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Gesellschaftskritische Tendenzen im dramatischen Werk García Lorcas am Beispiel von "Bluthochzeit", "Yerma" und "Bernarda Albas Haus"

Title: Gesellschaftskritische Tendenzen im dramatischen Werk García Lorcas am Beispiel von "Bluthochzeit", "Yerma" und "Bernarda Albas Haus"

Thesis (M.A.) , 2007 , 125 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Magistra Angewandte Kulturwissenschaften Steffi Bojahr (Author)

Theater Studies, Dance
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Tendenzen der Gesellschaftskritik innerhalb des dramatischen Schaffens des spanischen Theatermachers Federico García Lorcas auseinander.
Exemplarisch wurden dazu die drei Werke Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus ausgewählt.
Da sich Lorca in diesen Werken mit Problemen befasst, deren Ursprung immer innerhalb gesellschaftlicher Normierungen und Moralvorstellungen wurzelt und die drei Stücke zusammen die Trilogie der spanischen Erde formen, sollen sie auch in dieser Arbeit in Bezug
zueinander gesetzt und zusammen behandelt werden.
Nach der Darlegung des internationalen Forschungsstandes werden in den Abschnitten drei und vier sowohl die biografischen als auch die historischen Aspekte behandelt, die zu der sozialkritischen Einstellung des Autors beitrugen.
Zu behandelnde Fragen sind dabei: Mit welchen Einflüssen wurde der Autor bereits in seiner Kindheit und Jugend konfrontiert, die ein Interesse für gesellschaftliche Missstände hervorriefen? Inwieweit kann die Homosexualität García Lorcas als Motivation für die
Schaffung eines gesellschaftskritischen Theaters betrachtet werden? Welchen Einfluss haben das Heimatland und dessen politische Entwicklung auf Lorca und seine künstlerische Produktion, auch wenn dieser nicht explizit als politischer Theatermacher betrachtet werden
kann?
Zudem wird im fünften Abschnitt der Arbeit Lorcas Bedeutung für das spanische Theater erörtert und der Autor innerhalb der europäischen Theaterlandschaft verordnet, da er zu den wichtigsten Dramatikern des spanischen Theaters zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts
zählt.
Zu thematisierende Fragestellungen sind dabei: Welche Entwicklung war im spanischen Theater zur Zeit Lorcas erkennbar? Wie kann das dramatische Schaffen García Lorcas darin eingeordnet werden? Wie lässt sich der Dramatiker im europäischen Theater positionieren?
Wodurch ist sein Theater im Speziellen gekennzeichnet? Hierbei soll auch erörtert werden, wie die vom Autor angestrebte Erneuerung des Theaters umgesetzt wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. García Lorca in der internationalen Wissenschaft

3. Der biographische Hintergrund

3.1 Zum Leben des Autors

3.2 Lorca und die Kultur der Homosexualität

4. Das historische Geschehen

4.1 Spanien zur Zeit Lorcas: Der spanische Bürgerkrieg, die Zweite Republik, Franco

4.2 Die patriarchalische Gesellschaftsordnung und das bäuerliche Leben

5. Das Theater in Spanien und bei Lorca

5.1 Das spanische Theater zu Lorcas Zeit

5.2 Das Werk des Autors in der europäischen Theaterlandschaft zu Beginn des 20. Jh.

5.3 Elemente des Traditionellen in García Lorcas Theater

5.4 Klassifizierung des Lorcaschen Theaters

5.5 Zwischenresümee

6. Werkanalyse von Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus

6.1 García Lorcas Begriff der Gesellschaftskritik

6.2 Bluthochzeit, Yerma, Bernarda Albas Haus – Allgemeine Merkmale

6.3 Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte und zu den ersten Inszenierungen

6.3.1 Bluthochzeit

6.3.2 Yerma

6.3.3 Bernarda Albas Haus

6.4 Rückbezüge zur antiken Tragödie sowie zum Theater des Goldenen Zeitalters in Lorcas Trilogie

6.5 Inhalt

6.5.1 Bluthochzeit

6.5.2 Yerma

6.5.3 Bernarda Albas Haus

6.6 Werkaufbau

6.6.1 Bluthochzeit

6.6.2 Yerma

6.6.3 Bernarda Albas Haus

6.7 Die verwendete Sprache und die lyrischen Elemente

6.7.1 Bluthochzeit

6.7.2 Yerma

6.7.3 Bernarda Albas Haus

6.8 Die Figuren und ihre Bedeutung

6.8.1 Bluthochzeit

6.8.2 Yerma

6.8.3 Bernarda Albas Haus

6.9 Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus – García Lorcas Kritik an gesellschaftlichen Konstrukten

6.9.1 Bluthochzeit

6.9.2 Yerma

6.9.3 Bernarda Albas Haus

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die gesellschaftskritischen Tendenzen im dramatischen Schaffen von Federico García Lorca, indem sie die drei Werke Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus analysiert. Das Hauptziel ist der Nachweis, dass Lorca durch die Thematisierung der Unterdrückung von Frauen, Menschen in prekären Lebenslagen oder abweichender sexueller Identität eine scharfe Kritik an den sozialen Missständen und den erstarrten Moralvorstellungen des Spaniens seiner Zeit übte, wobei er sein Theater als Instrument der sozialen Aktion einsetzte.

  • Die sozio-historischen Hintergründe des spanischen Patriarchats und die Rolle des Katholizismus.
  • Die biographische Bedeutung von Lorcas Homosexualität für sein Verständnis sozialer Randgruppen.
  • Die Verbindung von dramatischen und lyrischen Elementen als Ausdruck eines poetischen, gesellschaftskritischen Theaters.
  • Die Analyse des bäuerlichen Milieus als Schauplatz für die Demonstration von Machtstrukturen und Geschlechterrollen.
  • Der Versuch, durch das Wandertheater "La baracca" Hochkultur zu demokratisieren und zur Aufklärung beizutragen.

Auszug aus dem Buch

6.9.1 Bluthochzeit

Der Titel des Stückes Bluthochzeit verweist auf den von Lorcas thematisierten Topos einer tragisch endenden arrangierten Hochzeit, deren Zweck es ist, die Ländereien der Familie der Braut und der des Bräutigams zusammenzulegen (Vater: „Das Meine gehört ihr und das Deine ihm. Darum. Um alles zusammen zu sehen; denn alles zusammen ist eine Pracht.“ Bräutigam: „Und machte weniger Arbeit.“531). Gegenseitige Zuneigung steht im Vergleich zu materiellen Interessen und dem Fortbestehen der Familie im Hintergrund. Diesen Bestrebungen haben sich alle Familienmitglieder unterzuordnen.

Lorcas Kritik an der Praxis der Zweckehen wird deutlich in der Art und Weise, wie die Mutter und der Vater über den sexuellen Akt sprechen. Hierbei wird der Eindruck erweckt, als sollten Zuchttiere miteinander gepaart werden (Mutter: „Mein Sohn wird sie gut decken.“532). Sexualität ist dabei zielgerichtet auf das möglichst schnelle Zeugen von Nachkommen, da diese zur Bewirtschaftung des Landes nötig sind (Vater: „Ich wünschte, das wäre Angelegenheit eines Tages und sie hätten sofort zwei oder drei Männer.“533). Der erotische Akt des sinnlichen Genusses wegen wird ausgeblendet. Ebenso wird die Braut wie eine Ware gehandelt, deren vom Vater angepriesenen Vorzüge denen einer Bediensteten gleichen (Vater: „...Sie backt das Brot um drei Uhr [...]. Sie schwatzt nie; sie ist sanft und weich wie Wolle, stickt alle Arten von Stickerei und kann einen Hanfstrick mit den Zähnen durchbeißen.“534).

Das Einverständnis zur Hochzeit mit dem Bräutigam wurde von der Braut, die nun bei der Besiegelung der Vermählung nicht dabei ist und demzufolge kein Mitsprachrecht mehr genießt, aus persönlichem Stolz und der Pflichterfüllung gegenüber ihrer Familie gegeben, da der Vater eine Zusammenschließung der Ländereien und Vermehrung des Besitzes wünscht (Vater: „...Ich bedauere nur, dass die Äcker[...] getrennt sind. Ich liebe alles zusammen. Einen Stachel habe ich im Herzen, und das ist das Gärtchen da, zwischen meinen Feldern, das sie mir um alles Gold in der Welt nicht verkaufen wollen.“535). Somit wird die Hochzeit zum Kauf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung nach den gesellschaftskritischen Tendenzen in Lorcas dramatischem Werk und erläutert die Auswahl der Stücke Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus als Trilogie der spanischen Erde.

2. García Lorca in der internationalen Wissenschaft: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über den Forschungsstand und beleuchtet die verschiedenen Interpretationsansätze, die sich von biografischen über mythologische bis hin zu sozio-kritischen Analysen erstrecken.

3. Der biographische Hintergrund: Die biografischen Aspekte, insbesondere Lorcas liberales Elternhaus, seine Homosexualität und sein Gerechtigkeitssinn, werden als fundamentale Einflüsse auf seine sozialkritische Perspektive dargestellt.

4. Das historische Geschehen: Hier wird die politische und soziale Lage Spaniens zur Zeit Lorcas, einschließlich der Dominanz des Katholizismus, der patriarchalischen Struktur und der wirtschaftlichen Not, analysiert.

5. Das Theater in Spanien und bei Lorca: Dieses Kapitel untersucht Lorcas Bedeutung als Theatermacher, sein Engagement im Wandertheater "La baracca" und die Einordnung seines Werkes in die europäische Theaterlandschaft.

6. Werkanalyse von Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus: In diesem zentralen Analyseteil werden die dramaturgischen Mittel, die Symbolik und die spezifische Gesellschaftskritik in den drei Stücken im Detail herausgearbeitet.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Hypothese, dass Lorcas Dramen eine tiefgehende Auseinandersetzung mit real existierenden sozialen Missständen darstellen, die über ihre historische Entstehungszeit hinaus Gültigkeit besitzen.

Schlüsselwörter

Federico García Lorca, Bluthochzeit, Yerma, Bernarda Albas Haus, Gesellschaftskritik, Patriarchat, Katholizismus, Homosexualität, soziale Kontrolle, Spanien, Dramentheorie, Unterdrückung, Geschlechterrollen, Tragödie, bäuerliche Lebenswelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht das dramatische Schaffen von Federico García Lorca unter dem Aspekt der Gesellschaftskritik, insbesondere anhand der "Trilogie der spanischen Erde".

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Patriarchat, die Rolle des Katholizismus in Spanien, die Unterdrückung der Frau, die Bedeutung der persönlichen Homosexualität des Autors für sein Werk sowie die soziale Kontrolle in dörflichen Gemeinschaften.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es nachzuweisen, dass Lorcas Dramen keine bloßen fantastischen oder rein ästhetischen Konstrukte sind, sondern eine intensive Auseinandersetzung mit real herrschenden Missständen im zeitgenössischen Spanien widerspiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine werkanalytische Methode, eingebettet in einen literatur- und theaterwissenschaftlichen Kontext, ergänzt durch die historische und biografische Einordnung der Werke.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung biografischer und historischer Kontexte, die Einordnung in die zeitgenössische Theaterlandschaft und eine detaillierte Werkanalyse der drei genannten Dramen hinsichtlich Sprache, Figuren, Aufbau und Kritik an gesellschaftlichen Konstrukten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Sozialkritik, Patriarchat, Geschlechterrollen, traditionelle Wertvorstellungen und die "Trilogie der spanischen Erde" sind die definierenden Begriffe.

Welche Rolle spielt die Homosexualität Lorcas für die Analyse?

Die Arbeit sieht in der persönlichen Erfahrung Lorcas als gesellschaftlich stigmatisierte Person einen wesentlichen Antrieb für sein Verständnis und seine Solidarität mit anderen unterdrückten Personengruppen wie Frauen oder Armen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Frau in den Dramen?

Die Frau wird in den untersuchten Dramen als eine durch gesellschaftliche Konventionen, Religion und das "Haus" isolierte und unterdrückte Figur analysiert, deren Bedürfnisse der Aufrechterhaltung patriarchaler Machtstrukturen geopfert werden.

Warum wird Bernarda Albas Haus als "Meisterwerk" hervorgehoben?

Es wird als dramatisch vollkommenstes Bühnenwerk Lorcas betrachtet, da es in seiner konsequenten, fast naturalistischen Umsetzung und der Reduktion lyrischer Elemente die erdrückende soziale Realität besonders unmittelbar greifbar macht.

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Details

Title
Gesellschaftskritische Tendenzen im dramatischen Werk García Lorcas am Beispiel von "Bluthochzeit", "Yerma" und "Bernarda Albas Haus"
College
University of Lüneburg
Grade
2,0
Author
Magistra Angewandte Kulturwissenschaften Steffi Bojahr (Author)
Publication Year
2007
Pages
125
Catalog Number
V121781
ISBN (eBook)
9783640788507
ISBN (Book)
9783640788651
Language
German
Tags
Gesellschaftskritische Tendenzen Werk García Lorcas Beispiel Bluthochzeit Yerma Bernarda Albas Haus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Angewandte Kulturwissenschaften Steffi Bojahr (Author), 2007, Gesellschaftskritische Tendenzen im dramatischen Werk García Lorcas am Beispiel von "Bluthochzeit", "Yerma" und "Bernarda Albas Haus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121781
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