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Ziele und Normen in Familientherapie und Psychoanalyse

"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast."

Title: Ziele und Normen in Familientherapie und Psychoanalyse

Seminar Paper , 1995 , 27 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag. Arno Krause (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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Summary Excerpt Details

War die erste Hälfte dieses Jahrhunderts von der Psychoanalyse dominiert, so folgten in den 50er Jahren die
Verhaltenstherapie, gefolgt vom Humanistischen Ansatz und als bisher letzte einheitliche Richtung der systemische
Ansatz resp. die Familientherapie, die verstärkt erst etwa seit Anfang der 70er Jahre Verbreitung
fand. Der Therapeut sollte sich dabei als Diener im Dienst am Kranken - er muß zuhören, selbstlos zuhören
und ist im Zuhören ganz auf den Klienten eingestellt, gelegentlich läuft superbia therapeutica aber Gefahr, sich
zur Omnipotenz, zum Alleskönnertum aufzublähen, oder zumindest zur Besserwisserei. Letztere ist Kommunikationsbarriere
im Dialog zwischen Patient und Therapeut. Und nicht zuletzt definieren sich
Ziele in der Psychotherapie auch aus der vorangehenden Beschreibung der 'pathologischen' Prozesse, wobei
letztere naturgemäß von Richtung zu Richtung teilweise stark differieren. --
Die Behandlungsziele in der Psychoanalyse wiederum unterscheiden sich im allgemeinen etwas von den normalen
therapeutischen Zielen anderer Therapieformen. In der Literatur spricht man häufig von therapeutischen
Zielen und den analytischen Zielvorstellungen. Während die therapeutischen Ziele sich überwiegend auf die
Symptombeseitigung beziehen und auf eine Verhaltensänderung mit korrelierenden Änderungen im Erleben
beziehen, so stellen die analytischen Ziele eher darauf ab, beim Patienten eine selbstanalytische Fähigkeit
aufzubauen und die Durcharbeitung und Auflösung einer Übertragungsneurose zu sichern.
In der modernen Psychoanalyse spielen Werte und Normen bei der Handlungsregulierung eine überaus wichtige
Rolle, so etwa stellt die Internalisierung von Werten einen der hauptsächlichen Faktoren der therapeutischen
Verbesserung und der Persönlichkeitsänderung im Verlauf der analytischen Behandlung dar.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. FamilienTherapie

1.1. Einleitung und Exkurs: Richtungen der Familientherapie

1.1.1. Zur Entwicklung Systemischer Therapieansätze

1.1.2. Familientherapie und Psychoanalyse - die Wurzeln

1.1.3. Entwicklung zu anderen Richtungen

1.2. "Therapie ist Dienen" - Grenzen in der Therapie

1.3. Ziele am Beispiel der 'Dynamischen Familientherapie'

1.3.1. Bezogene Individuation

1.3.2. Interaktionsmodi von Bindung und Ausstoßung

1.3.3. Delegation, Vermächtnis und Verdienst

1.3.4. Allgemeine Aspekte der Interventionsziele in der Dyn. Familientherapie

1.4. Ziele am Beispiel der 'Erfahrungszentrierten Familientherapie'

1.4.1. Spontaneität und Authentizität

1.4.2. Aufbrechen von erstarrten Kommunikationsstrukturen

1.4.3. Bedingungen schaffen

1.4.4. Konkrete Ziele und Grenzen

1.5. Ziele am Beispiel der 'Strukturellen Familientherapie'

1.6. Ziele am Beispiel der 'Strategischen Familientherapie'

2. Ziele und Normen in der Psychoanalyse

2.1. Allgemeines zur Psychoanalyse und einige Definitionen

2.2. Ziele der Psychoanalyse

2.2.1. Allgemeine Ziele der Psychoanalyse

2.2.2. Behandlungsziele der Psychoanalyse

2.2.3. Ziel des Therapeuten

2.2.4. Ziele des Patienten

2.3. Normen in der Psychoanalyse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die therapeutischen Zielsetzungen und ethischen Normen in der Familientherapie und der Psychoanalyse. Dabei wird analysiert, wie unterschiedliche theoretische Richtungen Prozesse der Heilung definieren und welche Anforderungen dies an das Rollenverständnis und das Handeln des Therapeuten stellt.

  • Vergleich der Zielvorstellungen zwischen verschiedenen Familientherapie-Schulen und der klassischen Psychoanalyse
  • Analyse des therapeutischen Rollenverständnisses ("Therapie als Dienen" vs. professionelle Distanz)
  • Untersuchung von Behandlungsphasen und Interventionsstrategien
  • Die Rolle von Werten und Normen bei der Persönlichkeitsänderung
  • Herausforderungen in der therapeutischen Beziehung (Übertragungsneurose, Widerstand)

Auszug aus dem Buch

1.2. "Therapie ist Dienen" - Grenzen in der Therapie

Für das Verständnis der therapeutischen Beziehung ist eine Besinnung auf die Wortbedeutung hilfreich. Dabei erscheint es bedeutsam, daß sich der moderne Psycho-Therapeut gerade auf diese dienende Haltung bezieht und nicht Name und Selbstverständnis vom Arzt-Begriff herleitet. Der Therapeut als Diener im Dienst am Kranken - ist er das wirklich immer? Nun, in gewisser Hinsicht ist er es, wenn wir dienen als ge-horchen auffassen: Der Therapeut muß zuhören, selbstlos zuhören und ist im Zuhören ganz auf den Klienten eingestellt.

Aus anderem Blickwinkel betrachtet, kehrt sich das Verhältnis jedoch vollkommen um; und das völlig ungewollt und natürlich schon, bevor der Therapeut überhaupt das erste Wort gesprochen hat: Der Klient kommt schließlich aus der Motivation, daß es der Therapeut besser weiß und er wird damit erniedrigt [im Sinne von unter dem Therapeuten stehen]. Und H. Zygowski formuliert es treffend: "So ist die Tätigkeit der PsychotherapeutInnen geradezu prädestiniert für sämtliche Formen von Omnipotenzgefühlen und Megalomanie, Macht-, Kontroll- und Manipulationsgelüsten oder schlichter Neugier sowie der Selbststilisierung als aufopfernde HelferInnen […]" [Zygowski, 1992, S.273]. "Die superbia therapeutica braucht sich gar nicht zur Omnipotenz, zum Alleskönnertum aufzublähen - es genügt schon das Besserwissen. Die Besserwisserei des Therapeuten ist Kommunikationsbarriere im Dialog zwischen Patient und Therapeut" [Petersen, 1980, S.15].

Hier sind nämlich zwei Funktionen in einem Aspekt verborgen; denn die superbia therapeutica als innere Haltung des Therapeuten darf nicht verwechselt werden mit dem Rollenangebot, das dem Therapeuten in der Übertragung vom Patienten gemacht wird. Der Therapeut kann dies ausnützen und hierin besteht auch die Gefahr. Wobei im allgemeinen dieses Risiko der Omnipotenzprojektion mit all ihren Folgen im Verlauf der Therapie in der Psychoanalyse größer ist als in der in diesem Abschnitt zu behandelnden Familientherapie, wo der Therapeut eher als Partner und aktiver Teil der Therapie gesehen wird; auch er ist 'Person' mit eigenen innerpersönlichen Prozessen und Konflikten und verändert sich im Verlauf der Intervention ebenso wie die Familie [vgl. Bosch, 1980, S.140].

Zusammenfassung der Kapitel

1. FamilienTherapie: Überblick über die diversen Ansätze der systemischen Familientherapie, ihre historischen Wurzeln und spezifische Interventionsmodelle wie die dynamische, erfahrungszentrierte, strukturelle und strategische Ausrichtung.

2. Ziele und Normen in der Psychoanalyse: Darstellung der klassischen und modernen psychoanalytischen Zielsetzungen, der Rolle des Therapeuten und der Patienten sowie die Bedeutung von Normen und Gesellschaftskritik im analytischen Prozess.

Schlüsselwörter

Familientherapie, Psychoanalyse, Therapeutische Ziele, Analytische Zielvorstellungen, Bezogene Individuation, Übertragungsneurose, Autopoiese, Struktur, Interventionsziele, Selbsttherapie, Abstinenz, Neutralität, Systemischer Ansatz, Superbia therapeutica, Beziehungsgestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und die praktischen Zielsetzungen in der Familientherapie und der Psychoanalyse, um zu verstehen, wie diese Ansätze psychische Veränderungen anstreben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das therapeutische Rollenverständnis, der Umgang mit pathologischen Prozessen, die Bedeutung von Werten und Normen sowie spezifische Interventionsstrategien wie Reframing oder Übertragungsanalyse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die teilweise stark differierenden therapeutischen Ansätze beider Richtungen gegenüberzustellen und aufzuzeigen, wie sie Ziele und Normen definieren, um Heilung oder Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die Konzepte prominenter Vertreter beider Strömungen (z. B. Stierlin, Minuchin, Freud) zusammenführt und vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Schulen der Familientherapie sowie die psychoanalytische Theorie, deren spezifische Behandlungsziele und die Rolle der Normen bei der Handlungsregulierung ausgeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben den Hauptdisziplinen Familientherapie und Psychoanalyse sind Begriffe wie "therapeutische Ziele", "Übertragungsneurose", "Bezogene Individuation" und "systemischer Ansatz" prägend für die Arbeit.

Wie unterscheidet sich das Rollenverständnis in der Psychoanalyse von der Familientherapie?

Während in der Psychoanalyse oft eine analytische Distanz und Abstinenz gewahrt wird, agiert der Familientherapeut häufig als aktiverer Partner und Teil des Systems, um direkt in die Kommunikationsstrukturen einzugreifen.

Welche Rolle spielt die "Übertragungsneurose" in der analytischen Behandlung?

Sie dient als Instrument, um verfestigte neurotische Strukturen in einen Interaktionsprozess mit dem Therapeuten zu überführen und dort kindliche Konfliktkonstellationen angstfrei aufzuarbeiten.

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Details

Title
Ziele und Normen in Familientherapie und Psychoanalyse
Subtitle
"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast."
College
University of Innsbruck  (Institut für Psychologie)
Course
VO: Probleme der Ethik in der Psychologie
Grade
1
Author
Mag. Arno Krause (Author)
Publication Year
1995
Pages
27
Catalog Number
V121683
ISBN (eBook)
9783640263776
ISBN (Book)
9783640263868
Language
German
Tags
Ziele Normen Familientherapie Psychoanalyse Probleme Ethik Psychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Arno Krause (Author), 1995, Ziele und Normen in Familientherapie und Psychoanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121683
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