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Perspektivität in der Sprache

Mehrfachadressierungen in Grundschulzeugnissen: eine Möglichkeit des polyperspektivischen Sprachhandelns?

Title: Perspektivität in der Sprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nike-Marie Steinbach (Author)

German Studies - Linguistics
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Der Mensch nimmt die Welt mittels seiner Sinne wahr und verarbeitet diese Eindrücke mithilfe seines Verstandes, der wiederum durch die Sinneseindrücke des Menschen geformt wurde und wird. Von diesem Verstand „entspringen Begriffe“, werden Worte formuliert, wird Sprache entwickelt und benutzt. Und diese Sprache wird erneut von den Sinnen aufgenommen und vom Verstand verarbeitet. Nun verfügt jeder Mensch über eine unterschiedliche „Sinnlichkeit“, lebt jeder in einer unterschiedlichen Welt und nimmt somit unterschiedliche Eindrücke wahr, die von einem Verstand, der schon von unterschiedlichen Impressionen geprägt wurde, auf unterschiedliche Weise verarbeitet werden.
Sprache ist ein Mittel zum Kommunizieren, zum Vermitteln von Informationen, das so eingesetzt werden soll, dass trotz der genannten 'Unterschiedlichkeiten' ein Gedankenaustausch möglich ist. Da nun jeder Mensch eine unterschiedliche Perspektive auf die Welt hat, kann es dabei zu Missverständnissen führen. Dennoch gibt es vielleicht eine Möglichkeit, diese unterschiedlichen Perspektiven zu nutzen.
Um dies aufzuzeigen werde ich in dieser Arbeit zunächst das Phänomen der Perspektivität innerhalb der menschlichen Wahrnehmung, der Malerei und der Sprache verdeutlichen. Dann werde ich die Möglichkeit des polyperspektivischen Sprachhandelns an der Mehrfachadressierung erläutern und anhand der Formulierungen in Grundschulzeugnissen exemplifizieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Perspektivität

2.1 Perspektivität: ein anthropologisches und kulturelles Phänomen

2.1.1 Terminologie

2.1.2 Perspektivität als anthropologisches Phänomen

2.1.3 Perspektivität als kulturelles Phänomen

2.2 Perspektivität in der Malerei

2.2.1 Bildende Kunst als Objektivierungsform

2.2.2 Perspektivität in Bildern

2.2.3 Zentralperspektive

2.2.4 Polyperspektive

2.3 Perspektivität in der Sprache

3 Mehrfachadressierung

3.1 Typologie der Adressaten

3.1.1 Adressierungsarten

3.1.2 Adressierungsformen

3.1.3 Verhältnis von Adressierungsformen und Adressierungsarten

3.2 Typologie der Mehrfachadressierung

3.2.1 Offene Mehrfachadressierung

3.2.2 Verdeckte Mehrfachadressierung

3.2.2.1 Kodierte Mehrfachadressierung

3.2.2.2 Inszenierte Mehrfachadressierung

4 Textanalyse: Mehrfachadressierungen in Grundschulzeugnissen

4.1 Form der Mehrfachadressierung

4.1.1 Adressierungsarten in Grundschulzeugnissen

4.1.2 Adressierungsformen in Grundschulzeugnissen

4.1.3 Kodierte Mehrfachadressierung in Grundschulzeugnissen

4.2 Analyse einiger mehrfachadressierter Formulierungen aus Grundschulzeugnissen

4.3 Fazit zur Textanalyse

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das linguistische Phänomen der Mehrfachadressierung und analysiert dessen Anwendung im Kontext von Grundschulzeugnissen, um aufzuzeigen, wie Lehrer durch polyperspektivisches Sprachhandeln den unterschiedlichen Anforderungen von Schülern und Eltern gerecht zu werden versuchen.

  • Grundlagen der Perspektivität in Wahrnehmung, Malerei und Sprache
  • Theoretische Typologie der Adressaten und Mehrfachadressierung nach Peter Kühn
  • Analyse von Mehrfachadressierungsmustern in Grundschulzeugnissen
  • Konflikt zwischen motivierender Schüleransprache und beurteilender Elternansprache
  • Sprachliche Strategien und Lexik zur Bewältigung der Kommunikationsanforderungen

Auszug aus dem Buch

3.2.2.1 Kodierte Mehrfachadressierung

Von einer kodierten Mehrfachadressierung kann dann gesprochen werden, wenn sich der Emittent explizit an einen Adressaten wendet, dabei aber implizit auch an einen weiteren Adressaten, wobei der erstere sich dessen nicht bewusst ist. Kühn bezeichnet dies als ein „Täuschungsmanöver“ mit einem „ausgeblendetem/geheimen“ und einem „getäuschten“ Adressaten. Dabei bezieht er sich auf Goffman (1980), der Täuschung als „das bewußte Bemühen (...), das Handeln so zu lenken, daß einer oder mehrere andere zu einer falschen Vorstellung von dem gebracht werden, was vor sich geht“ versteht. Dabei wird dem Emittenten, dem „Täuscher“, „hinterhältige Absicht“ unterstellt, wodurch sich eine Täuscher-Komplize-Opfer-Konstellation ergibt. Die Äußerung ist also derart chiffriert, dass einer der Adressaten gezwungenermaßen etwas anderes unter ihr verstehen muss als derjenige Adressat, der die Chiffrierung dekodieren kann. Der 'kommunikative Normalfall' wird hier vorgetäuscht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Perspektivität ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Anwendung der Mehrfachadressierung in Grundschulzeugnissen zu untersuchen.

2 Perspektivität: Dieses Kapitel erläutert Perspektivität als anthropologisches und kulturelles Urphänomen sowie deren Ausprägungen in der Malerei und der Sprache.

3 Mehrfachadressierung: Hier wird die theoretische Basis der Mehrfachadressierung mit verschiedenen Typologien für Adressaten und Kommunikationskonstellationen gelegt.

4 Textanalyse: Mehrfachadressierungen in Grundschulzeugnissen: Dieses Kapitel wendet die theoretischen Konzepte auf ein Korpus von Grundschulzeugnissen an und analysiert konkrete Formulierungsbeispiele auf ihre adressatenspezifische Wirkung.

5 Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die Ergebnisse und bestätigt, dass der Mensch in seiner Perspektivität gefangen bleibt, weshalb eine perfekte Anpassung an die Perspektive eines Rezipienten sprachlich kaum möglich ist.

Schlüsselwörter

Mehrfachadressierung, Perspektivität, Grundschulzeugnisse, sprachliches Handeln, Kommunikation, Adressat, Täuschungsmanöver, Sprachanalyse, Lehrer-Schüler-Interaktion, Verbalbeurteilung, Polyperspektivität, Sprachhandlungstheorie, Kommunikationskonstellation, Pädagogische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse der sogenannten Mehrfachadressierung, einem Phänomen, bei dem eine sprachliche Äußerung auf mehrere Adressaten mit unterschiedlichen Perspektiven abzielt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die menschliche Perspektivität in verschiedenen Zeichensystemen (Malerei und Sprache) sowie die theoretische Aufarbeitung der Adressaten-Typologie und deren Anwendung auf die Textsorte Grundschulzeugnis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, wie Lehrer in Grundschulzeugnissen durch gezieltes, polyperspektivisches Sprachhandeln den Spagat zwischen motivierender Ansprache für den Schüler und beurteilender Berichterstattung für die Eltern bewältigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine sprachhandlungstheoretische Analyse vorgenommen, basierend auf den theoretischen Modellen von Peter Kühn, die auf ein Korpus von 18 ausgewählten Grundschulzeugnissen angewendet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Begriffs der Mehrfachadressierung (Kodierung, Inszenierung) und eine empirische Textanalyse von Leseleistungsbeurteilungen in Zeugnissen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Mehrfachadressierung, Perspektivität, polyperspektivisches Sprachhandeln, Kommunikationskonstellation und der spezifische Kontext der Verbalbeurteilung in Grundschulen.

Warum gelten Grundschulzeugnisse als Sonderfall der Mehrfachadressierung?

Sie stellen einen Sonderfall dar, weil der Lehrer hier gleichzeitig zwei divergenten Handlungsmustern folgen muss – dem Motivieren des Schülers und dem Beurteilungsauftrag gegenüber den Eltern – ohne dass klare vereinheitlichte Standards für diese Form der Kommunikation existieren.

Wie unterscheidet sich die kodierte von der inszenierten Mehrfachadressierung?

Bei der kodierten Mehrfachadressierung (z.B. Zeugnisse) wird ein "vordergründiger" und ein "hintergründiger" Adressat angesprochen, während bei der inszenierten Mehrfachadressierung (z.B. Talkshows) ein offenes Gespräch für ein unbeteiligtes Publikum vorgespielt wird.

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Details

Title
Perspektivität in der Sprache
Subtitle
Mehrfachadressierungen in Grundschulzeugnissen: eine Möglichkeit des polyperspektivischen Sprachhandelns?
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Course
Perspektivität in der Sprache
Grade
2,0
Author
Nike-Marie Steinbach (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V122038
ISBN (eBook)
9783640273324
ISBN (Book)
9783640273591
Language
German
Tags
Perspektivität Sprache Perspektivität Sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nike-Marie Steinbach (Author), 2008, Perspektivität in der Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122038
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