Der Wandel zur Global City

Sydney, London, Hongkong, Shanghai, New York, Tokyo


Hausarbeit, 2006
21 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Global Citys
2.1 Was macht eine Global City aus
2.1.1. efinition
2.1.2. Begriffsschwierigkeiten
2.2 Das Entstehen von Global Citys
2.2.1 Entwicklung zur Global City
2.2.2 obale Netzwerke
2.3 Soziale Probleme in den Global Citys

3. Der Wandel zur Global City
3.1 Sydney – Australiens Vorzeigestadt
3.2 London – Global City mit langer Tradition
3.3 Hongkong – Unabhängigkeit in China
3.4 Shanghai – Die Zukunft Chinas?
3.5 New York – Stadt der Gegensätze
3.6 Tokyo – Die Supermetropole Japans

4. Schluss

Literatur

Internetquellen

Tabellen

Abbildungen

Erklärung

1. Einleitung

Das Proseminar in Humangeographie im Sommersemester 2006, das den Rahmen für diese Hausarbeit bildet, hat als Thema Stadtgeographie. Stadtgeographie ist in unserer Welt, in der mittlerweile mehr Menschen in urbanen Räumen als in nicht-urbanen Räumen leben, ein unerlässliches Forschungsgebiet. Die Strukturen in und zwischen Städten sind vielschichtig und komplex, Städte sind viel mehr als nur ein Zentrum menschlichen Lebens. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Beziehungen zwischen Städten ist das wirtschaftliche Handeln großer Unternehmen und Banken. Das von mir bearbeitete Thema trägt den Titel „Der Wandel zur Global City – Sydney, London, Hongkong, Shanghai, New York, Tokyo“.

Global City – übersetzt globale Stadt oder Globalstadt, was bedeutet das eigentlich? Wer oder was macht eine Stadt denn zur Global City? Und welchen Wandel muss eine Stadt durchlaufen um eine Global City zu werden?

Diese Fragen versucht diese Hausarbeit zu beantworten, hauptsächlich in Bezug auf die Global Citys Sydney, London, Hongkong, Shanghai, New York und Tokyo, die weit über den Globus gestreut sind.

Sicherlich ist die Abgrenzung des Begriffes schwierig und das Datenmaterial zu großen Städten immens und nahezu undurchschaubar, so ist es wohl kaum verwunderlich, dass unterschiedliche Autoren zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, welche Stadt unter den Begriff der Global City fällt und welche nicht. Die untersuchten Städte stellen eben eine Auswahl dar. Ein Problem bei dieser Arbeit war auch eng mit der genauen Begriffsabgrenzung verbunden. So ist es bestimmt keine Überraschung, bei der Suche nach dem englischen Begriff Global City nur wenig deutsche und überwiegend englische Literatur zu finden, zumal es auch keine eindeutige Übersetzung des Begriffes ins Deutsche gibt.

2. Global Citys

Im Folgenden soll der Begriff der Global City geklärt und die Entwicklungen, die zum Entstehen solcher notwendig sind, geschildert werden.

2.1 Was macht eine Global City aus

Global Citys sind nicht einfach nur Großstädte. Der Begriff an sich lässt schon darauf schließen, dass sie eine größere Rolle auf der globalen Ebene, also nicht nur innerhalb des Landes spielen.

2.2.1 Definition

Die Definitionen einer Global City von unterschiedlichen Autoren weichen zwar in Details voneinander ab, die Wesentlichen Punkte stimmen aber überein. Heineberg (2000, S. 26) zitiert Taubmann (1996, a, S.4) wenn er sagt: „Exakte Definitionen und Abgrenzungen sind angesichts der schillernden Bedeutung des Begriffs „Weltstadt“ [Heinberg sowie Taubmann setzen, wie einige weitere Autoren auch, den Begriff Global City mit dem der Weltstadt gleich] weder möglich noch sinnvoll“. Trotzdem versucht man natürlich den Begriff so genau wie möglich festzulegen und einzugrenzen. Laut Köck (1992, S. 14) ist eine Global City ein „Organisations- und Kontrollzentrum der global verflochtenen Ökonomie“. Große Banken und Versicherungen, sowie wichtige internationale Firmen und Unternehmen haben hier ihre Hauptzentralen, aber auch bedeutenden Institutionen auf auf nationaler und internationaler Ebene, wie Regierungen oder Ähnliche. Überdies fordert Heineberg (2000, S.26) noch, das Global Citys ein „Publikations-, Kommunikations- und Kulturzentrum (...) von Weltrang“ sein müssen. Dass eine Global City somit nicht nur nationales, sondern immer auch internationales Zentrum ist, versteht sich fast von selbst. Eine große Einwohnerzahl wird ebenfalls vorausgesetzt, genauso wie eine Verkehrslage, die die Stadt zum Knotenpunkt nationalen und internationalen Verkehrs macht. Zudem verlangt Friedmann (1986) noch, dass die Stadt einen „Standort eines schnell wachsenden Sektors unternehmensorientierter Dienstleistungen“ (in Lichtenberger 1998, S. 51) bietet. Während viele Autoren einfach nur versuchen zu definieren welche Stadt warum eine Global City ist, weist Sassen (in Scharenberg 2000) ausdrücklich darufhin, dass keine Global City existiert, die alleine steht. Es ist immer nur ein System von Global Citys zu betrachten, das zudem stark hierarchisch geprägt ist. Laut Sassen besteht dieses System aus 30 bis 35 Städten.

2.1.2. Begriffsschwierigkeiten

Sicherlich schon oft wurde die 'babylonische Sprachverwirrung' in der Stadtforschung im deutschsprachigen Raum thematisiert. Genau möchte ich darauf auch nicht eingehen, sondern nur auf die Problematik der Begrifflichkeiten der Stadtforschung hinweisen. Nicht einmal die deutschen Autoren haben sich auf einen festen Terminus für unterschiedliche Städte und Stadtsysteme geeinigt, der internationale Vergleich wirft da noch weitere Probleme auf, wenn man versucht die Aussagen von verschiedenen Autoren zum Thema Stadtgeographie zu vergleichen. Als kleines Beispiel nennt Lichtenberger (1998, S. 29) den Vergleich von Deutsch, Englisch-Britisch und Amerikanisch, wenn es um die grundlegende Bezeichnung einer Stadt geht. Das deutsche „Stadt“ heißt auf Englisch- Britisch „Town“, auf Amerikanisch „City“, wohingegen der Begriff „City“ im Deutschen auf Englisch-Britisch „City-Centre“ und auf Amerikanisch „Central Business District“ meint. So ist es natürlich schwierig, für den komplexen -wohlgemerkt englischen- Begriff „Global City“ eine allgemeingültige Umschreibung zu finden. So verwundert es auch nicht, dass manche Autoren wie zum Beispiel Heineberg, Taubmann oder Köck zum Begriff „Global City“ als Synonym “Weltstadt“ annehmen, wohingegen Sassen explizit vom Begriff „Weltstadt“ in diesem Bezug Abstand nimmt, da Weltstädte (für sie) eher politisch- kulturelle Zentren, Global Citys aber wirtschaftliche Zentren darstellen. Es ist selbstverständlich aber nicht unüblich, dass oft Weltstädte gleich Global Citys sind und umgekehrt.

2.2 Das Entstehen von Global Citys

Global Citys entstehen nicht von heute auf morgen. Es ist ein langwieriger Prozess dazu nötig, der sicherlich eng mit gesellschaftlichen, politischen und technischen Entwicklungen zusammenhängt.

2.2.1 Entwicklung zur Global City(nach Petz, Schmals 1992)

Die Probleme, die die Industrialisierung im 19. Jahrhundert in Europa mit sich brachte, sorgten für Skepsis gegenüber den ständig wachsenden Städten. Die Zweifel an den Regulationverfahren der Demokratie in einer Großstadt, die (Weiter)Entwicklung des Autos als Fortbewegungsmittel und die Verbesserung der Infrastruktur, ließen in den 40er Jahren jegliches Interesse an so etwas wie einer Global City vermissen.

Staatliche Programme, besonders zur Erneuerung der Innenstädte, gingen der Rückkehr des Kapitals und der Technologien in die Städte voraus. Die Stadt wurde seit den 70er Jahren wieder zum Wachstumspol. Besonders betroffen waren die Stadtzentren wie beispielsweise die Wall Street und Manhatten. Dies war eigentlich überraschend, denn man sollte meinen, Technologien wie die Telekommunikation seien ortsunabhängig. Jedoch wurde die Wichtigkeit der Standortnähe als Wirtschaftsfaktor unterschätzt. Es bildeten sich globale Zentren aus, an vorderster Stelle London, New York und Tokyo. Dabei sind diese hierbei klar von den Metropolen der Dritten Welt abzugrenzen, deren Wachstum andere Ursachen hat.

2.2.2 ale Netzwerke (nach Sassen 2001)

Sassen beschreibt das Entstehen eines Städtesystems mit strenger Hierarchie, die vom jeweiligen Grad der Vernetzung der Stadt abhängt. Stärkere Vernetzung führt somit zu einer höheren Stellung in dieser Hierarchie, New York, London und Tokyo stehen laut ihr hierbei an erster Stelle.

Die Vernetzung hatte als Grundlage die Expansion einiger Unternehmen, die in mehrerern Ländern tätig sind. So entstand seit den 60er Jahren ein weltweites Fertigungsnetzwerk, ohne dass sich hierbei die Eigentumsverhältnisse veränderten. Wachsende Anforderungen führten zu Externialisierung von Aufgaben, so dass unternehmensorientierte Dienstleistungen wie Anwaltskanzleien, Versicherungen oder Werbeagenturen eine gestärkte Position erhielten. Außerdem wurde seit den 70er Jahren das Finanzwesen zunehmend gewichtiger, was viele Möglichkeiten bot, externe Dienstleistungen und eine erhöhte Produktion zu finanzieren.

Die Ursache, dass in der gegenwärtigen Situation mehr ausländische Investoren in den Service-Sektor als in die Industrie investieren, ist sicherlich in der steigenden Wichtigkeit von Banken und Dienstleistungen für die Wirtschaft zu suchen. Besonders in den Hauptstädten ist dieser Trend zu beobachten (New York bildet dabei eine Ausnahme), es bilden sich hier räumliche Cluster.

Die Ursache dafür ist die Unabdingbarkeit von räumlicher Nähe für wirtschaftliches Handeln. Informationen müssen sofort zugänglich sein und auch Erfahrung ist ein wichtiger Faktor. Gerade Banken und Versicherungen sind darauf angewiesen, Informationen möglichst vor allen anderen zu erhalten, um Risikien zu minimieren und Trends deuten zu können. Die Knotenpunkte dieses Netzwerkes von Informationsfluss sind die Global Citys, die Objekt der Betrachtung sein sollen. In Tabelle 1 sind nach Beaverstock u.a. (1999) weltweit bedeutende Städte in verschiedene Ränge gegliedert. Als Kriterien für den Indikatorwert werden Daten aus den vier Bereichen Rechnungswesen, Werbung, Juristische Dienste und Bankwesen herangezogen. Es wird

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

hierbei jeweils die Standortbedeutung der Bereiche mit Punkten bis 3 bewertet.

[*asiatisch-pazifische Städte fett]

Tabelle 1: Rangliste führender Weltstädte (Beaverstock u. a. 1999)

2.3 Soziale Probleme in den Global Citys (nach Sassen 2001)

Die Verschiebung des Anteils der einzelnen Wirtschaftssektoren am Bruttosozialprodukt führte zu einer speziellen Entwicklung in den Global Citys. Während auf der einen Seite die Industrie immer weiter ausgelagert wird und somit an Bedeutung für das BSP verliert, nimmt der Anteil der Dienstleistungen stetig zu. So ändert sich die räumliche und soziale Struktur der Global Citys, wodurch es zu einer Polarisierung kommt. Die hochqualifizierten Spezialisten, die die Unternehmen fordern und beschäftigen, stehen im Kontrast zu un- oder wenig qualifizierten und schlecht bezahlten Beschäftigten im Dienstleistungsbereich, wie beispielsweise Reinigungskräften.

Somit ist die Oberklasse genau wie die Unterklasse noch deutlich vertreten, wohingegen die Mittelklasse, die in von Industrie geprägten Gebieten stark vertreten ist, einen unverhältnismäßig kleinen Anteil an der Gesellschaft einnimmt.

Dies ist nicht ganz unproblematisch, soll aber an dieser Stelle nur angerissen und nicht weiter vertieft werden.

Zudem tritt oft das Phänomen der 'Gentrification' auf. Hier werden einzelne Bevölkerungsgruppen nach der Aufwertung eines Stadtbereiches aus diesem durch erhöhte Preise verdrängt und von finanziell stärkeren Gruppen ersetzt. Auch dies führt zu sozialen Spannungen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Der Wandel zur Global City
Untertitel
Sydney, London, Hongkong, Shanghai, New York, Tokyo
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Institut für Geographie und Geoökologie)
Veranstaltung
Proseminar Humangeographie
Note
3,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V121800
ISBN (eBook)
9783640265411
Dateigröße
703 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wandel, Global, City, Proseminar, Humangeographie
Arbeit zitieren
Sebastian Gräf (Autor), 2006, Der Wandel zur Global City, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121800

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