Zeit als Faktor in der Distributionslogistik - Quick Response


Hausarbeit, 2006

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Begriffsabgrenzung
2.1 Quick Response-System
2.2 Distributionslogistik

III. Entstehung des Quick Response Konzeptes

IV. Beschreibung des Quick Response Konzeptes
4.1 Die strategische Dimension
4.2 Das Pull- System
4.3 Grundelemente des Quick Response Konzeptes

V. Voraussetzungen für das Konzept
5.1 EDV-mäßige Vernetzungen
5.2 Partnerschaftliche Zusammenarbeit

VI. Funktionsweise von Quick Response
6.1 Informationsaustausch und Kommunikation über EDV-Vernetzung
6.2 Vorsaisonale Kommunikation
6.3 Ablauf einer gemeinsamen Saisonplanung

VII. Nutzenpotentiale
7.1 Kommunikation
7.2 Kooperation
7.3 Gemeinsame Produktentwicklung und Produktion

VIII. Probleme bei der Implementierung von Quick Response
8.1 Probleme in der Bekleidungsindustrie
8.2 Probleme in der Textilindustrie

IX. Schlussbetrachtung

X. Abbildungsverzeichnis

XI. Abkürzungsverzeichnis

XII. Quellenverzeichnis

I. Einleitung

Faktoren, wie die Globalisierung sowie der Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt, machen Konzepte wie Quick Response (QR) erforderlich. Denn um im Wettbewerb mithalten zu können ist es immer wichtiger geworden, schneller auf Kundenwünsche zu reagieren und eine schnelle Lieferung der Ware durch die Distributionslogistik zu gewährleisten. QR ist ein Konzept, was den Faktor Zeit, was eine kritische Wettbewerbsgröße darstellt, in der Distributionslogistik behandelt.

„Zeit ist damit von einer rein linearen Dimension zu einer Ressource geworden, einer Ressource, die knapp ist und, so sie nicht genutzt wird, unwiederholbar verloren ist.“[1]

Im Einzelnen bedeutet dies, dass Produktentwicklung, Durchlaufzeiten, Lieferbereitschaft und Liefertreue optimiert werden müssen, um Zeit sparen zu können.[2]

Zuerst werde ich einige Begriffe definieren, danach die Entstehung des QR Konzepts erläutern. Darauf folgt eine Beschreibung des Systems anhand von Kern-Elementen. Außerdem werde ich auf die Voraussetzungen, Funktionsweise sowie Nutzenpotentiale eingehen. Mit den Problemen, die bei der Implementierung auftauchen können und einer Schlussbetrachtung werde ich das Thema abschließen.

II. Begriffsabgrenzung

2.1 Quick Response-System

QR ist ein Konzept, was durch schnelles Reaktionsvermögen auf die Änderungen der Marktnachfrage antworten soll. Diese schnelle Reaktionsfähigkeit des Unternehmens an die ständig ändernde Nachfrage versucht diese Methode durch Produktions- und Angebotsvariationen zu kompensieren. Hier versucht man durch entsprechende Strategien, die Geschwindigkeit und auch die Abstimmung der Wertschöpfungsprozesse, in den Distributionssystemen und Durchlaufzeiten von Materialien und Gütern zu reduzieren.[3]

„The basic idea behind QR is that in order to reap the advantage of time-based competition it is necessary to develop systems that are responsive and fast.”[4] Um dem Wettbewerb standhalten zu können ist QR eine Möglichkeit schnell und reagierend auf die Kundenwünsche einzugehen. Ein besonderes Augenmerk ist auf den Begriff „reagieren“ gesetzt, da der Kunde bestimmt, was er haben will. Das Informations-System des QR sowie das JIT Logistik System bewirken, dass das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort gelangt.[5]

2.2 Distributionslogistik

Logistik umfasst die ganzheitliche Planung, Steuerung und Durchführung aller Informations- und Güterflüsse von Unternehmen und Wertschöpfungsketten mit maßgeblichem Einfluss auf den Unternehmenserfolg.[6]

Die Distribution stellt eine Verbindung zwischen der Produktion- und Absatzseite des Unternehmens dar. Es beinhaltet alle Lager- und Transportvorgänge von Waren zum Abnehmer und die damit gekoppelte Informations-, Steuerungs- und Kontrolltätigkeiten.[7]

Das Ziel der Distributionslogistik ist es die richtige Ware zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort in der richtigen Menge und Qualität zur Verfügung stellen. Dabei ist es wichtig den Absatzweg richtig zu wählen um den optimalen Lieferservice zwischen Unternehmen und Kunden zu gewährleisten.[8]

Logistische Kooperationen, wie gemeinschaftliche Distributionszentren, gemeinsame Transitpunkten und konsolidierte Transport- und Tourenplanung, ergeben sich dadurch, dass die beteiligten Industrieunternehmen auf die Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb mit Hilfe der Distributionslogistik verzichten.[9]

III. Entstehung des Quick Response Konzeptes

QR erschien Mitte der achtziger Jahre aufgrund einer Analyse der Wertschöpfungskette in der Textil- und Bekleidungsindustrie. Berater von Kurt Salmon Associates (KSA) entdeckten das trotz hoher Effizient von Teilprozessen das Gesamtsystem ineffizient arbeitete. Die ersten Implementierungen von QR- Projekten bei nicht einheitlichem Technologiestandard ergaben sehr positive Ergebnisse. Die Implementierung erfolgte bei Einzelhandelsunternehmen wie J.C. Penney, Wal- Mart und Dillard`s, die einen Umsatzzuwachs von 20- 25% erzielten. QR entstand wie auch das Efficient Consumer Response (ECR) Konzept aufgrund von zwei entscheidenden Veränderungen in der Umwelt. Zum einen das geringe Wachstum, was einen erhöhten Wettbewerbsdruck mit sich zieht, und zum anderen die Verschiebung der Machtverhältnisse vom Hersteller zum Händler. Die Beseitigung von Ineffizienten mit Hilfe von identischen Basisstrategien entlang der Supply Chain gehört zum gemeinsamen Ziel von ECR und QR. In Zukunft kann vermutet werden, dass sich beide Konzepte noch weiter annähern werden, was möglicherweise zu einer Entstehung eines Systems des „Total Consumer Response“ (TCR) führt.[10]

Die Entwicklung des QR wurde möglich aufgrund der Informationstechnologie und besonders durch den rasanten Anstieg des Electronic data Interchange (EDI), die Nutzung des elektronischen Point of Sale (EPOS) sowie der Anwendung von Barcodes und Laser Scannern. Doch im Wesentlichen hat der Gedanke, dass die Nachfrage so schnell wie möglich und zeitnah gedeckt werden muss und so schnell wie an den Endkunden gebracht werden muss, zum Erfolg des QR Konzepts beigetragen.[11]

QR, welches seinen Ursprung in den USA hat, ist nicht mehr lediglich ein theoretisches Konzept, sondern wurde bereits in vielen Bereichen der Textilwirtschaft erfolgreich umgesetzt. Auch für die deutsche Textilwirtschaft kann man daraus wertvolle Rückschlüsse ziehen, trotz unterschiedlicher Marktstrukturen beider Länder. Doch sowohl der amerikanische als auch der deutsche Markt der Textil- und Bekleidungsindustrie unterliegen dem starken Wettbewerbsdruck durch ausländische Konkurrenten.[12]

IV. Beschreibung des Quick Response Konzeptes

4.1 Die strategische Dimension

In einer freien Marktwirtschaft gibt es zwei Strategie für Unternehmen oder für einzelne Geschäftsfelder eines Unternehmens, um am Markt Wettbewerbsvorteile auszunutzen, und zwar durch:

- Kostenführerschaft; das Unternehmen bietet eine bestimmte Leistung zu günstigen Preisen aufgrund von niedrigen Kosten an
- Nutzenführerschaft; die angebotene Leistung des Unternehmens stellt für den Kunden den größeren Nutzen dar

Das Unternehmen kann sich demnach auf Basis der genannten Strategien am Markt positionieren, wobei aufgrund der bekannten Kostensituation, die Nutzenführerschaft eher zu empfehlen ist. Denn auch bei der Nutzenführerschaft geht es darum die Kosten so gering wie möglich zu halten, und dem Kunden damit, wenn möglich, die geringen Kosten weiterzugeben.[13]

Ökonomisch betrachtet wird Nutzen als Maß für die Fähigkeit eines Gutes gesehen, das die Bedürfnisse eines Verbrauchers befriedigt. Zufriedenheit und Glück wird damit ausgedrückt.[14]

Im Zusammenhang mit dem Begriff „Preis-/Leistungsverhältnis“, was eigentlich als „Preis-/Nutzenverhältnis“ verstanden wird, kann Nutzen auch folgendermaßen gesehen werden:

- Einmaliges Produkt mit hohem Kreativwert,

- Definierte Qualität,
- Imageprodukt, das identifizierbar ist,
- Besondere Funktionen eines Produktes

Aus distributionslogistischer Sicht betrachtet, kann man einen höheren Nutzen erreichen durch höheren Kunden- und Lieferservice, Schnelligkeit, Flexibilität, Zuverlässigkeit und günstigeren Lieferzyklen.[15]

4.2 Das Pull- System

Bei der Informationsgestaltung ist ein wesentlicher Grundsatz das Holprinzip bzw. das Pull- System. D.h. die Informationseinholung erfolgt von der verbrauchenden anstatt von der zentralen Stelle.[16]

Mit Hilfe von QR soll die richtige Ware, mit den richtigen Informationen, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort bereitgestellt werden.

Um den Folgen des Push-Systems, wie große Produktvielfalt, lange Durchlaufzeiten, steigende Lagerbestände, zu entweichen, nutzt QR das Push-System. Denn hier steht der Verbraucher im Mittelpunkt, wie auch in Abbildung 1 ersichtlich. Der Verbraucher am Point of Sale gibt die erforderlichen Informationen entlang der Supply Chain anhand von Kundenwünschen weiter, vom Händler bis hin zum Rohmateriallieferanten. Denn nur auf diese Weise kann dem Kundenwunsch entsprochen werden. Außerdem bringt das Push-System folgende Vorteile mit sich:

- Kürzere Durchlaufzeiten
- Weniger Bestände
- Weniger Fehlkäufe
- Geringere Risiken
- Höhere Gewinne für alle Partner der Supply Chain
- Größeres Nutzen für die Verbraucher

[...]


[1] Hensche, Hans Horst: Zeitwettbewerb in der Textilwirtschaft: Das Quick Response Konzept, in: Zentes, J., Moderne Distributionskonzepte in der Konsumgüterwirtschaft, Verlag C.E.Poeschel, Stuttgart, 1991, S. 276

[2] Vgl. Hensche, Hans Horst: a.a.O., Stuttgart, 1991, S. 276

[3] Vgl. Bloech, Jürgen: Vahlens großes Logistik Lexikon, München, 1997, S. 868

[4] Christopher, Martin: Logistics and Supply Chain Management, Great Britain, 1992, S. 192

[5] Vgl. Christopher, Martin: a.a.O., Great Britain, 1992, S. 192

[6] http://www.bvl.de/67_1; Abrufdatum: 18.05.06

[7] Vgl. Pfohl: Marketing-Logistik, Mainz, 1972, S. 26

[8] Vgl. Schulte, Christof: Logistik, München, 1991, S. 221

[9] Vgl. Piontek, Jochen: Internationale Logistik, Stuttgart, 1994, S. 44

[10] Vgl. von der Heydt, Andreas: Efficient Consumer Response (ECR), Frankfurt am Main, 1997, S. 56 f.

[11] Vgl. Christopher, Martin: a.a.O., Great Britain, 1992, S. 192

[12] Vgl. Diekmann, Arno: Flexibilitätsorientierte Strategien in der Textilwirtschaft: eine mikroökonomische und empirisch fundierte Analyse des Quick Response-Konzepts, Stuttgart, 1992, S. 314

[13] Vgl. Hensche, Hans Horst: a.a.O., Stuttgart, 1991, S. 279

[14] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nutzen; Abrufdatum: 28.04.06

[15] Vgl. Hensche, Hans Horst: a.a.O., Stuttgart, 1991, S. 279

[16] Vgl. Wildemann, Horst: Produktionssynchrone Beschaffung, München, 1988, S. 55

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Zeit als Faktor in der Distributionslogistik - Quick Response
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V121611
ISBN (eBook)
9783640262229
ISBN (Buch)
9783640262359
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeit, Faktor, Distributionslogistik, Quick, Response
Arbeit zitieren
Taner Kimil (Autor), 2006, Zeit als Faktor in der Distributionslogistik - Quick Response, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121611

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