Pflöcke zu stecken für eine spätere Nationsbildung als Fortschritt, der Verfall einer in der Antike aufgebauten Geldwirtschaft als Rückschritt - Hans Dietrich Kahl nennt in seinem Aufsatz "Was bedeutet ‚Mittelalter′" Argumente für und wider die Meinung und Aussage der Öffentlichkeit, die von finsteren Zeiten spricht: Welche Definition erlaubt der Begriff, was hat ihn geprägt.
Der Begriff als solcher ist in Deutschland nicht vor dem 17. Jahrhundert belegt. Ursprünglich bezeichnete das Wort einen Menschen in mittleren Jahren. Seinen aktuellen Sinn erhält er erst Ende des 18. Jahrhunderts als Bezeichnung für die Epoche zwischen Antike und Neuzeit - er wird in ein dreigliedriges Schema eingepasst. Doch ist das im deutschsprachigen Raum genannte Mittelalter kein universalhistorischer, also weltweit gültiger, Begriff, sondern wird hier als "spezifisch ‚abendländische′ Erscheinung genommen" . Kahl warnt vor einer vorschnellen Definition von Gleichzeitigem, das nicht gleichartig sein muss, unter dem Wortmantel Mittelalter.
Inhaltsverzeichnis
Erste Hausarbeit: Inhalt, Thesen und Ergebnisse: H.-D. Kahl, Was bedeutet „Mittelalter“?
Zweite Hausarbeit: Bearbeitung einer Urkunde König Heinrichs I., datiert zu Rohr auf den 11. August 926: „Heinrich lässt den Presbyter Baldmunt frei.“
1. Fertigen Sie eine Gliederung des lateinischen Textes in die einzelnen Bestandteile einer mittelalterlichen Kaiserurkunde an. Markieren Sie Anfang und Ende der einzelnen Bestandteile sowie die jeweilige Bezeichnung auf der Ihnen vorliegenden Textkopie.
Protokoll
Kontext
Eschatokoll
2. Formulieren Sie zu den Personen kurze, lexikonartige Artikel von jeweils maximal 20 Zeilen. Weisen Sie einzeln nach, woher Sie die Informationen haben.
3. Formulieren Sie zu den Orten kurze, lexikonartige Artikel von jeweils maximal 20 Zeilen, die sich ausschließlich auf die mittelalterliche Geschichte dieser Orte beziehen. Weisen Sie auch hier einzeln nach, woher Sie die Informationen bezogen haben.
3. Untersuchen Sie die Stimmigkeit der Bestandteile des Datums: Passen das Inkarnationsjahr, die Indiktion und das Königsjahr Heinrichs I. zueinander?
4. In der Übersetzung der Urkunde sind zwei Begriffe fett gedruckt. Bringen Sie in Erfahrung, was sie bedeuten, und schreiben Sie das Ergebnis bitte ebenfalls in maximal etwa 20 Zeilen Text nieder.
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich primär mit der wissenschaftlichen Einordnung des Epochenbegriffs „Mittelalter“ anhand der Thesen von H.-D. Kahl auseinander und analysiert im zweiten Teil exemplarisch eine Königsurkunde Heinrichs I. aus dem Jahr 926 mittels diplomatischer und historischer Methoden.
- Historische Begriffsdefinition und Periodisierung des Mittelalters
- Strukturelle Merkmale der mittelalterlichen Gesellschaft und Adelsherrschaft
- Diplomatische Analyse einer Kaiserurkunde des 10. Jahrhunderts
- Biografische und ortsgeschichtliche Einordnung relevanter Akteure und Schauplätze
- Untersuchung rechtshistorischer Insignien und Freilassungspraktiken
Auszug aus dem Buch
Inhalt, Thesen und Ergebnisse: H.-D. Kahl, Was bedeutet „Mittelalter“?
Pflöcke zu stecken für eine spätere Nationsbildung als Fortschritt, der Verfall einer in der Antike aufgebauten Geldwirtschaft als Rückschritt – Hans Dietrich Kahl nennt in seinem Aufsatz „Was bedeutet ‚Mittelalter’“ Argumente für und wider die Meinung und Aussage der Öffentlichkeit, die von finsteren Zeiten spricht: Welche Definition erlaubt der Begriff, was hat ihn geprägt.
Der Begriff als solcher ist in Deutschland nicht vor dem 17. Jahrhundert belegt. Ursprünglich bezeichnete das Wort einen Menschen in mittleren Jahren. Seinen aktuellen Sinn erhält er erst Ende des 18. Jahrhunderts als Bezeichnung für die Epoche zwischen Antike und Neuzeit – er wird in ein dreigliedriges Schema eingepasst. Doch ist das im deutschsprachigen Raum genannte Mittelalter kein universalhistorischer, also weltweit gültiger, Begriff, sondern wird hier als „spezifisch ‚abendländische’ Erscheinung genommen“. Kahl warnt vor einer vorschnellen Definition von Gleichzeitigem, das nicht gleichartig sein muss, unter dem Wortmantel Mittelalter.
Zusammenfassung der Kapitel
Erste Hausarbeit: Inhalt, Thesen und Ergebnisse: H.-D. Kahl, Was bedeutet „Mittelalter“?: Dieses Kapitel analysiert die Definition und Abgrenzung des Mittelalterbegriffs und diskutiert die wesentlichen Merkmale wie Agrargesellschaft, Städtewesen und Adelsherrschaft nach H.-D. Kahl.
Zweite Hausarbeit: Bearbeitung einer Urkunde König Heinrichs I., datiert zu Rohr auf den 11. August 926: „Heinrich lässt den Presbyter Baldmunt frei.“: Dieser Abschnitt widmet sich der formalen und inhaltlichen Analyse einer spezifischen Königsurkunde und beleuchtet die historischen Akteure und Orte im Kontext des 10. Jahrhunderts.
Schlüsselwörter
Mittelalter, H.-D. Kahl, Heinrich I., Urkundenlehre, Adelsherrschaft, Diplomatik, Kempten, Rohr, Zepter, Schatzwurf, Frühmittelalter, Kirchengeschichte, Territorialstaat, Geschichtswissenschaft, Königsurkunde
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Epochenbegriff „Mittelalter“ und eine praktische quellenkritische Untersuchung einer Urkunde aus dem Jahr 926.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Periodisierung der Geschichte, der Struktur der mittelalterlichen Adelsherrschaft, der Analyse von Urkundenbestandteilen sowie der rechtshistorischen Erläuterung von Insignien.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Das Ziel ist die kritische Reflexion des Begriffs „Mittelalter“ sowie die methodisch korrekte Einordnung und Analyse eines historischen Dokuments in seinem zeitgenössischen Kontext.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden methodische Ansätze der Diplomatik (Urkundenlehre), der Biografik sowie der historischen Orts- und Rechtsforschung verwendet.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil umfasst die inhaltliche Synthese zu H.-D. Kahls Thesen sowie eine detaillierte Ausarbeitung zu den Personen, Orten, dem Datum und den Rechtsbegriffen der untersuchten Urkunde.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mittelalter, Diplomatik, Adelsherrschaft, Königsurkunde und spezifische Rechtsinsignien wie das Zepter und den Schatzwurf charakterisiert.
Warum wird Arnulf I. als „Gegen-König“ bezeichnet?
Aufgrund seines Anspruchs auf den Thron und der Unterstützung durch ihm geneigte Adlige und Bischöfe wurde er in Opposition zu Heinrich I. als Gegenkönig in regno Teutonicorum ernannt.
Was bedeutet der „Schatzwurf“ im fränkischen Reich?
Der Schatzwurf bezeichnet eine historische Form der Freilassung eines Untergebenen, bei der der Herr symbolisch eine Münze von der Hand des Knechtes stößt, um das Abhängigkeitsverhältnis zu lösen.
- Quote paper
- Kristine Greßhöner (Author), 2003, Was bedeutet 'Mittelalter'? / Bearbeitung einer mittelalterlichen Urkunde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12208