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Irreduzibilität des Bewusstseins und dessen Implikationen bei David J. Chalmers und Daniel C. Dennett

Titel: Irreduzibilität des Bewusstseins und dessen Implikationen bei David J. Chalmers und Daniel C. Dennett

Bachelorarbeit , 2021 , 62 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marc-Oliver Rauch (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Gegenwart
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage nach dem Wesen des Bewusstseins ist eine der zentralen und auch verblüffendsten Fragen der Menschheit, die wahrscheinlich seit der Zeit gestellt wird, als der Geist im Menschen erwacht ist und nach Erkenntnis rief. In der täglichen Erfahrung ist das Bewusstsein allgegenwärtig und subjektive Erlebnisse sind auf so einer direkten Art und Weise gegeben, dass niemand unter normalen Umständen deren Existenz in Frage stellen würde. Die Neurowissenschaften versuchen seit langer Zeit erfolglos, ein Korrelat des Bewusstseins im menschlichen Gehirn zu finden, und es ist fraglich, ob das jemals gelingen kann. René Descartes, sah das Bewusstsein gar nicht im Gehirn verortet, sondern postulierte eine res cogitans, eine eigene Substanz des denkenden Geistes, unabhängig von der res extensa, der Körperwelt. David J. Chalmers, mit dessen 1996 erschienenen Buch „The Conscious Mind – In Search of a Fundamental Theory“ diese Bachelorarbeit sich hauptsächlich beschäftigt, fragt nach dem subjektiven Charakter des Bewusstseins und dessen Status in einer vor allem naturwissenschaftlich, physikalisch geprägten Welt.

Im Verlauf dieser Arbeit wird sich zeigen, dass die Existenz des Bewusstseins von Chalmers nicht in Frage gestellt wird, aber es schwierig ist, Bewusstsein zu fassen, da es eben nicht aus der Perspektive der dritten Person erklärt werden kann. Mit Hilfe u. a. des Zombiearguments zeigt er, dass consciousness nicht global logisch über dem Physikalischen superveniert, nicht auf das Physikalische reduzierbar ist und das der Physikalismus falsch ist. Er beschreibt einen „Naturalistic dualism“, einen speziellen Eigenschaftsdualismus der consciousness als grundlegendes Prinzip „over and above“ des Physikalismus betrachtet.

Die Darstellung von David Chalmers negativer Theorie im Teil I und II seines Buches, die sich mit der Irreduzibilität des Bewusstseins und dem naturalistischen Dualismus beschäftigt, ist das Hauptthema dieser Arbeit, Chalmers positive Theorie im Teil III und IV, die sich mit einer neuen Theorie des Bewusstseins und weiteren applications beschäftigt, lasse ich aus Gründen des begrenzen Umfangs einer Bachelorarbeit außen vor.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. David Chalmers

2.1.1. Definition von Bewusstsein

2.1.2. Zwei Konzepte des Bewussten

2.1.2.a. Dualismus des Mentalen

2.1.2.b. Zwei Probleme des Leib-Seelischen

2.1.2.c. Zwei Bewusstseins Konzepte

2.1.3. Supervenienz

2.1.3.a. Lokale Supervenienz

2.1.3.b. Globale Supervenienz

2.1.3.c. Logische Supervenienz

2.1.3.d. Natürliche (nomologische) Supervenienz

Exkurs: Physikalismus/Materialismus

2.1.3.e. Voraussetzung, dass der Physikalismus wahr ist

2.1.4. Reduktive Erklärungen in der Welt

2.1.5. Kann das Bewusstsein auf das Physikalische reduziert werden?

2.1.5.a. Die logische Möglichkeit von Zombies

2.1.5.b. Invertierte (Farb-) Spektren

2.1.5.c. Epistemische Asymmetrie

2.1.5.d. Wissen Argument – Gedankenexperiment Mary von Jackson (1982)

2.1.5.e. Fehlende Analysierbarkeit

2.1.6. Reduktive Erklärungen von Bewusstsein versagen

2.1.6.a. Neurobiologische Erklärungen

2.1.6.b. Wäre eine neue Physik eine Lösung?

2.1.6.c. Evolutionäre Erklärungen

2.1.7. Naturalistischer Dualismus

2.1.7.a. David Chalmers Argument, warum der Physikalismus/Materialismus falsch ist

2.1.7.b. Spezieller Eigenschaftsdualismus

2.1.7.c. Ist Chalmers Position epiphänomenalistisch und ist das ein Problem?

2.1.7.d. Positionen und Typen von Meinungen über bewusste Erfahrung

2.1.8. Phänomenale Urteile

2.1.8.a. Definition phänomenaler Urteile

2.1.8.b. Das Paradox phänomenaler Urteile

2.2. Daniel C. Dennetts Gegenposition zu Chalmers

2.2.1. Quining Qualia

2.2.2. Phänomenologie und Heterophänomenologie

2.2.2.a. Ein Besuch im phänomenologischen Garten

2.2.2.b. Heterophänomenologie

2.2.3. Mit Chalmers Zombie Argument kann man nichts zeigen

2.2.4. Gegen den Dualismus

2.2.5. Phänomenale Urteile

2.3. Eigene Ansichten über die Reduzierbarkeit des Bewusstseins

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage nach der Irreduzibilität des Bewusstseins, indem sie die theoretischen Positionen von David J. Chalmers und Daniel C. Dennett gegenüberstellt. Das primäre Ziel ist es, Chalmers Argumente gegen eine rein physikalistische Erklärung des Bewusstseins darzulegen, Dennetts reduktionistische Gegenposition kritisch zu analysieren und eine eigene Einschätzung zur Problematik der Bewusstseinsforschung zu formulieren.

  • Das "harte Problem" des Bewusstseins bei David Chalmers
  • Die logische Möglichkeit von Zombies als Argument gegen den Physikalismus
  • Daniel Dennetts Versuch, Qualia als Illusion zu entlarven (Heterophänomenologie)
  • Kritische Diskussion von funktionalistischen Erklärungsansätzen
  • Ontologische Implikationen des naturalistischen Dualismus

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Definition von Bewusstsein

Bewusstsein ist für David Chalmers einer der letzten, aber auch größten Rätsel der Menschheit. Es ist durchaus vorstellbar, dass das Bewusstsein von materiellen, den Gesetzen der Physik unterliegenden Dinge, wie dem Gehirn, erzeugt wird, es ist jedoch völlig unklar, wie dies geschehen kann, sodass selbst wenn wir ein detailliertes Wissen von der Funktionsweise des Gehirns und den neuronalen Korrelaten des Bewusstseins hätten, wir trotzdem nicht erklären könnten, wie und warum Menschen eine bewusste Erfahrung haben. Was versteht Chalmers unter Bewusstsein? Grundsätzlich sieht Chalmers Bewusstsein als einen primitiver Begriff, d.h. einen Begriff, wo es keinen Sinn mehr macht ihn weiter zu zerlegen, analog wie wir auch bei Begriffen wie Raum, Zeit oder Materie keine Grundlegendere finden können.

Wie Thomas Nagel in seinem berühmten Aufsatz „Wie es ist eine Fledermaus zu sein“ sagt, hat ein Organismus dann eine bewusste Erfahrung, wenn es sich für diesen irgendwie anfühlt, diese Erfahrung zu haben (What is it like to...). Und es ist diese bewusste Erfahrung, die Chalmers unter consciousness versteht, die bewusste Erfahrung aus der ersten Person oder auch die subjektive Qualität der Erfahrung, er beschreibt es so:

„[…] we can say that a mental state is conscious if it has a qualitative feel – an associated quality of experience. These qualitative feels are also known as phenomenal qualities, or qualia for short. The problem of explaining these phenomenal qualities is just the problem of explaining consciousness. This is the really hard part of the mind-body problem.”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Bewusstseins als philosophisches Problem und Darstellung der Vorgehensweise bei der Untersuchung von Chalmers und Dennett.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse von Chalmers' naturalistischem Dualismus, seinen Argumenten für die Irreduzibilität des Bewusstseins, Dennetts eliminativistischer Gegenposition sowie eine eigene Stellungnahme des Autors.

3. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion über die Tragweite der Bewusstseinstheorien hinsichtlich des Leib-Seele-Problems.

Schlüsselwörter

Bewusstsein, Qualia, David Chalmers, Daniel Dennett, Physikalismus, Naturalistischer Dualismus, Hard Problem, Supervenienz, Zombieargument, Heterophänomenologie, Phänomenale Urteile, Bewusstseinsforschung, Mentale Zustände, Reduktionismus, Erkenntnistheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Bewusstsein auf rein physische Prozesse im Gehirn reduziert werden kann oder ob es fundamentale Aspekte gibt, die einer solchen Erklärung entgehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen das "harte Problem" des Bewusstseins, die Bedeutung von Qualia, die logische Supervenienz des Mentalen über dem Physischen sowie die Auseinandersetzung zwischen dualistischen und materialistischen Positionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Darstellung und kritische Diskussion von David Chalmers These der Irreduzibilität des Bewusstseins im Kontrast zu Daniel C. Dennetts eliminativistischer Sichtweise.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine analytische philosophische Arbeit, die primär auf der Interpretation und Diskussion zentraler Texte der Philosophie des Geistes (insb. Chalmers' "The Conscious Mind" und Dennetts "Consciousness Explained") basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Darlegung von Chalmers' Theorie (einschließlich Zombieargument und Supervenienz), eine Analyse von Dennetts Gegenposition und eine abschließende eigene Bewertung des Autors.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Qualia, consciousness, awareness, Supervenienz, physikalisches Duplikat und die Unterscheidung zwischen phänomenalen und psychologischen Konzepten des Mentalen.

Warum hält Chalmers den Physikalismus für falsch?

Chalmers argumentiert, dass die phänomenalen Eigenschaften des Bewusstseins nicht logisch aus physikalischen Tatsachen ableitbar sind, was er insbesondere durch die denkbare Existenz von physikalisch identischen, aber bewusstseinslosen "Zombies" begründet.

Wie versucht Dennett, die Existenz von Qualia zu bestreiten?

Dennett argumentiert, dass Qualia keine kausale Rolle spielen und wissenschaftlich nicht objektiv messbar sind; er betrachtet sie daher als Fiktion bzw. als eine Art "Benutzeroberfläche" des Gehirns.

Welchen eigenen Lösungsansatz diskutiert der Autor abschließend?

Der Autor diskutiert kritisch den Panpsychismus als mögliche Erweiterung und reflektiert über die Grenzen naturalistischer Theorien, insbesondere im Hinblick auf Phänomene wie Nahtoderlebnisse.

Ende der Leseprobe aus 62 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Irreduzibilität des Bewusstseins und dessen Implikationen bei David J. Chalmers und Daniel C. Dennett
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät für Philosophie)
Note
1,7
Autor
Marc-Oliver Rauch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
62
Katalognummer
V1220753
ISBN (eBook)
9783346646798
ISBN (Buch)
9783346646804
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bewusstsein David Chalmers Daniel Dennett Irreduzibilität Panpsychismus Nahtoderfahrungen Dualismus Leib Seele Problem Eigenschaftsdualismus Body Mind Problem Philosophie des Geistes Supervenienz Phänomenologie Zombieargument Philosophischer Zombie hard problem easy problem
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marc-Oliver Rauch (Autor:in), 2021, Irreduzibilität des Bewusstseins und dessen Implikationen bei David J. Chalmers und Daniel C. Dennett, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1220753
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Leseprobe aus  62  Seiten
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