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Freiheit und Sklaverei. (K)ein Widerspruch?

Eine Betrachtung von "Two Treaties of Government" von John Locke

Title: Freiheit und Sklaverei. (K)ein Widerspruch?

Term Paper (Advanced seminar) , 2022 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Moritz Fork (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Die Arbeit soll sich damit beschäftigen, inwieweit John Locke die Institution der Sklaverei in seinem Werk zu rechtfertigen versucht und welche Widersprüche sich darin bezüglich des von ihm vorausgesetzten Naturrechts, der Gleichheit und der zu dieser Zeit praktizierten Sklavenhaltergesellschaft auf dem amerikanischen Kontinent ergeben. Nicht zuletzt spielt in dieser Kontradiktion auch John Lockes persönliche Verstrickung in die Ökonomie des Sklavenhandels eine Rolle. Ein Fazit wird die Ergebnisse der Analyse der Rechtfertigungen und Widersprüchlichkeiten zusammenfassen.

Ein in der Literatur eher unbeachtetes Kapitel in Lockes „Zwei Abhandlungen über die Regierung“ ist das Kapitel der Sklaverei. Es ist auch deswegen unbeachtet, weil es in seinem Zusammenhang zum Gesamtwerk Widersprüchlichkeiten aufscheinen lässt, die nicht aus sich selbst heraus erklärt werden können. Schon allein die Gegenüberstellung von Freiheit und Sklaverei scheint an sich schon ein Widerspruch zu sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Freiheit und Sklaverei in den Zwei Abhandlungen über die Regierung

2.1 Freiheit und Gleichheit unter dem Naturrecht

2.2 Ablehnung der Sklaverei per Vertrag

2.3 Sklaverei durch einen gerechten Krieg

2.4 Eigentum

3 Afro-Amerikanische Sklaverei

3.1 Die Entstehung der Sklaverei auf dem amerikanischen Kontinent

3.2 Lockes eigene Verstrickung in den Sklavenhandel

4 Rechtfertigung der Sklaverei und deren Widersprüchlichkeit

4.1 Widerspruch innerhalb der Theorie des gerechten Krieges

4.2 Widerspruch zur tatsächlichen Situation auf dem amerikanischen und afrikanischen Kontinent

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen John Lockes liberaler Staatstheorie und seiner Auseinandersetzung mit der Institution der Sklaverei. Dabei wird analysiert, inwiefern Locke versuchte, die Sklaverei trotz seiner Postulate von Freiheit, Gleichheit und Naturrecht theoretisch zu rechtfertigen, und wie diese Konstruktionen im Kontext der historischen Realität des 17. Jahrhunderts sowie seiner persönlichen Verstrickungen in den Sklavenhandel zu bewerten sind.

  • Staatstheoretische Grundlagen von John Lockes "Two Treatises of Government"
  • Die theoretische Konstruktion der Sklaverei als Folge eines gerechten Krieges
  • Eigentumsbegriff und die Legitimation der kolonialen Landeinnahme
  • Historische Praxis der afro-amerikanischen Sklaverei im 17. Jahrhundert
  • Biographische und wirtschaftliche Verstrickungen Lockes in den Sklavenhandel

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Entstehung der Sklaverei auf dem amerikanischen Kontinent

Die Sklaverei und die Sklavenwirtschaft hatten auf dem amerikanischen Kontinent kein historisches Vorbild aus den Ländern Europas. Es gab in Europa zwar Gesellschaften mit Sklaven, allerdings nicht in der Form wie sie auf den großflächigen Plantagen der Neuen Welt verwirklicht wurden. Die Sklaverei dort begann erst mit der Eroberung Amerikas und Afrikas im 15. Jh. n. Chr. In Süd- und Mittelamerika wurden von den Kolonialisten erstmals einheimische Indianer zu Sklaven gemacht und hauptsächlich zu Arbeiten in den Bergwerken herangezogen. Die Urbevölkerung Amerikas erwies sich aber schnell als unbrauchbar, weil sie aufgrund der von den Kolonialisten eingeschleppten Krankheiten in großer Anzahl verstarben (vgl. Meissner et al, 2008, S. 29).

Deshalb begannen als erstes die spanischen und portugiesischen Kolonisten an der Westküste Afrikas Schwarzafrikaner gefangen zu nehmen oder sie gegen Güter einzutauschen. In Afrika gab es jedoch schon vorher Sklaverei. Allerdings besaßen diese Sklaven Menschenrechte, d.h. sie hatten eignen Besitz, eine Familie und gehörten zur Familie ihres jeweiligen Herren. Erst durch die europäischen Kolonialherren wurden die Schwarzafrikaner zu einer Ware gemacht, so dass viele afrikanische Könige ihre eignen Landsleute den Europäern als Sklaven verkauften. Das folgende Dreieckshandel zeigt die Verstrickung zwischen Ware, Sklaven und Arbeit:

Beim transatlantischen Sklaven- bzw. Dreieckshandel handelte es sich um den Transfer von Waren zwischen Westafrikas Küstenregionen, Amerika (Süd- und Nordamerika sowie der Karibik) und Europa. Aus Afrika wurden verschleppte oder gekaufte Sklaven mit Schiffen über den Atlantik nach Südamerika, in die Karibik und nach Nordamerika gebracht, um dort zu arbeiten, entweder in der Landwirtschaft oder in Bergwerken. Aus den Kolonien in der Neuen Welt wurden die Rohstoffe (Tabak, Kaffee, Zucker, Gold, Silber, Baumwolle usw.) anschließend nach Europa verschifft, um dort profitabel verkauft oder weiterverarbeitet zu werden. Vor allem England benötigte Baumwolle aus Übersee für seine Textilindustrie. Von Europa aus gingen anschließend Waren wie Schusswaffen, Gegenstände aus Metall, Alkohol und Stoffe nach Afrika, die dort gehandelt oder gegen Sklaven getauscht wurden. Ein Schiff auf dieser Dreiecksroute fuhr damit nie leer, sondern transportierte entweder Waren oder die zur Bereitstellung der Waren benötigten Sklaven (vgl. Jäger, 2010, S. 97).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von John Locke ein und stellt die Forschungsfrage nach den Widersprüchlichkeiten zwischen seinem Liberalismus und der Rechtfertigung von Sklaverei.

2 Freiheit und Sklaverei in den Zwei Abhandlungen über die Regierung: Dieses Kapitel erläutert Lockes Theorie der natürlichen Freiheit und Gleichheit sowie den Versuch, Sklaverei unter speziellen Bedingungen wie dem gerechten Krieg theoretisch zu begründen.

3 Afro-Amerikanische Sklaverei: Hier wird der historische Kontext der Sklaverei auf dem amerikanischen Kontinent sowie Lockes persönliche, ökonomische Beteiligung am Sklavenhandel dargestellt.

4 Rechtfertigung der Sklaverei und deren Widersprüchlichkeit: Das Kapitel legt die Diskrepanzen zwischen Lockes theoretischen Konstrukten und der gelebten Praxis der Sklaverei dar und analysiert deren Unvereinbarkeit.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Sklaverei bei Locke eher einen theoretischen Gegenpol zur Freiheit darstellt als eine Reflexion der historischen Realität.

Schlüsselwörter

John Locke, Liberalismus, Naturrecht, Freiheit, Sklaverei, Eigentum, Gerechter Krieg, Kolonialisierung, Sklavenhandel, Zwei Abhandlungen über die Regierung, Aufklärung, Plantagenwirtschaft, Menschenrechte, Widersprüchlichkeit, Dreieckshandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das theoretische Verhältnis von John Locke zum Thema Sklaverei und beleuchtet dabei, ob und wie er diese Institution trotz seines Einsatzes für individuelle Freiheit und Gleichheit rechtfertigen wollte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören Lockes Staatstheorie, das Naturrecht, der Eigentumsbegriff, die historische Praxis der Sklaverei in Amerika sowie die persönliche wirtschaftliche Involviertheit des Autors in den Sklavenhandel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Widersprüche in Lockes Argumentation aufzudecken, die entstehen, wenn er die Sklaverei in sein ansonsten liberales Theoriegebäude zu integrieren versucht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textkritischen Analyse der "Zwei Abhandlungen über die Regierung" von John Locke unter Hinzuziehung historischer und politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Lockes philosophische Grundlagen (Freiheit, Gleichheit, Eigentum) analysiert, dann die historische Entwicklung des Sklavenhandels nachgezeichnet und schließlich die theoretische Rechtfertigung der Sklaverei kritisch auf ihre Konsistenz und Realitätsnähe geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Liberalismus, Naturrecht, Sklaverei, gerechter Krieg, Eigentumsbegriff und die kritische Auseinandersetzung mit Lockes Werk charakterisiert.

Warum lässt sich die Sklaverei laut dieser Analyse nicht mit dem "gerechten Krieg" legitimieren?

Die Arbeit stellt fest, dass die historische Praxis der Sklavenverschleppung und die erbliche Natur der Sklaverei nicht mit den Kriterien für den "gerechten Krieg" bei Locke übereinstimmen, da es sich oft nicht um Verteidigungskriege, sondern um ökonomisch motivierte Aggression handelte.

Welche Rolle spielte Lockes eigene Karriere bei der Behandlung des Themas?

Locke war durch Ämter im Council of Trade und Investitionen in Handelsgesellschaften wie der "Royal African Company" direkt in die Ökonomie des Sklavenhandels eingebunden, was die Diskrepanz zwischen seiner Theorie und der historischen Realität verdeutlicht.

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Details

Title
Freiheit und Sklaverei. (K)ein Widerspruch?
Subtitle
Eine Betrachtung von "Two Treaties of Government" von John Locke
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,3
Author
Moritz Fork (Author)
Publication Year
2022
Pages
13
Catalog Number
V1217621
ISBN (PDF)
9783346647689
ISBN (Book)
9783346647696
Language
German
Tags
John Locke
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Fork (Author), 2022, Freiheit und Sklaverei. (K)ein Widerspruch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1217621
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