Die Maginot Linie - ein kurzer Einblick


Hausarbeit, 2008

12 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bau und Struktur der Maginot-Linie
2.1. Bau der Maginot Linie
2.2. Struktur der Maginot Linie

3. Die Maginot-Linie im Krieg

4. Erfolg oder Misserfolg?

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

André Maginot wurde 1877 als ältester Sohn eines Notars in Paris geboren und machte seinen Abschluss in Rechts-und Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Verwaltungswissenschaften. Danach begann er seine politische Karriere als Provinzialrat von Revigny-sur-Ornain. Nach der Beendigung seines Militärdienstes wurde er zum Generalgouverneur von Algerien ernannt und trat 1913 als Unterstaatssekretär in die Dienste des Kriegsministeriums ein. Die ersten Monate seiner Amtszeit widmete sich Maginot der Verbesserung der französischen Ausrüstung und erarbeitete dafür ein sieben jähriges Programm. Im Ersten Weltkrieg zieht er freiwillig an die Front und wird dafür später zum Stabsunteroffizier ernannt. Nach einer Verletzung nach einem deutschen Beschuss und zahlreichen Operationen konnte er, schon 1914, nicht mehr an die Front zurückkehren. Die Ernennung zum Minister für Krieg und Kriegspension 1922 veranlasst ihn die französische Ostgrenze und deren Verteidigungssysteme zu kontrollieren und die ersten Pläne für den Bau von neuen Festungsanlagen zu organisieren. Am 3. November 1928 wurde Maginot zum Kriegsminister ernannt[1] und konzentrierte sich intensiv auf den Ausbau der Verteidigungslinie an der französischen Ostgrenze, welche nach ihm benannt wurde und somit den Titel der „Maginot-Linie“ bekam[2].

Innerhalb des Generalstabes gab es jedoch schon unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg verschiedene Ansichten, wie eine Verteidigungslinie zur Abwehr eines erneuten Einmarsches des deutschen Militärs aussehen könnte. Generalinspekteur Pétain sprach sich für eine durchgehende Linie in den Grenzgebieten aus, dagegen stand die Auffassung von Marschall Joffre der nur eine Beibehaltung der unterirdischen Festungsanlagen von Verdun, Toul und Epinal für sinnvoll hielt. Die Unruhen in Marokko und Syrien unterbrachen den Planungsprozess und er wurde erst wieder 1925 weitergeführt unter der Leitung von Kriegsminister Painlevé. Nach der Gründung einer Kommission[3], welche sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen sollte, legte diese 1929 einen endgültigen Bericht über das von ihnen ausgearbeitete Konzept vor. Das hier vorgestellte Konzept ähnelte sehr der Ansicht von Pétain, nämlich eine groß angelegte Verteidigungslinie, welche zusätzlich noch mit unterirdischen Gewölben verstärkt werden sollten[4]. An dieser Stelle trat André Maginot in Erscheinung. Als Kriegsminister beantrage er in der Nationalversammlung die Abstimmung über den Bau der Linie und deren Finanzierung mit über 3,3 Milliarden Francs. Nach der Zustimmung durch das Kabinett, wurde der Plan dem Senat vorgelegt, welcher dem Bau der Verteidigungslinie auch zustimmte[5].

In dieser Arbeit soll nun die Konstruktion der Maginot-Linie, sowie deren Struktur und Geschichte betrachtet werden. Dabei soll immer wieder der Blick auf die Bevölkerung gewahrt werden unter der Problematik: „Was für Schwierigkeiten ergaben sich für die französische Bevölkerung durch den Bau der Verteidigungslinie? Wie reagierten die Deutschen auf die Linie?“. Und schließlich soll auch die Effektivität der Maginot-Linie in Betracht auf den Zweiten Weltkrieg erörtert werden. Denn das scheint die bedeutendste Frage zu sein, wenn man von diesem kolossalen Bauwerk an der französischen Ostgrenze redet.

2. Bau und Struktur der Maginot-Linie

2.1. Bau der Maginot Linie

Der Bau der Maginot-Linie wurde mit Hilfe von vielen verschiedenen zivilen Baufirmen durchgeführt, welche ein Abkommen mit der französischen Regierung unterzeichnet hatten. Die ersten Bauarbeiten begannen 1930 und die Linie reichte vom Norden des Elsass, bis hin zur Schweizer Grenze. Dieses gigantische Bauvorhaben mit über 100 Kilometer Tunnelsystem, zwölf Millionen Kubikmeter Erdarbeiten, anderthalb Millionen Kubikmeter Beton, 150.000 Tonnen Stahl und 450 Kilometer Straßen und Eisenbahnschienen wurde 1935 größtenteils beendet, ausgenommen von ein paar kleinen Erweiterungen, welche 1934 zum Plan hinzugefügt wurden[6]. Diese Erweiterungen wurden dem Plan auf Grund der zunehmenden Bedrohung einer deutschen Invasion hinzugefügt und so verlängerte sich die Maginot-Linie bis hin zur Atlantikküste. Doch wurden manche Bunker gerade kurz vor der deutschen Westoffensive fertiggestellt, weil die Arbeiten unterbrochen werden mussten um die französische Armee zu modernisieren und zu mobilisieren[7].

Vorrang bei dem Bau hatten vor allem die Verteidigungsanlagen[8], welche sich in Metz und Lauter befanden. Während der Konstruktion der Linie gab es immer wieder Veränderungen des Bauplans und auch die Kosten wurden bei weitem überschritten, so dass man nach der Beendigung des Baus einen Endbetrag von über fünf Milliarden Francs zu begleichen hatte. Damit wurde das genehmigte Limit von 3,3 Milliarden Francs deutlich überschritten[9] und in Anbetracht des Krieges und der Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929, dürften die Kosten ein tiefes Loch in den französischen Staatshaushalt gerissen haben.

[...]


[1] Nachdem er in der Zwischenzeit die Ämter des Präsident des Verwaltungsrats des nationalen Amts für Kriegsgeschädigte und Minister für die Kolonien inne hatte.

[2] Hornung, A. (kein Datum): André Maginot. Internet: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/MaginotAndre/index.html(15.09.2008).

[3] Gemeint ist hier die "Commission d'Organisation des régions fortifiées" (Kommission zur Organisation der Festungsgebiete).

[4] Allcorn, William (2003): The Maginot Line. 1928-45. S.8. Oxford.

[5] Hornung, A. (kein Datum): Die Maginot-Linie. Internet: http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/aussenpolitik/maginot/index.html(15.09.2008).

[6] Allcorn, William (2003): The Maginot Line. 1928-45. S.9. Oxford.

[7] Hornung, A. (kein Datum): Die Maginot-Linie. Internet: http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/aussenpolitik/maginot/index.html(15.09.2008).

[8] Diese wurden „régions fortifiées“ genannt, was man mit „befestigte Regionen“ übersetzen kann.

[9] Allcorn, William (2003): The Maginot Line. 1928-45. S.9. Oxford.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Maginot Linie - ein kurzer Einblick
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Geographisches Insitut)
Veranstaltung
Deutschland Exkursion Saar-Lor-Lux
Autor
Jahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V121732
ISBN (eBook)
9783640258642
ISBN (Buch)
9783640260867
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
1. Weltkrieg, Tunnelsystem, Ouvrages, Frankreich
Arbeit zitieren
Robert Schneider (Autor), 2008, Die Maginot Linie - ein kurzer Einblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121732

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