Die Suche nach der Frau in den drei verschiedenen Ebenen der “Klassischen Walpurgisnacht” des Faust II


Seminararbeit, 2004
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pharsalische Felder

3. Am oberen Peneios

4. Am unteren Peneios

5. Am oberen Peneios wie zuvor

6. Felsbuchten des ägäischen Meers

7. Resümee

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese literaturwissenschaftliche Hausarbeit zu Johann Wolfgang von Goethes „Faust“, wurde ausschließlich über die Szene „Klassische Walpurgisnacht“, aus dem zweiten Akt des Faust II, geschrieben.

Gerade diese Szene ist, wegen den drei parallel laufenden und kontrastierenden Handlungen an den verschiedenen Schauplätzen in der Antike, sehr komplex gestaltet und stellt ein eigene kleines Drama für sich dar.

Aus diesem Grund habe ich mich dafür entschieden, das Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit auf das Thema der „Frauensuche“ zu richten.

Das Thema, » Die Suche nach der Frau in den drei verschiedenen Ebenen der „Klassischen Walpurgisnacht“ des Faust II «, soll zeigen, wie die drei Figuren Faust, Mephistopheles und Homunculus die „Klassische Walpurgisnacht“ für sich selbst erleben und wie sie letztendlich zu ihrem Ziel und dem „Objekt der Begierde“ gelangen.

Zur Bearbeitung dieses Themas wurde ausschließlich die im Literaturverzeichnis angegebene Literatur verwendet, sowie Impressionen aus den Faustfestspielen im oberfränkischen Kronach.

2. Pharsalische Felder

Die Szene „Pharsalische Felder“ stellt eine Art Einleitungsszene für die „Klassische Walpurgisnacht“ dar und erfüllt die dramaturgische Funktion eines Prologs: Diese Pharsalischen Felder, auch das Schlachtfeld von Pharsalus genannt, sind ein geschichtsträchtiger Ort, an dem Pompejus von Caesar geschlagen wurde, was das Ende der Republik und den Anfang des römischen Kaiserreiches bedeutete. Diese Ebene in Thessalien ist aus vielerlei Hinsicht ein angemessener Ort für die Einleitung der „Klassischen Walpurgisnacht“: „Thessalien ist eine Schlachtenlandschaft [...] es ist eine Landschaft, die aus der Produktivität gegensätzlich wirkender, polar sich ausschließender geologischer Naturkräfte entstanden ist, vulkanischer und neptunischer. Auch insofern ist die Ebene ein angemessener Ort für dieses Vorspiel auf die Verbindung von Norden und Süden, heidnischer und christlicher Welt, klassisch befriedeter Schönheit und moderner sehnsüchtiger Begehrlichkeit [...].[1] Die Szene „Pharsalische Felder“ ist also nicht nur eine Einleitungsszene für die nachfolgenden Handlungen der „Klassischen Walpurgisnacht“, sondern auch eine Einleitung und Vorbereitung für die gesamte Helenahandlung und die Verbindung Fausts mit Helena. Genau an dieser Stelle tritt die antike Zauberin Erichtho, die Düstere, die einst die Wahrsagerin des Pompejus war, mit ihrem Eingangsmonolog auf. Erichtho ist vor allem durch die von ihr als „leidige Dichter“ bezeichneten Schriftsteller Ovid, Lukan, Vergil und Dante bekannt, die sie fast alle auf abscheuliche Art und Weise darstellten und verlästerten.

Erichtho stellt sich ganz im Sinne einer antiken Heldin selbst vor, wie auch später Helena am Anfang von Akt III und beschreibt dabei die vergangene Schlacht zwischen Caesar und Pompejus. Sie ist eine Figur der antiken Sagenwelt und besitzt deshalb das Wissen und die Kenntnis über die geschichtlichen, politischen und kulturellen Ereignisse dieser Zeit. Als sie jedoch Faust, Mephistopheles und Homunculus wie einen Meteor herannahen sieht, verschwindet sie: „Sie, die selbst ein heidnischer Todesengel ist, wittert Leben. [...] Nicht also bloß als Beschwörerin der geschichtlichen Fakten vor der Evokation der mythischen Wesenheiten zeiht sich Erichtho zurück, sondern auch als die leibhaftige Erinnerung an die immergleiche tote Vergangenheit vor ihrer Verlebendigung.“[2]

Erichthos Worte haben eine düstere, fast tote Atmosphäre geschaffen und jetzt, da sich Leben in Form Fausts, Mephistos und Homunculus anbahnt, entschließt sie sich zu verschwinden, weil sie als ein Engel des Todes dem Leben schädlich ist. Einen weiteren interessanten Gedanken zum Erichtho-Monolog führt Wolfgang Binder an, als Erichtho über den „unvollkommenen Mond“ redet. Binder ist daraufhin zu dem Entschluss gekommen, dass alles in der „Klassischen Walpurgisnacht“ unvollkommen und auf Halbheit hin ausgelegt ist: Faust sucht Helena, seine andere Hälfte; Homunculus ist ein unvollkommener (halber) Mensch und gibt seinem Drang zur Körperlichkeit nach und die antiken Halbwesen, wie die Sphinxe, Greife und Sirenen, spielen wichtige Rollen und sind stark in die Handlung mit eingebunden. Genau deshalb, so Binder, beleuchtet der halbe Mond die „Klassische Walpurgisnacht“.

Gleich nach der Landung der drei „Luftfahrer“ stellt Faust, während er den Boden berührt, die Frage „Wo ist sie?“. Dies ist zwar ein sehr kurzer Monolog Fausts, dafür jedoch um so bedeutender und aussagekräftiger, da er die Sehnsucht Fausts nach Helena einfach und mit wenig Worten zum Ausdruck bringt. Daraufhin trennen sich die drei Figuren, um ihr eigenes Abenteuer zu erleben: Faust macht sich auf den Weg zum unteren Peneios, um den Weg zu Helena zu erfahren; Mephisto sucht ein sexuelles Abendteuer am oberen Peneios und Homunculus sucht seine körperliche Entstehung in den Felsbuchten des ägäischen Meers. Da nun die drei Figuren an unterschiedlichen Orten alleine unterwegs sind, spricht man von einer Dreiteilung, oder von den drei Sequenzen der „Klassischen Walpurgisnacht“, wobei der Faktor der Zeit sehr zu beachten ist, weil nun drei Handlungen parallel laufen: „Die Zeit als Element des dramatischen Geschehens muß von Goethe umgedacht worden sein. Der Zweite Faust spielt in einer symbolischen Zeit. [...] Was in der Logik einer dramatischen Handlung undenkbar wäre, ist in der symbolischen begründet. Wie wäre es sonst noch zu verstehen, dass dieser ganze zweite Akt als eine ausgeweitetes Vor- und Zwischenspiel zum dritten Akt konzipiert werden konnte, in dem Helena dann endlich erscheint.“[3]

3. Am oberen Peneios

Mit der Szene „Am oberen Peneios“ beginnt die Mephisto-Handlung, also die Schilderung von Mephistos Bemühungen zum Erlangen eines sexuellen Abenteuers, wo er gleich zu Beginn auf allerlei Fabelwesen trifft: nämlich Greife, Sphinxe, kolossale Ameisen, Arimaspen und Sirenen. Die Greife geben ihm jedoch schon nach kurzer Zeit zu verstehen, dass er hier in der Antike nicht willkommen ist und dass sein Verhalten ihnen nicht behagt und fremd vorkommt: „Den mag ich nicht! [...] Was will uns der?[...] Der Garstige gehört nicht hierher!“[4]

Schon an Mephistos Eingangsmonolog ist zu erkennen, dass er sich unwohl in der griechischen Antike fühlt, was er mit Worten der Unzufriedenheit und Empörung wiedergibt. „ So find’ ich mich doch ganz und gar entfremdet / Fast alles nackt, nur hie und da behemdet: / Die Sphinxe schamlos, unverschämt die Greife [...] Zwar sind auch wir von Herzen unanständig / doch das Antike find’ ich zu lebendig [...] Ein widrig Volk!“[5]

Der Mephisto-Monolog bildet somit eine Art Kontraststück zum letzten Faust-Monolog aus den „Pharsalischen Feldern“, der im Gegensatz zu Mephistos Rede doch wesentlich „schöner“ und „netter“ war.

Mephisto ist also gewissermaßen über die Nacktheit und Freizügigkeit der antiken Fabelwesen empört und wird somit zu einer überforderten und begrenzten Figur und zu einem „christlichen Moralisten“ umgewandelt, der das nordische Christentum in der heidnisch-antiken Welt der Fabelwesen vertritt. „Im Gegensatz zu der zielbewußten Teilnahme des Faust und des Homunculus an der gesetzmäßigen

Entfaltung natürlichen und geschichtlichen Lebens treibt sich Mephisto instinkt- und ziellos in der Klassischen Walpurgisnacht herum; sie ist für ihn nicht wie für die beiden anderen Wanderer eine seltene Wundernacht [...], eine glückliche Sunde, in der sich körperliche und seelische Metamorphose und Steigerung geheimnisvoll vollziehen, sondern eine Folge von Abenteuern, aus denen der Teufel ganz wesenlos und unverwandelt hervorgeht [...]“[6]

Mephisto ist jetzt nicht mehr, wie in der Walpurgisnacht des Faust I, der „große Meister“ und „Anführer“, sondern wird von der antiken Geschöpfen verachtet und verspottet. Auf der anderen Seite aber gefällt Mephisto der halbnackte Anblick der weiblichen Fabelwesen, denn er ist ja immerhin auf der Suche nach einem sexuellen Andenteuer, was er hin und wieder auch zu verstehen gibt: „Du bist recht appetitlich oben anzuschauen / doch untenhin die Bestie macht mir Grauen [...] Denn wo man die Geliebte sucht / sind Ungeheuer selbst willkommen [...] Ihr bleibt doch hier? Daß ich euch wiederfinde.“[7] Mephisto ist also gewissermaßen selbst mit sich im Unreinen, da er nicht weis, was in ihm überwiegt: der lüsterne Drang nach sexueller Tätigkeit, oder das für ihn ungewohnte Gefühl des Nicht- Willkommen- Seins und der Abneigung. „In Mephisto geht die laszive Sinnlichkeit eine seltsame Mischung ein mit der Prüderie [...].“[8]

In Mephistos Gespräch mit den weisen Sphinxen, die ja das Bleibende, Überzeitliche und Unveränderliche symbolisieren, wird ihm klar, dass diese den Teufel als personifiziertes Böses gar nicht kennen, da es in der antiken Götterwelt „den Bösen“ als Widersacher Gottes gar nicht gibt; es gibt nur „das Böse“ an sich, was für den antike Süden jedoch etwas Wesenloses und Unpersonifiziertes ist. Es gibt zwar eine eigene Hölle der antiken Welt (Hades), jedoch keinen antiken Teufel. Die Rolle des Gottes und des Teufels vereint der Göttervater Zeus in sich, der über Gut und Böse richtet. Deshalb stellt Mephisto in den Augen der antiken Fabelgestalten eine Art „bloße Projektion des Bösen“ dar, ohne jegliche Identität. Aus diesem Grund ist die Sphinx, im Gegensatz zu den aggressiven Greifen, milde gestimmt, denn sie lässt sich nicht von so etwas Wesenlosem aus der Ruhe bringen; und so gestattet sie Mephisto, der die Erhabenheit des nächtlichen Alls nicht ertragen kann und einen „trauten Ort“ in der Fremde sucht, sich an ihrem Löwenfelle zu wärmen, da sie Mitleid mit dem desorientierten Fremdling aus dem Norden hat. „Im Gegensatz zu Faust [...] und [...] Homunculus [...] ist der Mephisto der Klassischen Walpurgisnacht der Stockende und Verstockte, gekennzeichnet durch unproduktive Beharrlichkeit; er klammert sich an die Jahrtausende alten Sphinxe und an alles von der nordischen Umwelt her Gewohnte und Vertraute, ohne doch im Natürlich-Dauerhaften Wurzel zu schlagen und Gehalt zu finden.“[9]

Im Mephistos Begegnung mit den Fabelwesen, ist auch eine Art Kritik Goethes an die damaligen politischen Verhältnisse (Französische Revolution) mit eingeflossen, die später in der Szene „Am oberen Peneois wie zuvor“ noch mal in der Form des Wissenschaftlerstreites zwischen Thales und Anaxagoras aufgegriffen wird. Diese Kritik stellte Goethe mit den Ameisen, den Arimaspen und den Greifen dar, wobei sich alles um einen Goldschatz dreht, welchen die fleißigen Ameisen mühevoll heranschafften, welchen die Greife argwöhnisch mit ihren Klauen bewachten und welcher letztendlich von den gierig-verschwenderischen Arimaspen weggenommen wurde. Dies soll den Kampf der besitzlosen unteren Stände gegen die reichen höheren Klassen versinnbildlichen, was schließlich prägend für die Französischen Revolution war: „Im politischen Aspekt verhalten sich die Greife und Ameisen zueinander wie die besitzenden Stände, welche die Möglichkeit des Golderwerbs erspähen, rasch und rücksichtslos zugreifen und das Gold horten, zu dem vierten Stand der besitzlosen Arbeiter, die für die Besitzgier und die Vergnügungssucht der oberen Stände mühsam schaffen: für die Greife, die ihre Klauen drauf legen, ebenso wie für die Arimaspen, die alles emsig Gesammelte in einer »Jubelnacht« durchbringen wollen.“[10]

Eine weitere Kritik wollte Goethe auch mit den Sirenen erzielen. Diese sollten nämlich neben ihren Rollen als verführerische und doch gefährliche Vögel mit Mädchenköpfen, auch ein Ausdruck von Goethes Spott gegenüber den Versen der Romantik sein (insbesondere die Bretanos und Tiecks). Dieser „Singsang“ soll das zeigen, was Goethe unter „neuer Musik im negativen Sinne“ versteht, denn die Sirenen sind im Gegensatz zu den Sphinxen, die der archaischen Antike angehören, mehr an der Moderne orientiert.

Auch Fausts Weg führt ihn auf der Suche nach Helena durch die Landschaft „Am oberen Peneios“. Doch im Gegensatz zu Mephisto, findet er die antiken Fabelwesen überwältigend und tritt ihnen mit viel Respekt gegenüber, als er bei den klugen Sphinxen den Weg zu Helena erfragt und diese ihn auf den Kentauren Chiron verweisen, da dieser den Weg weis. Bis jetzt war Mephisto auf der Suche nach seinem sexuellen Abenteuer erfolglos und an dieser Stelle wird die Mephisto-Handlung durch die Faust-Handlung unterbrochen und setzt erst wieder in der Szene „Am oberen Peneios wie zuvor“ ein.

4. Am unteren Peneios

Die Szene „Am unteren Peneios“ erzählt die Faust-Handlung und unterbricht die Mephisto-Handlung. Nachdem Faust also von den weisen Sphinxen den Rat bekam den Kentauren Chiron nach dem Weg zu Helena zu fragen, machte sich der von Sehnsucht Getriebene auf zum „unteren Peneios“. Die Gegend am unteren Peneios ist eine sehr harmonische, fruchtbare und schöne Landschaft, in der sich andere Wesen, nämlich Naturgötter, wie der Flussgott Peneios und die Nymphen tummeln, was wieder im Kontrast zur vorangehenden Szene steht, in der die Wesen doch eher furchteinflößender und die Umgebung doch eher karger war. Das Grün der Vegetation und das fließende Wasser sollen hier den Quell des Lebens symbolisieren. Die Nymphen versuchen den erschöpften Faust mit ihren Gesängen zu verführen und ihn davon zu überzeugen, dass sie das seien, wonach er so sehnlich sucht, doch er hält Stand. Als dann Chiron naht, nimmt er Faust Huckepack und während des rasanten Ritts kommt es zum Gespräch zwischen den beiden, wobei die Figur Helena aus zwei verschiedenen Perspektiven beschrieben wird: Für Faust spiegelt Helena das Schöne, Ideale und Vollkommene wieder, was er in einer emphatischen und sehnsüchtigen Art und Weise des Sprechens zu Ausdruck bringt. „Verlier’ ich mich! / Erzähle, wie? / Sie ist mein einziges Begehren! / [...] Nun ist mein Sinn, mein Wesen streng umfangen; / Ich lebe nicht, kann ich sie nicht erlangen.“[11] Chiron hingegen sieht die schöne Helena einfach nur als eine mythologische, ewiglebende Figur der antiken Welt und redet deshalb auf normale Art und Weise, jedoch auch mit Worten der Skepsis und Ermahnung, von ihr. „ [...] Frauenschönheit will nichts heißen, / Ist gar zu oft ein starres Bild; / Nur solch ein Wesen kann ich preisen / Das froh und lebenslustig quillt. / Die Schöne bleibt sich selber selig [...]. “[12]

Durch seine Worte der Skepsis ernüchtert Chiron das Gespräch mit dem enthusiastischen Faust und macht auf den Wiederspruch zwischen tatsächlicher Schönheit und mythischer Überhöhung aufmerksam. Somit wird Chiron auch seiner Pädagogenrolle gerecht, denn in der antiken Sagenwelt war er nicht nur als Arzt bekannt, sondern vor allem als Erzieher verschiedener griechischer Heldenjünglinge, wie Achill und Herkules. Während der Unterhaltung mit Chiron scheint Faust sich zum ersten Mal über seine Gefühle und der Sehnsucht zu Helena auszusprechen. Für Chiron ist jedoch nach dem Gespräch mit Faust klar geworden, dass er krank ist – krank vor Sehnsucht und krank vor Streben nach dem Unerreichbaren; und so bringt er Faust zu der Seherin Manto, die auch Heilkräfte besitzt sowie die Fähigkeiten, alte Heldengestalten der Antike wieder aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Chiron hat Manto gewissermaßen dazu auserkoren, die Beratrein und Führerin Fausts zu sein, da sie sehr weise ist und diejenigen liebt, die das Unmögliche begehren. Manto ist auch eine Art erleuchtete Figur, die stets um das Heil und die Heilung des Menschen bemüht ist. Faust jedoch sucht keine „Heilung“ von der Sehnsucht, sondern „ [...] »Heil« aus dem Quell des reichsten inneren Lebens, der in der Verbindung mit Helena aufbrechen wird.“[13] So steigt Faust zusammen mit Manto in die Unterwelt des Hades hinab, wobei Manto mit „göttlicher Führung“ voran geht und Faust Mut macht, denn der Weg durch das Totenreich ist nicht gerade ungefährlich und so beschützt Manto Faust gewissermaßen. Faust will mit Mantos Hilfe Helena ins Leben ziehen, die im Schattenreich des Hades eine körperlose Gestalt angenommen hat und nur seelisch vorhanden ist. Angekommen im düsteren Totenreich, muss Faust mit der verschleierten Göttin der Tiefe, Persephone, verhandeln, ohne deren Zustimmung Helena nicht in das Reich der Lebenden zurückgeholt werden kann. Nachdem Faust dann über Manto mit Persephone verhandelt hat, gibt die düstere Göttin Helena frei. Da Helena jedoch nur seelisch anwesend ist, muss sie eine körperliche Gestalt annehmen, was mit den „drei Richtern“ (Minos, Rhadamanthys, Aiakos) geschehen soll, welche die Gabe besitzen das Endliche unendlich und unvergessen zu machen. Nach Helenas „Wiederbelebung“ hat Faust sein „Objekt der Begierde“ endlich gefunden und tritt zusammen mit ihr und Manto den Rückweg aus dem Reich des Hades an.

[...]


[1] Goethe Handbuch. 1996. S. 421, 422.

[2-3] Goethe Handbuch, 1996, S. 422, 423.

[4-5] Goethe ٠ Faust. Kommentiert von Erich Trunz2002. S. 217, 219, 221.

[6] Diener, Gottfried: Fausts Weg zu Helena. 1961. S. 314.

[7] Goethe ٠ Faust. Kommentiert von Erich Trunz. 2002. S. 219.

[8-9] Diener, Gottfried: Fausts Weg zu Helena.1961. S. 302, 327.

[10] Diener, Gottfried: Fausts Weg zu Helena.1961. S. 306.

[11] -12 Goethe ٠ Faust. Kommentiert von Erich Trunz. 2002. S. 226, 227.

[13] Diener, Gottfried: Fausts Weg zu Helena.1961. S. 375.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Suche nach der Frau in den drei verschiedenen Ebenen der “Klassischen Walpurgisnacht” des Faust II
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Goethes Faust
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V121674
ISBN (eBook)
9783640252916
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Faust 2, Klassische Walpurgisnacht, Faust, Goethe, Thema Faust
Arbeit zitieren
Lehrer Stefanie Warnke (Autor), 2004, Die Suche nach der Frau in den drei verschiedenen Ebenen der “Klassischen Walpurgisnacht” des Faust II, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121674

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