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Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Studien. Welche Ursachen und Folgen hat die Replikationskrise?

Titel: Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Studien. Welche Ursachen und Folgen hat die Replikationskrise?

Bachelorarbeit , 2022 , 43 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Deniz Firat (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit hat zweierlei Ziele: Zum einen soll die Frage beantwortet werden, welche Ursachen für die Replikationskrise verantwortlich sind. Zum anderen sollen ihre Folgen inklusive bisheriger und möglicher Lösungsversuche dargestellt werden.

Zunächst werde ich den Begriff der Replikation erörtern und seine möglichen Implikationen explizieren, da diese für das Verständnis der Replikationskrise von großer Bedeutung sind. Um einerseits das Ausmaß der Krise besser einzuschätzen und andererseits das Vorhandensein einer Replikationskrise nachzuweisen, stelle ich im Anschluss empirische Evidenz für diese dar. Danach werde ich mögliche Ursachen diskutieren und die aus der Replikationskrise entstandenen Folgen skizzieren. Anschließend präsentiere ich noch Lösungsvorschläge und schließe die Arbeit letztlich mit einem Fazit ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist eine Replikation?

2.1 Begriffsdefinition

2.2 Interpretation

3 Was ist die Replikationskrise?

3.1 Vorbemerkungen

3.2 Evidenz für die Krise

4 Ursachen der Replikationskrise

4.1 Publikationsbias

4.2 Fragwürdige Forschungspraktiken

4.3 Statistische Schlussfolgerungen

4.4 Strukturelle Gründe

5 Folgen der Replikationskrise

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Folgen der sogenannten Replikationskrise, um zu analysieren, wie wissenschaftliche Studien an Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit gewinnen können. Dabei steht die kritische Hinterfragung aktueller Forschungspraktiken und statistischer Methoden im Vordergrund, um Lösungsansätze zur Stärkung der wissenschaftlichen Validität zu identifizieren.

  • Grundlagen und Definitionen des Replikationsbegriffs
  • Empirische Evidenz und Ausmaß der Replikationskrise in verschiedenen Disziplinen
  • Analyse systematischer Ursachen wie Publikationsbias und fragwürdige Forschungspraktiken
  • Einfluss statistischer Schlussfolgerungen und struktureller Anreizsysteme
  • Diskussion von Lösungsstrategien zur Verbesserung der wissenschaftlichen Reproduzierbarkeit

Auszug aus dem Buch

2.1 Begriffsdefinition

Der Begriff der Replikation wird kontrovers diskutiert sowie unterschiedlich benutzt (vgl. Romero 2019:3). Nichtsdestotrotz lassen sich in der Regel zumindest zwei verschiedene Definitionen mit Bezug zu wissenschaftlichen Studien unterscheiden. Zum einen kann man eine Replikation eine Studie im prinzipiellen Sinne verstehen, d.h. es ist möglich, die Studie erneut durchzuführen (vgl. Fidler & Wilcox 2021). Für diese Definition spielt das Ergebnis der replizierten Studie keine Rolle.

Obwohl diese Deutung der Replikation keine hohen Ansprüche stellt, kann es trotzdem vorkommen, dass eine Studie selbst im prinzipiellen Sinne nicht replizierbar ist. Dafür können unter anderem nicht ausreichend vorhandene finanzielle Mittel, ethische Bedenken oder technische Gründe als mögliche Ursachen angeführt werden (vgl. Deutsche Forschungsgemeinschaft 2017:2). So könnte sich beispielsweise das Arzneimittelgesetz, welches die Zulassung, Kennzeichnung sowie das Verbot von Arzneimitteln regelt, in der Zwischenzeit geändert haben und einen Replikationsversuch verhindern (vgl. § 40 aF - § 42c AMG).

Ein weiteres Beispiel ist die Tuskegee-Syphilis-Studie. Diese wurde zwischen 1932 und 1972 durchgeführt und hatte das Ziel, den natürlichen Verlauf der unbehandelten Syphilis, einer tödlich verlaufenden Geschlechtserkrankung, zu beobachten und mit einer ähnlichen jedoch nicht erkrankten Population zu vergleichen (vgl. MacDonald 1974:1). Insgesamt wurden 600 schwarze Männer untersucht, wovon 400 in einer Gruppe mit unbehandelter Syphilis und 200 in einer Kontrollgruppe ohne Syphilis unterteilt wurden (vgl. Nelson-Marten & Rich 1999:86). Folgende Punkte sind als höchst problematisch zu betrachten: Die Teilnehmenden der Studie wurden teilweise nicht informiert oder bewusst falsch informiert, d.h. es fand keine informierte Einwilligung statt. Außerdem wurden die Teilnehmenden über das zwischenzeitlich verfügbare und wirksame Antibiotikum Penizillin nicht informiert (vgl. Centers for Disease Control and Prevention 2021; vgl. MacDonald 1974:1).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der gescheiterten Replikationsversuche ein und definiert die Forschungsziele sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

2 Was ist eine Replikation?: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Klärung und Differenzierung von Replikationsarten sowie deren Interpretation im wissenschaftlichen Kontext.

3 Was ist die Replikationskrise?: Hier werden der Begriff der Replikationskrise sowie die empirische Evidenz für deren Existenz anhand verschiedener Disziplinen analysiert.

4 Ursachen der Replikationskrise: Dieses Hauptkapitel beleuchtet systematische Faktoren wie Publikationsbias, fragwürdige Forschungspraktiken, statistische Fehlinterpretationen und strukturelle Anreizsysteme.

5 Folgen der Replikationskrise: Der Abschnitt diskutiert die negativen Konsequenzen für die Wissenschaft sowie die Gesellschaft und stellt aktuelle Lösungsansätze vor.

6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Mechanismen der wissenschaftlichen Selbstkorrektur kritisch.

Schlüsselwörter

Replikationskrise, Reproduzierbarkeit, Publikationsbias, p-hacking, HARKing, statistische Signifikanz, Forschungsethik, Wissenschaftstheorie, Teststärke, Präregistrierung, wissenschaftliche Validität, Inferenzstatistik, empirische Forschung, Wissenschaftssystem, Alpha-Fehler

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit dem Phänomen der Replikationskrise auseinander, bei der wissenschaftliche Ergebnisse häufig nicht mehr reproduziert werden können, was die Glaubwürdigkeit empirischer Forschung infrage stellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Replikation, die empirische Evidenz für die Krise, die Analyse von Ursachen wie Fehlinterpretationen statistischer Daten sowie die Untersuchung von Anreizstrukturen im Wissenschaftsbetrieb.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die mangelnde Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Studien zu identifizieren und die daraus resultierenden Folgen sowie mögliche Reformansätze aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine wissenschaftstheoretische und analytische Untersuchung, die sich auf Literaturrecherchen, die Auswertung von Replikationsstudien und die Diskussion statistischer Testkonzepte stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben der empirischen Belegung der Krise vor allem die vier zentralen Ursachenkomplexe – Publikationsbias, fragwürdige Forschungspraktiken, statistische Schlussfolgerungen und strukturelle Fehlanreize – detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Replikationskrise, Reproduzierbarkeit, Publikationsbias, p-hacking, statistische Signifikanz und Anreizstrukturen.

Wie unterscheidet sich eine konzeptionelle von einer exakten Replikation?

Bei einer exakten Replikation wird mit exakt gleichem Material und identischen Bedingungen gearbeitet, während bei einer konzeptionellen Replikation bewusst Parameter verändert werden, um die Allgemeingültigkeit der Hypothese zu testen.

Was versteht man in diesem Kontext unter "Publikationsbias"?

Der Publikationsbias beschreibt das Phänomen, dass Studien mit statistisch signifikanten, positiven Ergebnissen mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit publiziert werden als Studien mit negativen oder insignifikanten Ergebnissen.

Welche Rolle spielen "Präregistrierungen" bei der Krisenbewältigung?

Präregistrierungen dienen dazu, Forschungshypothesen und Analysepläne vor Beginn der Studie festzulegen, wodurch die Manipulation von Ergebnissen (z. B. durch p-hacking) erschwert und die Transparenz erhöht wird.

Warum wird die statistische Signifikanz im Kontext der Krise hinterfragt?

Die Arbeit zeigt auf, dass der p-Wert oft falsch interpretiert wird und die starre Fixierung auf Signifikanzniveaus in Kombination mit schlechten Anreizstrukturen zur Produktion von "falsch-positiven" Ergebnissen führt.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Studien. Welche Ursachen und Folgen hat die Replikationskrise?
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,1
Autor
Deniz Firat (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
43
Katalognummer
V1217938
ISBN (PDF)
9783346646194
ISBN (Buch)
9783346646200
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reproduzierbarkeit studien ursachen folgen replikationskrise wissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Deniz Firat (Autor:in), 2022, Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Studien. Welche Ursachen und Folgen hat die Replikationskrise?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1217938
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Leseprobe aus  43  Seiten
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