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Beeinträchtigen Handys die Intelligenz? Der Einfluss digitaler Medien auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Jugendlichen

Title: Beeinträchtigen Handys die Intelligenz? Der Einfluss digitaler Medien auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Jugendlichen

Master's Thesis , 2022 , 61 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Anonym (Author)

Psychology - Media Psychology
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Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll der folgenden Forschungsfrage nachgegangen werden: Welchen Einfluss hat die Nutzung digitaler Medien wie Smartphone, Computer und Tablet auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen? Vor diesem Hintergrund verfolgt diese theoretische Arbeit das Ziel, Resultate empirischer Forschung heranzuziehen und sowohl positive als auch negative Einflüsse herauszustellen. Zu diesem Zweck wurde eine systematische Literaturrecherche mit primären und sekundären Suchbegriffen in den Datenbanken APA PsycINFO und Google Scholar durchgeführt.

Die voranschreitende Digitalisierung hat in den letzten Jahrzehnten zu einer zunehmenden Implementierung digitaler Medien in etlichen Lebensbereichen geführt. Jüngsten repräsentativen Statistiken zufolge nutzen 62,5 Prozent der weltweiten Bevölkerung das Internet, wobei dieser Anteil allein seit letztem Jahr um 4 Prozent gestiegen ist. Seit der Verbreitung des Internets (1990er Jahre) ist die Nutzung digitaler Medien rasant gestiegen und hat in den letzten Jahrzehnten neben vielen positiven Entwicklungen in diversen Bereichen auch Ängste und Unsicherheiten in Bezug auf potenziell negative Wirkungen, unter anderem auf die kognitiven Fähigkeiten, hervorgerufen. Infolge dieser breitflächigen Präsenz digitaler Medien und den damit einhergehenden veränderten Lebensweisen, ist daher die Frage zu stellen, welchen psychologischen Einfluss diese Gerätschaften und das Internet im Allgemeinen auf das menschliche Gehirn und seine Funktionen hat. Vor dem Hintergrund, dass insbesondere Kinder und Jugendliche heute in dieser digitalen Welt aufwachsen und die Gehirnentwicklung zu dieser Zeit noch nicht endgültig abgeschlossen ist, könnte diese Personengruppe von möglichen Folgen besonders betroffen sein.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Digitale Medien bei Jugendlichen

2.1 Medienausstattung von Jugendlichen

2.2 Nutzungsverhalten von Jugendlichen

3 Aufmerksamkeit

3.1 Theoretischer Überblick

3.1.1 Begriffliche Grundlagen

3.1.2 Theorien und Modelle

3.2 Empirische Untersuchungen zum Gegenstandsbereich digitale Medien

3.3 Synopsis und Diskussion

4 Das Arbeitsgedächtnis

4.1. Theoretischer Überblick

4.1.1 Begriffliche Grundlagen

4.1.2 Arbeitsgedächtnis nach Baddeley und Hitch

4.2 Empirische Untersuchungen zum Gegenstandsbereich digitale Medien

4.3 Synopsis und Diskussion

5 Die Intelligenz

5.1 Theoretischer Überblick

5.1.1 Begriffliche Grundlagen

5.1.2 Ausgewählte Theorien und Modelle

5.2 Empirische Untersuchungen zum Gegenstandsbereich digitale Medien

5.3 Synopsis und Diskussion

6 Zusammenfassung und Kritische Reflexion

7 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Nutzung digitaler Medien, insbesondere Smartphones, Computer und Tablets, auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei werden schwerpunktmäßig die Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit, das Arbeitsgedächtnis und die Intelligenz analysiert, um sowohl positive als auch negative Effekte empirisch fundiert zu beleuchten.

  • Psychologische Auswirkungen digitaler Mediennutzung auf Jugendliche
  • Aufmerksamkeitsleistung und kognitive Kontrolle bei Medien-Multitasking
  • Einfluss des Arbeitsgedächtnisses auf die Informationsverarbeitung
  • Zusammenhang zwischen Videospielnutzung und fluider Intelligenz
  • Rolle des Smartphones und potenzielle Suchtmechanismen

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Begriffliche Grundlagen

Die Aufmerksamkeit stellt einen grundlegenden und unverzichtbaren psychologischen Prozess für die Informationsverarbeitung dar. Gegenwärtig existiert keine allgemein gültige Definition zur Aufmerksamkeit. Einen Konsens zu finden erscheint vor allem aufgrund der vielen Aspekte und Phänomene, die die Aufmerksamkeit umfasst, schwierig (vgl. Weidner & Fink, 2007: 220). Nach Gazzaniga, Ivry und Mangun ist die Aufmerksamkeit ein Prozess im Gehirn, der ablenkende Elemente ignoriert und im Gegenzug die Verarbeitung von relevanten Handlungen, Gedanken und Reizen ermöglicht (Gazzaniga et al., 2014: 278). Auch Hagendorf und Krummenacher liefern eine ähnliche Definition:

„Selektive Aufmerksamkeit bezeichnet die kognitiven Fähigkeiten, die eine Teilmenge sensorischer Reize höheren Prozessen der Kontrolle von Denken und Handeln zugänglich machen.“ (Hagendorf & Krummenacher, 2011: 179).

Zudem wird durch die Aufmerksamkeit die Speicherung sensorischen Inputs im Arbeitsgedächtnis und auch die semantische Verarbeitung sowie die Reaktion darauf beeinflusst (Gazzaniga et al., 2014: 279). Aus den Definitionen geht eine elementare Funktion der Aufmerksamkeit hervor und zwar die Selektivität. In der einschlägigen Literatur wird in diesem Zusammenhang daher von einer selektiven Aufmerksamkeit gesprochen.

Darüber hinaus werden zwei Mechanismen der Aufmerksamkeitsorientierung unterschieden. Bei endogener Aufmerksamkeit handelt es sich um eine freiwillige und gesteuerte Aufmerksamkeit (Gazzaniga et al., 2014: 279). Es impliziert einen Top-Down Prozess, sprich einen von oben nach unten zielorientierten Prozess, „was bedeutet, dass unsere Ziele, Erwartungen und Belohnungen unser Ziel bestimmen.“ (ebd). Die exogene oder auch reflexive Aufmerksamkeit hingegen ist ein Bottom-Up Prozess, also ein von unten nach oben gerichteter, reizgesteuerter Prozess der durch ein sensorisches Ereignis, wie beispielsweise ein lautes Türknallen hervorgerufen wird (vgl. ebd.). Zusätzlich wird in der Aufmerksamkeitsforschung neben der selektiven Aufmerksamkeit auch zwischen ortsbezogene (selektive) Aufmerksamkeit, objektbezogene (selektive) Aufmerksamkeit und dimensionsbasierte (selektive) Aufmerksamkeit unterschieden (Krummenacher & Müller, 2017: 131).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Digitalisierung und deren potenziellen Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten Jugendlicher sowie die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.

2 Digitale Medien bei Jugendlichen: Dieses Kapitel stellt die rasante Entwicklung der Medienausstattung und das veränderte Nutzungsverhalten von Jugendlichen in den letzten zehn Jahren dar.

3 Aufmerksamkeit: Hier werden theoretische Modelle zur Aufmerksamkeit erläutert und empirische Befunde zu deren Beeinflussung durch digitale Medien analysiert.

4 Das Arbeitsgedächtnis: Das Kapitel führt in die Grundlagen des Arbeitsgedächtnisses ein und untersucht die Auswirkungen digitaler Mediennutzung auf dessen Leistungsfähigkeit.

5 Die Intelligenz: Dieser Abschnitt behandelt verschiedene Intelligenztheorien und analysiert den Zusammenhang zwischen digitalen Medienaktivitäten und fluider sowie kristalliner Intelligenz.

6 Zusammenfassung und Kritische Reflexion: Hier erfolgt eine kritische Bilanz der Befundlage unter Berücksichtigung der in der Literatur festgestellten inkonsistenten Ergebnisse.

7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und gibt Implikationen für die zukünftige Forschung sowie den Umgang mit digitalem Medienkonsum in pädagogischen Kontexten.

Schlüsselwörter

Digitale Medien, Jugendalter, Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Intelligenz, Medien-Multitasking, Smartphone-Nutzung, Videospiele, Neuroplastizität, Kognitive Leistungsfähigkeit, Selektive Aufmerksamkeit, Top-Down-Kontrolle, Nomophobie, Informationsverarbeitung, Kognition

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die tägliche Nutzung digitaler Medien auf die kognitiven Funktionen, insbesondere Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Intelligenz, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Smartphone-Nutzung, das Phänomen Medien-Multitasking, der Einfluss von Videospielen und die Bedeutung theoretischer Modelle wie des Arbeitsgedächtnisses.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, welchen Einfluss digitale Medien auf die kognitive Leistungsfähigkeit haben, und dabei sowohl positive als auch negative Tendenzen aus der Forschungsliteratur zusammenzuführen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine systematische Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken wie APA PsycINFO und Google Scholar durchgeführt, um den aktuellen Forschungsstand zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Bereiche: Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und Intelligenz. Zu jedem Bereich werden erst theoretische Grundlagen vorgestellt und anschließend empirische Studien diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medien-Multitasking, Kognitive Leistungsfähigkeit, Neuroplastizität und selektive Aufmerksamkeit charakterisieren.

Welchen Einfluss haben Action-Videospiele auf die kognitive Leistung?

Die Literatur weist auf eine positive Korrelation hin, wobei insbesondere kurz- bis mittelfristige Effekte auf die visuelle Aufmerksamkeit und die fluide Intelligenz beobachtet wurden.

Was besagt die Brain-Drain-Hypothese in Bezug auf Smartphones?

Sie postuliert, dass die bloße Anwesenheit eines Smartphones kognitive Ressourcen bindet, da ein Teil der Aufmerksamkeit aufgewendet wird, um nicht abzulenken, was zu einer verringerten Kapazität für die eigentliche Aufgabenbewältigung führen kann.

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Details

Title
Beeinträchtigen Handys die Intelligenz? Der Einfluss digitaler Medien auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Jugendlichen
Grade
1.0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
61
Catalog Number
V1215895
ISBN (PDF)
9783346642578
ISBN (Book)
9783346642585
Language
German
Tags
Medien Arbeitsgedächtnis Jugendliche Erwachsene Smartphone Computer Tablet Leistungsfähigkeit Digitalisierung Internet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2022, Beeinträchtigen Handys die Intelligenz? Der Einfluss digitaler Medien auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215895
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