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Die konstantinische Wende

Bekehrung eines Kaisers oder Kalkül eines machtstrategischen Politikers?

Title: Die konstantinische Wende

Term Paper , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patrick Ziehm (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Die Persönlichkeit Kaiser Konstantin ist schon lange Gegenstand einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Der römische Kaiser lebte von 272/285 – 337 im Imperium Romanum und förderte durch seine politischen Maßnahmen maßgeblich den Aufstieg des Christentums im Reich.
Die Wissenschaftler analysieren in diesem Zusammenhang vor dem Hintergrund der conversio des Kaisers, ob wirklich eine Bekehrung stattgefunden hat oder nicht. Die vorliegende Arbeit erhebt den Anspruch, die verschiedenen Meinungen dieses Diskurses herauszuarbeiten und gegenüber zu stellen. Hierbei ist es aufgrund des Umfangs der Arbeit nicht möglich ein endgültiges Ergebnis hervor zu heben. Am Ende der Arbeit werde ich in Folge dessen meine ganz eigenen Gedanken dazu erörtern und zu meinem ganz persönlichen Ergebnis gelangen.
Im ersten Kapitel wird ein kleiner Überblick über das Leben des Konstantin bis zur Schlacht an der milvischen Brücke gegeben. Im Anschluss daran soll der Frage nachgegangen werden, in wieweit die Darstellungen des Ereignisses bei der milvischen Brücke im Jahr 312 von christlicher Perspektive geprägt waren. Der darauf folgende Abschnitt befasst sich mit dem Mailänder Edikt aus dem Jahr 313. Hier soll untersucht werden, ob das Edikt von Mailand wirklich den Charakter eines Ediktes besitzt. Abschließend wird die konstantinische Wende im Hinblick auf religiöse und politische Motive zur Hinwendung des Kaisers zum Christentum analysiert. In allen Kapiteln werden zur Analyse die Autorenmeinungen gegenübergestellt und diskutiert.
Die Originalquellen, die in der Arbeit verwendet werden, beschränken sich auf Zeugnisse von Laktanz und Eusebius, die als die Hauptschriftsteller der konstantinischen Epoche anzusehen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konstantin auf dem Weg zur Alleinherrschaft

3. Schlacht an der milvischen Brücke

4. Mailänder Edikt

5. Konstantinsches Wende

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Person Kaiser Konstantins im Kontext seiner Hinwendung zum Christentum und analysiert, ob es sich dabei um eine tatsächliche religiöse Bekehrung oder ein machtstrategisches Kalkül handelte.

  • Historische Einordnung des Aufstiegs Konstantins zur Alleinherrschaft
  • Analyse der Quellenlage zur Schlacht an der milvischen Brücke und der Kreuzesvision
  • Kritische Untersuchung des Mailänder Edikts als religiöses Instrument
  • Diskussion der wissenschaftlichen Debatte um religiöse vs. politische Motive
  • Betrachtung der Taufe und des Begräbnisses im Kontext des christlichen Wandels

Auszug aus dem Buch

3. Die Schlacht an der milvischen Brücke

In diesem Abschnitt soll der Frage nachgegangen werden, in wieweit die Darstellungen der Ereignisse bei der milvischen Brücke im Jahr 312 von christlicher Perspektive geprägt waren. Die Vision beziehungsweise die Erscheinung des Konstantin und die damit verbundene Verwendung eines christlichen Zeichens in der Schlacht bildet die Grundlage der Erörterung. Über diese Erscheinung berichten verschiedene Autoren in mehreren Darstellungen, die sich teilweise erheblich widersprechen.

Es existieren drei Zeugnisse von Laktanz und Eusebius, die wohl zu den meist diskutiertesten der Forschungsgeschichte gehören. Alle drei treffen andere Aussagen zur Vision vor der Schlacht. Gemeinsam haben sie nur die Hinwendung des Kaisers zu Gott und dessen Hilfe in der Schlacht. Dabei muss aber beachtet werden, dass die Geschichtsschreiber selbst Christen gewesen sind und somit die Gefahr besteht, dass Konstantins Bild subjektiv theologisch beeinflusst wurde.

Als erstes soll der Bericht des Laktanz betrachtet werden. Er beschreibt eine Vision beziehungsweise einen Traum des Konstantin. Nachts sei ihm durch eine Lichtgestalt aufgetragen wurden, den Buchstaben „X“ zu einem Symbol zumachen, dass ein himmlisches Zeichen Gottes darstellt, indem er es auf die Seite legt, bis ein Kreuz entstanden war. Dies symbolisiert den griechischen Buchstaben „Chi“, der Anfangsbuchstabe des Namen Christi. Weiterhin sollte der obere Arm des „Chi“ umgebogen werden. Daraus entstand ein Rho, der zweite Buchstabe des Namen Christi. Zusammen ergab dies das monogrammatische Kreuz, ein Symbol der Christenheit. Dieses sollte er auf allen Schildern seiner Soldaten anbringen um so die Gunst Gottes in der Schlacht inne zu haben und zu gewinnen. Eine genauere Beschreibung ist bei Löwenstein zu lesen:

„Setzte gleich nach dem Erwachen auf alle Schilde deiner Soldaten das Siegeszeichen: Ein griechisches Chi, durchquert von einem Ro…“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit stellt die wissenschaftliche Debatte über die Konversion Kaiser Konstantins vor und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die verwendeten Quellen.

2. Konstantin auf dem Weg zur Alleinherrschaft: Dieses Kapitel zeichnet den politischen Aufstieg Konstantins im System der Tetrarchie bis hin zum Sieg über Maxentius nach.

3. Schlacht an der milvischen Brücke: Die verschiedenen Berichte zur Kreuzesvision werden analysiert und hinsichtlich ihrer historischen Authentizität und theologischen Prägung diskutiert.

4. Mailänder Edikt: Es wird untersucht, ob das Dokument als Edikt oder eher als informelle Vereinbarung zu werten ist und welche Absichten sich aus den verschiedenen Quelltexten ablesen lassen.

5. Konstantinsches Wende: Dieses Kapitel beleuchtet die Kernfrage der Arbeit und setzt die religiöse Überzeugung des Kaisers in Kontrast zu seinen machtpolitischen Interessen.

6. Schlussbetrachtung: Der Autor resümiert die Forschungspositionen und kommt zu dem persönlichen Schluss, dass Konstantins Handeln durch eine untrennbare Verbindung von Glauben und politischem Kalkül geprägt war.

Schlüsselwörter

Konstantin der Große, Imperium Romanum, Christentum, Konstantinsche Wende, Milvische Brücke, Kreuzesvision, Laktanz, Eusebius, Mailänder Edikt, Machtpolitik, Bekehrung, Tetrarchie, Religionspolitik, Christogramm, Licinius.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die religiöse Entwicklung Kaiser Konstantins und prüft die historischen Argumente für eine aufrichtige Bekehrung gegenüber einem strategisch motivierten Machtkalkül.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind der Aufstieg Konstantins zur Macht, die Legendenbildung um die Schlacht an der milvischen Brücke, die Bedeutung des Mailänder Edikts und die wissenschaftliche Interpretation der sogenannten konstantinischen Wende.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die verschiedenen wissenschaftlichen Positionen zu den Motiven Konstantins herauszuarbeiten, gegenüberzustellen und den Zusammenhang zwischen politischem Handeln und religiösem Wandel kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Analyse und Diskussion historischer Quellentexte, primär der Schriften von Laktanz und Eusebius, sowie die kritische Auseinandersetzung mit moderner Sekundärliteratur.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Kreuzesvision, der rechtlichen Einordnung des Mailänder Edikts und der komplexen Frage nach der persönlichen Glaubensgestaltung des Kaisers im Kontrast zu seinem Herrschaftsanspruch.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Konstantinsche Wende, religiöse vs. politische Motivation, Christogramm und die historische Rekonstruktion antik-christlicher Zeugnisse charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt der Vision an der milvischen Brücke für die These des Autors zu?

Der Autor sieht in der Vision weniger ein rein historisches Ereignis als vielmehr ein zentrales Instrument zur Machtlegitimation und zur Festigung der Einheit im Reich.

Warum spielt die Taufe auf dem Sterbebett für die Argumentation eine Rolle?

Die späte Taufe wird als ein mögliches Indiz für die lang anhaltende Verbundenheit Konstantins mit heidnischen Traditionen angeführt, was die These einer plötzlichen religiösen Bekehrung infrage stellt.

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Details

Title
Die konstantinische Wende
Subtitle
Bekehrung eines Kaisers oder Kalkül eines machtstrategischen Politikers?
College
University of Erfurt
Course
Martyrium
Grade
1,3
Author
Patrick Ziehm (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V121848
ISBN (eBook)
9783640266333
ISBN (Book)
9783640266593
Language
German
Tags
Wende Martyrium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Ziehm (Author), 2008, Die konstantinische Wende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121848
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