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Eudaimonia. Lebensführung und Glückseligkeit bei Epikureern und Stoikern

Title: Eudaimonia. Lebensführung und Glückseligkeit bei Epikureern und Stoikern

Term Paper , 2008 , 25 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Helena Rauser (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

„Leer ist die Rede jenes Philosophen, durch die kein menschliches Leiden geheilt wird. Denn wie eine Heilkunst nichts taugt, wenn sie nicht die Krankheiten aus dem Körper vertreibt, so auch nicht eine Philosophie, wenn sie nicht das Leiden der Seele austreibt.“ (Epikur)

Das Glück, obwohl es ein philosophisches Thema ist, ist auch für Nicht-Philosophen interessant. Glücklich sein oder zumindest Glück haben möchte Jeder. Dadurch dass das Glück oder das Streben danach in der Natur des Menschen zu liegen scheint, zeigt es aber auch seine Bedeutung für die praktische Philosophie. Denn, wie schon Epikur erklärt, sollte Philosophie nicht leer sein, sondern Men-schen dienen.
Die zwei größten und einflussreichsten Schulen des Hellenismus sind die Epikureer und die Stoiker. Eudaimonia, Glückseligkeit ist das angestrebte Ziel beider Lehren. Beide Schulen stützen sich auf die Natur des Menschen, haben aber unterschiedliche Erkenntnisse. Während Epikur die Lust zum von Geburt an angestrebten Gut erklärt, behauptet die Stoa, die Tugend sei das höchste Gut. In dieser Arbeit sollen die beiden Lehren in ihren Wegen zum Glück vorgestellt und der jeweilige Glücksbegriff am Ende bewertet werden. Meine These ist dabei, dass der Mensch von Natur aus ein Lustwesen ist, weil es ihm von vorn herein ganz unmöglich ist ein Tugend-Wesen zu sein. „Lust“ gebrauche ich dabei im streng epikureischen Sinne (Abwesenheit von Unlust) und „Tugend“ im stoischen Sinne (als aufrechte Vernunft).

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Historisch-philosophische Einordnung der Hellenistischen Philosophie

2. Epikureer

2.1 Epikur und sein Weltbild

2.2 Lust als das höchste Gut

2.2.1 Katastematische und kinetische Lust

2.2.2 Geistige und körperliche Lust

2.3 Weg zur Lust: ataraxia

2.3.1 Begierden klassifizieren und kontrollieren: phronesis, Selbstgenügsamkeit

2.3.2 Furcht bekämpfen: Philosophie, gesellschaftspolitischer Rückzug und Freundschaft

2.4 Zusammenfassende Konklusion und Bewertung des epikureischen Glücks

3. Stoiker

3.1 Stoiker und ihr Weltbild

3.2 Tugend als das höchste Gut

3.3 Weg zur Tugend: apatheia

3.3.1 Von dem, was in unseren Händen liegt, worauf wir keinen Einfluss haben und adiaphora

3.3.2 Einstimmig und gemäß der Natur leben

3.4 Zusammenfassende Konklusion und Bewertung des stoischen Glücks

4. Der entscheidende Unterschied: ataraxia und apatheia: Ist der Mensch ein Lust- oder ein Tugend-Wesen?

4.1 Ataraxia versus apatheia

4.2 Mensch als Lust- oder Tugendwesen?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das menschliche Streben nach Glück (Eudaimonia) im Vergleich der epikureischen und stoischen Lehren, um die grundlegende Frage zu beantworten, ob der Mensch von Natur aus eher als Lust- oder als Tugendwesen zu betrachten ist.

  • Historischer Kontext der hellenistischen Philosophie
  • Analyse des Epikureismus und des Konzepts der Ataraxia
  • Untersuchung der stoischen Lehre und des Ideals der Apatheia
  • Kritische Bewertung der Menschenbilder beider Philosophien
  • Vergleich der Begriffe Lust und Tugend als höchste Güter

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Begierden klassifizieren und kontrollieren: phronesis, Selbstgenügsamkeit

Die eine der beiden Quellen für die Unlust, also für das Übel, das das lustvolle Leben stört, sind die Begierden des Menschen. Epikur lehnt weder das Eingehen auf die Begierden völlig ab, noch ist für ihn das Erfüllen aller Begierden erstrebenswert. Im Brief an Menoikeus klassifiziert er sie:

Wir müssen […] berücksichtigen, daß die Begierden zum einen anlagebedingt, zum anderen ziellos sind. Und zwar sind von den anlagebedingten die einen notwendig, die andern nur anlagebedingt; von den notwendigen wiederum sind die einen zum Glück notwendig, die andern zur Störungsfreiheit des Körpers, die dritten zum bloßen Leben.

Es wird also deutlich, dass nur anlagebedingte (also die dem Menschen natürliche) Begierden, die notwendig sind, erfüllt werden sollen. Diese können 1.) „zum bloßen Leben“ notwendig sein, 2.) „zur Störungsfreiheit des Körpers“ oder 3.) „zum Glück“.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Darstellung der Problemstellung und der These, dass der Mensch von Natur aus ein Lustwesen ist.

1. Historisch-philosophische Einordnung der Hellenistischen Philosophie: Beleuchtung der historischen Hintergründe und der Bedeutung des Wandels in der hellenistischen Zeit.

2. Epikureer: Vorstellung von Epikur, seinem Weltbild und dem Streben nach Lust als höchstem Gut.

2.1 Epikur und sein Weltbild: Kurze Biografie Epikurs und Einflüsse des Atomismus auf seine Ethik.

2.2 Lust als das höchste Gut: Erläuterung des epikureischen Lustbegriffs als Abwesenheit von Schmerz und seelischer Unruhe.

2.2.1 Katastematische und kinetische Lust: Differenzierung zwischen zuständlicher Lust und Lust in Bewegung.

2.2.2 Geistige und körperliche Lust: Analyse der Unterschiede und Beziehungen zwischen den verschiedenen Arten der Lustempfindung.

2.3 Weg zur Lust: ataraxia: Methoden zur Bewältigung der Unlust durch die Bändigung von Begierden und Ängsten.

2.3.1 Begierden klassifizieren und kontrollieren: phronesis, Selbstgenügsamkeit: Darstellung der rationalen Klassifizierung der Begierden und der Rolle der Einsicht.

2.3.2 Furcht bekämpfen: Philosophie, gesellschaftspolitischer Rückzug und Freundschaft: Analyse der Überwindung von Ängsten vor Göttern und dem Tod durch Naturforschung und philosophische Lebensweise.

2.4 Zusammenfassende Konklusion und Bewertung des epikureischen Glücks: Zusammenfassung der epikureischen Glückslehre und kritische Zwischenbewertung.

3. Stoiker: Einführung in die Lehren der Stoa, ihre Einteilung und ihr fundamentales Tugendverständnis.

3.1 Stoiker und ihr Weltbild: Vorstellung der verschiedenen Phasen der Stoa und ihrer führenden Köpfe.

3.2 Tugend als das höchste Gut: Definition der Tugend als aufrechte Vernunft und Beherrschung der Triebe.

3.3 Weg zur Tugend: apatheia: Darstellung der stoischen Praxis zur Erreichung innerer Affektlosigkeit.

3.3.1 Von dem, was in unseren Händen liegt, worauf wir keinen Einfluss haben und adiaphora: Untersuchung der Unterscheidung zwischen beeinflussbaren und nicht beeinflussbaren Dingen.

3.3.2 Einstimmig und gemäß der Natur leben: Erklärung des stoischen Ideals, das eigene Leben mit der Natur in Einklang zu bringen.

3.4 Zusammenfassende Konklusion und Bewertung des stoischen Glücks: Zusammenfassung des stoischen Konzepts und kritische Auseinandersetzung mit der Realisierbarkeit.

4. Der entscheidende Unterschied: ataraxia und apatheia: Ist der Mensch ein Lust- oder ein Tugend-Wesen?: Synthese der Ergebnisse und Vergleich der beiden Philosophien hinsichtlich des Menschenbildes.

4.1 Ataraxia versus apatheia: Gegenüberstellung der beiden Begriffe als Zustände der Glückseligkeit.

4.2 Mensch als Lust- oder Tugendwesen?: Begründung der These des Autors, dass der Mensch eher als Lustwesen zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Hellenismus, Epikureer, Stoa, Eudaimonia, Ataraxia, Apatheia, Lust, Tugend, Vernunft, Phronesis, Adiaphora, Glückseligkeit, Menschenbild, Philosophie, Natur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die antiken Philosophieschulen der Epikureer und Stoiker hinsichtlich ihres Verständnisses von Glück und führt eine kritische Untersuchung darüber durch, ob der Mensch von Natur aus ein Lust- oder ein Tugendwesen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die antike Glücksethik, der Unterschied zwischen den Begriffen Ataraxia (Seelenruhe) und Apatheia (Affektlosigkeit) sowie die Frage, wie der Mensch mit seinem natürlichen Bedürfnis nach Lust und seiner Vernunft umgehen sollte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Wege beider Schulen zum Glück darzustellen, kritisch zu hinterfragen und die These zu belegen, dass das menschliche Streben nach Lust ein fundamentaler und nicht unterdrückbarer Teil unserer Natur ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Arbeit, die auf Literaturanalyse und dem Vergleich historischer Quellentexte sowie deren kritischer philosophischer Bewertung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der epikureischen Lehre (Fokus auf Lust, Begierdenkontrolle und Ataraxia) und der stoischen Lehre (Fokus auf Tugend, Schicksalsergebenheit und Apatheia), gefolgt von einem direkten Vergleich beider Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hellenismus, Eudaimonia, Ataraxia, Apatheia, Lust, Tugend, Vernunft, Adiaphora und Menschenbild charakterisiert.

Warum hält der Autor die stoische Forderung nach Apathie für impraktikabel?

Der Autor argumentiert, dass Affekte und Emotionen fest zur menschlichen Natur gehören und man sie nicht "wegtrainieren" kann, ohne dabei wesentliche Teile des Menschseins zu zerstören.

Wie definiert der Autor das Verhältnis von Vernunft und Lust?

Der Autor vertritt die Auffassung, dass die menschliche Vernunft zwar existiert und wichtig ist, sie jedoch ohne das Streben nach Lust – verstanden als ein Zustand der Schmerzfreiheit – in sich ziellos bleibt.

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Details

Title
Eudaimonia. Lebensführung und Glückseligkeit bei Epikureern und Stoikern
College
University of Hildesheim  (Institut für Philosophie)
Course
Einführung in die antike Philosophie
Grade
1,5
Author
Helena Rauser (Author)
Publication Year
2008
Pages
25
Catalog Number
V121917
ISBN (eBook)
9783640264018
ISBN (Book)
9783640264148
Language
German
Tags
Eudämonie Eudaimonia Glücksphilosophie Glück Epikur Epiktet Marc Aurel Antike Hellenismus Stoa Epikureismus Stoiker Epikureer Schmerz Leid Lust Vernunft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helena Rauser (Author), 2008, Eudaimonia. Lebensführung und Glückseligkeit bei Epikureern und Stoikern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121917
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