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Laudine – "gesellin unde herrin"

Eine Frau im Konflikt zwischen "minne" und "êre"

Title: Laudine – "gesellin unde herrin"

Seminar Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Lena Otter (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Ich werde in der vorliegenden Arbeit untersuchen, welche Probleme sich für Laudine als Herrscherin ergeben, warum sie so schnell die Ehe mit Iwein eingeht und wie sich ihre Eheabsicht und -motivation grundsätzlich von der Iweins unterscheidet, um sie als Person und damit ihr Handeln wenn auch nicht unproblematischer, so doch transparenter zu machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die trauernde Witwe – Herrscherin

3. Die Motivation zur Ehe

4. Geselle – Herre

5. Das Turnier

6. Die Jahresfrist

7. Der Eid

8. Die Schuld

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur der Laudine in Hartmann von Aues Artusroman "Iwein". Ziel ist es, Laudines Handlungsweisen, insbesondere ihre schnelle Wiederverheiratung mit dem Mörder ihres Gatten, als rationale Entscheidungen einer Herrscherin innerhalb eines feudalen Kontextes zu deuten und ihr Handeln somit transparenter und weniger negativ als in Teilen der Forschungsliteratur zu machen.

  • Analyse des Rollenverständnisses von Laudine als trauernde Witwe und verantwortungsvolle Herrscherin.
  • Untersuchung der Differenz zwischen politisch motivierter Zweckheirat und persönlicher Minne.
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen Perspektiven von Laudine (Politik/Recht) und Iwein (Minne/Turnierwesen).
  • Interpretation der Bedeutung von Dingsymbolen wie dem Ring für das Verständnis von Pflicht und Treue.
  • Herausarbeitung der Tragik des Epos durch das Unvermögen, gesellschaftliche Pflichten und persönliche Bedürfnisse zu vereinen.

Auszug aus dem Buch

2. Die trauernde Witwe – Herrscherin

Der Leser lernt Laudine als eine um ihren Gatten Askalon trauernde Witwe kennen, Hartmann beschreibt ihre Reaktion auf dessen Tod: „vor jâmer si zebrach / ir hâr unde diu cleider“ (V. 1310 f), die Königin leidet so sehr, dass sie sich selbst Schmerzen zufügt und in Ohnmacht fällt während sie Askalons Totenbahre folgt. Am Grab ihres Liebsten stellt sie die Frage, welchen Sinn ihr Leben nun noch habe: „waz sol ich, swenne ich dîn enbir? / waz sol mir guot unde lîp?“ (V. 1464 ff)

Einerseits drückt sich so die Trauer einer liebenden Frau, andererseits die existentiellen Probleme einer Herrscherin aus.

Denn nachdem sie Witwe geworden ist, ist sie nicht in der Lage ihr Land vor möglichen Angriffen zu schützen, da sie als Frau nicht waffenfähig ist. Sie muss sich also tatsächlich Sorgen um „guot unde lîp“ machen.

Lunete, ihre Dienerin, erkennt die Problematik der Situation und hat mit Iwein, der ihr am englischen Hof geholfen hatte, bereits einen neuen Ehemann und Landesverteidiger an der Hand: „vil starke ranc dar nâch ir muot / daz er herre wurde dâ.“ (V. 1786 f)

In ihrer rational-analytischen Art fordert sie ihre Freundin und Herrin auf, den Schmerz der Trauer mit Vernunft zu tragen und einen neuen Landesherren zu suchen um ihre eigene Macht zu schützen und zu erhalten. „irn welt iuwern brunnen unde daz lant / unde iuwer êre verlöuiesen, / sô müezet ir ettewen kiesen / der in iu vriste unde bewar.“ (V. 1825 ff)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Arbeit thematisiert die oft negativ bewertete Figur der Laudine und stellt die Forschungsfrage, wie ihr Handeln als rationale Reaktion auf ihre Rolle als Herrscherin verstanden werden kann.

2. Die trauernde Witwe – Herrscherin: Dieses Kapitel beleuchtet Laudines Zwangslage nach dem Tod ihres Mannes, in der sie ihre Trauer zugunsten der Notwendigkeit einer neuen Landesverteidigung zurückstellen muss.

3. Die Motivation zur Ehe: Hier wird Laudines Entscheidung für die Heirat als politisch motivierte Zweckheirat analysiert, die sie rational abwägt, um ihr Land zu schützen.

4. Geselle – Herre: Das Kapitel kontrastiert Iweins Liebesverständnis mit Laudines politischem Kalkül und verdeutlicht die unterschiedlichen Erwartungen an die Ehebeziehung.

5. Das Turnier: Die Analyse zeigt, wie Gawein Iwein durch die negative Darstellung des häuslichen Lebens dazu bewegt, seine Verantwortung als Ehemann und Landesverteidiger zugunsten von Turnierfahrten zu vernachlässigen.

6. Die Jahresfrist: Hier wird erläutert, dass die Ein-Jahres-Frist keine Willkür ist, sondern eine rechtliche Notwendigkeit darstellt, um Laudines Herrschaftsanspruch zu sichern.

7. Der Eid: Das Kapitel untersucht die divergierenden Verständnisse von Eiden und Dingsymbolen wie dem Ring, die für Laudine politische Verantwortung und für Iwein Minnesymbolik bedeuten.

8. Die Schuld: Die Untersuchung behandelt Iweins Vergessen seiner Pflichten, die daraus resultierende Rechtsverletzung und die Konsequenzen, die zu seinem Wahnsinn und seiner Entwicklung führen.

9. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht Laudines Handeln als verantwortungsbewusste Herrscherin, die in einer Zwangslage rational zwischen persönlichem Glück und dem Wohl ihres Landes entscheidet.

10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Laudine, Iwein, Hartmann von Aue, mittelhochdeutsche Literatur, Minne, êre, Herrscherin, Mittelalter, Zweckheirat, politische Verantwortung, Land, triuwe, Rechtsfristen, Artusroman, Rollenverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figur der Laudine aus Hartmann von Aues Epos "Iwein" und versucht, ihre Handlungen in einem historisch-kontextuellen Rahmen neu zu bewerten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören das Spannungsfeld zwischen persönlicher Minne und politischen Pflichten, die Rolle der Frau als Herrscherin im feudalen Mittelalter sowie die Interpretation von ritterlichen Tugenden und Rechtsbegriffen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Laudines scheinbar unmoralisches Handeln, insbesondere ihre schnelle Wiederverheiratung, als rationale Entscheidung einer verantwortungsvollen Herrscherin in einer Zwangslage verständlich zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Epos, unterfüttert durch die Einbeziehung historischer Rechtskonzepte und der Auseinandersetzung mit existierender Sekundärliteratur.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine schrittweise Untersuchung von Laudines Situation als Witwe, ihrer Motivationslage zur Ehe, den daraus resultierenden Missverständnissen in der Kommunikation mit Iwein sowie der rechtlichen und ethischen Dimension ihrer Entscheidungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Laudine, Iwein, Herrscherin, Minne, politische Verantwortung, Zweckheirat, triuwe, Rechtsfristen und feudale Strukturen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Dienerin Lunete?

Lunete wird als rational handelnde Ratgeberin dargestellt, die die Dringlichkeit der politischen Situation erkennt und Laudine durch logische Argumentation von der Notwendigkeit einer neuen Ehe überzeugt.

Warum ist Iweins Versprechen der Rückkehr aus Laudines Sicht rechtlich bindend?

Laudine betrachtet die Jahresfrist als eine rechtliche Notwendigkeit, um ihr Land und ihren Herrschaftsanspruch vor rechtlichen Konsequenzen oder Übernahmen zu schützen, während Iwein das Versprechen lediglich als Ausdruck seiner Liebe versteht.

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Details

Title
Laudine – "gesellin unde herrin"
Subtitle
Eine Frau im Konflikt zwischen "minne" und "êre"
College
University of Trier
Course
Frauengestalten der mittelhochdeutschen Literatur
Grade
2,0
Author
Lena Otter (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V122098
ISBN (eBook)
9783640266135
ISBN (Book)
9783640266227
Language
German
Tags
Laudine Frauengestalten Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Otter (Author), 2005, Laudine – "gesellin unde herrin", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122098
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