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Die Militäroperation „Iraqi Freedom“ als Bestandteil der US-amerikanischen Nichtverbreitungspolitik?

Title: Die Militäroperation „Iraqi Freedom“ als Bestandteil der US-amerikanischen Nichtverbreitungspolitik?

Seminar Paper , 2006 , 28 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Veronika Seitz (Author)

Politics - Region: USA
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Summary Excerpt Details

Die Anschläge des Terrornetzwerks Al-Quaida am 11. September 2001 auf New York und Washington D.C. führten sowohl in der Sicherheits- und Außenpolitik der USA als auch in der Nichtverbreitungspolitik von ABC-Waffen zu einem markanten Kurswechsel.
Dem „Gleichgewicht des Schreckens“ zwischen den USA und der Sowjetunion, welches bis zum Ende des Kalten Krieges durch nukleare Abschreckung auf beiden Seiten ein Gefühl der Sicherheit vermitteln mochte, folgte nun die Bedrohung durch asymmetrische Angriffe nichtstaatlicher Akteure. Dieser teils auch staatlich unterstützte Terrorismus in Kombination mit dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen stellte nach dem „Trauma 11. September“ die wichtigste strategische Herausforderung für die Bush-Administration dar. Bereits am 20. September 2001 erklärte Präsident Bush in einer Rede vor dem Kongress dem globalen Terrorismus und allen Staaten, die diesen unterstützen, den Krieg. Bushs stark vereinfachte Rhetorik in seinen Ansprachen bezüglich des „war on terrorism“, in denen er die Terroristen als „bösartige Männer“ und die Welt in „Gut“ und „Böse“ unterteilte, zielte durch eine „Überzeichnung von Bedrohungen der außenpolitischen Elite [darauf ab] die Mobilisierung von Ressourcen für eine aktive Weltpolitik“ voranzutreiben. Ferner sollte die amerikanische Bevölkerung auf die künftige Neuorientierung der Außenpolitik der USA und den daraus resultierenden steigenden Verteidigungsetat eingestimmt werden. Zudem ermöglichte die weltweite Gefahr durch den Terrorismus der neokonservativen Gruppierung des Weißen Hauses, eine Ausrichtung der US-amerikanischen Sicherheit- und Außenpolitik nach ihren Vorstellungen durchzusetzen und somit weit über das „normale“ Maß an Bekämpfung des Terrorismus hinauszugehen. In diesem Zusammenhang sahen auch die Kritiker der Bush-Regierung, welche die offiziellen Kriegsgründe bezweifelten, die eigentliche Motivation des militärischen Vorgehens der USA gegen den Irak im März 2003: Die neokonservative Elite unter der Federführung des Vize-Verteidigungsministers Paul Wolfowitz verwirklichte somit ihr lange geplantes Vorhaben - einen Regimewechsel im Irak herbeizuführen - im Zuge der Terrorismusbekämpfung. Bereits Ende November 2001 existierte der circa 800 Seiten umfassende Kriegsplan „Op Plan 1003“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Strategie der Außenpolitik des Wahlkämpfers Bush 1999/2000

2 Die Außenpolitik der USA bis zu 9/11

3 Der 11. September 2001 und die Konsequenzen für die amerikanische Sicherheits- und Außenpolitik

3.1 “Project for the New American Century (PNAC)”

3.2 Neokonservative Vorstellungen innerhalb der Bush-Administration

3.3 Bushs außenpolitische Strategie im Kampf gegen den internationalen Terror

3.4 Die Nuclear Posture Review

3.5 Bushs Rede vor der UNO-Vollversammlung am 12. September 2002

3.6 Die Nationale Sicherheitsstrategie vom September 2002

3.7 The National Strategy To Combat Weapons of Mass Destruction

3.8 Die UN-Resolution 1441 vom 8. November 2002

3.9 Bushs Rede zur Lage der Nation am 28. Januar 2003

4 Die offiziellen Kriegsgründe und die Interessen der Neocons am Irakkrieg – eine Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Militäroperation „Iraqi Freedom“ tatsächlich als Bestandteil der US-Nichtverbreitungspolitik zur Beseitigung einer Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen diente oder ob andere politische Motive neokonservativer Akteure den Regimewechsel im Irak als eigentliches Ziel verfolgten.

  • Analyse der außenpolitischen Strategie der Bush-Administration vor und nach dem 11. September 2001.
  • Einfluss neokonservativer Denkschulen und Akteure (PNAC, Bush-Team) auf die US-Sicherheitspolitik.
  • Untersuchung der Rhetorik und Begründungsmuster für den Irakkrieg (Schurkenstaaten, Massenvernichtungswaffen).
  • Evaluierung der Rolle von Präemptivschlägen und der nationalen Sicherheitsstrategie.
  • Gegenüberstellung offizieller Kriegsgründe und tatsächlicher strategischer Interessen im Nahen Osten.

Auszug aus dem Buch

3.1 “Project for the New American Century (PNAC)”

Die Denkschule des Neokonservatismus wurde im Februar 1997 in Washington D.C. gegründet. Unter den Mitgliedern sind neben zahlreichen Intellektuellen wie William Kristol und Robert Kagan, Herausgeber des Weekly Standard, auch sehr berühmte republikanische Politiker wie Dick Cheney, Richard Perle, Donald Rumsfeld, I. Lewis Libby und Paul Wolfowitz zu finden, die mit dem Amtsantritt George W. Bush im Januar 2001 Schlüsselpositionen im Weißen Haus einnahmen und dadurch die Politik der USA in den folgenden Jahren nach ihren Leitideen formen und steuern konnten.

Grundsätzlich verfolgten die Vertreter des amerikanischen Neokonservatismus eine proaktivistische Außenpolitik der USA, jedoch nicht in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Koalitionen, sondern unilateral. Zudem warnten sie auch nach dem Ende des Ost-West-Konflikts vor Bedrohungen, welche die Suprematie der Vereinigten Staaten gefährden konnten. Dabei konzentrierten sie sich besonders auf die strategische Herausforderung durch „Schurkenstaaten“ wie den Irak und Nordkorea.

Es lässt sich feststellen, dass Neokonservative „konservative Internationalisten mit idealistisch-utopischen Anspruch [sind], die den unilateralen Einsatz militärischer Macht zur Durchsetzung amerikanischer Interessen befürworten.“ In ihrem „Statement of Principles“ vom 3. Juni 1997 kritisierte die PNAC, wie Bush während seines ersten Wahlkampfes 1999, die „incoherent policies of the Clinton Administration“ und forderte „a military that is strong and ready to meet both present and future challenges, a foreign policy that boldly and purposefully promotes American principles abroad; and a national leadership that accepts the United States` global responsiblities.”

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umriss der Zäsur durch 9/11 in der US-Sicherheitspolitik und Einführung in die Fragestellung zur Motivation des Irakkriegs.

1 Die Strategie der Außenpolitik des Wahlkämpfers Bush 1999/2000: Analyse der außenpolitischen Grundkonzepte des Kandidaten Bush und seiner Beraterriege vor Amtsantritt.

2 Die Außenpolitik der USA bis zu 9/11: Darstellung der schwierigen innenpolitischen Ausgangslage von Präsident Bush und seiner Ablehnung multilateraler Verträge.

3 Der 11. September 2001 und die Konsequenzen für die amerikanische Sicherheits- und Außenpolitik: Untersuchung des Kurswechsels nach den Terroranschlägen und der Etablierung des „war on terrorism“.

3.1 “Project for the New American Century (PNAC)”: Vorstellung der neokonservativen Denkschule und ihrer einflussreichen Protagonisten innerhalb der Administration.

3.2 Neokonservative Vorstellungen innerhalb der Bush-Administration: Aufzeigen der ideologischen Schnittmengen zwischen Bush und der neokonservativen Gruppierung.

3.3 Bushs außenpolitische Strategie im Kampf gegen den internationalen Terror: Analyse der Rhetorik und der Mobilisierung der Öffentlichkeit nach den Anschlägen.

3.4 Die Nuclear Posture Review: Erläuterung der Neuausrichtung der Nuklearstrategie und der Abkehr vom reinen Abschreckungsmodell.

3.5 Bushs Rede vor der UNO-Vollversammlung am 12. September 2002: Darstellung der diplomatischen Bemühungen zur Legitimierung des militärischen Vorgehens gegen den Irak.

3.6 Die Nationale Sicherheitsstrategie vom September 2002: Analyse des theoretischen Fundaments für Präventiv- und Präemptivschläge.

3.7 The National Strategy To Combat Weapons of Mass Destruction: Detaillierte Betrachtung der drei Säulen der US-Strategie gegen Massenvernichtungswaffen.

3.8 Die UN-Resolution 1441 vom 8. November 2002: Analyse der letzten diplomatischen Versuche und der Forderungen an den Irak zur Abrüstung.

3.9 Bushs Rede zur Lage der Nation am 28. Januar 2003: Untersuchung der Begründung des Irakkriegs mit umstrittenen geheimdienstlichen Informationen.

4 Die offiziellen Kriegsgründe und die Interessen der Neocons am Irakkrieg – eine Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse über die Diskrepanz zwischen offizieller Begründung und tatsächlichen neokonservativen Zielen.

Schlüsselwörter

Irakkrieg, Bush-Administration, Neokonservatismus, 11. September, Terrorismusbekämpfung, Massenvernichtungswaffen, Nationale Sicherheitsstrategie, Präventivkrieg, Regimewechsel, Außenpolitik, Naher Osten, PNAC, Unilateralismus, Sicherheitspolitik, Saddam Hussein

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch, ob der Irakkrieg 2003 primär als Maßnahme zur Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen zu verstehen ist oder ob andere geopolitische Interessen neokonservativer Akteure in der Bush-Administration im Vordergrund standen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die US-Außenpolitik nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, der Einfluss neokonservativer Netzwerke wie des PNAC, die Sicherheitsstrategie der USA unter George W. Bush sowie die Ereignisse rund um den 11. September 2001.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der Diskrepanz zwischen den offiziell kommunizierten Kriegsgründen (Sicherheit vor Massenvernichtungswaffen) und den politisch-strategischen Ambitionen der neokonservativen Elite auf einen Regimewechsel im Irak.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Verfasserin?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse offizieller Reden und Aussagen des US-Präsidenten und seiner Kabinettsmitglieder sowie auf die Auswertung wissenschaftlicher Fachliteratur zur US-Außenpolitik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische und inhaltliche Aufarbeitung der Strategiewechsel: Von den Wahlkampfpositionen über die Reaktion auf 9/11, die neue Nuklearstrategie bis hin zu spezifischen Dokumenten wie der National Security Strategy (NSS) und der UN-Resolution 1441.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Neokonservatismus, Präventivkrieg, US-Hegemonie, Massenvernichtungswaffen und Transformation der US-Sicherheitspolitik beschreiben.

Warum spielt das „Project for the New American Century“ (PNAC) eine so wichtige Rolle in dieser Analyse?

Das PNAC wird als ideologische Denkschule identifiziert, deren Mitglieder zentrale Positionen in der Bush-Administration besetzten und deren Leitideen – insbesondere der Regimewechsel im Irak – nach 9/11 zur offiziellen Regierungspolitik wurden.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit hinsichtlich der offiziellen Kriegsgründe?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen lediglich als vorgeschobener Grund diente, um ein bereits lang geplantes strategisches Ziel – den Sturz Saddam Husseins zur Neuordnung der Region – legitim umzusetzen.

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Details

Title
Die Militäroperation „Iraqi Freedom“ als Bestandteil der US-amerikanischen Nichtverbreitungspolitik?
College
University of Regensburg
Course
Übung
Grade
3,0
Author
Veronika Seitz (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V121840
ISBN (eBook)
9783640265695
ISBN (Book)
9783640265763
Language
German
Tags
Militäroperation Freedom“ Bestandteil US-amerikanischen Nichtverbreitungspolitik Irak USA Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Veronika Seitz (Author), 2006, Die Militäroperation „Iraqi Freedom“ als Bestandteil der US-amerikanischen Nichtverbreitungspolitik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121840
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