Werktreue ist möglich! Nach den Ausführungen von Herta Schmid: "Das dramatische Werk und seine theatralische Konkretisation im Lichte der Literaturtheorie Roman Ingardens"


Essay, 1998

10 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Vom dramatischen Text zur Inszenierung
2.1 Was geschieht mit dem Nebentext?
2.2 Der schwierige Rhythmus
2.3 Die doppelte Entwerfung des Haupttextes

3. Schlußfolgerungen

4. Thesenpapier mit Bibliographie

1. Einleitung

Im Gegensatz zu der von Erika Fischer-Lichte vertretenen Position, Werktreue könne aufgrund der theaterspezifischen Elemente nicht existieren, sagt Herta Schmid, daß gerade die Werktreue das eigentliche und auch erreichbare Ziel einer theatralischen Inszenierung sei.

In diesem Referat sollen ihre Ausführungen zu diesem Thema1 zusammengefaßt, geordnet und zur besseren Verständlichkeit teilweise mit Beispielen versehen werden, um herauszufinden, wie sie zu dem Schluß kommt, Werktreue existiere.

In ihrem Vortrag beruft sich Frau Schmid immer wieder auf den Literaturtheoretiker Roman Ingarden und begründet ihre Ansätze auf Ingardens Aussagen zum Wesen des „literarischen Kunstwerks“2, in diesem Fall also zunächst dem dramatischen Text, der ja in der späteren Inszenierung adäquat umgesetzt werden soll.

Ingarden betrachtet das Theater als einen Grenzfall der Literatur, sofern die es konstituierenden Sinneinheiten und dargestellten Gegenständlichkeiten denen des dramatischen Textes entsprechen. Das heißt, der dramatische Text und die Inszenierung sind zwei verschiedene Ausdrucksformen ein und desselben Kunstwerks, lediglich die sinntragenden Mittel sind anders, da ja das Drama ausschließlich sprachliche Zeichen enthält, die Inszenieruing hingegen diese Zeichen in akustischen Wortzeichen realisiert (durch das Sprechen der Schauspieler), aber auch transformiert in die anderen theaterspezifischen Zeichen wie die nicht-verbalen akustischen und visuellen Zeichen (Szenenbild und Klänge).

Ingarden (und mit ihm Herta Schmid) vertritt die Ansicht, daß Theater und Drama zwei eigenständige Künste darstellen, aber dennoch eng miteinander verbunden sind, da das Theater nicht frei in der Wahl seiner spezifischen Ausdrucksmittel ist. Es bildet lediglich die Schichten3 des dramatischen Textes nach.4

Dieses ist die Kernaussage, die Herta Schmid versucht, zu belegen.

[...]


1 Schmid, Herta: „Das dramatische Werk und seine theatralische Konkretisation im Lichte der Literaturtheorie Roman Ingardens“ in Fischer-Lichte, Erika (Hrsg.): Das Drama und seine Inszenierung, Tübingen 1985.

2 Ingarden, Roman: Das literarische Kunstwerk, Tübingen 1965.

3 Laut Ingarden konstituiert sich das literarische Werk aus vier Grundschichten, 1. der Schicht der Wortlaute und höheren Lautgebilde (z.B. Rhythmus), 2. den Sinneinheiten und höheren Sinnfügungen, 3. den dargestellten Gegenständlichkeiten und 4. der Schicht der schematisierten Ansichten (Ingarden 1965).

4 Dazu müßte der Dramenautor allerdings bereits in seinem Drama gleichzeitig eine literarische und eine theatralische Konzeption vornehmen. Der Autor nimmt also direkt Einfluß auf die Möglichkeiten der Inszenierung. Was dies bedeutet, wird später noch eindeutig werden.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Werktreue ist möglich! Nach den Ausführungen von Herta Schmid: "Das dramatische Werk und seine theatralische Konkretisation im Lichte der Literaturtheorie Roman Ingardens"
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,0
Autor
Jahr
1998
Seiten
10
Katalognummer
V1217657
Sprache
Deutsch
Schlagworte
werktreue, nach, ausführungen, herta, schmid, werk, konkretisation, lichte, literaturtheorie, roman, ingardens
Arbeit zitieren
Magister Stefan Olschewski (Autor:in), 1998, Werktreue ist möglich! Nach den Ausführungen von Herta Schmid: "Das dramatische Werk und seine theatralische Konkretisation im Lichte der Literaturtheorie Roman Ingardens", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1217657

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