Der ökologische Landbau ist keine Modeerscheinung. Bereits 1924 wurde die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise eingeführt. Aber auch andere Formen des ökologischen Anbaus, wie der organisch-biologische oder der „Natürliche Landbau“, haben eine lange Tradition.
Inhaltsverzeichnis
1 Was ist ökologischer Landbau?
2 Entwicklung des ökologischen Landbaus
2.1 Lebensreform und „Natürlicher Landbau“
2.2 Der biologisch-dynamische Landbau
2.3 Der organisch-biologische Landbau
2.4 Erste Ausdehnungsphase als Reaktion auf ökologische Probleme (1968 bis 1988)
2.5 Zweite Ausdehnungsphase (1988 bis 2000)
2.6 Dritte Ausdehnungsphase ab 2001 und aktuelle Statistik
3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die historische Genese und die strukturelle Entwicklung des ökologischen Landbaus in Deutschland von den Anfängen der Lebensreform-Bewegung bis zum Stand des Jahres 2006 aufzuzeigen und dabei agrarpolitische Einflussfaktoren zu beleuchten.
- Historische Wurzeln des ökologischen Landbaus (Lebensreform, biologisch-dynamische und organisch-biologische Ansätze)
- Die Phasen der Ausdehnung des ökologischen Landbaus in Deutschland
- Institutionalisierung und fachliche Professionalisierung des Sektors
- Aktuelle agrarpolitische Tendenzen und Zielsetzungen zur ökologischen Landbewirtschaftung
Auszug aus dem Buch
2.2 Der biologisch-dynamische Landbau
Neben dem „Natürlichen Landbau“ entstand in den 20er Jahren ein zweites ökologisches Anbausystem. Die biologisch-dynamische Agrarkultur wurde 1924 von Dr. Rudolf Steiner begründet. Er hielt acht Vorträge zum Thema "Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft". Diese Grundlagen gehen aus einer erweiterten Natur- und Menschenerkenntnis (der von Steiner begründeten Anthroposophie) hervor. Seine Forschungsergebnisse beruhen auf geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht allein auf denen der Naturwissenschaft.
Der landwirtschaftliche Betrieb wird dabei als eine lebendige Individualität, als eine Art Organismus angesehen, der auch nichtmateriellen Einwirkungen unterliegt, die es zu beachten gilt. Solche Einflüsse, verstanden als dynamische Wirkungen oder Kräfte, gehen zum Beispiel von den biologisch-dynamischen Präparaten aus oder werden durch sie verstärkt. Diese Präparate sind spezielle Zubereitungen, beispielsweise aus Heilkräutern und Quarz, die in kleinsten Mengen im Dünger, auf dem Boden oder im wachsenden Pflanzenbestand eingesetzt werden. Sie fördern das Bodenleben und unterstützen die innere Qualität der Pflanzen. Im Jahre 1927 kam dann der Name „DEMETER“ für die Kennzeichnung der biologisch-dynamischen Produkte hinzu, entnommen aus der alt-griechischen Mythologie. (Siebeneicher et al., 2002; Ökologie & Landbau Nr. 3/1999)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Was ist ökologischer Landbau?: Das Kapitel definiert den ökologischen Landbau als ganzheitliche Wirtschaftsweise im Einklang mit der Natur, die auf Kreislaufwirtschaft, Bodenfruchtbarkeit und artgerechte Tierhaltung setzt.
2 Entwicklung des ökologischen Landbaus: Hier wird der historische Werdegang von der Lebensreform-Bewegung bis zu den verschiedenen modernen Anbausystemen wie dem biologisch-dynamischen und organisch-biologischen Landbau sowie deren Ausdehnungsphasen beschrieben.
3 Ausblick: Dieser Abschnitt thematisiert die agrarpolitischen Zielsetzungen für das Jahr 2010 sowie die politische Kehrtwende nach dem Regierungswechsel 2005 und deren Auswirkungen auf die weitere Entwicklung.
Schlüsselwörter
Ökologischer Landbau, Deutschland, Nachhaltigkeit, Lebensreform, Biologisch-dynamisch, Organisch-biologisch, Agrarpolitik, Agrarwende, Nährstoffkreislauf, Bodenfruchtbarkeit, Verbände, EG-Öko-Verordnung, Bio-Siegel, Gentechnik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entstehung und der strukturellen Entwicklung des ökologischen Landbaus in Deutschland von seinen Wurzeln im frühen 20. Jahrhundert bis zum Stand der Jahre 2005/2006.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die verschiedenen ökologischen Anbausysteme, die Institutionalisierung des Sektors, die Rolle der Verbände sowie die agrarpolitische Bedeutung und Förderung des Ökolandbaus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Dokumentation der Entwicklung des ökologischen Landbaus und die kritische Auseinandersetzung mit dessen politischem und wirtschaftlichem Status quo zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit ist als Referat konzipiert und nutzt eine deskriptive sowie analytische Zusammenfassung vorhandener wissenschaftlicher Literatur, Fachberichte und statistischer Daten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Ursprünge, gliedert die Entwicklung in drei Ausdehnungsphasen und erörtert die statistische Entwicklung sowie die organisatorischen Veränderungen der Dachverbände.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Ökoverbände, Agrarwende und die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Deutschland charakterisiert.
Welche Rolle spielt die IFOAM für den ökologischen Landbau?
Die IFOAM (Internationale Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen) fungiert als wichtige Koordinierungsstelle und bietet fachliche Orientierung bei der Festlegung von Richtlinien.
Wie hat sich die politische Ausrichtung Ende 2005 verändert?
Durch den Regierungswechsel übernahm Horst Seehofer das Agrarministerium, was eine Abkehr von der unter Renate Künast eingeleiteten Förderung des Ökolandbaus zugunsten einer stärkeren Öffnung gegenüber der Gentechnik in der Landwirtschaft signalisierte.
Was bedeutet der Begriff "lebendige Individualität" im Kontext des biologisch-dynamischen Landbaus?
Dies beschreibt das Konzept, den landwirtschaftlichen Betrieb als ganzheitlichen Organismus zu betrachten, der neben materiellen auch nichtmateriellen, dynamischen Kräften unterliegt.
- Arbeit zitieren
- B.Sc. Ingo Schuch (Autor:in), 2006, Entwicklung des ökologischen Landbaus in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121728