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Werktreue ist möglich! Nach den Ausführungen von Herta Schmid: "Das dramatische Werk und seine theatralische Konkretisation im Lichte der Literaturtheorie Roman Ingardens"

Titel: Werktreue ist möglich! Nach den Ausführungen von Herta Schmid: "Das dramatische Werk und seine theatralische Konkretisation im Lichte der Literaturtheorie Roman Ingardens"

Essay , 1998 , 10 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Magister Stefan Olschewski (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Gegensatz zu der von Erika Fischer-Lichte vertretenen Position, Werktreue könne aufgrund der theaterspezifischen Elemente nicht existieren, sagt Herta Schmid, daß gerade die Werktreue das eigentliche und auch erreichbare Ziel einer theatralischen Inszenierung sei.
In diesem Referat sollen ihre Ausführungen zu diesem Thema zusammengefaßt, geordnet und zur besseren Verständlichkeit teilweise mit Beispielen versehen werden, um herauszufinden, wie sie zu dem Schluß kommt, Werktreue existiere.
In ihrem Vortrag beruft sich Frau Schmid immer wieder auf den Literaturtheoretiker Roman Ingarden und begründet ihre Ansätze auf Ingardens Aussagen zum Wesen des „literarischen Kunstwerks“ , in diesem Fall also zunächst dem dramatischen Text, der ja in der späteren Inszenierung adäquat umgesetzt werden soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vom dramatischen Text zur Inszenierung

2.1 Was geschieht mit dem Nebentext?

2.2 Der schwierige Rhythmus

2.3 Die doppelte Entwerfung des Haupttextes

3. Schlußfolgerungen

4. Thesenpapier mit Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These von Herta Schmid, wonach Werktreue in einer theatralischen Inszenierung ein erreichbares Ziel darstellt. Auf Basis der literaturtheoretischen Ansätze von Roman Ingarden wird analysiert, wie der dramatische Text durch Unbestimmtheitsstellen und die Transformation sprachlicher Zeichen in eine Inszenierung überführt wird, ohne dabei die Bindung an die ursprüngliche Autorintention zu verlieren.

  • Interdependenz von dramatischem Text und theatralischer Inszenierung
  • Die Rolle von Unbestimmtheitsstellen bei der Objektivierung durch den Rezipienten
  • Strukturelle Analyse von Haupttext und Nebentext
  • Die Bedeutung der doppelten Zeitstruktur für den "schwierigen Rhythmus"
  • Transformation sprachlicher in theaterspezifische Zeichen

Auszug aus dem Buch

2.3 Die doppelte Entwerfung des Haupttextes

Als dritten Punkt für die zahlreichen Unbestimmtheiten im Drama führt Herta Schmid die „doppelte Entwerfung des Haupttextes durch Regieanweisung und Sprechakt der dramatis personae“ an. Dieses Argument besagt, daß sich die Regieanweisungen auf dieselben Dinge beziehen wie die direkten Reden im Haupttext (und umgekehrt).

Wie bereits in Fußnote 6 erwähnt, haben die direkten Reden im Haupttext die Aufgabe, die dramatische Welt, die in der Imagination des Autors existiert, zu entwerfen. Das Problem hierbei ist, daß die Aussagen der Figuren immer subjektiv durch ihre Personenanlage geprägt und in ihrem Wissen und Bewußtsein gegenüber dem Autor eingeschränkt sind, und der Autor somit sich selbst mit seiner Idee von der dramatischen Welt nicht direkt einbringen kann. In einfachen Worten formuliert, wird vom Leser verlangt, „zwischen den Zeilen“ zu lesen, um den vom Autor intendierten Gegenstand herauszulesen. Durch die Unbestimmtheiten aufgrund der „Zwischenschaltung“ der dramatis personae, ist eine korrekte Interpretation seitens des Lesers nicht leicht. Herta Schmid bezeichnet diesen Sachverhalt als „die Ambivalenz der Synthese der dramatischen Welt bei der Objektivierung durch den Rezipienten“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Möglichkeit von Werktreue im Theater auf und führt in die theoretischen Grundlagen von Roman Ingarden ein.

2. Vom dramatischen Text zur Inszenierung: Dieses Kapitel analysiert die Umwandlung des dramatischen Textes in eine Inszenierung und beleuchtet die Herausforderungen durch Unbestimmtheiten sowie die zeitliche Struktur des Dramas.

2.1 Was geschieht mit dem Nebentext?: Hier wird untersucht, wie Regieanweisungen als Unbestimmtheitsstellen fungieren und welche Freiheit sie dem Regisseur und Zuschauer bei der Objektivierung lassen.

2.2 Der schwierige Rhythmus: Das Kapitel behandelt die Problematik der doppelten Zeitstruktur im Drama, die simultane Ereignisse durch sukzessive Texteinheiten darstellt.

2.3 Die doppelte Entwerfung des Haupttextes: Dieser Abschnitt thematisiert die Herausforderung, dass sowohl Regieanweisungen als auch Figurenreden die dramatische Welt entwerfen und somit eine interpretatorische Ambivalenz erzeugen.

3. Schlußfolgerungen: Hier werden die Ergebnisse zusammengeführt und die semiotische Transformation der Zeichen als Grundlage für eine werktreue Inszenierung bestätigt.

4. Thesenpapier mit Bibliographie: Dieses Kapitel fasst die zentralen Argumente übersichtlich zusammen und führt die verwendete Literatur auf.

Schlüsselwörter

Werktreue, Herta Schmid, Roman Ingarden, Dramentheorie, Inszenierung, Unbestimmtheitsstellen, Objektivierung, dramatische Welt, Haupttext, Nebentext, Semiotik, Aufführungspraxis, Autorenabsicht, Szenisches Bild, Theaterwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische Begründung von Herta Schmid für die Möglichkeit einer werktreuen Theaterinszenierung auf Basis von Roman Ingardens Literaturtheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Transformation von dramatischen Texten in szenische Bilder, die Analyse von Unbestimmtheitsstellen und die Hierarchisierung von Wahrnehmungsquellen in der Inszenierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, dass Theater und Drama als zwei Ausdrucksformen ein und desselben Kunstwerks betrachtet werden können, wodurch Werktreue realisierbar wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen semiotischen Ansatz und bezieht sich primär auf die literaturtheoretischen Konzepte von Roman Ingarden über das literarische Kunstwerk.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Umwandlung von Nebentexten, den sogenannten „schwierigen Rhythmus“ und die „doppelte Entwerfung“ des Haupttextes durch Autor und Figuren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Werktreue, Inszenierung, Unbestimmtheitsstellen, Objektivierung und dramatische Welt.

Was versteht die Autorin unter einer „doppelten Entwerfung“?

Es beschreibt den Umstand, dass sowohl die Regieanweisungen als auch die direkte Rede der Figuren die dramatische Welt konstituieren, was bei der Umsetzung durch Regisseur und Schauspieler zu Ambivalenzen führen kann.

Warum ist das szenische Bild für das Zuschauerverständnis komplex?

Obwohl das szenische Bild eine Konkretisierung der vagen Regieanweisungen vornimmt, führt es gleichzeitig neue Unbestimmtheiten durch Licht, Ton und Bühnenbild ein, die den Prozess der Rezeption erschweren.

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Details

Titel
Werktreue ist möglich! Nach den Ausführungen von Herta Schmid: "Das dramatische Werk und seine theatralische Konkretisation im Lichte der Literaturtheorie Roman Ingardens"
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,0
Autor
Magister Stefan Olschewski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
10
Katalognummer
V1217657
ISBN (PDF)
9783346646873
Sprache
Deutsch
Schlagworte
werktreue nach ausführungen herta schmid werk konkretisation lichte literaturtheorie roman ingardens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magister Stefan Olschewski (Autor:in), 1998, Werktreue ist möglich! Nach den Ausführungen von Herta Schmid: "Das dramatische Werk und seine theatralische Konkretisation im Lichte der Literaturtheorie Roman Ingardens", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1217657
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Leseprobe aus  10  Seiten
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