Hohe Fehlzeiten bedeuten für Unternehmen oft höhere Kosten und Gewinneinbußen. Um Fehlzeiten zu reduzieren und die Gesundheit der Mitarbeiter langfristig zu erhalten, haben sich im Laufe der Jahre Rückkehrgespräche etabliert. Aufgrund der Einteilung in repressive und nicht-repressive Rückkehrgespräche ergibt sich ein ambivalenter Charakter. Anhand ausgewählter Schwerpunkte, wie beispielsweise den angestrebten theoretischen Zielvorstellungen und der Systematisierung von Rückkehrgesprächen, werden Chancen und Risiken dargestellt.
In Bezug auf die praktische Umsetzung zeigt sich, dass Rückkehrgespräche in ihrer Mehrheit bislang nicht die gewünschten Effekte erzielen konnten und viele Risiken mit sich bringen. Abschließend werden Ansatzpunkte diskutiert, um zukünftig die Ziele zu erreichen und einen Erfolg von Rückkehrgesprächen sicherzustellen. Hierbei werden sowohl die Akzeptanz der Maßnahme als auch die kommunikative Qualifikation der Führungskraft in Betracht gezogen. Als weiterer Ansatzpunkt wird die Möglichkeit der Einbettung des Rückkehrgespräches in größere betriebliche Zusammenhänge wie dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement kritisch diskutiert. Dabei stellt sich heraus, dass erst eine solche Einbettung die angestrebte Wirkung des Rückkehrgespräches ermöglicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Abstract
2 Einleitung
3 Das Rückkehrgespräch
3.1 Definition
3.2 Anwendungsbereich
3.3 Arten
4 Chancen und Risiken von Rückkehrgesprächen
4.1 Theoretische Zielvorstellungen
4.2 Kontextuelle Rahmenbedingungen
4.3 Systematisierung
4.4 Konzept-Realitäts-Differenz
5 Diskussion
5.1 Schulungen, Akzeptanz, Gesundheitsbegriff
5.2 Einbettung in das Betriebliche Gesundheitsmanagement
6 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den ambivalenten Charakter von Rückkehrgesprächen im Gesundheitsmanagement und analysiert, unter welchen Voraussetzungen diese Maßnahmen einen positiven Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten können, anstatt lediglich als repressives Kontrollinstrument zu fungieren.
- Theoretische Grundlagen und Definitionen von Rückkehrgesprächen
- Differenzierung zwischen repressiven und integrativen Gesprächsformen
- Analyse der Diskrepanz zwischen Zielsetzung und praktischer Umsetzung
- Bedeutung der Führungskompetenz und des Betriebsklimas
- Einbettung der Gespräche in das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM)
Auszug aus dem Buch
3.3 Arten
Grundsätzlich lassen sich 2 idealtypische Ausprägungen von Rückkehrgesprächen aufzeigen (Piorr, Heller & Taubert, 2000).
Auf der einen Seite kann das Rückkehrgespräch die Funktion eines disziplinarischen Führungsinstrumentes übernehmen, das durch die Anwendung eines abgestuften Gesprächssystems zunehmend personal- und arbeitsrechtliche Konsequenzen aufzeigt. In der Literatur wird diese Form auch als repressives Rückkehrgespräch aufgefasst (Piorr, 2001). Bei dieser Gesprächsform wird durch die stufenweise Androhung von Sanktionen in erster Linie das Ziel verfolgt, das Anwesenheitsverhalten durch eine Verringerung der Absentismusneigung zu verbessern (Piorr, 2001). Da diese Form nur auf die motivational bedingten Fehlzeiten abzielt, ist anzunehmen, dass krankheitsbedingte Fehlzeiten und Absentismus in der Praxis voneinander zu trennen seien. Diese Differenzierung hat jedoch nur eine konzeptionelle Bedeutung und keine praktische Relevanz.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Abstract: Zusammenfassung der Problematik, der ambivalenten Wirkungsweise von Rückkehrgesprächen sowie der Diskussion über deren Einbettung in betriebliche Gesundheitsstrukturen.
2 Einleitung: Darstellung der ökonomischen Notwendigkeit zur Fehlzeitenreduktion und Aufzeigen des Zielkonflikts zwischen Kontrollinteressen und gesundheitsförderlicher Mitarbeiterführung.
3 Das Rückkehrgespräch: Definition des Begriffs, Abgrenzung der Anwendungsbereiche bei unterschiedlichen Fehlzeitenarten sowie Unterscheidung zwischen repressiven und integrativen Gesprächsformen.
4 Chancen und Risiken von Rückkehrgesprächen: Analyse der Zielvorstellungen, der nötigen Rahmenbedingungen, der Problematik durch Standardisierungen sowie der Diskrepanz zwischen Theorie und betrieblicher Realität.
5 Diskussion: Betrachtung von Erfolgsfaktoren wie Führungsschulungen und Akzeptanz sowie die Notwendigkeit der Integration in ein übergeordnetes Betriebliches Gesundheitsmanagement.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Rückkehrgespräche nur als integrativer Teil eines umfassenden Gesundheitsmanagements nachhaltig wirksam sein können.
Schlüsselwörter
Rückkehrgespräch, Fehlzeiten, Gesundheitsmanagement, BGM, Absentismus, Präsentismus, Führungskompetenz, Gesundheitsförderung, Arbeitsbedingungen, Vertrauen, Motivation, Fehlzeitenmanagement, Betriebsklima, Sanktionen, Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt die Chancen und Risiken von Rückkehrgesprächen im Kontext des modernen betrieblichen Gesundheitsmanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Rückkehrgesprächen, deren verschiedene Ausprägungen, die Bedeutung von Führungskompetenzen sowie die Einbettung der Gespräche in die Unternehmensstrategie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rückkehrgespräche gestaltet sein müssen, um über eine reine Kontrollfunktion hinaus einen Beitrag zur Mitarbeitergesundheit und Arbeitszufriedenheit zu leisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur sowie die Analyse von empirischen Studien zur Wirksamkeit von Rückkehrgesprächen in der betrieblichen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Zielvorstellungen, die kontextuellen Rahmenbedingungen wie Vertrauen und Führung, sowie die Diskrepanz zwischen geplanten Konzepten und der tatsächlichen Umsetzung im Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Rückkehrgespräch, Fehlzeiten, BGM, Absentismus, Präsentismus und Gesundheitsförderung.
Was besagt die sogenannte Konzept-Realitäts-Differenz?
Sie beschreibt die Diskrepanz zwischen der theoretisch angestrebten Gesundheitsförderung durch solche Gespräche und der häufig repressiven Durchführung in der betrieblichen Praxis.
Warum ist die Einbettung in das BGM so entscheidend?
Da Gespräche als isolierte Maßnahme oft als Kontrolle wahrgenommen werden, ist eine Einbettung notwendig, um sie als Teil einer ganzheitlichen, gesundheitsorientierten Unternehmensstruktur zu etablieren.
- Arbeit zitieren
- Franziska Klimt (Autor:in), 2016, Rückkehrgespräche im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Chancen und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1216433