zeigte sich so auch immer wieder in der Praxis der Unternehmenskommunikation. Ein besonders auffälliges Beispiel: Joe Ackermann, Schweizer und Chef der Deutschen Bank, steht für die Vertrauenskrise gegenüber seinen Stakeholdern. Ackermann wurde zur öffentlichen Unperson im Skandal um das schlechte Kommunikationsmanagement der Deutschen Bank. Das Wortspiel „Mach dich vom Acker, Mann!“ und die Frankfurter Stadtmusikanten reflektieren die Kür der Kommunikation, die die Deutsche Bank allen Beobachtern schuldig blieb: „Was nicht öffentlich wird – findet nicht statt“.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Vorwort
- Corporate Governance
- Das Grundgesetz der Weichen Faktoren
- Gute Unternehmensführung
- Unternehmenskommunikation als Kommunikationsaufgabe mit Ausrichtung an allen Stakeholdern
- Bedeutung Corporate Governance für die Unternehmenskommunikation
- Ein Blick in die Praxis
- „Hohe Kosten“ durch Corporate Governance?
- Desinteresse der Anleger?
- Begründung von Abweichungen
- Sorgfalt in der Corporate Governance Kommunikation
- Corporate Governance Bericht
- Vergütungsbericht
- Corporate Governance Information im Internet
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Corporate Governance für die Unternehmenskommunikation. Sie beleuchtet den bisherigen Mangel an Einbeziehung von Corporate Governance in der Literatur zur Unternehmenskommunikation und diskutiert deren Rolle in der Umsetzung guter Unternehmensführung. Der Fokus liegt auf der Ausrichtung von Corporate Governance an alle Stakeholder und der praktischen Umsetzung.
- Der Einfluss von Corporate Governance auf die Unternehmenskommunikation
- Die Rolle der Stakeholder im Kontext von Corporate Governance
- Praktische Herausforderungen bei der Implementierung von Corporate Governance
- Die Bedeutung von Transparenz und Kommunikation in Bezug auf Corporate Governance
- Fallbeispiele aus der Praxis (z.B. Deutsche Bank)
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und beschreibt den Forschungsansatz. Das Vorwort beleuchtet die zunehmende Relevanz von Corporate Governance in Deutschland vor dem Hintergrund von Unternehmensskandalen und Legitimationsdruck. Die folgenden Kapitel befassen sich mit dem Konzept der Corporate Governance, der guten Unternehmensführung und der Rolle der Unternehmenskommunikation im Hinblick auf alle Stakeholder. Der Abschnitt „Ein Blick in die Praxis“ analysiert verschiedene Aspekte der Umsetzung von Corporate Governance, wie Kosten, Anlegerinteresse, die Begründung von Abweichungen und die Kommunikation von Corporate Governance. Der Fokus liegt auf der Darstellung der Herausforderungen und der Bedeutung von Transparenz in der Kommunikation.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Unternehmenskommunikation, Stakeholder, Gute Unternehmensführung, Transparenz, Kapitalmarktkommunikation, Reputation, Kommunikationsmanagement, Praxisbeispiele, Deutsche Bank.
Häufig gestellte Fragen zu Corporate Governance
Was versteht man unter Corporate Governance?
Corporate Governance bezeichnet eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Sie umfasst die Regeln und Verfahren, nach denen Unternehmen geleitet und kontrolliert werden, um das Vertrauen von Stakeholdern zu stärken.
Warum steht Corporate Governance in Deutschland aktuell auf dem Prüfstand?
Unternehmensskandale bei Firmen wie der Deutschen Bank, VW und Siemens sowie Debatten über exorbitant hohe Managergehälter haben den Legitimationsdruck auf Unternehmen erhöht und die Praxis der Unternehmensführung in Frage gestellt.
Welche Rolle spielt die Kommunikation in der Corporate Governance?
Unternehmenskommunikation ist essenziell, um Transparenz gegenüber Stakeholdern zu schaffen. Ein mangelhaftes Kommunikationsmanagement kann zu massiven Vertrauenskrisen führen, wie das Beispiel der Deutschen Bank unter Joe Ackermann zeigt.
Gilt Corporate Governance nur für Großkonzerne?
Nein, Corporate Governance betrifft alle Unternehmen, da es im Kern um eine gute und nachhaltige Unternehmensführung geht, die für jede Organisationsgröße relevant ist.
Was ist ein Vergütungsbericht?
Ein Vergütungsbericht ist Teil der Corporate Governance Berichterstattung und legt die Gehaltsstrukturen und Vergütungen der Führungsebene offen, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.
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- Sarah Schiesser (Author), 2008, Corporate Governance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121567