Bilder des Glaubens in der Mediengesellschaft. Didaktische Überlegungen und Vorschläge zur Erschließung exemplarischer Bilder im Religionsunterricht


Examensarbeit, 2002

134 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bilder des Glaubens
1.1. Die Bedeutung von Kunst und Gebrauchsfelder von Bildern
1.2. „Du sollst Dir kein Bildnis machen“- Bilderverbot und Bilderstreit
1.3. Das Verhältnis von Bild und Wort
1.4. Die Funktionen von Bildern
1.5. Die Bedeutung von Bildern für den Glauben

2. Bilder des Glaubens im Kontext einer Mediengesellschaft
2.1. Die Bedeutung von Medien im Alltag von Kindern und Jugendlichen
2.2. Einflüsse von Fernsehen und anderen Bildmedien auf Kinder und Jugendliche
2.3. Die nachteiligen Auswirkungen der Medien auf Kinder und Jugendliche
2.4. Die Einstellung der Kinder und Jugendlichen gegenüber Bildern der Kunst bedingt durch die mediale Wirkung
2.5. Der Ansatz einer wahrnehmungs- und symbolorientierten Medienpädagogik

3. Bildtheologie und Bilddidaktik
3.1. Zur Geschichte der Bilddidaktik
3.2. Wahl der Bilder
3.3. Umgang mit Bildern im Religionsunterricht
3.4. Bildbegegnung und Bildinterpretation
3.5. Methoden der Bildbetrachtung mit Kindern und Jugendlichen

4. Didaktische Überlegungen und Vorschläge zur Erschließung exemplarischer Bilder im Religionsunterricht
4.1. Didaktische Überlegungen und Vorschläge für die Grundschule zu dem Bild von Chagall „Mose vor dem brennenden Dornbusch“
4.1.1. Sachinformation – Exegetische Überlegungen
4.1.2. Wahl und Bedeutung des Bildes
4.1.3. Informationen zum Künstler
4.1.4. Zu den Bildern von Marc Chagall
4.1.5. Bildinterpretation
4.1.6. Vorschläge zur Bilderschließung und Bildbearbeitung im Religionsunterricht
4.1.6.1. Rahmenbedingungen
4.1.6.2. Begründung der Thematik
4.1.6.3. Inhaltliche Aspekte
4.1.6.4. Didaktische Überlegungen
4.1.6.5. Mögliche Lernziele
4.1.6.6. Methodische Aspekte
4.1.6.7. Bausteine für die Bildbearbeitung
4.1.6.8. Allgemeine Bausteine für die Unterrichtseinheit
4.2. Didaktische Überlegungen und Vorschläge für die Sekundarstufe I zu dem Bild von Grünewald „Die Auferstehung Christi“
4.2.1. Sachinformation – Exegetische Überlegungen
4.2.2. Die Auferstehung in der christlichen Bildtradition
4.2.3. Wahl und Bedeutung des Bildes
4.2.4. Informationen zum Künstler
4.2.5. Bildinterpretation
4.2.6. Vorschläge zur Bilderschließung und Bildbearbeitung im Religionsunterricht
4.2.6.1. Rahmenbedingungen
4.2.6.2. Begründung der Thematik
4.2.6.3. Inhaltliche Aspekte
4.2.6.4. Didaktische Überlegungen
4.2.6.5. Mögliche Lernziele
4.2.6.6. Methodische Aspekte
4.2.6.7. Bausteine für die Bildbearbeitung im Religionsunterricht
4.2.6.8. Weitere Bausteine für die Bildbearbeitung im Religionsunterricht

5. Schlussbetrachtung und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

7. Bildverzeichnis

8.Anhang

Einleitung

Es gibt genügend Anlass, Bilder im Religionsunterricht zum Thema zu machen. Offenbar ist es für viele Lehrer zu einem verdrießlichen Geschäft geworden, Stunde für Stunde Texte zu interpretieren und deren Problemvorgaben zu diskutieren. Für SchülerInnen kann es attraktiver sein, wenn es etwas zu sehen gibt, besonders wenn es professionell von Fernseh- und Illustriertenleuten, von Fotoagenturen, Filmregisseuren und Werbeteams gemacht ist.

Wir sind seit der Geburt rund um die Uhr von Bildern umgeben; wir träumen und denken sogar in Bildern. Das Medium Bild wird für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt. Aber wie viele Bilder nehmen wir wirklich wahr? An vielen laufen wir vorbei, ohne sie aufzunehmen. Sie sind einfach da, überall. Aber welchen Einfluss haben sie auf uns? Wir wissen alle um die besondere Macht der Bilder. „Das letzte wird ein Bild sein, kein Wort. Vor den Bildern sterben die Wörter“[1], äußerte Christa Wolf in „Kassandra“. Doch welche Bilder werden das sein? Und welchen Einfluss hat die Bilderflut der heutigen Massenmedien auf den Umgang der Jugendlichen mit Bildern des Glaubens?

Auch Medienautoren und Schulbuchverlage bemühen sich sehr, um mit der Medienkultur unserer Zeit konkurrieren zu können. Für die Primar- und Sekundarstufe I werden viele Bildmedien angeboten.

Trotzdem, und davon konnte ich mich während meiner Praktika überzeugen, wird das Medium Bild im Religionsunterricht nur sehr selten verwendet. Wenn überhaupt, dann wird es nur als Einstieg oder zur Auflockerung genutzt. Als Grund werden die Befürchtung einer vermeintlichen Gefahr der Manipulation der kindlichen Kreativität und die starke Vorprägung der Vorstellungen angeführt. Sind diese Befürchtungen gerechtfertigt? Oder liegt der Grund, warum sich viele Lehrende davor scheuen im Unterricht Bilder einzusetzen nicht eher darin, dass sie nicht damit umgehen können? Dabei braucht man nicht unbedingt ein Studium der Kunstpädagogik absolviert zu haben, um Bilder im Religionsunterricht einzusetzen.

Das Thema Bilder im Religionsunterricht birgt viele Probleme. Einige Kritiker beklagen die beliebige und zufällige Bildauswahl in neueren Religionsbüchern, Bildersammlungen und Diareihen für den Religionsunterricht. Welche aber sind die sinnvollen Kriterien einer solchen Auswahl? Wie kann man sie verwenden, so dass sie nicht bloß als Einstieg in ein Thema dienen, sondern tragendes Element einer oder mehrerer Unterrichtsstunden sind?

Die vorliegende Arbeit beschreibt Ansätze, die die Beantwortung der gestellten Fragen möglich machen sollen. Dabei wird an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in der Behandlung des Themas fast ausschließlich nur gemalte Bilder der christlichen Kunst Berücksichtigung finden. Eine der Bedeutung von Photos gerechtwerdenden Betrachtung im vorliegenden Kontext würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen und wird aus diesem Grund ausgelassen.

Beginnend in Kapitel 2 wird eine Definition des christlichen Bildes sowie die Gebrauchsfelder der christlichen Kunst dargestellt. Weiterhin wird auf die Bedeutung der Kunst in unserer Gesellschaft eingegangen.

Außerdem behandelt Kapitel 2 das Bilderverbot des Alten Testaments und den darauf bezogenen Bilderstreit der Kirche, seinen Beginn und seine weitere Entwicklung.

Des weiteren geht es um das Verhältnis und um die Anwendung von Bild und Wort in bezug auf den Glauben und auf den Religionsunterricht. Anschließend werden allgemeine Funktionen von Bildern vorgestellt. In einem weiteren Punkt werden die Bedeutung von Bildern für die Glaubenserfahrung und für das Glauben lernen und die besondere Macht von Bildern erklärt.

Kapitel 3 behandelt die Bedeutung der Bildmedien im Alltag der Jugendlichen, sowie ihre negativen und positiven Einflüsse. Darauf aufbauend wird diese mediale Wirkung auf die Einstellung der Jugendlichen gegenüber Bildern der Kunst untersucht. Dieses Kapitel schließt ab mit dem Ansatz der wahrnehmungs- und symbolorientierten Medienpädagogik nach Franz Josef Röll.

Kapitel 4 untersucht die Bildtheologie und Bilddidaktik. Es wird ein geschichtlicher Überblick aufgezeigt und es werden Kriterien für die Wahl von Bildern, wesentliche Leitfragen bei der Bildauswahl und die verschiedenen Bildarten und ihre didaktische Funktion vorgestellt. In einem weiteren Schritt wird ein angemessener und sinnvoller Umgang mit Bildern beschrieben. Darauf folgend wird die Bildbegegnung und Bildinterpretation näher untersucht und schließlich werden einige Methoden der Bildbetrachtung mit Kindern und Jugendlichen präsentiert.

In Kapitel 5 werden Marc Chagalls „Moses vor dem brennenden Dornbusch“ und Matthias Grünewalds „Isenheimer Altar - Die Auferstehung Christi“ didaktisch und methodisch für den Religionsunterricht aufgearbeitet. Chagalls Bild dient als Beispiel für die Bearbeitung in der Grundschule, während Grünewalds Bild für die Sekundarstufe I gedacht ist.

Die angewandte Vorgehensweise ist bei beiden Bildern identisch: Im ersten Schritt werden exegetische Überlegungen angestellt. Im zweiten Schritt werden meine persönlichen Beweggründe für die Auswahl des jeweiligen Bildes und sein didaktisches Bedeutungspotential dargelegt. Der dritten Schritt liefert Informationen zu Leben und Werk der Künstler und der Vierte die Bildinterpretation. Im abschließenden fünften Schritt folgen Vorschläge zur Bilderschließung und Bildbearbeitung im Religionsunterricht. Diese beinhalten die Rahmenbedingungen, die Begründung der Thematik, inhaltliche Aspekte, didaktische Überlegungen, Lernziele, methodische Aspekte und schließlich konkrete Bausteine für die Bildbearbeitung und allgemeine Bausteine für die Unterrichtseinheit.

Hervorzuheben ist, dass Chagalls Bild mit Hilfe der fünf Phasen nach Günter Lange interpretiert wird. Die Besonderheit in der Bearbeitung zu Grünewald ist die Ergänzung der exegetischen Auferstehungsdarstellung nach dem Neuen Testament um die Darstellung in der christlichen Bildtradition.

In Kapitel 6 werden in einer Schlussbetrachtung die gesammelten Ergebnisse zusammengefasst und mit einer eigenen Stellungnahme vervollständigt.

1. Bilder des Glaubens

1.1. Die Bedeutung von Kunst und Gebrauchsfelder von Bildern

Die Arbeit geht zunächst kurz auf den Begriff des christlichen Bildes an sich ein. Eine Definition von Hans Georg Thümmel sei vorangestellt. "Unter christlichem Bild verstehen wir jede bildliche Darstellung mit christlichem Inhalt, gleich ob es sich um ein biblisches oder ein kirchenhistorisches Ereignis (auch in symbolhafter Verkürzung), um die als Portrait gemeinte Darstellung Christi, Marias, eines Heiligen oder einer bedeutsamen biblischen oder kirchlichen Persönlichkeit, oder um ein Symbol handelt."[2]

Im folgenden soll nun aufgezeigt werden, wie wichtig Kunst in unserer Gesellschaft ist und schon immer war.

Kunst gehört zu den frühesten Äußerungen menschlicher Kultur. Lange bevor Sprach- und Schriftsysteme entstanden, war das Bild Mittel zwischenmenschlicher Kommunikation und wurde zum Träger von Überlieferungen. Die Bedeutung der Kunst hängt in erster Linie mit der Dominanz des Visuellen bei der Wahrnehmung zusammen. Denken und Träumen vollziehen sich zuerst in Bildern, denen erst später Begriffe zugeordnet werden.

Die Erfahrung zeigt, dass Kinder der Kunst wesentlich offener gegenübertreten als die Erwachsenen. Ihnen gelingt noch der unverstellte Blick auf die Dinge und damit hinter die optische Wirklichkeit[3]. Denn gerade Bilder sollen nicht als Illustrationen biblischer Texte, Themen und Figuren in den Blick kommen, sondern als eigene und autonome Auslegung zur Geltung kommen. Sie können bestimmte Exegesen bestärken, sie können Exegesen aber auch befragen. In einer Zeit, in der die Kinder von visuellen Reizen überflutet werden („Bilderflut“), besteht die Chance, dass die Kinder durch Bilder einen tieferen Zugang zu den biblischen Geschichten und zu religiösen Themen bekommen.

Es gibt keine Epoche und keine Kunstrichtung, die sich nicht mit religiösen Inhalten beschäftigt hat. Es gibt kein religiöses oder biblisches Thema, mit dem sich nicht schon irgend ein Künstler auseinandergesetzt hat. Somit haben ReligionslehrerInnen, zumindest was ältere christliche Kunst betrifft, ein sehr breites Spektrum an Material, mit dem sie im Unterricht arbeiten können.

Was Kunst bewirken kann, hat Johannes Damascenus (675-749) sehr eindrucksvoll ausgedrückt: „Wenn ich keine Bücher zur Verfügung, keine Muße zum Lesen habe, gehe ich zur Kirche, der öffentlichen Heilstätte der Seelen, weil ich von meinen Gedanken wie von Dornen gequält werde. Die bunte Pracht der Malerei zwingt mich zur Betrachtung, und wie der Anblick einer Wiese sättigt sie meinen Blick, und allmählich führt sie meine Seele zur Verherrlichung Gottes“[4].

Der Bedeutung der Kunst in unserer Gesellschaft ist damit ansatzweise benannt. Eine ausführliche Untersuchung dieser Frage würde den Rahmen der Arbeit sprengen. Doch stellt sich nun die Frage, zu welchem Zweck die christlichen Bilder in die Kirchen eingeführt wurden. Dies soll anhand von fünf Feldern des Bildgebrauchs nach Alex Stock[5], näher beleuchtet werden.

1. Kult – hierbei handelt es sich um Bilder, vor denen man betet, Kerzen anzündet, von denen man Hilfe in der Not erwartet, die man in Prozessionen mitführt, als auch um Bilder an Wallfahrtsorten, in Kapellen oder Kirchen.

Heutzutage werden Bilder immer noch als Kult- und Andachtsbilder verwendet. In den Kirchen gibt es Bilder von Jesus, Maria und von vielen Heiligen, ebenso wie es sehr viele Bilder an Pilgerstätten gibt. Festzuhalten ist an diesem Punkt, dass das Bild als Ikone sich von dem Dargestellten her konstituiert. Als Abbild eines Heiligen, bzw. als Abbild Jesu Christi ist die Darstellung Bindeglied zu etwas nicht Darstellbarem. Nennen wir dies das Heilige. Und das ist schließlich auch eigentlicher Gegenstand der Verehrung des Bildes, und nicht das Bild an sich.

2. Lehre – die Lehre wird als Hauptzweck christlichen Bildgebrauchs herausgestellt. Darunter fällt auch die Bilddidaktik, die ein eigentümliches Praxisfeld christlichen Bildgebrauchs darstellt.

Der Bildgebrauch in der Religionspädagogik ist sehr umfangreich. Vor allem die Schulbücher der Grundschule beinhalten sehr viele Bilder. In höheren Jahrgangsstufen wird es zwar etwas weniger, aber dennoch gibt es auch in den Religionsbüchern der Sekundarstufe I und II viele Bilder. Leider werden diese Bilder meist nur als Illustration der biblischen Themen verwendet, selten wird sich mit dem Bild als solches lange und ausführlich auseinandergesetzt, schon allein aus dem Grund, weil sich viele ReligionslehrerInnen nicht zutrauen mit Kunst umzugehen. Obwohl sie in den meisten Fällen keine kunstpädagogische Ausbildung haben, gibt es dennoch Möglichkeiten mit Bildern des Glaubens im Religionsunterricht sinnvoll umzugehen. Wie man als Lehrende/r mit diesen Bildern arbeiten kann, wird an anderer Stelle noch ausgeführt.

3. Meditation – bei der Meditation wird das Bild als Andachtsbild verwendet und beinhaltet die Elemente Mitempfindung und Gebetsgespräch mit den im Bild dargestellten heiligen Personen. In dieser Form wurde sie im mittelalterlichen Frömmigkeitsleben ausgeübt. In modernen Bildmeditationspraktiken greift sie tiefenpsychologische Anregungen auf.

Bildmeditation gehört zu einer der vielen Methoden im Umgang mit Bildern und ist sicherlich eine sehr gute Möglichkeit für Stille und Konzentration im Religionsunterricht. Viele Kinder und Jugendliche wünschen sich Zeit für Ruhe und Muße, um ihre Lebenspläne zu bedenken, um Stress und Schulangst zu bewältigen, um mit Nervosität und Unruhe zurecht zu kommen oder um Gemeinschaft zu erleben.

Bei der Bildmeditation geht es um „die bewusste Induktion der Subjektivität in den Verstehensvorgang“[6]. Bildmeditationen sind subjektive Reaktionen auf das Bild, freie Assoziationen, Begegnung, Gespräch mit dem Bild ohne methodisches Reglement oder kunsthistorische Kontrolle. Es geht weniger darum, das Bild präzise zu beschreiben, sondern zum Ausdruck zu bringen, was es im Betrachter auslöst.[7]

4. Schmuck – nach dem Beschluss des 2.Konzils von Nizäa wurde der Schmuck der Kirchen, ihrer Wände, Geräte und Gewänder zur Ehre und Würde des Gotteshauses an die erste Stelle des erlaubten Bildergebrauchs gestellt.

In unserer heutigen Zeit werden nicht mehr nur Kirchen mit christlichen Bildern geschmückt, sondern auch Wohnungen und Personen.

5. Rhetorik – Bilder können als Medium des Kampfes und der Werbung dienen, als polemisches Flugblatt und Pamphlet, in Satire und Karikatur als auch als Reklame für die Kirche und ihre Aktionen.

In Bezug auf Rhetorik dienen christliche Bilder und Motive heute aber nicht mehr nur Kirchen und kirchlichen Aktionen, sondern werden in der Werbung für Produkte im Fernsehen (so benutzt zum Beispiel ein Fertigsuppenhersteller den Heiligenschein) und auf Plakaten sehr häufig eingesetzt. Gerade an Weihnachten sieht man vermehrt Engel im Fernsehen, in Schaufenstern und auf Plakaten.

1.2. „Du sollst dir kein Bildnis machen“ - Bilderverbot und Bilderstreit

Der Gebrauch von darstellender Kunst war im Christentum permanent strittig, was aus den jüdischen Ursprüngen resultierte. Der Theologe Eusebios sagte, wenn es überhaupt vor dem zukünftigen Schauen Christi von Angesicht zu Angesicht einen legitimen Wunsch gäbe, Bilder des Erlösers zu sehen, „könnten wir (dann) einen besseren Maler haben, als das Wort Gottes selbst?“. Für ihn muss das Schriftwort auch das Sehbedürfnis des Christen stillen.[8] Das Christentum ist also ursprünglich keine Bildreligion. Seine Verkündigung ist Wortverkündigung - sowie deren Veranschaulichung im liturgischen Tun und diakonischen Handeln.

Der Dekalog enthält ein klares Verbot von Statuen und sonstigen materiellen Abbildern Gottes (Ex 20,4; Dtn 5,8), und dieses Bilderverbot wird in der frühen Kirche - bis etwa zur Mitte des 3. Jahrhunderts - voll respektiert. Die Fassung des Bilderverbotes in Dtn 5 beschränkt sich darauf, Jahwebilder als Kultbilder zu verbieten. In Ex 20 erfährt der Text eine Ausweitung zum Verbot jeglicher bildlichen Darstellung. „Nicht über das Sein der Gottheit und die Art ihres inneren gottheitlichen Wesens sagt das Bild etwas aus, sondern darüber wie sie sich zu offenbaren geruht, denn das Bild ist in erster Linie Offenbarungsträger.“[9] Somit stellt das zweite Gebot die Unverfügbarkeit Jahwes heraus, da der altisraelitische Glaube allein im Vertrauen auf Jahwes Wort gründet.

In Dtn. 27,15 taucht das Verbot auf, ein geschnitztes oder gegossenes Gottesbild herzustellen: „Verflucht ist, wer ein Schnitzbild oder ein Gußbild – ein Greuel für den Herrn – ein Machwerk von Künstlerhand, verfertigt und insgeheim aufstellt!“

Dieses Bilderverbot akzentuiert das Machen. Gemeint sind also die Bilder, die man herstellt und nicht die, die sich einstellen. Weil Menschen von ihren vielen Erfahrungen mit Gott erzählen, müssen sie in Bildern von ihm reden, singen und klagen. Man durfte sich ebenso Vorstellungen von Gott machen. Die Bibel redet von der Genesis bis zur Apokalypse von Gott in Bildern. Er wird mit unzähligen Sprachbildern umschrieben, wie als Mann und Frau (Gen 1,27), als Adler (Dtn 32,11), als Löwe und Bärin (Hos 13,7f), als Burg (Ps 18,3), als Licht (Joh 10,9) als Vater (Ps 103,13; Mt 6,9) etc.[10]

Der Bedeutungskern des Bildergebotes aus dem Dekalog liegt, wie auch das Namensgebot, in der Abwehr jedes Verfügbarmachens und jeder Verdinglichung Gottes. Denn die Begründung des Bilderverbotes aus dem Alten Testament, Gott sei unsichtbar und unvorstellbar, ist inakzeptabel, da der Mensch ja nach Gottes Bilde geschaffen ist.[11]

Die Unverfügbarkeit ist aber dem Gott Israels anscheinend weniger wichtig als den Exegeten und Katechismusschreibern. Denn zumindest fragwürdig ist die Idee, dass Gottes Heiligkeit durch ein solches Gebot gesichert werden könne. Die ganze Bibel dokumentiert das Interesse Gottes, sich zu offenbaren, mitzuteilen und verfügbar zu machen, bis hin zur Menschwerdung. Ausgrabungen in Palästina/Israel bestätigen, dass es in Israel sehr wohl ein großes Repertoire an Bildkunst gab. Es wurden Kultbilder angefertigt und verehrt. Der berühmteste Fall von Bilderverehrung ist das „Goldene Kalb“ (Ex 32). Somit beweist das Bilderverbot keineswegs, dass es keine religiöse Kunst gab, sondern dass es etwas zu verbieten gab.[12]

„Die Macht der Bilder erwächst aus der Fähigkeit, ein ungreifbares und fernes Sein zu vergegenwärtigen, ihm eine derartige Präsenz zu leihen, die den Raum der menschlichen Aufmerksamkeit völlig zu erfüllen vermag. Das Bild besitzt seine Kraft in seiner Verähnlichung, es erzeugt eine Gleichheit mit dem Dargestellten. Das goldene Kalb ist (in der Perspektive des Rituals) der Gott. Das Bild und sein Inhalt verschmelzen bis zur Ununterscheidbarkeit.“[13] Die Erzählung vom Bilderverbot in Exodus enthält genau diesen Aspekt. Der ältere Bruder von Moses, Aaron, hatte das Bedürfnis nach einer bildlichen Verehrung des Göttlichen und so ließ er das goldene Kalb aufrichten. Aufgrund dieser Macht wurden Abbilder Gottes verboten.[14]

Das Bilderverbot bezieht sich auf die Darstellung Gottes, doch wie sieht es mit dem Christusbild aus?

Trotz theologischer Gegenströmung setzte sich das Christusbild vom 4.Jahrhundert an durch, was zu großen Auseinandersetzungen führte. Die Ablehnung des Christusbildes wurde damit begründet, dass göttliche und menschliche Natur in der Person Christi unlösbar miteinander verbunden seien. Somit falle ein echtes Christusbild unter das Verdikt des alttestamentlichen Bilderverbotes.[15] Außerdem hat das Christusbild zur Folge, dass das innere Vorstellungsbild der Hörer und Leser des Evangeliums durch physiognomische Typisierungen ersetzt wird, so dass man nicht die Möglichkeit hat, sich sein eigenes Bild von Christus zu machen.[16]

Zu den Gegnern des Bildes gehörten neben anderen Tertullian, Clemens von Alexandrien, Justin und Origenes. Als wichtigster Bildergegner trat Eusebius von Cäsarea (.= ca. 339) hervor, der die Position vertrat, dass Christus nach Maßgabe des Bilderverbots in seiner göttlichen Gestalt nicht dargestellt werden dürfe, da die menschliche Gestalt Christi schon zu Lebzeiten von der göttlichen Herrlichkeit überstrahlt gewesen sei (Mt 17,2). Aus diesem Grund gelte das Verbot auch für die Darstellung des Christusbildes.[17]

Die Befürworter von Bildern legten ihr Hauptargument auf deren belehrenden und veranschaulichenden Funktion im Sinne einer „biblia pauperum“: „Denn was das Wort der Geschichtserzählung zu Gehör bringt, stellt die Malerei dar, und führt es schweigend vor Augen“ (Basilius der Große [= 379])[18]. Dieser didaktische Aspekt des Bildes dominierte und das Problem der Verehrung spielte eine untergeordnete Rolle.[19] Und hatte nicht Christus selbst sein Antlitz in das von Veronika dargereichte Tuch gedrückt und so ein erstes authentisches Christusbild hinterlassen?[20] Ein weiteres Argument für die Christusbilder war, dass jedes Christusbild seine leibhaftige Existenz bezeugt. Trotzdem hat dieses Argument Grenzen, weil die Bilder aus der Phantasie ergänzen müssen, was dem Evangelienbericht an Anschaulichkeit mangelt.[21]

Den Höhepunkt dieser Auseinandersetzungen bildete der große byzantinische Bilderstreit. Unter der Herrschaft Leos III. (Amtszeit 716-741) und seines Sohnes Konstantin V. (Amtszeit 741-745) kam es zu einem generellen Verbot des Bilderkultes, zur Zerstörung von Bildern und zur Verfolgung von Bildverehrern.[22]

Im 8. Jahrhundert führte Johannes Damascenus (675-749) die Fleischwerdung des göttlichen Logos als heilsgeschichtliche Begründung für das Christusbild an. Der unsichtbare Gott des Alten Bundes tat sich nur im Worte kund, aber im Neuen Bund ist in Christus das göttliche Wort Fleisch und ist Gott sichtbar geworden; Christus ist also nicht nur LOGOS, sondern auch Ikone des Vaters. Dies impliziert die bildliche Darstellbarkeit des Menschgewordenen. In bezug auf Gott selbst bleibt das Bilderverbot gültig. Damascenus vertrat die Position, dass die Anbetung nicht dem Abbild, sondern dem Urbild gelte und die erwiesene Ehre vor der Ikone auf Gott selbst übergehe. Diese Auffassung wurde im abschließenden Konzil von 787 (Nicäa II) dogmatisiert und der Weg für die orthodoxe Kirche zu einer „Kirche des Bildes“[23] gebahnt.[24]. Das Bild bekam im Vorgang der Glaubensverkündigung einen legitimen Platz zugewiesen.

Eine These der Väter des Bilder-Konzils , beinhaltet die Aussage des griechischen Dichters Simonides (6.-5. Jh. v.Chr.), das Bild sei schweigendes Wort. Das Wort des Dichters und Historikers ist dementsprechend dann am eindrucksvollsten, wenn es einen Gegenstand ins helle Licht rückt und den Zuhörer zum „Augenzeugen“ macht. Der Maler tut nichts anderes als der Redner, nur mit Pinsel und Farbe. Die Verfremdung eines Themas, dadurch, dass statt im Zeitablauf erzählt wird, es simultan auf einer Fläche erscheint, wurde dabei nicht berücksichtigt, da die antike Bildertheorie für die Definition des Bildes ausschließlich über die Kategorien der Rhetorik verfügt, und weil das höchste Ziel der Wortkunst wiederum darin besteht, den Hörer etwas „sehen“ zu lassen. Durch die Angleichung von Bild und Wort im 8. Jahrhundert konnte man behaupten, dass der Maler dasselbe tut wie der Evangelist. So bildete sich die historisch falsche Überzeugung, dass die gemalten Bilder Christi, der Gottesmutter und der Apostel apostolischen Ursprungs seien. Dadurch konnte das Bild fast das gleiche Ansehen erreichen wie das Evangelium. Auch die Heilige Schrift wird als Folge von authentischen Bildern verstanden. Dies ist nach Lange eine folgenschwere Blickverengung.[25]

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob Christusbilder für den Glauben nötig sind. Nach Günther Lange sind sie möglich, wenn sie historisch - naturalistische oder monophysitisch-doketistische Missverständnisse nicht wecken bzw. nicht nähren.[26]

Vom 12. Jahrhundert an trat neben das Christusbild, bei dem die menschlichen Züge der Christusgestalt stärker betont wurden, auch eine Darstellung Gott Vaters, obwohl diese im Konzil von Nizäa nicht genehmigt wurden. So kam es auch zu der Darstellung Gottes als alten bärtigen Mann.

Das Aufkommen dieser Bilder führte zum zweiten großen theologischen Streit um die Bilderproblematik in der Zeit der Reformation (16. Jahrhundert). Die unterschiedlichen Anschauungen der Bilderfrage lassen sich an Karlstadt, Zwingli und Luther aufzeigen. Karlstadt sprach sich rigoros gegen den Gebrauch von Bildern und gegen die Bilderbibel als Bibel für Arme und Analphabeten aus, da in einem Bild nur vordergründig Sinnliches darstellbar sei, nicht aber das Geistliche.[27] Auch Zwingli formulierte ein entschiedenes „Nein“ zum Bilderkult, da er in der Verehrung und Anbetung von Bildern eine Verdrängung des Glaubens an den unsichtbaren Gott und damit einen Verstoß gegen das erste Gebot sah. In bezug auf das Christusbild war er der Meinung, dass eine Christusgestalt nur als Götzenbild qualifiziert werden kann.[28] Martin Luther allerdings lehnte den Bildergebrauch nicht grundsätzlich ab, sondern fragte aus der Verwendungssituation heraus, ob ein sinnvoller oder ein missbräuchlicher Umgang vorliegt. Missbrauch von Bildern betreibe seiner Meinung nach derjenige, der von den Bildern Zuversicht für sich erhoffe. Eine sinnvolle Bilderverwendung finde dort statt, wo Kindern und Einfältigen das Bild als legitimes Mittel der Predigt begegne, wo Wort und Lehre bildlich veranschaulicht würden.[29]

Er war der Meinung, dass vor allem Kinder durch „Bildnis und Gleichnis besser bewegt werden“ und dass wir „nichts ohne Bilder denken noch verstehen“ können. Bilder und bildhaftes Denken und Sprechen sind demnach eine unersetzbare Hilfe zur Erfassung der Wirklichkeit und wichtige Orientierungshilfen. Trotzdem bedroht jedes Bild die lebendige Wirklichkeit Gottes und gefährdet, dass durch festgelegte Erfahrung neue Erfahrung mit Gott verhindert wird. Demnach ist ein generelles Verdammen von Bildern ebenso unangebracht wie eine ungeprüfte Befürwortung. Zu beachten sind die jeweilige Situation, die konkreten Umstände und die Art und Wirkung des Bildes innerhalb dieser Rahmenbedingungen.[30]

Luthers Haltung lässt sich als eine „Entzauberung“ des Bildes beschreiben: „Wo das Götzenbild im Herzen verschwindet, da war für Luther auch das äußere Bild nicht mehr gefährlich; auf den rechten Umgang mit dem Bild kommt es an.“[31]

Die jüdische Theologin Marcia Falk hat im Jahre 1989 das Bilderverbot folgendermaßen ausgelegt: Du sollst dir kein Bildnis machen heißt nicht, man solle sich überhaupt kein Bild machen, sondern man solle sich nie nur ein Bild machen, denn ein Bild von Gott ist ein Götzenbild. Gottesbilder abzuschaffen wäre nach Marcia Falk unsinnig, denn religiöse Praxis lebt von solchen Bildern.[32] Zu klären ist nur, ob die Darstellung Gottes als bärtiger Mann sinnvoll ist und welche Bilder generell geeignet oder nicht geeignet sind. Auf diese Frage wird in Kapitel 4 zur Wahl der Bilder noch ausführlich eingegangen.

Man kann nicht davon ausgehen, dass der Streit um die Bilder in der Gegenwart erledigt oder zu einem befriedigenden Abschluss gekommen wäre. Im Gegenteil: es reißen alte Fronten wieder auf und der Streit über die Bedeutung von Bildern für die christliche Religion ist erneut aktuell. Die Auseinandersetzung reicht vom Plädoyer für den „Abschied vom Bilderverbot“ und die Öffnung des Christentums zur „ägyptischen Bilderfreundlichkeit“ bis zum protestantischen „Versuch, den Bildern ins Wort zu fallen“. Die Debatte über die Bedeutung von Ästhetik für die Theologie ist keine Wiederholung des alten Streits, vielmehr wird unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse nach den ästhetischen, sinnlichen bzw. kulturellen Wurzeln jeder Religion gefragt.[33]

1.3. Das Verhältnis von Bild und Wort

Das Verhältnis von Bild und Wort in der Theologie soll hier untersucht werden. Dazu werden die Thesen unterschiedlicher Autoren gegenübergestellt.

Wort und Bild sind in der Theologie nicht gleichrangig. Das Ohr, das die Botschaft aufnimmt, soll das eigentlich theologische Organ sein. Das Auge hat nur Hilfsfunktion. Es gilt, dass der Glaube vom Hören kommt (Röm 10,17). Doch Hören und Sehen zusammen beanspruchen und bewegen den Menschen mehr als das bloße Wort-Hören. So hat das Sehen im Glaubens einen hohen Rang, denn die Worte des Glaubens lassen vor dem inneren Auge Bilder entstehen. Desweiteren hat sich Gott in Jesus sehen, anfassen und befühlen lassen.[34] Doch im Johannes-Evangelium wird deutlich, welche Einstellung Jesus zum Sehen hatte, als er nach seiner Auferstehung zum ungläubigen Thomas sprach: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ (Joh 20,29).

Es gibt unterschiedliche Weisen zu sehen. Der Glaubende sieht in derselben äußeren Erscheinung „mehr“ oder „anderes“ als der Nichtglaubende. Das gilt nicht nur für die Jesusgestalt, sondern für alle Phänomene, wie zum Beispiel einfache Brötchen, die für den einen nicht mehr als Brötchen sind und für den anderen zugleich Gottes Gabe. Glauben heißt, „durch den Horizont sehen“, also das Durchbrechen der gewohnten Sehweise. Es geht um die Fähigkeit im Vor-Augen-Liegenden „mehr“ zu sehen, als an der Oberfläche liegt, mess- und zählbar ist und registrierbar „der Fall“ ist. Sehen hängt ab von der Einstellung, der Absicht, mit der man an eine Sache herangeht.[35]

In diesem Zusammenhang erscheint mir ein Zitat von Dietrich Zilleßen sinnvoll: „Ich sehe mit dem Auge, mit den Augen. Diese Organe des Blicks sehen, was sie sehen können. Ist der Augenblick das, was die Augen sehen können? Oder sehe ich mit der Seele, mit dem Herzen, mit dem dritten Auge? Ich sehe gewiß mit meinen Phantasien, Imaginationen, Wünschen, Träumen, mit meinen Erfahrungen, Ängsten, mit meinen Eltern, Lehrern, mit meiner Welt, meiner Kultur, meiner Natur und meiner Zeit.“[36]

Kant hat die Thesen formuliert, dass Begriffe ohne Anschauung leer seien und Anschauungen ohne Begriffe blind.[37] Somit sollte das, was gesehen wird, in Begriffe gefasst werden und das, was gesprochen wird, durch Bilder unterstützt werden, um den Inhalt zu verstehen und daraus den größtmöglichen Gewinn zu ziehen. Wort und Bild sollten sich also gegenseitig ergänzen.

Die Anwendung von Bild und Wort zusammen bewirkt den gewünschten didaktischen Effekt, nämlich, dass das Gelernte behalten wird. Es existiert die Behauptung, dass vom hörend Gelernten 20%, vom sehend Gelernten 30% und vom hörend und sehend Gelernten 50% behalten werden. Demzufolge wird jeder denken, dass im Religionsunterricht die gesteigerte Wirksamkeit durch ein Zusammengehen von Wort und Bild willkommen sei, denn erstens unterliegt der Religionsunterricht den gleichen methodischen Grundsätzen wie jeder andere Unterricht, zweitens wird die Sprache der Bibel immer als bildhaft gerühmt und drittens leidet gerade die Katechese darunter, dass mit unzerkauten und unverdauten Begriffen wie Gott, Gnade und Erlösung hantiert wird. Aber verträgt die gemeinte „Sache“ das gemalte Bild? Wenn ja, in welcher Hinsicht, innerhalb welcher Grenzen und unter welchen Bedingungen?[38]

Nach Lange rücken Bilder nahe an das Medium der Selbstmitteilung Gottes im Wort heran. Es sieht so aus, als habe sich Gott in Jesus Christus nicht nur zur Sprache gebracht, sondern ebenso durch Bilder geoffenbart. Dies ist aber ein Missverständnis. Didaktisch läge es nahe liegen, die Bilderschließung ausschließlich auf das entsprechende Bibelwort hin auszurichten und das Bild als dessen authentische Wiedergabe anzusehen. So wäre ein Bild zureichend erklärt, wenn der zugehörige Bibeltext gefunden ist. Bilder sind jedoch keine verschlüsselten Worte und sie sind nicht als direkte Spiegelung der im Wort gemeinten Botschaft zu sehen, sondern eine eigenständige Form von Rekonstruktion oder Symbolisierung dieser Botschaft. Dass Bilder anders „sprechen“ als Worte, wird in der Theologie leider als Schwäche und nicht als Bereicherung gesehen. Deswegen müssen sich Bilder gefallen lassen, dass sie durch Worte eindeutiger gemacht werden, als sie sind: Durch schriftliche Worte im Bild und durch mündliche Worte vor dem Bild oder über das Bild.[39]

Auch Bilder mit Textbezug divergieren, weil sie das Thema auf neue Weise bearbeiten; schon dadurch, dass sie das zeitliche Nacheinander des Textes in ein simultanes Miteinander auf der Bildfläche verwandeln. Aber auch indem sie typische Anschauungslücken der Texte imaginativ füllen – oft unter Bezug auf andere Texte (z.B. aus den Apokryphen) oder aus eigener Phantasie.[40]

Bildkunst gilt als Rede, die zum Auge spricht und Sehen als die alle anderen Sinneswahrnehmungen überragende Sinnestätigkeit. Dadurch erklärt sich die Eindruckskraft und Überzeugungskraft bestimmter Bildlösungen. Auch die Texte lesen wir mit den Augen der Maler. Wenn man das Wort „Jesus“ liest, sieht man – ob man will oder nicht - die Gestalt des Jesus vor sich, die man schon oft in der Schulbibel oder auf vielen anderen Bildern gesehen hat.

Dieser Macht der Bilder kann man sich nur schwer entziehen. Im Wettstreit zwischen biblischem Wort und Bild erweist sich oft der Nachkömmling Bild als der Eindrucksmächtigere. In diesem Sinne formulierte Christa Wolf: „Das letzte wird ein Bild sein, kein Wort. Vor den Bildern sterben die Wörter“[41] und Herbert Falken (Priester und Maler) äußerte: „Denken und Sprechen erweisen sich für uns als vorläufig, am Ende bleibt das Sehen.“[42] Das Ziel ist, den Eigenstand und die Eigenmacht des Bildes trotz aller Wortbezogenheit kritisch wahrzunehmen und kreativ zu verarbeiten.[43]

Wolfgang Teichert äußerte in einem Beitrag: „Es gibt nicht nur Bildmagie, sondern auch Wortfetischismus“ und: „Wer Sturm gegen Bilder läuft, ist ihnen ebenso verfallen wie der, der vor ihnen Kerzen anzündet und auf die Knie fällt“[44]. Er formuliert weiterhin seine bilderfreundliche These folgendermaßen: „Nicht die Verdammung des „Bildes“ zugunsten des Wortes, nicht die Verdammung des Fernsehens zugunsten des Buches ist angemessene Haltung: Beide können in ihrer Wirkung ambivalent sein (...) Es genügt eben nicht mehr, in der Schule das Bücherlesen zu lehren. Man muß auch „Bilder“ lesen lernen, damit man nicht ihrer suggestiven Wirkung verfällt."[45] Dazu gehört die jeweilige Eigenart, die Chancen und Gefahren sowohl der Bilder als auch der Schriftsprache zu verstehen, sie in angemessener Art und Weise zu unterscheiden und aufeinander zu beziehen, um sie somit zum individuellen und sozialen Nutzen in Gebrauch nehmen zu können.[46]

Eilert Herms sieht die konkreten Zusammenhänge zwischen Wort und Bild darin, dass zum einen jedes Wort die Vorstellung des von ihm bezeichneten weckt und zum anderen dieses stets begleitet ist von der Erinnerung an diejenigen Szenen, in denen der Hörer das Wort bedeutungsvoll ausgesprochen erlebte. Somit folgert Herms folgendermaßen: „Damit wird deutlich, daß zwischen Wort und Bild kein Gegensatz besteht, sondern dass in den Gesamtzusammenhang der Sprache der Bilder das Bild des Wortes hineingehört. Es gibt die leibhafte Gestalt des Wortes nur im Gesamtzusammenhang der Sprache der Bilder.“[47]

Das gemalte Bild kann nach Günter Lange nur durch den Zusammenhang mit der aktuellen Wortverkündigung kerygmatisch wirken. In der Heiligen Schrift ist das Wort das einzige Medium der geschichtlichen Offenbarung. Die Bilder sind zunächst in Wort gegeben und erst im Wort wird das Geschehnis in seiner Heilsbedeutsamkeit erschlossen. Dies hat die Glaubensunterweisung zu respektieren. Das Bild kann nur eine Dienstfunktion für die Auslegung des Wortes übernehmen. Das Wort muss dem Bild gegenüber bestimmend und führend sein.[48] Daraus kann man folgern, dass das Bild nach Lange gegenüber dem Wort nur eine untergeordnete Funktion hat. Dies wirkt sich wertmindernd auf das Bild aus und wird meiner Meinung nach dem Bild nicht gerecht. Wie zuvor an den Aussagen anderer Autoren gezeigt wurde, sollten sich Bild und Wort gegenseitig ergänzen. Beide können voneinander profitieren. Beide zusammen bewegen den Menschen mehr und bewirken auch in der Schule den gewünschten didaktischen Effekt. Weder das Bild noch das Wort sollten führend sein.

1.4. Die Funktionen von Bildern

Beispielhaft für die Funktion und Bedeutung von Bildern werden im folgenden die Definitionen von Zisler und Doedens beschrieben, wobei Zisler eine allgemeine Definition in bezug auf Bilder gibt, wohingegen Doedens die Funktionen von Kunstwerken im Allgemeinen für den Religionsunterricht darstellt.

So benennt Zisler[49] drei Funktionen von Bildern:

1. Die ästhetische Funktion

Bilder wollen uns bewegen, provozieren, unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken und Dimensionen der Wirklichkeit hervorrufen. Sie wollen uns durch ihre Schönheit faszinieren. Sie tun dies durch die Mittel von Farbe, Aufbau etc. Durch diese Schönheit haben sie die Möglichkeit, die Faszination und Strahlkraft des Glaubens auszudrücken und sind darin nicht durch Wissen und Wort ersetzbar. Aus diesem Grund haben Bilder in der Glaubensverkündigung, in der religiösen Erziehung und in Schulbüchern ihren besonderen Platz. Die bewegende Kraft lebt in Bildern und kann uns Freude und Faszination für Mensch, Welt und Gott hervorrufen, von der wir leben können.

2. Die Erkenntnisfunktion der Bilder

Wenn uns ein Bild anspricht und gefällt, beginnt eine Kommunikation mit dem Bild. Zum einen geben wir ihm einen besonderen Platz, rahmen es ein und hängen es auf und zum anderen entdecken wir in ihm immer wieder etwas Neues. Es können aus Bildern auch neue theologische Erkenntnisse gewonnen werden.

3. Die Freiheitsfunktion

Die ästhetische und die Erkenntnisfunktion der Bilder hat in sich eine Kraft, die unsere Denkschemata und Verhaltensmuster durchbrechen und uns eine neue Dimension erschließen kann. Bilder können in uns Kräfte freisetzen und uns wachsen lassen an Erkenntnis der eigenen Person, des Menschen, der Offenbarung Gottes, und eine neue Beziehung zu ihnen schaffen.

Nach Doedens[50] hat ein Kunstwerk im Rahmen des Religionsunterrichts drei Funktionen:

1. „Das Kunstwerk ist eine Information über die Welt“

Die neue Sicht der Wirklichkeit des Kunstwerks provoziert den Ausbruch aus den gewohnten Bezügen der Wahrnehmung und Erfahrung, was zu einem aufgeklärten Weltverständnis der SchülerInnen führen kann.

2. „Das Kunstwerk ist eine Deutung der Welt unter dem Aspekt ihres Sinns“

Das Kunstwerk kann wegen der Radikalität seiner Suche nach Wahrheit und Sinn der Welt ein bedeutsamer Unterrichtsinhalt sein. Kunstunterricht allein kann dies nicht leisten. Dies kann vor allem im Religionsunterricht am ehesten geschehen.

3. „Das Kunstwerk ist ein Zeichen sozialen Protests“

Die Schule hat neben kognitiven auch affektive und soziale Aufgaben und sieht Aktion und Kommunikation als zentrale Kategorie des Lernens. Darum kann sie den gesellschaftskritischen und verändernden Aspekt des Kunstwerks voll aufgreifen. Der Religionsunterricht kann dazu einen Beitrag leisten, indem er diese Dimension des Kunstwerks kritisch aufarbeitet und in soziales Handeln des Schülers einbringt.

Diese drei Funktionsbestimmungen sind als mögliche Akzentuierungen der Bedeutung des Kunstwerks für den Lern- bzw. Bildungsprozess zu betrachten. Der Religionsunterricht kann zwar Gewichtungen vornehmen, aber nicht prinzipiell eine der Funktionen isolieren oder vernachlässigen.

Nach Goecke-Seischab[51] können Bilder zur Bibel ungewohnte neue Blickwinkel eröffnen, den Stoff so verfremden, dass wir die biblische Geschichte neu bedenken, statt in eingefahrenen Denkmustern zu verharren. Bilder können neugierig machen auf die dargestellte Geschichte und sie können das Interesse an der Bibel überhaupt wecken.

1.5. Die Bedeutung von Bildern für den Glauben

Wie ist es überhaupt möglich mit bloßem Stoff (Pigmenten und Pinsel) appliziert auf einen materiellen Träger (Holz, Putz, Leinwand etc.), die höchsten Geheimnisse der Religion, des Geistes oder eines ästhetischen Entzückens zu repräsentieren? Woher nehmen Bilder ihre Macht?[52]

Die „magische Wirkung“ der Bilder lässt sich dadurch erklären, dass sie eine neue Wirklichkeit schaffen, die den Künstler als inspirierten Schöpfer hervorhebt. Außerdem verzaubern sie den Betrachter, in dem sie bildhafte Denkprozesse anstoßen und übermitteln damit Informationen, deren Aufnahme nicht über das Bewusstsein geschieht. Schließlich lassen sich durch visuelle Reize instinktive Bereitschaften auslösen.[53]

Kunst eröffnet neue Sichtweisen, erweitert den Wahrnehmungshorizont und liefert wichtige Anregungen für die Auseinandersetzung mit unserer Mitwelt. Paul Klee hat dies folgendermaßen ausgedrückt: „Die Kunst bringt das Sichtbare nicht wieder hervor. Sie macht es sichtbar“[54].

Nach Lange haben Bilder nicht nur die Funktion der vergegenwärtigenden Erinnerung, das bedeutet zum einen, dass das Gedächtnis durch Bilder aufgefrischt wird und zum anderen, dass die Bilder das in der Wortverkündigung Gehörte aktualisieren, es konzentrieren und bekräftigen, so dass das Gehörte wieder präsent ist und zu gläubigen Reaktionen stimuliert. Zudem weckt das Bild Kräfte der Hingabe, liebendes Verlangen und entflammt zum Gotteslob. Es dient der Umsetzung des Gehörten in den affektiv-existentiellen Vollzug des Lebens mit Gott. Damit ist es mehr als ein Bibelersatz für Unbedarfte und „des Lesens Unkundige“ (Papst Gregor). Es ist auch katechetisch-spirituell von hohem Rang. Bilder gehören zur Wirkungsgeschichte des Bibelwortes. Sie zeigen, wie dieses Wort in bestimmten historischen Situationen, unter den Rezeptionsbedingungen der jeweiligen Epoche, aufgenommen, selektiert, angereichert und akzentuiert worden ist, wie es die Menschen bewegt hat und was dabei vom überlieferten Glauben innerlich Gestalt angenommen

hat. In Bildern haben wir ein visuelles Zeugnis dafür, wie der Wortlaut der bestimmten Perikope zu dem Zeitpunkt, als das jeweilige Bild entstand, aufgefasst und gesehen wurde. Bilder lassen etwas vom „Sitz im Leben“ erkennen, den das Thema für die Gläubigen hatte. Jedes Bild repräsentiert nicht nur den künstlerischen Epochenstil, sondern auch etwas vom Glaubensstil seiner Zeit.[55]

Nach Rahner geht alle religiöse Erfahrung von einer sinnlichen Erfahrung aus und kann nur in einer sinnlichen Anschauung vollzogen werden[56]. Stuhlmann spricht dem Bild eine eigenständige religiöse Bedeutung zu. Es kann eine Vermittlungsfunktion auf den absoluten Gott hin haben, in dem es in seiner Anschauung durch seine sinnliche Transzendenzerfahrung anregt und mitkonstituiert. Das religiöse Bild wird somit zum Medium für die Suche nach Gott. Es ist ein Versuch dem unbegreiflichen Gott näher zu kommen. Als bildnerische Glaubensbekenntnisse teilen Bilder von Christus mit, wie unsere Vorfahren ihren Glauben visuell formuliert haben. Dementsprechend sind sie eine Form des Redens von Gott in Geschichte und Gegenwart und in diesem Sinne künstlerisch-gestaltende Auslegung „menschlicher Erfahrung“. Das Bild trägt zur visuellen Erschließung der religiösen Dimensionen bei, da seine Aussagekraft über das zufällig Sichtbare hinausgeht. Es hat seine eigene Sprache von Farben, Linien und Flächen, die niemals durch Beschreibung und Begriffsbildung einzuholen ist.[57]

Der Religionsunterricht bietet den SchülerInnen eine Auseinandersetzung mit vorgegebenen Glaubenszeugnissen an und verhilft ihnen zur Bewusstmachung ihrer persönlichen Haltungen und Einstellungen. Vor allem die Beschäftigung mit Christusbildern im Zusammenhang mit der Gottesfrage ermöglicht ihnen ein erfahrungsbezogenes Nachdenken über ihre je individuellen Bilder und Vorstellungen von Gott. Die ästhetische Erfahrung, die der sinnlich tätige Umgang mit Bildern bewirkt, setzt verschiedene Bilder, Eindrücke und Interpretationen frei, die in Spannung treten können zu den früheren Erfahrungen der SchülerInnen, so dass ein der eigenen Positionsbestimmung dienlicher Auseinandersetzungsprozess in Gang kommen kann. Durch das Kennenlernen von Fremdem und zeitlich Fernem wird den SchülerInnen eine Bereicherung ihres Vorstellungshorizontes ermöglicht. Die Beschäftigung mit Tradition schafft den SchülerInnen „Bewusstsein und Gefühle von Zusammenhang, von Kontinuität in sich selbst, im Lebenszusammenhang mit anderen Menschen, mit anderen Zeiten, mit anderen Orten.“[58]

Die Beschäftigung mit Bildern kann für das Lernen ein Zugewinn sein, weil das Bildmedium aufgrund seiner Anschaulichkeit Beobachtungsgabe und Phantasietätigkeit der SchülerInnen besonders fördert und für die Erschließung von Themen, in denen die affektive Komponente eine wichtige Rolle spielt, assoziative und damit erfahrungsbezogene Zugänge erleichtert. Bilder können dazu verhelfen, Kreativität und Expressivität wieder zu entdecken. Bilderschließung kann dazu beitragen, bei den SchülerInnen Interesse zu wecken und Lernspannung zu erzeugen.[59]

Kinder treten der Kunst wesentlich offener gegenüber als Erwachsene, denn ihnen gelingt noch der unverstellte Blick auf die Dinge und damit hinter die optische Wirklichkeit. Kinder besitzen eine natürliche Neugier und ein Interesse an allem Unbekanntem. Sie fragen nicht nach dem Nutzwert einer Sache und sind weniger von den gesellschaftlichen Normen dessen beeinflusst, was als schön gilt. Auch die Wahrnehmung und Wirkung von Kunst unterscheiden sich bei Kindern und Erwachsenen. Mit dem Bild erschließt sich dem Kind eine Phantasiewelt, es erzählt eine Geschichte und wird lebendig. Vor allem Bilder moderner Kunst reizen zur Assoziation und da Kindern die freie Assoziation noch unverstellt möglich ist, wird ihre eigene Phantasie durch den Umgang mit Kunstwerken angeregt und ihr Zugang zu der ausgedrückten Erfahrung ist unmittelbar.[60] Somit haben sie eine eröffnende Funktion, schließen Erlebniswelten auf, lassen Stimmungen, Abenteuerlust und Phantasien wach werden.[61]

Bilder verlangen von den Betrachtenden eine Haltung der Offenheit für die Vieldeutigkeit der Darstellung. Die in der Mehrperspektivität angelegte kritische Funktion der Kunst ist auch für die Rolle der Glaubenstradition von besonderer Bedeutung: Sie verhindert fixierte Glaubensvorstellungen und bringt die Unbegreiflichkeit und Unverfügbarkeit Gottes zum Ausdruck. „Das Bild verhilft dazu, sich kein Bild zu machen.“ Das Bild gestaltet mit eigenen Mitteln eine Wirklichkeit sui generis. Es setzt den Betrachtenden, die es verstehen wollen, Widerstände entgegen und fordert zur Auseinandersetzung heraus. Durch diese Verfremdung können sie einen neuen Blick für längst Vertrautes bekommen und neu „sehen“ lernen. Das Bild vermag dem Betrachter eine emotionale Bewegung zu vermitteln. Das Bild kann zeitlich aufeinander folgende Vorgänge gleichzeitig darstellen und damit Zusammenhänge schaffen, die sprachlich nur in einem Nacheinander möglich sind.[62]

„Bilder funktionieren nicht wie starre Spiegel, die eine stets vorauszusetzende Realität wiederholen, sie sind keine Doubles. Das plane Abbild ist der banalste, wenn auch der verbreitetste Ausdruck einer leeren Bildlichkeit. Von wirklichen Bildern erwarten wir dagegen nicht nur eine Bestätigung dessen, was wir schon wissen, sondern einen Mehrwert, einen Seinszuwachs (Gadamer). Wirkliche Bilder implizieren deshalb einen inneren Prozess, einen ikonischen Kontrast.“[63]

Die Erschließung von Bildern zeichnet eine bestimmte religionsdidaktische Lernrichtung vor; den Weg der Erschließung der verschiedenen Wirklichkeitsschichten – von der Oberfläche zum verborgenen Gehalt, von der äußeren Form zum inneren Sinn. Über die Benennung und Beschreibung der Farben und Formen gelangen wir zur Symbolik und von dort zur Botschaft. Vor allem im Symbolcharakter der Bilder liegt die Bedeutung für den religiösen Lernprozess. Sie deuten die Wahrheit an und deuten auf sie hin. Dadurch lernen wir einen Blick auf die alltäglichen „Bilder“ und Gesten unseres Lebens zu werfen und in ihnen die Sinndimension und den Anspruch des Glaubens wahrzunehmen. Es geht um die Entdeckung des symbolischen Charakters der Wirklichkeit. Religion/Glaube und Alltag/Erfahrung sollen nicht als zwei getrennte Bereiche erscheinen, sondern sich berühren und miteinander korrelieren. Diese Kompetenz soll helfen, in unseren Alltagserfahrungen deutend Glaubenserfahrungen machen zu können. Die Stärke der Bilder gegenüber den Buchstaben liegt in ihrer Sinnlichkeit: Im Spiel der Farben und Formen sprechen sie uns in visueller Weise unmittelbar an. In allen Bereichen des gesellschaftlichen Handelns kommt die motivierende Kraft der Bilder zum Ausdruck: in Kultur, Politik, Wirtschaft, Religion etc. Wir haben erlebt, wie die Bilder vom 11. September 2001 die Bereitschaft der Bevölkerung zur Hilfe geweckt und das Engagement der Politiker beeinflusst haben. Umgekehrt ist es so, dass fehlende Bilder die Menschen gleichgültig lassen. Es gibt Bilder, die die Welt verändern und Bilder, die die Welt zementieren.

Die Bilder von Kreuzes-, Christus- und Mariendarstellungen haben Gläubige durch alle Jahrhunderte hindurch zutiefst bewegt. Wir wissen vom Gnadenbild der schwarzen Madonna von Tschenstochau (Polen) und seiner kollektiven Bedeutung für die polnische Frömmigkeit, von den Bildern der von vielen Kerzen singender und betender Jugendlicher hell erleuchteten Osternacht von Taizé, in denen für viele Jugendliche ihre Glaubensidentität Gestalt gewinnt und von vielen anderen Bildern, die Menschen bewegen und sogar verändern. Intensiv gesehene und erlebte Bilder in der Kindheit sind bleibender Bestand für das spätere Leben. Auch wenn sie nicht ständig gegenwärtig sind, können sie durch entsprechende Erlebnisse wieder abgerufen werden. Bilder entfalten ihre Potenz erst in der Zukunft. Die Bilder des Religionsunterrichts führen zu einer Art ikonographischer Ablagerung, welche für die spätere religiöse Ansprechbarkeit und Mentalität eines Menschen eine wichtige Voraussetzung darstellt.[64]

Bilder machen den Unterricht lebendig, sie vertiefen das Gehörte und motivieren zu neuen Sichtweisen. Dies gilt für Bilder christlicher Kunst, die im Religionsunterricht betrachtet und gedeutet werden, als auch für Bilder, die SchülerInnen selbst malen und gestalten. Im Idealfall wird beides miteinander verknüpft. Künstler setzen mit ihrer bildhaften Auslegung biblischer Vorlagen Akzente und schlagen Deutungsrichtungen ein. Ihre Werke helfen somit biblische Inhalte besser zu verstehen und möglicherweise auch mit anderen Augen zu sehen. Kunstwerke laden dazu ein, mehrere Sinnschichten zu entdecken und sich mit der individuellen Aussage des Künstlers auseinander zusetzen. Vor allem Bilder zeitgenössischer Künstler eignen sich dazu, mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, weil sie auf den ersten Blick zwar oft unseren Sehgewohnheiten widersprechen, aber dadurch zu lebhaften Diskussionen provozieren. Kinder können in die Welt des Bildes eintauchen, Neues entdecken, Zusammenhänge erkennen und verstehen. Sie erkennen, dass Kunstwerke nicht nur abbilden, sondern andere Dimensionen unserer Wirklichkeit zeigen und biblische Inhalte deuten und auslegen. Kunstwerke helfen unsere Vorstellungen von Hintergründigem und Transzendentem zu klären. Kinder suchen in Bildern Aspekte, die sie in Beziehung zur eigenen Lebenssituation bringen können.[65]

Im Rahmen von Ansätzen zu einer theologischen Wahrnehmung der Ästhetik sowie zur Symboldidaktik hat sich eine Auf- und Neubewertung des Bildes vollzogen. Denn Bilder und Symbole liegen der Sprache voraus, weil sie schwer Kommunizierbares zum Ausdruck bringen können, Dimensionen des Menschseins anzusprechen vermögen, die durch die Wortsprache nicht gleichermaßen erreichbar sind. Aus diesen Gründen besitzen sie eine besondere Macht.[66]

Rainer Sörris urteilt im Hinblick auf den Protestantismus: „Der Verzicht der ev. Kirchen auf das B.(ild) muß als Verarmung der christlichen Frömmigkeit angesehen werden. Durch die besondere Betonung des Protestantismus als Kirche des Wortes ist eine Verkopfung des Glaubens gefördert worden, die der ganzheitlichen Dimension des Menschen als Verstandes- und Gefühlswesen nicht gerecht wird.“[67] Damit wird ausgedrückt, wie wichtig Bilder für Menschen und auch für den Religionsunterricht sind.

Durch ihre Vieldeutigkeit und ihren emotional- affektiven Anregungswert können Bilder eine Vielzahl lebensgeschichtlich relevanter und tiefenpsychologisch verwurzelter Themen im Rezipienten „anspielen“ und damit Imaginationsprozesse in Gang setzen. In der Psychotherapie und Praktischen Theologie werden die Aufgaben und Chancen von Bildern

erkannt, Verdrängungen aufzuarbeiten, in Krisen zu stabilisieren und Verhalten zu transformieren.[68]

Corbach hebt die didaktische Leistung von Kunstwerken als Auslegungshilfen für biblische Texte hervor. Diese Funktion können sie nur erfüllen, wenn das Kunstwerk selbst aus dem Hören auf die biblische Botschaft hervorgegangen ist. Die Arbeit am Kunstwerk sieht er als Möglichkeit religiöse Fragen der Schüler zu erörtern, deren Aussprache oft durch Hemmungen blockiert wird.[69]

Im religionsdidaktischem Umgang mit Bildern lernen wir, in den alltäglichen Dingen den symbolischen Charakter der Wirklichkeit überhaupt und den Anspruch des Glaubens zu entdecken.[70]

Im Bereich der religiösen Erfahrung, der Symbole, der Kunst geht es darum, die Wahrnehmung über bisherige Wahrnehmungsgrenzen auszudehnen und Horizonte zu erweitern. Dazu ist das Handlungsmuster des Neuentdeckens zu üben.[71] Die Bilderschließung hat nicht das Ziel, in verbale Deutung zu übersetzen, sondern zum „sehenden Sehen“ und zum Entstehen des Bildes beim Betrachten hinzuführen.[72] Die Kunst des Unterrichtens besteht darin, dass wir den SchülerInnen offene Formen zur Verfügung stellen, in welchen ihre Energie eine von ihnen bejahte Gestalt annehmen kann.[73]

[...]


[1] Christa Wolf: Kassandra. Erzählung. 5Auflage. Luchterhand, Berlin, 1987. S.26

[2] Thümmel, Quelle leider nicht mehr verfügbar

[3] vgl. Hirschberger/Futterlieb: Kunst und Religionsunterricht. In: forum religion 3/98, S.4-11. Kreuz Verlag Stuttgart, 1998

[4] zit. nach G. Lange; vgl. Wichelhaus /Stock: Bildtheologie und Bilddidaktik.1981, S.19.

[5] Stock: Die Bilder, die Kunst und die Theologie. In: Burrichter: Im Blickpunkt – Bilder im Religionsunterricht. Zeitschriften – Aufsätze - Bücher, Comenius – Institut (Hrsg.). Münster, 2000, S.15-18.

[6] H.Schwebel, Christusbild und Meditation, aus: Kunst und Kirche 37 (1974), S.187-191; in: Wichelhaus /Stock , Bildtheologie und Bilddidaktik, Patmos -Verlag, Düsseldorf, 1981, S. 18

[7] vgl. Wichelhaus/Stock, Bildtheologie und Bilddidaktik, 1981, S.18

[8] vgl. Lange: Bilder des Glaubens –24 Farbholzschnitte zur Bibel von Thomas Zacharias. Kösel-Verlag München, 1978, S.9f.

[9] Rad, v., Theologie des AT 1, S.226f, aus: Stuhlmann: Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern. In: Dressler(Hg.)/ Mertin/ Ringshausen / Stuhlmann: Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik: Religions-pädagogisches Institut Loccum, 1992, S.43.

[10] vgl. Hölscher/Kampling: Religiöse Sprache und ihre Bilder. Von der Bibel bis zur modernen Lyrik. Morus Verlag, Berlin, 1998, S.114f.

[11] vgl. Lange: Bilder des Glaubens, S. 15f.

[12] vgl. Schroer: Du sollst Dir kein Bildnis machen. In: Hölscher/Kampling: Religiöse Sprache und ihre Bilder. Von der Bibel bis zur modernen Lyrik, 1998,S.103f.

[13] Boehm: Die Bilderfrage. In: Burrichter: Im Blickpunkt – Bilder im Religionsunterricht. 2000, S.48.

[14] vgl. ebd., S.48

[15] vgl. Johannsen: Religion im Bild – Visuelle Medien im Religionsunterricht. Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen,1981, S.15.

[16] vgl. Lange: Bilder des Glaubens. 1978, S.13.

[17] vgl. Stuhlmann: Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern, in: Dressler, Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik, 1992, S.43

[18] Zitiert nach Koch, Die altkirchliche Bilderfrage, S.69, aus: Stuhlmann: Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern, in: Dressler: Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik, 1992, S.43

[19] vgl. Stuhlmann: Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern. In: Dressler: Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik, 1992, S.43

[20] vgl. Lange: Bild und Wort. S.62.

[21] vgl. Lange: Bilder des Glaubens. 15f.

[22] vgl. Johannsen: Religion im Bild – Visuelle Medien im Religionsunterricht,1981, S. 15.

[23] Moeller: Geschichte des Christentums. S.121, Aus: Stuhlmann: Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern. In: Dressler: Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik.1992, S.44.

[24] vgl. Stuhlmann: Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern, S.43f.

[25] vgl. Lange: Bilder des Glaubens, 1978 S.10 f.

[26] vgl. ebd., S. 15f.

[27] Pirner: Fernsehmythen und religiöse Bildung Grundlegung einer medienerfahrungs-orientierten Religionspädagogik am Beispiel fiktionaler Fernsehunterhaltung: Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizsitik gGmbH, Abt. Verlag, 2001, S.275.

[28] vgl. ebd., S.275.

[29] vgl. Stuhlmann: Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern, in: Dressler: Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik, 1992, S.44.

[30] vgl. Johannsen: Religion im Bild – Visuelle Medien im Religionsunterricht, 1981, S.16-19

[31] Pirner: Fernsehmythen und religiöse Bildung Grundlegung einer medienerfahrungs-orientierten Religionspädagogik am Beispiel fiktionaler Fernsehunterhaltung, 2001, S.275.

[32] vgl. Schroer: Du sollst Dir kein Bildnis machen, in: Hölscher / Kampling: Religiöse Sprache und ihre Bilder. Von der Bibel bis zur modernen Lyrik,1998,S.103f.

[33] vgl. Mertin: Mit Kunstwerken arbeiten. In: Dressler: Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik, 1992, S.35.

[34] vgl. Eggers / Lange / Miller / Wagner: Exodus 1. Schuljahr. Lehrerkommentar, München/ Düsseldorf, 1976 , S.87-89.

[35] vgl. ebd. S.87-89.

[36] Dietrich Zilleßen: Bilder im Religionsunterricht. In: Burrichter: Im Blickpunkt – Bilder im Religionsunterricht, 2000, S.149.

[37] vgl. Heiß / Caselmann / Schorb / Heimann: Bild und Begriff, Juventa Verlag München, 1963, S.61.

[38] vgl. Lange, Bilder des Glaubens. S.8f.

[39] vgl. ebd. S.62-65.

[40] vgl. Günter Lange: Aus Bildern klug werden. In: Burrichter: Im Blickpunkt – Bilder im Religionsunterricht, 2000, S. 127.

[41] Christa Wolf: Kassandra. Erzählung. 5.Auflage, Luchterhand, Berlin, 1987, S.26.

[42] Herbert Falken, Quelle leider nicht mehr verfügbar.

[43] vgl. Günter Lange: Aus Bildern klug werden, S.127.

[44] Teichert: Am Ende das Bild. Aus: Janowski: Die kanalisierte Botschaft. S.41-47. In: Pirner: Fernsehmythen und religiöse Bildung. Grundlegung einer medienerfahrungsorientierten Religionspädagogik am Beispiel fiktionaler Fernsehunterhaltung, 2001, S.270.

[45] vgl. ebd. S.271f.

[46]vgl. Pirner: Fernsehmythen und religiöse Bildung. Grundlegung einer medien-erfahrungsorientierten Religionspädagogik am Beispiel fiktionaler Fernsehunterhaltung, 2001, S.272

[47] Herms: Die Sprache der Bilder und die Kirche des Wortes. In: Beck: Die Kunst und die Kirchen. Der Streit um die Bilder heute, München, 1984.

[48] vgl. Lange: Bilder des Glaubens. S.17.

[49] vgl. Zisler: Im Leben und im Glauben wachsen. Handbuch zu „Glaubensbuch 6“. Otto Müller Verlag, Salzburg, 1988, S.89-92.

[50] vgl. Doedens: Bildende Kunst und Religionsunterricht. RPP – Religionspädagogische Praxis, Calwer Verlag Stuttgart, Kösel Verlag München, 1972, S. 61-63.

[51] vgl. Goecke-Seischab: Von Klee bis Chagall. Kreativ arbeiten mit zeitgenössischen Graphiken zur Bibel. Kösel-Verlag München, Calwer-Verlag Stuttgart, 1994.

[52] vgl. Boehm: Die Bilderfrage. In: Burrichter: Im Blickpunkt, 2000, S.47.

[53] vgl. Hirschberger/Futterlieb: Kunst und Religionsunterricht. In: Zeitschrift forum religion 3/98,Kreuz Verlag Stuttgart, 1998, S.4-11, S.5.

[54] Klee, Quelle leider nicht mehr verfügbar

[55] vgl. Lange: Das Bild als Medium der Glaubensvermittlung. In: Schulz/ Speigl: Bild und Symbol – glaubenstiftende Impulse. Echter Verlag, Würzburg, 1988, S.164-184.

[56] So Karl Rahner in seiner ersten These zur Theologie des Bildes; zitiert nach Trutwin: Kontexte. Forum Religion, S.32; aus: Stuhlmann: Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern, in: Dressler: Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik,1992, S.45.

[57] vgl. Stuhlmann: Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern. In: Dressler: Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik, 1992, S.45.

[58] Zilleßen: Bilder im Religionsunterricht. S.97; aus: Stuhlmann, Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern. In: Dressler: Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik, 1992, S.46.

[59] vgl. Stuhlmann: Gott suchen in der Vielfalt von Christusbildern. In: Dressler: Bilder zur Sprache bringen. Aspekte zum Bilderverbot und zur Bilddidaktik, 1992, S.48.

[60] vgl. Hirschberger/Futterlieb: Kunst und Religionsunterricht. In: Zeitschrift forum religion 3/1998, S.5f.

[61] vgl. Pertler,Cordula: Kinder erleben große Maler, München, 1992, S.13.

[62] vgl. Rendle/Kuld/Heinemann/Moos/Müller: Ganzheitliche Methoden im Religionsunterricht. Ein Praxisbuch, Kösel-Verlag, München, 1996, S.211.

[63] Gottfried Boehm: Die Bilderfrage. In: Burrichter: Im Blickpunkt – Bilder im

Religionsunterricht, 2000, S.48.

[64] vgl. Schmid: Die Kunst des Unterrichtens. Ein praktischer Leitfaden für den Religionsunterricht, Ein Grundmodell des Umgangs mit Bildern im Religionsunterricht, Kösel-Verlag, München, 1997, S.127-130.

[65] Goecke-Seischab: Das Bild im Religionsunterricht. In: Ökumenische Zeitschrift für den Religionsunterricht 3/99, S.89-94.

[66] vgl. Pirner: Fernsehmythen und religiöse Bildung, 2001, S.264.

[67] Eilert Herms: Die Sprache des Bildes und die Kirche des Wortes. In: Beck: Die Kunst und die Kirchen. Der Streit um die Bilder heute, 1984, S.242-259; vgl. Pirner: Fernsehmythen und religiöse Bildung, 2001, S.270.

[68] vgl. Pirner: Fernsehmythen und religiöse Bildung,2001, S.271.

[69] vgl. Johannsen: Religion im Bild – Visuelle Medien im Religionsunterricht, 1981, S.24.

[70] Schmid: Die Kunst des Unterrichtens. Ein praktischer Leitfaden für den Religionsunterricht, 1997, S.127.

[71] vgl. ebd., S.139.

[72] vgl. Schmid: Die Kunst des Unterrichtens. Ein praktischer Leitfaden für den Religionsunterricht, 1997, S.153.

[73] vgl. ebd., S.163.

Ende der Leseprobe aus 134 Seiten

Details

Titel
Bilder des Glaubens in der Mediengesellschaft. Didaktische Überlegungen und Vorschläge zur Erschließung exemplarischer Bilder im Religionsunterricht
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Amt für Lehrerausbildung Frankfurt)
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
134
Katalognummer
V12162
ISBN (eBook)
9783638181143
ISBN (Buch)
9783638698443
Dateigröße
997 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bilder, Religionsunterricht, Kunst, Medien, Bilddidaktik, Bildbegegnung, Bildinterpretation, Bildbetrachtung, Bilderschließung, Bildtheologie, Chagall, Grünewald
Arbeit zitieren
Magdalena Linne (Autor), 2002, Bilder des Glaubens in der Mediengesellschaft. Didaktische Überlegungen und Vorschläge zur Erschließung exemplarischer Bilder im Religionsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12162

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