Theoretisch ist uns alle klar, dass eine Jeanshose für 5 Euro vermutlich nicht so hergestellt wurde, dass wir es moralisch vertreten würden. Der Konsument lässt sich vielmehr oft genug lenken; von Billigangeboten, der Werbung und dem eigenen finanziellen Budget. Oft denken wir beim Einkaufen nicht über die Konsequenzen unseres Kaufverhaltens nach. Undurchsichtige Unternehmensführungen erschweren es uns zusätzlich, den Überblick zu behalten.
Was kann nun jeder Einzelne tun, um die Globalisierung ein Stück gerechter und lohnender für die Arbeiter in den Niedriglohnländern tun?
[...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Der politische Konsument
2. Es geht auch anders
2.1 Markenkleidung
2.2 Lebensmittel am Beispiel Kaffee
2.3 Die Pax Bank
3. Die Rolle der Medien
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Macht und den Einfluss der Konsumenten auf globale Produktionsbedingungen und unternehmerisches Handeln. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welchen Beitrag der Einzelne durch bewusste Kaufentscheidungen zu einer gerechteren globalen Wirtschaft leisten kann.
- Die Rolle des "politischen Konsumenten" als Marktgestalter
- Einfluss von Konsumverhalten auf die Textilindustrie und Arbeitsbedingungen
- Fairer Handel und nachhaltiger Konsum am Beispiel von Kaffee
- Ethisch-ökologische Geldanlagen durch spezialisierte Kreditinstitute
- Die Bedeutung der Medien bei der Bewusstseinsbildung
Auszug aus dem Buch
2.1 Markenkleidung
Um den neuen Wünschen der Zielgruppe nachzukommen, haben viele Markenlabels die „politisch korrekte“ Linie entdeckt. Immer mehr Designer und Modehersteller setzen auf die Mischung zwischen toller Kleidung und Moral. Öko – Labels boomen und eigene Ethik Kollektionen erscheinen auf dem Markt. Die Jeansmarke Levis kommt diesem Trend beispielsweise mit ihrer Öko Marke „Levis – Eco“ nach, H & M brachte eine Kollektion von Bio Baby Kleidung heraus. Diese Marken sollen dem Verbraucher politisch korrekte Ware garantieren. Die Arbeitsbedingungen, unter denen sie hergestellt wurden, sind menschenwürdig.
Nicht wie in Bangladesch. Dort stürzte im April 2005 die Textilfabrik „Spectrum Sweater“ in sich zusammen. Grund für den Einsturz waren die oberen fünf Stockwerke, die nachträglich und ohne Genehmigung auf das bestehende Gebäude aufgesetzt wurden. Obwohl der Unfall um Mitternacht geschah, wurde in der Firma noch gearbeitet, Es kamen 64 Menschen ums Leben, weitere 70 Menschen wurden schwer verletzt. Viele der Opfer haben bis heute noch keine Entschädigung erhalten. Das solche Unfälle mit ein wenig Aufwand vermeidbar sind, dürfte allen bewusst sein. Trotzdem neigen viele dazu, aus Kostengründen und aus Unwissenheit genau solche Firmen zu unterstützten. Die Arbeitsbedingungen, unter denen die Kleidung hergestellt wird, sind fatal. Die Missstände sind dabei bei weitem keine Ausnahmen, sondern vielmehr Normalität.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Widerspruch zwischen unserem moralischen Anspruch an Produkte und unserem tatsächlichen Kaufverhalten, das oft von Billigangeboten gesteuert wird.
1. Der politische Konsument: Dieses Kapitel führt den Begriff des politischen Konsumenten ein und erläutert, wie durch gezieltes Kaufverhalten Druck auf Unternehmen ausgeübt werden kann.
2. Es geht auch anders: Hier werden konkrete Handlungsfelder für den bewussten Konsum aufgezeigt, unterteilt in die Bereiche Mode, Lebensmittel und ethische Finanzen.
2.1 Markenkleidung: Dieses Kapitel thematisiert die Diskrepanz zwischen boomenden Öko-Kollektionen großer Marken und den nach wie vor prekären Arbeitsbedingungen in der globalen Textilproduktion.
2.2 Lebensmittel am Beispiel Kaffee: Der Abschnitt verdeutlicht die existenzielle Not der Kaffeebauern trotz hoher Endverbraucherpreise und zeigt den wachsenden Markt für fair gehandelte Produkte auf.
2.3 Die Pax Bank: Hier wird erläutert, wie ein Kreditinstitut durch die Anwendung ethischer und christlicher Kriterien bei der Fondsauswahl die Verantwortung des Anlegers unterstützt.
3. Die Rolle der Medien: Das Kapitel analysiert, welchen Beitrag Dokumentarfilme und journalistische Beiträge zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für globale Missstände leisten.
4. Resümee: Das Fazit unterstreicht die Wirksamkeit des individuellen Handelns und fordert mehr Transparenz sowie Eigenverantwortung im Alltag ein.
Schlüsselwörter
politischer Konsument, Globalisierung, Markenkleidung, Arbeitsbedingungen, Fair Trade, Kaffee, Pax Bank, ethische Geldanlage, soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit, Konsumverhalten, Medien, Umweltbelastung, Weltmarktpreise, Transparenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit des bewussten Konsumverhaltens und untersucht, wie der einzelne Bürger durch seine Kaufentscheidungen globale Wirtschaftsstrukturen beeinflussen kann.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Textilindustrie, Lebensmittelhandel (speziell Kaffee) sowie ethisch orientierte Finanzanlagen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Verbraucher nicht machtlos gegenüber dem Markt ist, sondern durch sein Konsumverhalten aktiv zu einer gerechteren Globalisierung beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Publikationen, Medienberichte und wirtschaftliche Daten zum politischen Konsum zusammenführt.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert, wie Unternehmen auf Druck reagieren, welche Missstände in der Produktion bestehen und welche alternativen Kaufoptionen (Fair Trade, Ethik-Fonds) dem Verbraucher zur Verfügung stehen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind "politischer Konsument", "Globalisierung", "Fair Trade" und "Eigenverantwortung".
Warum ist das Beispiel der Pax Bank für die Arbeit relevant?
Die Pax Bank dient als konkretes Fallbeispiel für eine moralisch integre Geldanlage, die zeigt, dass finanzielle Rendite und ethisch-christliche Werte miteinander vereinbar sein können.
Welche Bedeutung misst die Autorin den Medien bei?
Die Autorin hebt hervor, dass Medien eine zentrale Rolle dabei spielen, das Bewusstsein für die oftmals verborgenen Produktionsbedingungen zu schärfen und somit notwendige öffentliche Debatten anzustoßen.
- Quote paper
- Dipl.Sozialarbeiterin (FH) Stefanie Doppstädt (Author), 2008, Politik im Einkaufskorb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121642