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Lesen und Schreiben sind zentrale Schlüsselkompetenzen des gesellschaftlichen Alltags. Ohne die entsprechenden Fertigkeiten wird es in unserer schriftsprachlichen Gesellschaft immer schwerer, am Leben teilzunehmen. Den Schülerinnen und Schülern (kurz: SuS) Schreibkompetenzen zu vermitteln, ist damit eine grundlegende Aufgabe der schulischen Bildung und Erziehung.
Auf diesen Erkenntnissen aufbauend versucht diese Arbeit herauszustellen, inwieweit kreative Schreibmethoden das Schreiben bei SuS fördern können. Im ersten Kapitel wird zu-nächst der Bereich des „Schreibens“ an sich näher erläutert. In diesem Zusammenhang wird in einem ersten Schritt theoretisch aufgezeigt, was unter dem Begriff „Schreibprozess“ verstanden wird. Anschließend wird der Bereich der Schreibstrategien thematisiert. Im Mittelpunkt dieses Kapitels stehen die Ausführungen zur Schreibkompetenz, die eine Definition dieses Begriffs mit sich ziehen und die verschiedenen Kompetenzstufen erläutern. Schreibkompetenzen hängen jedoch nicht nur eng mit dem Schreibprozess und den Schreibstrategien zusammen sondern auch mit der Schreibentwicklung. BECKER-MROTZEK/BÖTTCHER haben in diesem Zusammenhang versucht, den Prozess der Schreibentwicklung in verschiedene Entwicklungsniveaus zu gliedern, die abschließend vorgestellt werden.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit dem Bereich des „kreativen Schreibens“. Nachdem der Begriff des kreativen Schreibens definiert wird und erläutert wird, welche Ziele mit dem Einsatz dieser Methode verfolgt werden, werden anschließend in Anlehnung an BÖTTCHER, die sechs Methodengruppen des kreativen Schreibens dargestellt. Abschließend widmet sich dieses Kapitel der Frage, ob das kreative Schreiben die Schreibkompetenz der SuS tatsächlich fördert? In diesem Zusammenhang wird anhand ausgewählter Schüleraufsätze versucht zu analysieren, ob diese z.B. bestimmte Textmuster, lexikalische bzw. grammatische Kenntnisse enthalten, die Bestandteile der Schreibkompetenz sind und durch kreative Schreibanlässe weiter ausgebaut werden können.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Theoretische Grundlagen zum Thema „Schreiben“
2.1 Schreibprozess
2.2 Schreibstrategien
2.3 Schreibkompetenz
2.3.1 Kompetenzbegriff
2.3.2 Annäherung an eine Definition von Schreibkompetenz
2.3.3 Kompetenzstufen
2.4 Schreibentwicklung
3 Kreatives Schreiben
3.1 Definition
3.2 Ziele des kreativen Schreibens
3.3 Methoden des kreativen Schreibens
3.4 Schreibkompetenzförderung durch kreative Schreibanlässe am Beispiel ausgewählter Schülertexte
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des kreativen Schreibens als didaktische Methode zur gezielten Förderung der Schreibkompetenz bei Schülerinnen und Schülern im Deutschunterricht.
- Grundlagen des Schreibprozesses und relevanter Schreibstrategien
- Definition und Operationalisierung des Begriffs Schreibkompetenz
- Phasen der Schreibentwicklung von Kindern und Jugendlichen
- Didaktische Prinzipien und Methodengruppen des kreativen Schreibens
- Analyse ausgewählter Schülertexte zur Wirksamkeit kreativer Schreibanlässe
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition
Der Begriff „Kreativität“ lässt sich etymologisch betrachtet auf das lateinische Wort „creator“ (Schöpfer) zurückführen, womit im weiteren Sinne die Fähigkeit gemeint ist, Neues zu erschaffen. Im Allgemeinen wird unter Kreativität die Eigenschaft verstanden, neues Denken, Empfinden oder Handeln zu entwickeln, also Transformationen einzuleiten und aus Altem etwas Neues zu machen. Das Merkmal „neu“ kann sich dabei sowohl auf ein Produkt, das neuartig ist als auch auf einen neuartigen Weg bzw. Prozess, der zu einem neuen oder bekannten Produkt führt, beziehen. KRUSE definiert Kreativität als „eine universelle Eigenschaft menschlichen Handelns und Denkens. Die Fähigkeit, Neues zu schaffen und damit die Bahnen biologischer Vorbestimmungen durch eine selbst geschaffene Kultur zu ersetzen, ist ein Wesensmerkmal der Menschheit.“
Auch POMMERIN sieht Kreativität als ein Persönlichkeitsmerkmal an, für das bei allen Menschen eine Disposition vorliegt und das bei jedem Einzelnen gefördert werden kann. Kreativität ist charakterisiert durch Originalität, Erfindungsgabe und Entdeckungsgabe, Offenheit, Produktivität und Flexibilität. Originalität bedeutet in diesem Zusammenhang, dass etwas Neues, nie Dagewesenes geschaffen wird. Flexibilität meint die Fähigkeit, sich gedanklich umstrukturieren zu können und sich in neuen Situationen auf neue Weise verhalten zu können. Kreativität ist besonders in Bezug auf das Schreiben mit dem Begriff Originalität verbunden, denn beim kreativen Schreiben versucht der Schreibende andere Zugänge zum Schreiben zu finden. Dabei verbindet er kognitive, emotionale und imaginative Prozesse miteinander. Das Konzept des kreativen Schreibens geht davon aus, dass jeder Mensch kreatives Potenzial besitzt, welches auch sprachliche Kreativität beinhaltet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Schreibens als Schlüsselkompetenz und formuliert die Zielsetzung der Arbeit, den Beitrag kreativer Schreibmethoden zur Schreibförderung zu untersuchen.
2 Theoretische Grundlagen zum Thema „Schreiben“: Dieses Kapitel erläutert den Schreibprozess als Problemlöseprozess, definiert Schreibkompetenz, beleuchtet verschiedene Schreibstrategien und beschreibt die Stadien der Schreibentwicklung.
3 Kreatives Schreiben: Das Kapitel definiert kreatives Schreiben, stellt dessen Ziele sowie sechs methodische Gruppen vor und analysiert anhand von Schülertexten die Effektivität dieser Ansätze für die Schreibkompetenz.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass kreatives Schreiben bei fachkundiger Begleitung und Reflexion einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Schreibkompetenz leistet.
Schlüsselwörter
Schreibkompetenz, Kreatives Schreiben, Schreibprozess, Schreibstrategien, Schreibentwicklung, Deutschunterricht, Problemlöseprozess, Schreibanlässe, Textproduktion, Schülertexte, Schreibdidaktik, Metakognition, Schreibblockaden, Schreibförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das kreative Schreiben als didaktisches Werkzeug im Deutschunterricht, um die Schreibkompetenz von Schülerinnen und Schülern zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen des Schreibprozesses, Modelle der Schreibkompetenz, die Stadien der kindlichen Schreibentwicklung sowie die spezifischen Methoden und Wirkungsweisen des kreativen Schreibens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie kreative Schreibmethoden gezielt eingesetzt werden können, um Schreibblockaden abzubauen und die Textkompetenz sowie die Schreibfreude der Lernenden effektiv zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Herleitung der Konzepte, ergänzt durch eine exemplarische Analyse von Schülertexten aus dem Ludwigshafener Aufsatzkorpus, um den Praxisnutzen kreativer Schreibanlässe zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Schreibprozess, Kompetenzstufen) und den praxisorientierten Teil, in dem Methoden wie assoziatives Schreiben, Schreibspiele oder Schreiben zu Stimuli vorgestellt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Schreibkompetenz, Kreatives Schreiben, Schreibprozess, Schreibentwicklung und Schreibstrategien charakterisiert.
Was unterscheidet das „kreative Schreiben“ vom traditionellen Aufsatzunterricht?
Im Gegensatz zum traditionellen Unterricht, der oft stark normorientiert ist, betont das kreative Schreiben den individuellen Schreibprozess, die Motivation und die Entfaltung der eigenen Ausdrucksfähigkeit.
Warum ist die Analyse von Schülertexten für das Ergebnis wichtig?
Die Analyse zeigt konkret auf, ob und wie kreative Methoden zur Ausbildung von Textmustern, besserer Strukturierung und gesteigerter Ausdrucksfähigkeit bei den Lernenden beitragen.
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- Hanna Cieslak (Author), 2008, »Kreatives Schreiben« als Methode zur Förderung der Schreibkompetenz , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121899